Ausgabe 186
Wirtschaft

Millionen für nix

Von Jürgen Lessat
Datum: 22.10.2014
Zwei Wochen wurde auf den Fildern diskutiert, wie sich der Landesflughafen mit Stuttgart 21 verknüpfen lässt. Nicht angesprochen wurden die finanziellen Einbußen, die Land und Kommunen bereits durch den geplanten Airport-Bahnhof erleiden. Von den 359 Millionen Euro "nicht rückzahlbarer Zuschüsse", mit denen die Flughafengesellschaft (FSG) das Tunnelprojekt subventioniert, hat die Bahn mehr als ein Drittel inzwischen kassiert – ohne greifbare Gegenleistung zu bieten.

Während des Erörtungsverfahrens zum Planfeststellungsabschnitt 1.3 von Stuttgart 21 waren Kontroversen programmiert. Auf der einen Seite die "Vorhabenträgerin" Deutsche Bahn, die nach zwölf Jahren endlich ihre Antragstrasse zur Anbindung des Stuttgarter Flughafens an das Milliardenprojekt genehmigt bekommen will. Gegen die Pläne des Staatskonzerns argumentierten einträchtig Anrainerkommunen und Anwohner. Sie sehen im komplexen Teilabschnitt viel Geld für wenig Nutzen verbuddelt, aber umso mehr Nachteile auf sich zukommen. Zum Lager der Gegner zählt auch Leinfelden-Echterdingens Oberbürgermeister Roland Klenk, seit ein Gutachten der Technischen Universität Dresden dem beantragten "Mischverkehr" von Fernzügen und S-Bahnen auf der Antragstrasse – konkret: auf der bestehenden S-Bahn-Strecke – verheerende Folgen für den Schienenverkehr in der Region Stuttgart prognostiziert.

Erstaunlich ruhig im Trubel der zweiwöchigen Veranstaltung blieb es seitens des Airports, um dessen Interessen es im umstrittenen Bauabschnitt vor allem geht. Von Flughafendirektor Georg Fundel, stets ein Fürsprecher des umstrittenen Milliardenprojekts, war nur ein kurzes Presse-Statement zu vernehmen. "Unser Interesse als Flughafen ist, nicht noch weitere Verzögerungen zu erleben, und dass der Bau zügig über die Bühne geht", sagte der Manager mit Professorentitel der "Stuttgarter Zeitung". Übersetzt: Bitte nicht nochmals über alternative Trassenvarianten diskutieren. "Schließlich wollen wir von den 359 Millionen Euro, die wir für S 21 bezahlen, auch irgendwann etwas haben", so Fundels Begründung.

Die im Laufe der Erörterung erneut deutlich gewordenen Schwachpunkte der Bahnplanungen scheinen das Flughafendirektorium nicht zu interessieren. "S 21 sichert den Passagieren des Flughafens die Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn sowie eine verbesserte Erreichbarkeit aus der Region. Im anstehenden Planfeststellungsverfahren werden die Pläne überprüft werden", ließ Fundel auf Kontext-Nachfrage über seinen Pressesprecher mitteilen.

Dabei braucht sich der Flughafenchef nicht so bescheiden zu geben. Denn bereits seit Jahren kassiert die Deutsche Bahn kräftig bei der staatlich dominierten Flughafengesellschaft (FSG) ab. Freilich ohne dem Airport bislang eine greifbare Gegenleistung zu bieten. Grundlage dieses Geschäftsgebarens sind verschiedene Finanzierungsvereinbarungen, die die frühere CDU-/FDP-Landesregierung unter Ministerpräsident Günther H. Oettinger mit dem staatlichen Transportkonzern abschloss. Mit Geldtransfers konnte es dabei offenbar nicht schnell genug gehen, um das (damals verloren gegangene) Interesse der Bahn an dem wirtschaftlich riskanten Projekt wieder "einzukaufen". So musste die FSG bereits im Jahr 2008 der Bahntochter DB Netze auf einen Schlag 112,2 Millionen Euro überweisen – obwohl der eigentliche Finanzierungsvertrag für das Milliardenprojekt erst am 30. März 2009 offiziell besiegelt wurde.

Für die FSG hatten der Geldabfluss Folgen: Es klaffte plötzlich ein Loch in der Kasse. Ungeachtet eines operativen Gewinns von 39,2 Millionen Euro, dem zweitbesten Ergebnis in der FSG-Geschichte, endete das Geschäftsjahr 2008 mit einem Bilanzminus von knapp 81 Millionen Euro. Zum überwiegenden Teil musste das Loch mit Fremdkapital gestopft werden.

Im Folgejahr blieb die FSG zwar vor weiteren Belastungen verschont. Doch kaum hatte die Bahn- und Politprominenz im Februar 2010 mit einer Prellbockanhebung symbolisch Baustart für den Tiefbahnhof gefeiert, musste auch die FSG wieder ran. Seither stottert der Flughafen weitere S-21-Raten an die DB Netz ab, derzeit jährlich 2,9 Millionen Euro. Bei der aktuellen Ertragslage, im zurückliegenden Geschäftsjahr erreichte der Gewinn nach Steuern 23,8 Millionen Euro, lassen sich die Zahlungen unter dem Stichwort "außergewöhnliche Belastungen" relativ schmerzfrei in der Bilanz verbuchen. Doch ab dem Geschäftsjahr 2017 dürfte das Milliardenprojekt den Landesflughafen tief in rote Zahlen drücken. Dann kassiert die DB Netz den Restbetrag von knapp 206 Millionen Euro in wenigen, großen Jahresraten ab. 2017 muss die FSG 45,2 Millionen Euro an die Bahntochter überweisen. Im Folgejahr ist es mit 42,3 Millionen Euro nur geringfügig weniger.

Die Zahlungen für Stuttgart 21 tun auch den Eigentümern des Flughafens weh. Denn in "normalen" Zeiten profitieren die Gesellschafter Land Baden-Württemberg (Anteil: 65 Prozent) und Landeshauptstadt Stuttgart (Anteil: 35 Prozent) kräftig vom Flugverkehr auf den Fildern. So schüttete der Flughafen zwischen 2011 und 2013 insgesamt knapp 44 Millionen Euro an seine Besitzer aus. Nach der ersten großen S-21-Tranche gingen Land und Stadt in den Geschäftsjahren 2008 bis 2010 jedoch leer aus. Die beiden Eigentümer müssen sich auf weitere Nullrunden ab dem Bilanzjahr 2017 einstellen. Auch weil die FSG für den Zeitraum bis 2023 rund 600 Millionen Euro ausgeben will, neben den Überweisungen an die DB unter anderem auch für die neue Deutschlandzentrale von Ernst & Young (über 100 Millionen Euro) sowie ein neues FSG-Verwaltungsgebäude (knapp 30 Millionen Euro). Mit dem neuen Parkhaus P 14 mit integriertem Fernbusbahnhof (ca. 37 Millionen Euro) lässt sich eine weitere Investition zumindest teilweise als S-21-Folgekosten verbuchen. Bis zum Baubeginn im Talkessel steuerten die Fernbusse den Hauptbahnhof an. 

Bislang kaum bekannt ist, dass die Anrainerkommunen des Airports ebenfalls für die Flughafenanbindung "bezahlen", und das gleich doppelt. Zum einen durch ihren Anteil am Finanzierungszuschuss der Region Stuttgart, der bis dato 100 Millionen Euro beträgt. Aber auch durch Einbußen beim Gewerbesteueraufkommen, solange die Bahn beim Flughafen abkassiert. So zahlte die FSG in 2013 noch 1,98 Millionen Euro Gewerbesteuer, die sich die Standortgemeinden Neuhausen, Ostfildern, Stuttgart, Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt nach einem festen Schlüssel aufteilen. Es braucht nicht viel Fantasie, um vorherzusagen, dass diese Einnahmequelle wie schon 2008 wieder versiegen wird, wenn in drei Jahren die großen S-21-Raten fällig werden.

"Natürlich hat jede Investition steuerliche Konsequenzen", räumt Flughafen-Sprecher Volkmar Krämer auf Kontext-Nachfrage Gewerbesteuerausfälle ein. Krämer betont jedoch auch, dass eine Investition mittelfristig zu zusätzlichen Erträgen und höherer Finanzkraft führt, die wiederum die Steuerlast des Unternehmens erhöht. Mit anderen Worten: Sobald der Flughafen an Stuttgart 21 angebunden ist und Fern- und Regionalzüge bei den Terminals halten, wird auch die FSG und damit auch die Anrainerkommunen davon profitieren.

Doch um wie viel, lautet die Gretchenfrage. Während der Schlichtung im Herbst 2010 hatte Flughafendirektor Fundel immer 1,2 Millionen Passagiere erwähnt, die dank Stuttgart 21 zusätzlich zu den zuletzt 9,6 Millionen Fluggästen am Stuttgarter Flughafen starten und landen werden. Auch durch die Geschäftsberichte der Flughafengesellschaft geisterte diese Zahl lange Zeit. Doch seit Kurzem fällt die Prognose vorsichtiger aus. "Mit dem geplanten Fernbahnhof entsteht eine einzigartige Verkehrsdrehscheibe zwischen Schienen, Straßen- und Luftverkehr", heißt es nur noch im jüngsten Geschäftsbericht 2013. Offensichtlich dämmert den Flughafen-Managern, dass der Halt von schnellen ICEs und günstiger Fernbusse vor der Tür auch Fluggäste kosten kann.

Vor Ort in den betroffenen Rathäusern ist der zeitweilige Ausfall einer der größten Gewerbesteuerzahler auf den Fildern bislang noch kein Thema. Auf Kontext-Nachfrage gibt es nur Allgemeinplätze zur Antwort. So versichert man im Rathaus von Filderstadt, auf deren Gemarkung der größte Teil des 400 Hektar großen Flughafengeländes liegt, dem Steuerausfall rechtzeitig haushälterisch begegnen zu wollen. Sprich: Gebühren anzuheben und/oder Leistungen einzuschränken.

Im Übrigen ist es gängige Praxis, dass der Flughafen für ambitionierte Großprojekte blutet. So musste sich die FSG mehr oder weniger freiwillig auch am Bau der neuen Landesmesse beteiligen. Unter anderem mit 66,8 Millionen Euro für Parkierungsanlagen und Zufahrtsstraßen – was letztlich die Baukosten der Messe auf Kosten des Flughafens drückte.


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9 Kommentare verfügbar

  • tillupp
    am 28.10.2014
    @Welch einen Schenkelklopfer landete Alexander Dobrindt ..., 26.10.2014 13:18

    Vielen dank für Ihren guten Kommentar. Auch mir ist sauer aufgestoßen wie kritiklos die Medien (z.B. Mannheimer Morgen) diese Dobrindt-Polemik abgedruckt haben, ohne zu kommentieren, dass die BW-Landesregierung nur verwaltet, was die CDU verbockt hat. S21 ist ja nur eine von vielen CDU Baustellen die von den Grünen geerbt wurden, und sowohl CDU als auch SPD habe bei der VA für S21 getrommelt. Vielleicht war das von vornherein der Plan, den Grünen ein faules Ei ins Nest zu legen, nach dem Motto, der Schaden meines Gegners ist mein Nutzen. Leute wie Dobrindt denken in diesen Kategorien; es geht ihnen nicht darum das Beste für die Bevökerung (Steuerzahler, Bahnkunden) zu erreichen, sondern nur das Beste für sich und ihresgleichen, egal was es kostet und wer es am Ende bezahlt.
  • Welch einen Schenkelklopfer landete Alexander Dobrindt ...
    am 26.10.2014
    seines Zeichens studierter Soziologe, Grünen-Antipath und gegenwärtiger Bundesverkehrsminister, als er seinem baden-württembergischen Landeskollegen Winfried Hermann jüngst eine "fachliche Überforderung" attestierte. Nach der unglücklichen Filder-Erörterung hatte Hermann auf der vergangenen Sitzung des S21-Lenkungskreises angekündigt, den Bund zwecks Beteiligung an den Mehrkosten für den "Filderbahnhof Plus" anzusprechen. Am Samstag ließ CSU-Mann Dobrindt auf einem Stuttgarter CDU-Bezirksparteitag den grünen Verkehrsminister wissen: "Gerne, wenn es denn sein muss." Hermann müsse dann jedoch sagen: "Lieber Alexander Dobrindt, ich bin nicht in der Lage meiner Arbeit nachzukommen, es ordentlich hinzukriegen für die Bürger in meinem Land. Bitte Bund, übernimm, ich schaffe es allein nicht mehr. Dann können wir darüber reden."

    Dobrindts Worte im Klartext: Stuttgart 21 ist ein regionales Verkehrs- und Stadtentwicklungsprojekt, für das kein Bedarf im Bundesverkehrswegeplan besteht. Daher wird die Bundesregierung S21 nicht unterstützen, sieht man von diversen macht- und parteipolitischen Scharmützeln ab. Nach BSchwAG zahlt der Bund etwa 500 Mio. Euro Investitionsmittel für S21 (Stand 2004), die nach Preisentwicklung fortgeschrieben werden. Darüber hinaus beteiligt sich der Bund nur mit sogenannten "Als-Ob-Kosten“, die ohne die Realisierung von S21 für die Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen angefallen wären. Dies schließt die Finanzierung des Filderbahnhofs ein.

    Auch die Deutsche Bahn zeigt kein gesteigertes Interesse am leistungsfähigen Ausbau des Filderbahnhofs. Eckart Fricke, DB-Konzernbevollmächtigter, äußerte sich in einer Podiumsdiskussion vom 4. März 2011 eindeutig: "Aber da gab es eben den Wunsch des Landes oder des damaligen Ministerpräsidenten, der sagt, nein, ich möchte, dass diese Neubaustrecke, die von Ulm kommt, nicht runter Richtung Plochingen fährt, sondern dass sie oben entlang der Autobahn A 8 weitergeführt wird. … Das ist der Grund, warum dieser komische Schlenker da rein gekommen ist." Nach dem Planungs-Aus vom Februar 1997 ließ sich die Deutsche Bahn nur durch erhebliche finanzielle Zugeständnisse seitens der damaligen CDU-geführten Landesregierung zur Wiederaufnahme der Projektarbeiten bewegen. Projektsprecher Wolfgang Dietrich zweifelte nie daran, dass Stuttgart 21 von regionalen Gruppierungen gewünscht und forciert wurde.

    Dobrindts Abfuhr trifft nicht Verkehrsminister Hermann persönlich, sondern schließt die politischen Entscheider in Stadt, Land und Region ein. Sie stehen in der Mitverantwortung, das Projekt Stuttgart 21 leistungs- und kostengerecht zu verwirklichen. Dabei dürfte sich eine Erhöhung des "Gesamtwertumfangs" als wenig probater Lösungsweg erweisen. Solange die Finanzierung von etwa 2000 Millionen Euro Baukosten ungeklärt ist, verbietet sich eine Spekulation über erhöhte Investitionssummen von selbst.

    Bleibt die Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21: Verkehrsminister Hermann erkannte, dass die versprochene Leistungssteigerung durch Stuttgart 21 keinesfalls haltbar ist. Insbesondere die "Verkehrsdrehscheibe am Flughafen“ erweist sich als kostenintensives Phantom, für die kein hinreichender Verkehrsbedarf besteht. Mehr noch hat die TU Dresden gutachterlich bestätigt, dass empfindliche Störungen im gesamten S-Bahn-Verkehr zu erwarten sind, würde der Flughafen wie beantragt in das Schienennetz eingebunden. Diese Aussage ist umso beachtlicher, da die Dresdner Verkehrswissenschaftler erstmals die Fachlichkeit ihrer Stuttgarter Kollegen in Abrede stellten. Diese haben die kritische Botschaft sofort verstanden: Mittlerweile haben die Professoren Heimerl und Martin zentrale Aussagen ihrer früheren Gutachten relativiert oder gar widerrufen (z. B. Erhalt der Gäubahn, Zwangspunkte auf dem Filderabschnitt, "Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs eher am unteren Ende der Prognose"). Mit dem professoralen Sinneswandel gerät denn auch die Argumentationsbasis der VWI-Netzwerker ins Wanken. Mit ihren unhaltbaren Versprechungen für eine doppelte Leistungsfähigkeit haben diese in den vergangenen Jahren erheblichen Einfluss auf die politische Pro-S21-Fraktion ausgeübt. Auf welch schlichten Annahmen ihre Verheißungen beruhen, gestand VRS-Direktor und VWI-Kuratoriumsmitglied Dr. Jürgen Wurmthaler während des Filderdialogs ein: Bei der geplanten Verkehrsdrehscheibe am Flughafen handele es sich um eine "Herzensangelegenheit“, weshalb keine Verkehrsbedarfszahlen erhoben wurden.

    Allmählich sollten die Vertreter der regionalen Entscheidungsgremien erkennen: Alexander Dobrindt hat zwar nichts gegen Winfried Hermann, aber auch nichts für Stuttgart 21. Die Deutsche Bahn hat kein gesteigertes Interesse an der Realisierung von Stuttgart 21, sondern wartet mit juristischen Winkelzügen auf, um ihre mangelbehafteten Arbeitsergebnisse zu rechtfertigen. Mit dem Sinneswandel renommierter VWI-Vertreter schwindet die fachliche Legitimation des Milliardenprojektes S21. Infolge jahrzehntelang vernachlässigter Instandhaltung befindet sich das Stuttgarter S-Bahn-Netz mittlerweile in einem desolaten Zustand. Abhilfe schaffen keine Zukunftsvisionen, sondern ausschließlich eine sachorientierte Politik, die sich am Allgemeinwohl orientiert, und die die Risiken ihrer Entscheidungen nicht länger in die Zukunft verschiebt.
  • Werner
    am 22.10.2014
    Piepho, hast ja Recht. Aber künftig wird das mit Denglisch doch besser: "Manfred-Rommel-Airportle" bringt wenigstens etwas Lokalcharakter auf die Fildern. Und wenn dereinst der große Flughafenzampano bei der "Georg-Fundel-Filderstation" auch verewigt wurde, ist die Welt wieder in Ordnung. Zumindest bis die nächste Generation Größenwahn ans Ruder kommt.
  • Thomas A
    am 22.10.2014
    Wieviele Fluggäste verliert der Flughafen durch schnelle ICE-Verbindungen. Der Flugplan Stuttgart-Paris musste nach einrichten von insgesamt 6 TGV/ICE-Verbindungentäglich zusammengestrichen werden. Das sind 600km . Da bleiben innerdeutsch kaum noch Flugziele mit Wachstumphantasie durch schnelle ICE-Verbindung. Und bereits bei europäischen Zielen sind die hochfrequnten Flugpläne von München und Frankfurt als Konkurrenz anzusehen. Gut München lohnt sich noch nicht, aber daran wird ja gerade gearbeitet.
    Ein Filderbahnhof Vaihingen würde die Anbindung des stuttgarter Flughafens in kürzester Zeit verbessern. Und das ist das Problem. Die Sinnhaftigkeit des Projektes wäre auch für einfache Gemüter durchschaubar.
    Eine Randbemerkung zu überraschend ausfallenden Prognosen von Verkehrsinstituten. Ein Parkschützer hat die Nebentätigkeiten von Ramsauer gelistet. Da war neben CNC-Kommunikation auch die PTV-Group Karslruhe, bekannt durch eine lustige Personenstromanalyse, aufgelistet
  • Insider
    am 22.10.2014
    Fotomontage ist gelungen! Bin gespannt, ab wann man auf diese Art von Stuttgart aus in alle Welt starten kann.
  • Rainer Daeschler
    am 22.10.2014
    Großprojekte wie Messe und Tiefbahnhof haben eins gemeinsam, sie sind am Anfang nahezu geschenkt, weil die Hauptkosten jemand anders trägt. So war es auch bei der Landesmesse, als sie noch 1 Mrd. DM kosten sollte. Z.B die Stadt hätte nach Verwertung des Killesbergs und dem Fusionserlös TWS/NWS nur noch 50 Mio. DM aufbringen sollen. Es kam natürlich teurer.

    Da war die Flughafen GmbH nützlich und mit der Begründung einer gemeinsamem Parkhausnutzung mit der Messe hatte man plötzlich einen weiteren Zahler im Boot. Was der jedoch auf Grund neuer finanzieller Belastungen nicht mehr als Gewinn ausschütten kann, geht zu Lasten seiner beiden Eigentümer: Stuttgart und Baden-Württemberg. Diese Kostenkosmetik funktioniert, denn nur wenige Bürger und sogar Stadträte realisieren, dass es immer noch um ihr Geld geht, wenn es nicht durch den Haushalt, sondern mittels Eigenbetriebe bezahlt wird.

    Das Erfolgskonzept findet bei S21 seine Fortsetzung und hält die Beteiligung von Stadt und Land kosmetisch im Rahmen. Allerdings habe die sich schon längst verspekuliert. Sinn macht das ja nur, wenn über den Flughafen mehr Geld in das Projekt fließt, als der Flughafenhalt an Kosten verursacht. Der Flughafenhalt (im Prinzip ein "Milchkannenhalt" auf dem Weg nach München) droht den Kosten des eigentlichen Tiefbahnhofs in der Innenstadt in nichts nachzustehen.

    Geradezu allergisch reagierten Schuster, Bopp und die Bahn beim einstigen Filderdialog auf einen Vorschlag, der die Flughafenbeteiligung in Frage hätte stellen können. Nun stecken das Projekt, aber auch Stadt und Land gerade wegen dem in der Kostenfalle, der eigentlich eine Pufferrolle spielen sollte wenn Mehrkosten auftauchen.
  • Dr. Diethelm Gscheidle
    am 22.10.2014
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    es ist eine Unverschämtheit, dass ausgerechnet der Bürgermeister von Leinfelden-Echterdingen, der offenbar doch ziemlich unredliche Herr Roland Klenk, hier plötzlich uns redlichen Befürwortern und der Deutschen Bahn in den Rücken fällt!

    Herr Klenk gehört schließlich der redlichen CDU an, und diese hat das redliche Arbeitsplatz-Schaffungs-Projekt "Stuttgart 21" doch durchgesetzt und im Gegenzug hübsche Parteispenden von Immobiliengesellschaften, Baufirmen und Tunnelbohrmaschinenherstellern erhalten. Herr Klenk hier viel dankbarer zeigen, anstatt sich als Nestbeschmutzer zu betätigen und von diesem schönen Geld auch noch untaugliche, S21-kritische Gutachten in Auftrag zu geben! Herr Klenk, ziehen Sie umgehend das Gutachten der TU Dresden zurück - sägen Sie nicht länger an dem Ast, auf dem Sie sitzen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Diethelm Gscheidle
    (Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)

    P.S.: Sehr geehrter Herr Piepho,
    ich finde es sehr redlich, dass auch Sie sich dem Kampf gegen unredliche Anglizismen in unserer schönen deutschen Sprache verschrieben haben. Auch ich dulde die Verhunzung unserer Sprache durch derlei Anglizismenwerk nicht und verwende daher keinerlei Anglizismen - weder auf meiner eigenen, in ÜTMS (=Über-Text-Markierungs-Sprache) verfassten Heimseite, noch in Foren und Blocks, noch woanders im Internetz, noch wenn ich von der Leine gehe und lokal mit meinem Heimrechner (beispielsweise in Winzigweich Wort oder Kraftpunkt) arbeite.
  • MCBuhl
    am 22.10.2014
    "Während der Schlichtung im Herbst 2010 hatte Flughafendirektor Fundel immer 1,2 Millionen Passagiere erwähnt, die dank Stuttgart 21 zusätzlich zu den zuletzt 9,6 Millionen Fluggästen am Stuttgarter Flughafen starten und landen werden. "
    und
    "Offensichtlich dämmert den Flughafen-Managern, dass der Halt von schnellen ICEs und günstiger Fernbusse vor der Tür auch Fluggäste kosten kann."

    Wenn ich mal Andrea Nahles in Erinnerung rufen darf: "Ich mache mir die Welt..."

    Das spannende daran ist ja, dass die Auskünfte aus Rathäusern und der Flughafenverwaltung je nach Anlass anders ausfallen. Auf die Frage: "Mit der S21-Anbindung wird es mehr Fluggäste geben. Wird eine 2. Start-/Landebahn dadurch notwendig?" Aber nein, auf keinen Fall, im Gegenteil, die Anbindung an das ICE-Netz werde viele Flugverbindungen überflüssig machen, hiess es dann immer. Der Widerspruch zu: "Auch durch die Geschäftsberichte der Flughafengesellschaft geisterte diese Zahl lange Zeit." wurde dabei nie aufgelöst.

    Man könnte fast meinen die Linke weiß nicht was die Rechte...
  • Hans-Peter Piepho
    am 22.10.2014
    Warum auch hier dieses unnötige Denglisch: "Airport-Bahnhof"? Flughafen-Bahnhof trifft es genauso und hört sich nicht so affektiert an.

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