Ohne Radio fängt ein geübter Renovierer gar nicht erst an.

Mit Musik geht auch das Abkleben leichter von der Hand.

Ein bisschen Farbe und alles sieht schon viel wohnlicher aus.

Gekonnte Eck-Verspachtelung.

BauarbeiterInnen-Vesper im Grünen.

Im Treppenhaus.

Damit alle beschäftigt sind, gibt es auch kindgerechte Wasserfarben im Haus.

Infoecke im Erdgeschoss.

Wandschmuck: Besser als Banksy.

Presse-Wand – auch Kontext war drangepinnt.

Ausgabe 416
Schaubühne

Schöner Wohnen in der Forststraße

Von unserer Redaktion
Fotos: Jens Volle
Datum: 20.03.2019
Zuerst war es nur eine Kundgebung gegen Mietwucher. Im Nachgang besetzten einige der Teilnehmenden ein Haus, ein paar Hundert Meter weiter in der Forststraße 140. Seitdem stehen in den Fenstern des seit zwei Jahren leerstehenden Gebäudes Blümchen. Am Wochenende wurde renoviert.

"Häuser verfallen langsam aber sicher, wenn sie nicht bewohnt werden", schreibt die 'Aktionsgruppe Leerstand zu Wohnraum' in einer Stellungnahme. "Es wäre eine Schande, wenn auch dieses Haus dieses Schicksal ereilen würde." Und tatsächlich ist das Gebäude Forststraße 140 ein kleines Juwel. Oder besser: mit mehr als 20 Zimmern ein großes. Seit mehr als zwei Jahren steht das Haus leer, und das trotz Zweckentfremdungsverbot in Stuttgart seit 2016, das eigentlich jedem ein Bußgeld aufbrummen sollte, der Wohnraum mehr als ein halbes Jahr ungenutzt lässt.

Für vergangenen Montag hatte die Stadt Stuttgart ein Vermittlungsgespräch zwischen BesetzerInnen und den Eigentümern des Hauses anberaumt. Nachdem letztere allerdings ihre Teilnahme am Montagvormittag kurzfristig abgesagt hatten, sagten auch die Besetzer ab. Die Eigentümer würden "ein Gespräch mit den Besetzern unter Vermittlung der Stadt" dennoch nicht ganz ablehnen, vermeldete die "Stuttgarter Zeitung" schließlich - allerdings unter dem irrigen wie falschen Titel "Besetzer lassen Gespräche platzen".

Die Hausbesetzer fordern indes bezahlbare Wohnungen für Stuttgart. Es gibt sogar schon Mieterinnen, die zu moderaten Preisen gerne in das Haus in der Forststraße einziehen würden: die Krankenschwester Tanja Klauke, die aus der Forststraße 163 hinaus modernisiert werden soll. Und Rosevita Thomas, alleinerziehende Mutter eines Zehnjährigen, die wegen einer Eigenbedarfskündigung ihre Wohnung verloren hat. Heute ist dort ein Architektenbüro untergebracht.

Seit anderthalb Wochen ist das Gebäude im Stuttgarter Westen nun besetzt - und belebt. Es gab bisher einen Kino-Abend, Brunch, Nachbarschaftskaffee, Diskussionen, der SWR war da, mehrere Politiker. Bernd Riexinger, Bundestagsabgeordneter von der Linken, hat am vergangenen Wochenende sogar mit angepackt, denn da wurde renoviert. Unser Fotograf war dabei.


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