Ausgabe 194
Politik

Der Klügere gibt nach

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 17.12.2014
Uli Sckerl beugt sich schließlich doch dem Druck. Der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer der Grünen wirft als Obman des NSU-Untersuchungssauschusses hin. Seitdem die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 ermordet wurde, hatte er die NSU-Aufklärung hartnäckig verlangt. Die Opposition jubelt, aber auch die eigenen Reihen dürften nicht unzufrieden sein.

Uli Sckerl, der einflussreiche parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, scheidet jetzt doch aus seinem Amt als Obmann im neuen NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags. Seit Mitte Oktober stand der 63-Jährige unter Druck, nachdem er sich in Widersprüche zum Umgang mit einem heiklen Gutachten verwickelt hatte. Jetzt erklärte er, das Gremium und die "immens wichtige Aufklärungsarbeit auf keinen Fall gefährden zu wollen".

Die Opposition aus CDU und FDP wollte den Realo unbedingt zu Fall bringen. Was nicht zuletzt gelang, weil die Spitzengrünen rund um ihn herum unsortiert und bar jeder Strategie waren, wie sie angemessen auf die Vorwürfe reagieren sollten und vor allem auf die Indiskretionen aus den eigenen Reihen. Der Ministerpräsident mochte sich nicht vor den langjährigen politischen Weggefährten stellen, sondern sprach vielmehr von "autochthonen Fragen" des Parlaments und der Fraktion.

Deren Chefin Edith Sitzmann musste auf einer Pressekonferenz einräumen, entscheidende Mails erst verspätet zur Kenntnis genommen zu haben. Richtig sauer war die SPD. Nik Sakellariou, ihr Obmann im Ausschuss, der sich im Zusammenhang mit der Rechtsexpertise der Landtagsverwaltung persönlich vorsätzlich durch Grüne getäuscht und belogen sah, übte öffentlich scharfe Kritik, hielt sich erst in den vergangenen Tagen "um des lieben Friedens willen" zurück. Ebenso wie der Ausschussvorsitzende Wolfgang Drexler, der auch schon versucht hatte, Sckerl zum freiwilligen Rückzug zu bewegen. Drexler hofft jetzt auf ein Klima der interfraktionellen Zusammenarbeit, analog zu den NSU-Gremien im Bundestag und im Erfurter Landtag.

Schmerzliche Entscheidung

"Es geht nicht um mich", hatte der Grüne mehrfach wiederholt und gehofft, dass die Botschaft ankommt. Allerdings war sie nur ein Teil der Wahrheit. Denn natürlich ging es in der wochenlangen Hängepartie nicht allein um die Sache, sondern gar nicht zuletzt um ihn, Edith Sitzmanns einflussreichen Stellvertreter, den parlamentarischen Geschäftsführer mit der jahrzehntelangen kommunalpolitischen Erfahrung, den nach dem Ministerpräsidenten Ältesten in einer Fraktion, in der viele seine Kinder sein könnten. Und es ging um seine Rolle in der NSU-Aufklärung, die er als einer der wenigen im Parlament seit der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn hartnäckig verlangt hat. Er habe sich intensiv mit dem Nationalsozialistischen Untergrund beschäftigt, sagte er im Kontext-Gespräch nach seinem Rückzug, "und mit der Architektur der Sicherheitsbehörden". Natürlich werde er sein Wissen zur Verfügung stellen. Es sei auch eine schmerzliche Entscheidung gewesen, auf die Mitarbeit zu verzichten.

Er spricht von "harten acht Wochen" und von "reiflicher Überlegung". Am Ende reagierte die Fraktion mit anhaltenden Applaus auf seine Mitteilung. Sitzmann fand warme Worte. Zu den Akten kann jetzt gelegt werden, dass der Weinheimer in dem, was CDU und FDP "Gutachten-Affäre" nennen, die Finger im Spiel hatte und dass manche seiner Darstellungen nicht zusammenpassten: Einmal will er vor allem ein eher passiver Adressat von Kollegen-Mails gewesen sein, dann wieder beschreibt er seine Aufgabe als beratend und unterstützend. "Es gab vonseiten von Willi Halder Aufklärungsbedarf", wird er Anfang November im "Rheinneckarblog" zur Zusammenarbeit mit dem Enquêtevorsitzenden zitiert, "der hatte Rechtsfragen, weil er kein Jurist ist". Sckerl, der sich gerne als "PGF" bezeichnet, ist aber auch keiner: Er war Geschäftsführer einer Heidelberger Kanzlei, das einschlägige Studium blieb unvollendet.

Gerade im Alltag, wenn es um ganz unspektakuläre Regularien geht, maile kaum einer so eifrig wie er, heißt es in der Fraktion. Frühmorgens oder spätabends, an Wochenenden ohnehin und häufig in der Tonlage eines Pfadfinderführers, der seine Wölflinge motivieren muss. "Das Ziel rückt unaufhaltsam näher", schrieb er vergangene Woche während der Haushaltsberatungen, "heute liegen die letzten rund sieben Stunden vor uns. Dann ist es geschafft." Und er klärte die Abgeordnetenkollegen über ihre Präsenzpflicht bei Abstimmungen auf, als wäre die im vierten Jahr der Legislaturperiode nicht längst Allgemeingut selbst unter den Neulingen. "Der Uli orchestriert gern Kampagnen", meint eine Abgeordnete, die ihn lange kennt, mit einem Augenzwinkern, weil diese Formulierung aus dem PR-Jargon so viel heißt wie: Er bläst zu oft Selbstverständliches mächtig auf.

Aber längst nicht nur. In Sachen Gutachten hat er die Sprachregelung vorgegeben und hätte doch besser empfohlen, einfach alles offenzulegen. Die Aufregung hätte schnell ausgetreten werden können: Eine Enquêtekommission ist kein Untersuchungsausschuss. Ihr Vorsitzender hat deutlich größere informelle Spielräume. Stattdessen Heimlichtuereien und Halbwahrheiten, die Messlatte, die Grüne gern an andere anlegen, wird unterlaufen. Sitzmann lässt Halder umgehend fallen, und plötzlich steht der PGF in der Kritik. "Im Nachhinein hätte manches klüger laufen können", sagt er inzwischen.

Problematische Selbsteinschätzung

In den letzten beiden Oktoberwochen wurden weitere Mails öffentlich. Nach Halders Abgang verheddert sich der Tübinger Daniel Lede Abal in einer Lügengeschichte. Sckerl rät weder zur Offensive noch zur Transparenz – und besinnt sich auch nicht auf die Maßstäbe, die er selbst anlegt. "Wer so um die Löschung seiner dienstlichen Mails kämpft", äußerte er sich kürzlich zum Streit mit Stefan Mappus, "der muss sich die Frage gefallen lassen, was er zu verbergen hat." Die Frage, warum die Grünen nicht mit ihren Mails zur Gutachten-Affäre herausrücken, um allen Verdächtigungen den Boden zu entziehen, beantwortet er dagegen mit ganz großer Geste: "Die fraktionsinterne Kommunikation unterliegt einer verfassungsrechtlichen Geschütztheit."

Er hat sich viele Meriten verdient – und mit der Selbsteinschätzung doch so manche Probleme. Auf der Homepage stapelt er tief: "Sind Sie mir nicht allzu böse! Ich rede nicht so gern über mich. Nicht, weil es nichts zu erzählen gäbe, nee, das nicht. Ich bin aber allen Ernstes zur Bescheidenheit erzogen worden, finde das sehr gut so und nehme mich daher nicht so wichtig." 2003, als er Landeschef im Südwesten werden will, listet er in der Bewerbungsrede auf dem Parteitag ohne jede Leichtigkeit und den Schwung, den ein Herausforderer braucht, vor allem kommunalpolitische Ämter und Erfolge auf. Die Niederlage gegen Amtsinhaber Andreas Braun fällt deutlich aus.

Drei Jahre später zieht der emsige Schaffer, der sich auf unzähligen Themenfeldern auskennt, für den Wahlkreis Weinheim mit gut zwölf Prozent in den Landtag ein, ein Ergebnis, das er fünf Jahre später, die SPD überholend, mehr als verdoppeln kann. "Er ist das grüne Gesicht der ganzen Gegend", anerkennt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer aus Heidelberg, er sei sattelfest wie wenig andere, integer und immer einsatzbereit. In den Neunzigerjahren hätten sich viele der Jungen gefragt: "Wann schläft der eigentlich?"

Viel Hektik, keine Rückkopplung

Dieses Engagement, diese Omnipräsenz ist heute fester Bestandteil des Fraktionslebens. "Ohne ihn könnte Edith Sitzmann gar nicht Vorsitzende sein", urteilt ein Abgeordneter. Sckerl wiegelt ab: Da werde Sitzmann aber unterschätzt. Die "Zügel der Abläufe", sagt eine Mitarbeiterin, habe allerdings allein der PGF in der Hand. Und trotz des Maulwurfs maile Sckerl munter weiter, "als wäre nichts geschehen". Dabei habe er im EnBW-Untersuchungsausschuss doch drastisch vor Augen geführt bekommen, "wie wichtig der Verzicht auf schriftliche Botschaften in bestimmten Situationen ist".

Viele seiner Hinweise, Ratschläge und Fahrpläne lesen sich wie rasch hingeworfen, Hektik scheint oft im Spiel zu sein, Rückkoppelung eher selten. Das Festhalten am parlamentarischen Geschäftsführer als Obmann belegte für den "Mannheimer Morgen" schon Anfang November "die personelle Schwäche der Grünen-Fraktion, der erfahrene und gewiefte Abgeordnete fehlen". Unter Druck habe sie zwar eine Wagenburg gebildet, das Durchstechen der E-Mails zeige aber, "dass es massive Unzufriedenheiten und Illoyalitäten gibt".

Während Sckerl hinter den Kulissen gerade auch im Landesverband kritisiert wurde, standen vor allem einige Youngsters in der Fraktion zu ihm. Wer in den vergangenen Tagen herumfragte, ob eine Auswechslung nicht schon deshalb geboten sei, um die sonst als so wichtig beschworene Aufklärung nicht zu erschweren, bekam schon mal pampige Antworten. Die schräge Devise: Die Schwarzen haben das doch immer so gemacht, und "wieso müssen wir immer edel sein und die anderen nicht?". Tatsächlich ärgert die CDU-Fraktion bis heute, dass zwei ihrer Mitglieder im EnBW-Ausschuss den Hut nehmen mussten, nicht zuletzt deshalb, weil Sckerl mit hohem moralischem Anspruch ihren Abgang verlangt hatte: Ex-Umweltminister Ulrich Müller, nachdem er Mappus auf einem Autobahnparkplatz interne Unterlagen zugesteckt hatte, und Volker Schebesta, nur weil er dem Ex-Regierungschef per SMS eine ohnehin offiziell bekannte Uhrzeit bestätigt hatte.

Ein Vorhaben bleibt vom Abgang unbeeinflusst: Sckerl will Kontakt mit den Opferanwälten aufnehmen. Entsprechende Briefe sind geschrieben, und abseits von öffentlichen Debatten über seine Person wird er die Treffen arrangieren. Außerdem darf er für sich in Anspruch nehmen, am Ende doch dem Sprichwort gefolgt zu sein, wonach der Klügere nachgibt. Denn CDU und FDP wetzten weiter die Messer – und auch der mysteriöse Maulwurf hätte jederzeit wieder zuschlagen können ...


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

12 Kommentare verfügbar

  • Christoph N.
    am 03.01.2015
    Wie wahr: Mehr Fragen als Antworten!
    Man könnte anfügen: Warum hatte U.S. beim MP und den anderen "Spitzengrünen" keine Rückendeckung mehr?
    Stört er deren Wahlkampfstrategie, wenn er weiter unangenehme Fragen über die Regierungszeit der CDU zu Recht so lange stellt, wie sie unbeantwortet bleiben?
    Oder hat er ganz einfach mit seiner beschriebenen emailgestützten Fürsorge den inneren Machtzirkel der Grünen schon länger beim Themensetting gestört?
    Mal sehen, wo er nach der Wahl sein wird.
  • Simone L.
    am 22.12.2014
    Der Bericht wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Der Kern der Sache wird in dem ganzen Artikel nicht ein einziges mal erklärt - man erfährt nur von 'Verwicklungen und Widersprüchen zum Umgang mit einem heiklen Gutachten'. Bislang wird leider für Nichteingeweihte nur unvollständig klar, um was es genau geht und was Herrn Sckerl konkret vorgeworfen wird. Das erscheint mir viel wichtiger als die Frage, was Fraktionskollegen über Sckerls persönliche Eigenheiten sagen (dazu noch teilweise in den Neunzigern)

    Leider wird auch überhaupt nicht auf die Rolle eines einzelnen Journalisten der Stuttgarter Nachrichten eingegangen, dessen Berichte und Kommentare zur "Affäre" sich nicht gerade durch übertriebene Sachlichkeit auszeichnen.

    Angesichts des Aufschreis Interessierter zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte von Stefan Mappus, als es um die Löschung dessen E-Mails ging, würde mich auch interessieren, wie der Journalist und CDU-Landtagsabgeordnete an interne Mails der Grünen gekommen ist.

    Die Annahme, es gebe innerhalb der Partei eine Sicherheitslücke, wurde offenbar nicht hinterfragt. Wer soll denn außer Absender und Empfänger Zugang zu Mails zwischen Halder und Sckerl gehabt und diese weitergegeben haben? Ist auszuschließen, dass der Verfassungsschutz oder andere Sicherheitsorgane oder gar Medien sich unerlaubt Zugang zu den Mails verschafft haben?

    Immerhin gilt Sckerl als ausgewiesener Kenner der rechten Materie. Mit seinem Ausscheiden könnten entsprechende Kreise erreicht haben, dass sein Sachverstand nicht zu unliebsamer Aufklärung im Untersuchungsausschuss führt. Ist diese Überlegung angesichts der Enthüllungen in den Untersuchungsausschüssen des Bundes und anderer Länder zum NSU völlig abwegig?

    Und schließlich: Was genau werfen die Opferanwälte Sckerl vor? Wer sind sie? Welchen - eventuell auch politischen - Hintergrund haben sie?
    Viele Fragen, auf die man gerne eine Antwort hätte.
  • Ulrich Frank
    am 20.12.2014
    @Umländer, 19.12.2014 17:04h. - Die Neuen Grünen, die politische Kindergartenvereinigung, ist damit, nach Verbummeln aus welchen Gründen auch immer (da mögen durchaus auch nicht nur hehre dabeigewesen sein), und merkwürdigen Ausreden, auf dem Boden der Realität angekommen. Mit der Brutalität der Partei der Wahrung der christlichen Werte, der CDU, haben sie wieder nicht gerechnet (s.z.B. auch Frau Razavis Angriffe) - jedes reale oder behauptete Vergehen des politischen Gegners wird von dieser Seite, das sollte bekannt sein, hemmungslos verfolgt. Allerdings darf schon einmal angesprochen werden was bei dieser christlichen Partei alles als nur kavalierhafte Verirrung, stets mit guter Absicht fürs Land, durchgeht - Bruch der Verfassung etc. etc.

    Gleich was Sie, Umländer, hier allerdings sehr polemisch auf den Punkt bringen, ein weiterer Untersuchungsausschuß steht noch aus. Daß die involvierte Polizeileitstelle schon sehr früh ein Photo des schwer verletzten Dietrich Wagner zur Verfügung hatte, es dort, wie berichtet wird, auch an einer Wand aufgehängt wurde aber für eine "Fälschung" gehalten wurde, das wird wohl auch noch Thema sein. Weshalb man eine angebliche "Fälschung" an die Wand hängt und mit großer Selbstverständlichkeit den Demonstranten nicht nur Gewalttätigkeit (Pflastersteine), sondern auch eine rechtzeitig instrumentierte Täuschungsabsicht unterstellte, das kann man bei der Gelegenheit diskutieren.

    Nun hat man Herrn Sckerl weg, welcher, fern davon der "Lieblingsgrüne der S21-Gegner" zu sein, immerhin mit einem gewissen Antrieb und der allerdings angebrachten Akribie - "ein bißchen Aktenstudium" gibt es genausowenig wie "ein bißchen schwanger" - Untersuchungen vorantrieb. Man muß leider auch davon ausgehen daß dies einem Herrn Kretschmann, von Gnaden des Käses, recht ist, der mit der Vergangenheit - und dem, was er damals gesagt hatte, eh nicht mehr konfrontiert werden will.

    Der Kindergarten der Grünen setzt sich leider auch darüber hinaus fort. Seit neuestem verkündet der Ministerpräsident, Frau Merkel nachlaufend, die Herausforderung der "Digitalisierung" (und Industrie 2.0). Ein verlockendes Wort, "Digitalisierung", welches wohl vor allem auch dazu gedacht ist den Wählernachwuchs zu ködern - alles wird so smart sein wie ein Smartphone. Eine unbedingt notwendige breite Diskussion was sich im Gefolge dieser "Digitalisierung" ohne weiteres voraussehen läßt ist in der Kindergartenpartei "Neue Grüne" nicht auszumachen - und auch sonstwo nicht. Kaufen vollelektronische kybernetische Produktionsstätten auch ihre eigenen Produkte? Spucken sie Mietgutscheine aus? Digitalisierung ist auch Rationalisierung (und Kontrolle) - wer sind die Verlierer? Wie sieht es mit dem ökologischen Fußabdruck der Digitalisierung aus wenn die Welt (Autos etc.) mit notwendiger hardware ausgerüstet werden deren Bestandteile in anderen Kontinenten auf die bekannte katastrophale und ressourcenverschlingende Weise abgebaut werden? Und der Verkehr noch steigt weil man dann ja auch im unzurechnungsfähigen Zustand sich ins Fahrzeug setzen kann?

    Diskussion und Abwägung findet nicht statt. Man hat ja ein paar Windräder, als Zeichen. Und schöne Wörter. Laßt uns Politik spielen.
  • Umländer
    am 19.12.2014
    @Alfred
    Klar wurde das von Lösch und Schorlau, wie von mir polemisch auf den Punkt gebracht, nicht wörtlich gesagt, so blöd sind die auch nicht. In Summe war es aber genau das, was sie gezielt suggeriert haben.
  • Alfred
    am 19.12.2014
    @ Umländer :

    Im Protokoll des U-Ausschusse bei der Aussage des Herrn Lösch ist
    kein Hinweis auf wie Sie schreiben "von oben (Mappus) beauftragten Mord..."
    wohl aber - zu recht - dass Wasserwerferstrahlen auf Menschen tödliche Verletzungen zur Folge haben könnten...

    Sie sollten Ihre Anschuldigungen an Herrn Lösch und Schorlau
    belegen können.

    Es war in der Tats so, dass allerschwerste Verletzungen vor Ort
    zu befürchten waren und es gingen ja auch entsprechende Hilferufe bei der 110 ein.

    Allerdings ohne erkennbare Konsequenzen.

    Bevor ich den Park am 30.09. verlassen habe - als die Gitterlinie schon lange gestellt war und eine 2te Polizeikette dahinterstand -
    musste ich zusehen wie Menschen die lediglich das Gitter anfassten von der Polizei mehrfach mit Schlagstöcken auf die Hände geprügelt wurde.

    Das war rohe unangebrachte und unangemessene Gewalt
    Skerl hat den unangemessenen Einsatz hinterfragt das hätten eigentlich alle gewählten Parlamentarier so müssen.
  • Alfred
    am 19.12.2014
    @ Umländer

    "Lügen haben kurze Beine"
    Da haben Sie natürlich recht. Deshalb können Sie ja sicher belegen wo "Mordversuch im Auftrag von Mappus" steht.

    Bei den Aussagn von Schorlau aus dem ersten U-Ausschuss konnte ich keinen Satz dazu lesen noch nicht mal ansatzweise.

    Allerdings sehr zutreffend die sichtbaren Provokationen der zivilen Einsatzkräften, die viele auch ich bestaetigen können.
  • Umländer
    am 18.12.2014
    Der Klügere gibt nach?? Netter Witz, treffender wäre ein Titel "Lügen haben kurze Beine".

    Es ist schon ein einmaliger Vorgang das Herr Sckerl von den Stuttgarter Nachrichten schon vor einiger Zeit als Lügner entlarvt und öffentlich so bezeichnet werden konnte.

    Peinlich dass Kontext diesen Saubermann und Lieblingsgrünen der S21 Gegner aufs moralisch überhöhte Podium zur Schauveranstaltung gegen die Richterin im Wasserwerferprozeß geladen hat. Nach dem was nun bekannt ist, darf man unterstellen dass Herr Sckerl die gleiche Gangart in den Untersuchungsausschüssen zum 30.9. gepflegt hat.

    Man erinnere sich nur an seine suggestive (abgesprochene??) Befragung der Zeugen Lösch und Schorlau, die natürlich von oben (Mappus) beauftrage Mordversuche per Wasserwerferstrahl gesehen haben wollten.

    Der Fall Sckerl ist nicht isoliert zu betrachten, er beleuchtet wie die GRÜNEN ihre politischen Geschäfte machen. Irgendwie kommt einem das alles sehr bekannt vor.
  • Aufmerksamer Leser
    am 17.12.2014
    In der Tat klärt dieser Artikel - wie vom Kommentator "Schwabe" richtig bemängelt - kaum über die Hintergründe von Sckerls Rücktritt auf. Im Gegensatz zu anderen Medien, die im Artikel zitiert werden, erwähnt Kontext die Zeitung, aufgrund deren Recherchen die Affäre überhaupt publik wurde, nicht einmal. Es darf vermutet werden, dass dies auf gepflegte Feindschaften und Konkurrenzverhältnisse zurückzuführen ist, denn es handelt sich dabei um die Stuttgarter Nachrichten:
    Siehe u.a.:
    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.gutachtenaffaere-um-sckerl-gruene-maerchenstunde.8e579ff6-09e6-4c10-bfd1-979f6845808c.html

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nsu-untersuchungsausschuss-opferanwaelte-fordern-sckerls-rueckzug.da472f59-3ea4-48b8-9c2c-ce7e0fbd0126.html
  • Apium carvi
    am 17.12.2014
    Warum empört sich niemand über das Mißverhältnis von Absicht und Vorwurf?? Sckerl bemüht sich ernsthaft um Aufklärung der NSU- Morde (dazu war wohl ein Gutachten notwendig, mangels vorheriger behördlicher Bereitschaft Aussagen zu ermöglichen)-dafür knebelt man ihn jetzt mit Formfehlern, die nur vom eigentlichen Skandal ablenken. Hatten wir das nicht schon mehrfach in ähnlichem Zusammenhang?
    Sehr komplexer Artikel. Weder Kontext noch die heimischen Südwestblätter weisen einen Skandal nach. Warum also muss Herr Sckerl abtreten? Leider macht sich auch keiner die Mühe das Gegenteil darzustellen. Interessant ist Frau Henkel- Waidhofers Einblick in die innerparteilichen Verstrickungen. Da scheinen manche Grüne sich gar nicht Grün zu sein. Bezeichnend mal wieder MP Kretschmann. Wäre Uli Sckerl ein Autobauer, der um seine Zahlen ringt, hätte er ihm sicher mehr Verständnis entgegengebracht und sofortige Unterstützung zugesagt. Welche Interessen verfolgen SPD und Opposition? Fürchten Sie sich vor Herrn Sckerl, weil er schon in anderen Ausschüssen unnachgiebig nach dem Licht suchte?
  • Ks
    am 17.12.2014
    So ging es mir auch.
  • Tillupp
    am 17.12.2014
    PGF hätte man wenigsten ein Mal im Text erklären können. Bis auf weiteres habe ich es als "Parlamentarischer Geschäftsführer" gelesen, oder heißt es etwa Parteimitglied der Grünen Fraktion oder doch noch was anderes?
  • Schwabe
    am 17.12.2014
    Der Artikel enthält für mich keine oder zu wenig Informationen warum Sckerl abgetreten ist - ich tappe im dunkeln.
    Ich hab etwas über Parteikollegen erfahren, über seinen Werdegang (abgebrochenes Studium etc.)und das CDUler ihn weg haben wollten (was in dem sachbefreiten Politiker-KiKindergarten nicht weiter verwundert).
    Schade das ich dem Artikel verschiedenes nicht eindeutig entnehmen kann.

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!