Berlin, München, bald Stuttgart. So kündigt der Baumentscheid-Verein, der im letzten Jahr in der Bundeshauptstadt seinen ersten großen Erfolg feiern konnte, auf seiner Webseite seine weiteren Pläne an. In der Schwabenmetropole steht die Initiative, die hier ausschließlich von Ehrenamtlichen vorangetrieben wird, derzeit aber noch am Anfang. Im Juli gab es zwei Auftakttreffen, Teams wurden gebildet, eine eigne Webseite soll bald erstellt werden. Ein konkretes Ziel ist noch nicht spruchreif, nur: mehr Bäume in Stuttgart.
In Berlin führte der erfolgreiche "Volksentscheid Baum", nachdem rund 33.000 Unterschriften gesammelt worden waren, im November 2025 zum Klimaanpassungsgesetz. Diese Anpassung an immer heißere Temperaturen wird zwingend notwendig: Das Robert-Koch-Institut schätzt die Zahl der Hitzetoten in Deutschland bis Mitte August auf über 15.000, die meisten davon waren über 65 Jahre alt. Die Menschen sterben in erhitzen Wohnungen oder nicht-klimatisierten Pflege- und Krankenhäusern. Vor dem Hintergrund, dass der Klimawandel wissenschaftlich längst bekannt ist, hat die Bundespolitik reichlich spät gehandelt: Erst 2024 erließ die Ampel ein Klimaanpassungsgesetz, das Bund, Länder und Kommunen verpflichtet, Konzepte und Maßnahmen auszuarbeiten. Nur: Die Umsetzung kostet Geld. Gerade Städte und Gemeinden, deren Gewerbesteuereinnahmen zurückgehen, stellt das vor Probleme. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) wollte jüngst den Hitzeschutz zur "Gemeinschaftsaufgabe" des Staates erklären und im Grundgesetz festschreiben, damit der Bund die Kommunen einfacher finanziell unterstützen kann. Doch nach der Sommerpause landete sein Plan, der auf Widerstand in der CDU stieß, wieder in der Schublade.




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