Auf www.windwahn.de findet man viele Argumente gegen Windenergie. Screenshot

Ausgabe 246
Medien

O heiliger Sankt Florian

Von Jürgen Lessat
Datum: 16.12.2015
Der Kontext-Bericht über Windkraftverschwörer entfachte einen Sturm der Entrüstung. Die Wut der Windstromgegner speist sich vor allem aus egoistischen Motiven, sagen Soziologen. Etwa aus der Angst vorm Wertverlust des Eigenheims. Der heilige Sankt Florian lässt grüßen.

Das hatte Shitstorm-Qualität: Hochpeinlich, keine Ahnung, Klappe halten und mehr – nicht alles, was auf "Hansi Müller und die Windkraftverschwörer" aus Kontext 245 im Kommentar-Postfach landete, kann noch als Belehrung durchgehen. Manches ist schlichtweg beleidigend. Doch nicht alle Leser, die sich online zu Wort meldeten, korrigierten den Autor oder verschmähten den Text. Im wutschnaubenden Konvolut sahen sie gerade das bestätigt, was der Beitrag beschreibt.

"Mein Dank an die Redaktion, die diese Kommentare zulässt und so eine gute Übersicht über die geistige Verfassung einiger Windkraftgegner bietet. Wie kommt es, dass so viele von ihnen nicht merken, dass sie sich von Gefühlen statt von Sachargumenten antreiben lassen?", schreibt ein Leser.

"Hat denn diesen Artikel auch jemand gelesen? Das Thema ist einzig die irrationale und vielfach auch militante Reaktion von Windkraftgegnern", fragt ein anderer. "Die Reaktionen, welche dieser Artikel, scheinbar ungelesen, auslöst, sind ja die direkte Fortsetzung der im Artikel aufgeführten Entgleisungen. Was dann als Gegenargumente auf hier ja nur vermutete Argumente vorgebracht wird, hinterlässt Kopfschütteln und Ratlosigkeit über unsere scheinbar aufgeklärte Gesellschaft", resümiert er.

Wer beleidigt und beschimpft hat Profil

Beide Kommentatoren treffen den Nagel auf dem Kopf. Denn Beleidigen und Beschimpfen gehört zum Profilierungsmuster von Protestierenden, so die Erkenntnis von Soziologen. "Durch die Diskreditierungsstrategie versuchen Protestierende, die Sprecher der Gegenseite zu kompromittieren, um ihre Glaubwürdigkeit zu schwächen", beschreibt Julia Zilles, wie sich windkraftkritische Wutbürger üblicherweise Gehör verschaffen. Zilles arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Göttinger Institut für Demokratieforschung im Forschungsprojekt "Bürgerproteste in Zeiten der Energiewende".

Zusammen mit dem Heidelberger Politikwissenschaftler Wolf J. Schünemann hat Zilles fünf Muster identifiziert, um "als Gegner stattzufinden". Ein weiteres ist die "Plan-B-Strategie". Mit ihr sollen Protestierende nicht als reine Neinsager und Verhinderer wahrgenommen werden, sondern als konstruktiv mitwirkende Akteure. Für Stromtrassengegner sei etwa die dezentrale Energiegewinnung durch Wind- und Solarkraft vor Ort oder aber Erdverkabelung eine machbare Alternative. Auch die meisten Windkraftgegner stellten die Energiewende nicht grundsätzlich in Frage. Ihr Widerstand wende sich mangels Alternativen eher gegen Ausmaß oder "bestimmte konfliktträchtige Standorte". 

Typischerweise nutzen Protestierer auch die "Populistische Anti-Establishment-Strategie". Nach dem Motto "Wir sind keine Politiker!" betonten sie ihre Distanz zum Politikbetrieb und präsentieren sich damit als die eigentlichen und vor allem unabhängigen Experten. Durch faktenreiche Argumentation vermittelten sie den Eindruck, dass sie das Problem in seiner Gänze durchschaut und erfasst hätten. "Besonders deutlich wurde diese Strategie etwa in der sogenannten Schlichtung bei 'Stuttgart 21': Hier gelang es den Gegnern, sich als die eigentlichen Experten zu profilieren", unterstreicht Zilles.

Häufig betonen Aktivisten auch die "Stellvertreterfunktion". Mit ihrem Engagement füllten Windkraftgegner ein Verantwortungsvakuum aus, welches die Politik in ihren Augen hinterlässt. Was sie von ihr erwarten, nehmen sie selbst in die Hand – und machen es selbstredend sogar noch besser, als Politiker, Beamte und Manager es könnten. Darunter fallen etwa die "wahrheitsgetreue Aufklärung der Bevölkerung" oder auch die Beratung von Politikern bei Entscheidungen, nennt Zilles Beispiele. Die Windkraftgegner übernähmen aus eigener Sicht auch Verantwortung für ihre "Heimat". Ihr Protest werde zum Korrektiv für eine als mangelhaft empfundene Politik, in der Bürgerbeteiligung bislang zu kurz kam, so die wissenschaftliche Analyse.

Ganz oben steht der Wertverlust von Grund und Boden

"Die Argumente der Windkraftgegner sind meist sehr ähnlich", sagt Piet Sellke, Risikosoziologe an der Universität Stuttgart. Und sie werden fast immer gespeist aus der gleichen Reihenfolge von Befürchtungen. Ganz oben steht die Angst vorm Wertverlust von Grund und Boden. "Dies treibt viele Eigenheimbesitzer vor allem in ländlichen Gebieten um", so Sellke. Wenn dort in Sichtweite eine Windturbine errichtet wird, dann verschlechtert dies die Lebensbedingung für Betroffene nachvollziehbar, gesteht der Wissenschaftler zu. Hansi Müller lässt grüßen.

Windkraftpläne müssten jedoch, wie alle anderen Infrastrukturvorhaben auch, immer abgewogen werden zwischen Interessen des Einzelnen und denen der Gesellschaft. Der Werterhalt von persönlichem Eigentum gilt als typisches Partikularinteresse. "Der Öffentlichkeit ist dieses Interesse aber nur schwer vermittelbar. Deshalb steht die vermeintliche Infraschall-Gefahr durch Windkraft weit mehr im öffentlichen Fokus", erläutert Sellke. Als potentielle Bedrohungen werden auch hörbarer Lärm, lästiger Schattenwurf und nächtliche Flugsicherungsbeleuchtung dargestellt.

Im Argumente-Ranking ebenfalls ganz oben: Windkraft bedroht die Natur, die auffälligerweise häufig gerade am geplanten Standort besonders intakt und schützenswert ist. Rotmilane, Auerhühner oder Fledermäuse landen auf dem Präsentierteller der Ausschlusskriterien. Während andere Gefahrenquellen für die Tier- und Pflanzenwelt, etwa der dramatische Flächenfraß durch Siedlungsgebiete und Verkehrswege, unberücksichtigt bleiben.

Im Süden der Republik weht einfach zu wenig Wind

Immer Infrage gestellt wird auch der wirtschaftliche Nutzen. Windenergie rechnet sich nur durch die hohen EEG-Subventionen, monieren die Gegner. Freilich ohne die deutlich höheren Subventionen der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas oder für Atomkraft zu erwähnen. Im Süden der Republik weht aus Sicht der Gegner auch stets viel zu wenig Wind, um Windstrom wirtschaftlich zu produzieren. Um die These zu untermauern, geben Bürgerinitiativen sogar eigene Ertragsgutachten in Auftrag. Wenn süddeutsche Windparks dann doch Gewinne abwerfen, dann wird dies schnell als "Bereicherung Einzelner auf Kosten der Allgemeinheit" gebrandmarkt.

Nach der historischen Einigung auf einen neuen Weltklimavertrag scheinen es die Windkraftgegner schwerer zu haben. Das Ziel von Paris, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu beschränken, verlangt nach dem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien, und damit auch der Windkraft hierzulande. "Es gibt sicher Gründe, Anlagen an bestimmten Standorten abzulehnen", betont Sellke. Doch ganze Regionen vom Zubau auszunehmen, wie es einzelne Initiativen in Süddeutschland fordern, provozierten neue Proteste. "Ich habe andernorts dann die gleichen Protestplakate, diesmal gegen Windstromtrassen aus dem Norden", erwähnt Sellke. Und: "Eine Betroffenheitspolitik, die Windkraftpläne immer dann schnell beerdigt, sobald das Protestgeschrei ertönt, ist nicht die Lösung", mahnt der Risikosoziologe auch die Entscheider.

Die Politik habe aus den Protesten gegen Stuttgart 21 gelernt. Die Bürger würden auch zum Windenergieausbau um ihre Meinung gebeten. "Der Beteiligungsprozess muss jedoch möglichst früh einsetzen und alle Entscheidungen transparent sein", so Sellke. Ein Runder Tisch unter Moderation eines unabhängigen Mediators verspreche am ehesten, dass die Diskussion sachlich und ergebnisoffen geführt werde.


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19 Kommentare verfügbar

  • Bergseitiger
    am 22.12.2015
    vino darf hier pöbeln, denn zu einem Narren gehört eben auch die Narrenfreiheit.
  • Rolf Steiner
    am 18.12.2015
    Auch der großmäulige US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wollte sich den Ausblick von seinem Golfplatz in Schottland nicht von ein paar Windrädern verschandeln lassen - und musste feststellen, dass nicht alles nach seinem Willen geht, denn das Gerichtsurteil fiel völlig anders aus, als es sich dieser Großmogul vorstellte. Prominenz schützt nicht vor der eigenen Dummheit.
  • Maude C.
    am 18.12.2015
    @Petzi
    Wer umweltbewusst denkt, könnte Windkraft akzeptieren.
    Aber: Die Kritiker sind nicht alle nur Schreihälse! Einige haben richtig was auf der Pfanne, kennen sich mit den physikalischen Hintergründen richtig gut aus und zeigen ganz klar die Schwachpunkte der aktuellen Energiewende auf. Da gibt es harte Fakten. Und die haben nichts mit Verspargelung zu tun! Lösungsansätze gäbe es, aber die sind verbunden mit - Geld! Oder mit Verzicht auf Geld, oder noch schlimmer: mit Verzicht auf Geld und Komfort. Googeln Sie! Machen Sie sich sachkundig - ohne Vorurteile! Blenden Sie Polemik aus, alles ist erlaubt, denken Sie z.B. europäisch! Und dann schreiben Sie, ob Ihnen die Lösung gefällt! Berücksichtigen Sie bitte, dass jede Googlesuche (ich behaupte jetzt mal so einfach, dass das auch für Wikipedia oder bing gilt) wohl etwa 1000 Joule benötigt!
    Übrigens: Nein, ich bin keine Kernenergiebefürworterin, GAUs und Castoren verursachen auch in meinem Magen ein flaues Gefühl!

    Gruß Maude
  • Ernst Hallmackeneder
    am 17.12.2015
    Mann, hier werden lange und breite Diskussionen über Windräder geführt, dabei ist Energieeinsparung doch viel einfacher und jeder kann in seinem persönlichen Bereich sehr viel dafür tun!
    Ich benutze daher meinen 700-PS-SUV nur für ganz kurze Strecken, so täglich die 200 m bis zum Zigarettenautomaten und die 500 m zur Kirche zur Heiligen Messe. Einmal die Woche fahre ich ins Remstal zum Ökometzger meines Vertrauens um meinen Fleischbedarf (20 Kg/Woche) einzukaufen. Da bin ich in 20 Minuten draußen, drücke heftig auf die Tube, um die Umwelt möglichst nur kurzzeitig zu belasten.
    In diesem brütend heißen Sommer habe ich mich dann mindestens 10 Stunden am Tag in meinen SUV gesetzt und die Klimaanlage eingeschaltet, was war das für eine Wohltat! Da der Wagen nicht gefahren wurde, brauchte er keinen Sprit (und ich vermied den energiefressenden Parkplatzsuchverkehr), ökogünstiger als meine 200qm-Wohnung mittels Klimaanlage zu kühlen. Im Winter mache ich es umgekehrt, brauche mindestens mollige 26 Grad. Sie sehen, Autos können äußerst umweltfreundlich verwendet werden.
    Mein Hemd, Hose, Unterhose, Socken, Nachthemd und Zipfelmütze wasche ich nur einmal im Jahr, wobei ich dann allerdings etwas mehr als einen Tag immobil bin und bis zur Trocknung der Wäsche nicht aus dem Haus kann (schließlich bin ich keiner dieser unkeuschen grün-roten Flitzer, dieser Nackend-Rumrenner).
    Redlichst, Ihr Ernst Hallmackeneder
  • Rolf Steiner
    am 17.12.2015
    "Die Dummheit der Windkraft-Gegner feiert ständig fröhliche Urständ'." - eine ins Mark der kampfwütiigen Heimathirsche treffende Aussage. Für Spießbürger gilt der eigene Vorgarten schon als unantastbar und gleich danach die "schöne, unverbaute Aussicht" - möglichst direkt bis an die Adria.

    Von der Erderwärmung, die eine Milliarde Menschen bedroht, wollen diese Traumtänzer nichts wissen, bis dann die Klimaflüchtlinge die Zahl der jetztigen Kriegsflüchtlinge ums Tausenfache übersteigt.
  • Kornelia
    am 17.12.2015
    Liebster @Invino.....könnten Sie nicht Ihre sehr fundierten und einen hohen Bildungshorizont signalisierenden Kommentare singen? (Früher waren Minnesänger sehr angesehen...) So würden Sie die Fan-Schar bestimmt sehr erhöhen....

    Frau Kebekus geht so auch sehr charmant mit ihren sparing"Partnern" um und erntet sehr, sehr viele "likes"
    "Wie blöd du bist" https://www.youtube.com/watch?v=Zk227q94AgM
    Und dazu gewann sie auch ein riesiges mediales Echo!

    Bütte!! Machen Sie das auch! Ja...bütte....
  • Kornelia
    am 17.12.2015
    Ach @Invino: mit Ihren sogenannten statements meine Welt wieder in Ordnung: ich liebe Sie! Nur Sie schaffen es, mich bildungstechnisch vorwärts zu bringen, mich geistig zu befruchten..... Ich brauchs gar nicht zu lesen, schon der Anblick erhellt meinen Tag!
    "och und ach" kann ich da nur seufzen.... "ja, ja... mehr"!
  • hessekopp
    am 17.12.2015
    Danke Kornelia, danke Waldfee, danke Maude für Ihre mutigen, ermutigenden, klugen, einfühlsamen Beiträge.

    Es ist wahrlich angebracht das Unwort 'Wutbürger' durch das schönere, ehrlichere 'Vernunftbürger' zu ersetzen, oder auch durch 'Gewissensbürger'.
    Viel wäre gewonnen wenn Menschen ihr Gewissen wieder hören, ihrer Vernunft wieder vertrauen lernten.

    Bei diesem Reizthema wurde überdeutlich, daß nicht alle die Kontext lesen auch Kontexte verstehen (wollen).
  • Petzi
    am 17.12.2015
    Ich finde die Vermischung von Stuttgart 21-Kritikern mit den Windkraft-Gegnern auch unglücklich, wie von Mjo bereits oben ausführlich dargelegt.

    Wer wirklich umweltbewusst denkt, muss Windkraft als ungefährliche Alternative zur Atomkraft einfach akzeptieren. Die angebliche "Verspargelung der Landschaft" muss man als bittere Pille dann eben schlucken.

    Ich habe immer Tschernobyl und Fukushima vor Augen, wo riesige Landstriche ohne tödliche Krankheitsfolgen nicht mehr bewohnbar sind
  • invinoveritas
    am 16.12.2015
    @ kornelia


    Verehrteste, diese elaborierten Texte, mit denen Sie uns immer wieder beschenken, sind ein Wahnsinn! Diese sprudelnden, von keinerlei kleinbürgerlicher Pedanterie gebremsten Einfälle, dieser imponierende Bildungshorizont, diese Großzügigkeit, mit der Ihre luziden Kommentare unentgeltlich Tatsachen enthüllen, die uns die Mächtigen zu verbergen trachten, diese bedingungslose Leidenschaft für Orthographie und Interpunktion!

    Ich sach mal: Das alles macht Ihnen hier so schnell keiner nach.

    Gewiss, nicht immer hält man bei der kräftezehrenden Entschlüsselung dieser sprachgewaltigen Assoziationen durch bis zum Ende - als Normalo ist man derart funkelnde Beiträge eben nicht so gewohnt. Und, wenn Sie mir meinen Unverstand nicht verübeln wollten, nicht immer auch bin ich sicher, inhaltliche Preziosen vor mir zu haben.

    Aber das, Verehrteste, sind bedenkenträgerische Einwände, von denen Sie sich keinesfalls irritieren lassen sollten.

    Im Großen und Ganzen schätzen wir uns unheimlich glücklich.

    Schließlich könnten Sie Ihre Essays ja auch ganz woanders erscheinen lassen. Und dann wären wir die Gekniffenen.
  • Kornelia
    am 16.12.2015
    Zur Windenergie!
    Mich ärgert maßlos, dass die letzten 30 Jahren massiv geschlafen, wichtige BurgerImpulse verachtet und eher rechts-konservativ an Altem festgehalten wurde
    (da fruchtete das "o heiliger Florian" Prinzip der Herrschenden, die von Öl und Atom sich ein super kuscheliges ReichtumsNest gebastelt haben)

    Kohl setzte Rüttgers als Zukunftsminister ein und der hätte dringend die Weichen stellen müssen!

    Jetzt ist "das Kind in den Brunnen gefallen" und "plötzlich" merken auch die letzten (allerdings wohlstandsverwöhnt mit viel Geld gepämpert) sie müssen "nachhaltig sein" (s. Ingenhoven Hohlsprech)......
    Das führt zu FürstentumAktionen......

    Es wird gespargelt was das Zeug heißt: auch im Norden kann man sagen: Beton statt Bäume!!!

    (oder schauen wir die gepämperten Biogasanlagen an! gerodet und gesät, damit der supergreene im Warmen sitzt?)

    Es hätte ab der Ölkrise einen Nationalplan Mobilität, Energie, Natur und Umwelt, Wirtschaften, Finanzen, Bildung, Sozial und Gemeinschaften geben müssen:
    Wie wollen wir 2000, wie wollen wir 2020, wie wollen wir 2050 (er)leben!

    Diese Krisen geleiteten Aktionen schaden immer wieder mehr als dass sie zukünftigen Generationen helfen und die Ressourcen schonen!

    Aber sie passen in das kapitalistische marktradikale System21: aus sitzen und abwehren dann aber großklotzig auftreten und aufgebläht Ressourcen verbrauchen! (Gemeinschaftsgeld, Volkseigener Besitz, Sondergesetze, sozial- und fiskalerpresserische Argumente!) (und der der dann nicht vor Ehrfurcht ob dieser Manneskraft erbleicht wird geächtet?)

    Bin ich gegen die Nutzung von Windkraft? Nein!
    Mir fehlt nur Konzept und zukünftige Vision und Einbeziehung ins Ganze! Ich will kleinteilige vor-Ort Versorgung! Ich will die Flächen, die von Mensch zerstört und versiegelt hat, multi-ausnutzen und nicht immer neue Fläche für neue Ideen roden! Ich will so viel wie mögliche unabhängig machende Versorgung!

    Warum ist auf dem Bücherknast weder Café? noch Energie-Fläche, noch Grün-ersatz?
    Warum kann man die Autobahnen nicht mehrfach nutzen?
    Warum planen wir immer mehr in Richtung "Verbrauch" anstatt in Richtung "weniger ist mehr?"

    (S21: da wird der U21Bahnhof permanent beglüht werden müssen, incl Überwachung, incl Klimaanlage, incl Tunnelbestückung)

    Die marktradikale ArbeitsUnkultur "Klimaanlage" schafft es, dass immer mehr Leute im Süden keine Siesta machen sondern durcharbeiten können, müssen....

    Bezüglich "lächerlich machen der Widerständler":
    liebe Leute, der Mensch und seine Umwelt ist erst zu einem Bruchteil erforscht! (Wir scheinen da alle Bräuchles "Krone der Schöpfung" in uns zu haben)
    Zu viele Dinge haben sich im Nachhinein als schadhaft oder doch super erwiesen, die vorher als "total ungefährlich"(z.B. Reihenröntgenuntersuchungen) oder "keinen Effekt/spinnert" (z.B. Akupunktur) fachlich dargestellt wurden!
    Wieso wirkt Homöopathie bei Tieren und Kindern wo sie doch -fachlich bewiesen- nicht wirken darf???

    Der flächendeckende gelbe Sack: Gewinner sind die Manager und die Politiker-Anschlussverwender! Verlierer ist das Meer und die Umwelt! Versprochen wurden uns gigantische Einspareffekte!! (gelogen, wie wir damals schon prognostizierten!)
    (Die aufmüpfige Bevölkerung wollte damals Müll vermeiden!)
    Aber auch hier: Plastik herstellen damit Plastik eingesammelt werden kann: wie doof ist und war das denn?

    Lieber Kontext hört auf mit der un-begründeten Freund/Feind Stigmatisierung! Tragt zur Streitkultur bei und fordert dazu auf! Gebt euch euch selber eine Haltung und ein Rückgrat: ihr seid es Eurer Entstehungsgeschichte geschuldet!
  • Yurok
    am 16.12.2015
    Dieser Satz eines Windverbandes sagt doch alle, dazu brauch es keiner weiteren Diskussion:
    Der wichtigste Hebel zur Sicherung der wirtschaftlichen Interessen unserer Mitglieder ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Das EEG - dieses "Grundgesetz" der Windenergiebranche - ist immer wieder politischen Frontalangriffen ausgesetzt. Der WVW hat seit seiner Gründung im Jahr 1996 mehrmals seinen politischen Einfluss erfolgreich für die Erhaltung des Gesetzes und die Erhöhung der Einspeisevergütung geltend gemacht.
  • Kornelia
    am 16.12.2015
    Seit 5 Jahren verfestigt sich der Begriff "Wutbürger"
    Zuerst einmal wird der Begriff (im Sinne einer neofeudalen Struktur)
    a) hauptsächlich von den Institutionen-Angestellten benutzt! (Journalisten, politische Bildungs-Angestellte, Politiker, sogenannte Wissen-schaftler, etc pp....
    ......hierbei sind dann "Wutbürger"
    b) offensichtlich Leute aus dem Fussvolk (noch nie habe ich den Begriff gegen "Fachexperten" (eigener Horizont/eigene Klasse?) oder höher gestellten Personen erlebt (war Merkel auch in Paris Wutbürgerin?))
    c) dasjenige Fußvolk, das eine andere Meinung hat als die des "gebildeten" Betrachters (das alte Bush Motto: wer nicht für mich ist, ist gegen mich)
    d) Menschen, die vehement, emotional "betroffen", ihre Meinung vertreten.....(also die Doofies, die sich ums Zuhause kümmern, denen der Dorfplatz nicht unter ihrer Würde ist und die die grosse (männliche) internationale/globale Welt erstmal weniger wichtig ist!)
    e) auf keinen Fall Menschen die ne zertifizierte oder ähnliche Bildung haben können(basta) (hier kommt dann das Pegida Phänomen "du blöd also ich gut" zum Tragen)
    (lustig: wir sind die best zertifizierte Generation und scheinen permanent den anderen mangelhafte Bildung vorzuwerfen!)

    Wo ist der Unterschied zwischen Stammtisch und Intellektuellen- Fachdiskursen? (Vorsicht Vorurteil!)
    Stammtisch ist privat, dort wird mal derbe mal weniger derbe "Tacheles" geredet! Die Wortwahl ist "wie einem der Schnabel gewachsen ist"... Je nachdem intolerant oder das Neudeutsche "Fremdenfeindlich" oder Behinderten-fies oder Frauen/Männer verachtend...je nachdem.
    Sie sagen klar heraus "Arschloch"....während der Gebildete das höchstens im Bildungs-Theater zulässt ansonsten bevorzugt er "die anale Vertiefung"!!!
    Gebildeten- treffen haben sich den "Mund mit Seife ausgespült", reden gern in denglisch, lange Sätze, viel Fremd-deutsch und mit dem " man könnte, man sollte, es wäre gut" richtet sich der Apell und das abgehobene Augenmerk an das Fussvolk, denn sie leben "hier" eigentlich nicht, weswegen sie auch nicht emotional betroffen sind.
    Jauchsches/Plasbergsches jahrelanges Gelabere eben...
    gern wird das dann auch noch schriftlich fixiert, damit die Nachwelt etwas vom Gebildeten hat... ( und man selber das in die Anzahl der Veröffentlichungen-liste setzen kann)

    Jahrhunderte Aufklärung und Wissensbildung und der Mensch entwickelt sich zu den Vor-Neanertalern zurück:
    Nicht lang snacken, (heute noch verbal-)Keule drauf: schlagkräftige Argumente haben gesiegt!
    Gerade diese rückwärtsgewandte Art der"Gebildeten" zwingt mich in pro/contra....in gegen/für.....in rechts/links ......in Freund/Feind DiktaturSystem21, welches ich unmenschlich, lebensfeindlich, amoralisch und undemokratisch finde!

    Und: gerade mit den hier-vor-Ort- Erfahrungen müssten "wir" gelernt haben, Vorsicht mit so groben Einteilungsrastern!
  • Maude C.
    am 16.12.2015
    Es wird halt immer wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Beispiele gefällig?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Waldsterben
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/was-wurde-eigentlich-aus-dem-ozonloch-a-1047081.html
    http://www.gruene-bundestag.de/themen/umwelt/mobilfunk-ja-aber_ID_287443.html

    Und heute? Bei Verhinderern Themen wie "Infraschall" oder "Vogelsterben" und bei Jasagern Schlagworte wie "Klimarettung" oder "Tagebau".

    Zu "Wie kommt es, dass so viele von ihnen nicht merken, dass sie sich von Gefühlen statt von Sachargumenten antreiben lassen?" kann man nur wiederholen: es geht überhaupt nicht um Sachargumente! So auch nicht in diesem Artikel...

    - In diesem Artikel von Hr. Lessat werden z.B. Politikwissenschaftler bemüht, die die Ursachen der mangelnden Akzeptanz untersuchen. Sachargumente - leider wieder Fehlanzeige! Statt dessen "Argumente-Ranking".

    - In diesem Artikel wird versucht mit Hilfe von Bildern Kritiker lächerlich zu machen. Ausgleichenderweise Ergänzungen für die Bildergalerie:
    http://www.windkraft-im-spessart.de/typo3temp/_processed_/csm_wind__4__5c9e2cf74b.jpg und http://www.ingenieur.de/var/storage/images/media/ingenieur.de/images/eigenbilder/windenergie-im-wald/2095248-1-ger-DE/Windenergie-im-Wald_image_width_560.jpg

    - In diesem Artikel werden nur die verbalen Entgleisungen der Windkraftgegner erwähnt. hessekopp hat in seinem Kommentar des Vorgängerartikels ja schon angefangen die eloquenten Bezeichnungen mit denen Windkraftbefürworter(!) ihre Mitmenschen betiteln aufzuzählen.

    Das nimmt mittlerweile religiöse Züge an - auf beiden Seiten! Oder ist etwa schon Wahlkampf?

    Übrigens empfehle ich mal zu googeln :

    "Es geht um Erkenntnisgewinn. Ein solcher Gewinn lässt sich nicht allein aus den herkömmlichen Wissenschaften, Empirien und Methodiken schlagen, sondern auch aus Intuition, Assoziationsvermögen, künstlerische Kreativität, auch Poesie. Wissenschaft im Sinne der Naturwissenschaft strebt das Institut nicht an."

    Nichts für ungut, aber wenn man sich auf solche Prämissen beruft, muss man sich - im Zeitalter der Aufklärung - um Sachargumente nicht mehr bemühen!

    Gruß Maude
  • Kornelia
    am 16.12.2015
    Ich habe mir mittlerweile angewöhnt nachzuschauen wer mir so als Fachexperten, als ???! angepriesen wird....

    Mit dem Göttinger Demokratie Forschungsinstitut habe ICH noch ein Hühnchen zu rupfen... Waren es doch sie, die anhand von einigen wenigen Gefragten auf alle geschlossen haben, diese BP Forschung als Wissenschaft bezeichneten und die S21 Bewegung massiv diskreditierten! Bei "denen" bin ich also höchst skeptisch!!
    " Zilles arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Göttinger Institut für Demokratieforschung"
    s.a. https://www.lobbycontrol.de/2013/02/bp-lasst-burgerproteste-untersuchen-was-steckt-dahinter/

    Piet Sellke, M.A.:
    ...seit 2006 am Lehrstuhl für Technik- und Umweltsoziologie. Derzeit leitet Piet Sellke das von der Volkswagen-Stiftung finanzierte Projekt „Emerging Opportunities and Emerging Risks: Reflexive Innovation and the Case of Pervasive Computing:
    ZIRIUS versteht technisch-gesellschaftliche Veränderungsprozesse wie z.B. die Energiewende als systemisch vernetzte Veränderung von: Technik, Gesellschaftlicher Steuerung,Organisation und
    Verhalten"
    und gleichzeitig Inhaber eines Mediationsbüros!
    Und man stolpert über keinen geringeren als Ortwin Renn!
    (Wir haben ja richtig viele Arbeitsplätze geschaffen: so viele Mediationsbüros, die seit 2010 aus dem Boden geschossen sind und den Renns und Brettschneiders sattes Zubrot gestatten!)

    Was soll man also von einem halten der die "gesellschaftliche Steuerung" als Broterwerb betreibt, und von einer anderen die einem Institut (System21 übrigens: formal scheinselbständiges Uni-Institut!) angehört welches auch definitiv eigene Echkammern-Bildung betreibt?
    Volkswagen Stiftung UND BP UND dann sollen deren Vertreter objektiv über Volk schreiben?
    Was soll man halten von Menschen, die direkt von S21, von "Wutbürger" profitieren aber deutlich machen, dass man sie "verachtet"?

    Hier läuft vieles schief in diesem Land ....ganz besonders bei den Geistes- und Sozialwissenschaften!
    Auch bei den sogenannten Gebildeten fehlt offensichtlich das was Arno Grün schon lange in dieser Gesellschaft vermisst: Empathie!
    Oder wie ich als Kind gelernt habe: was ich nicht will das man mir tut das füge auch keinem anderen zu!
    Ganze Menschengruppen als Wutbürger, kurzsichtige Egoisten, Verschwörungstheoretiker, NIMBYs, oder "Sonstiges" klein und abfällig zu bewerten ist mies! Wer mit dem Finger auf andere zeigt sollte wissen, dass 3 auf einen selber zeigen....!
  • Waldfee
    am 16.12.2015
    Ich sehe die Windkraft hauptsächlich in ihren Schwächen. In dem großen Lobbypool sollen jetzt massiv alle vernünftigen Argumente, die gegen die verfehlte Energiepolitik sprechen, unterdrückt werden - und das mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Ich glaube auch nicht an eine sachgerechte Diskussion der Befürworter.
    Uns Windkraftkritikern geht es um das Wohl von Mensch und Natur, um Verantwortung, Gesundheit, Fairness und Seriosität.
    Bei der sogenannten Energiewende kommen diese Faktoren zu kurz. Das hat auch der Schreiber vergessen oder er wurde schon derart gesponsert, dass er nur noch das schreibt, was die Lobby ihm vorgibt.
    Sachgerechte Argumente wollen nicht mehr gehört werden.
    Heute geht es nur noch um Macht und Geld, das haben schon viele Vernunftbürger erkannt. Die Masse der Vernünftigen wird täglich mehr.
  • Mjo
    am 16.12.2015
    In Ihrerm Artikel steht viel, das ich aus so unterschreiben könnte. Allerdings stößt mir der zweimal angerissene Vergleich mit der Bewegung gegen Stuttgart 21 übel auf, da hier ohne es wirklich auszusprechen, Parallelen gezogen werden, die bei genauerer Betrachtung so nicht vorhanden sind.

    Der krasse Unterschied liegt darin, dass der Protest gegen Stuttgart 21 ein Protest ist, der Allgemeininteressen gegenüber Partikularinteressen zu schützen versucht. Es ist kein Zufall, dass zu schärfsten und frühesten Kritikern unabhängige Bahnexperten gehören, solche, die generell für einen Ausbau der Schieneninfrastruktur in den Ring steigen. Aus dieser Warte ist Stuttgart 21 eine deutliche Zweckentfremdung von Geldern aus der Infrastrukturfinanzierung heraus in die Immobilienfinanzierung hinein. Und damit sind wir wieder bei den eigentlichen Profiteuren, die sich im Immobiliensegment tummeln, wie die im Artikel erwähnten Windkraftgegner. Ob das Zufall ist oder nicht wäre vielleicht einen eigenen Artikel wert...

    Es überrascht wohl nicht, dass Windkraftgegener und der Gegner von Stuttgart 21 sich teils ähnlicher Taktiken bedienen, das ist aber meiner Einschätzung nach allein durch das Machtgefälle zu erklären. Der Kern des Konfliktes ist aber ein völlig anderer, und so ist Arbeit der Göttinger Soziologin mindestens fragwürdig, wenn nur auf Protestformen geschaut wird, nicht aber auf die zugrundliegenden Fakten des Konfliktes. Die sind aber eher naturwissenschaftlicher Art und damit nicht im Geschäftsbereich der Soziologie...

    Mich ärgert daher dieser Artikel und ich hätte mir von Kontext eine tiefere Recherche und Diskussion erhofft, da es Wasser auf die Mühlen derer ist, für die Bürgerprotest eine Frage des Protestmanagement ist, und nicht der Aufklärung, die die zugrundeliegenden Zielkonflikte ehrlich aufarbeitet und auch die technisch-wissenschaftlichen Faktenlage so weit wie möglich eruiert - in vielen Fällen ist es nämlich nicht so, dass einfach Aussage gegen Aussage steht. Das sagen nur die, die wissentlich Fakten ignorieren.
  • Müller
    am 16.12.2015
    Was ist das denn nun für eine kindischer Artikel?
    Herr Lessat hat die Windkraftgegner gleich zu Beginn des Artikels letzte Woche in die Rechte Ecke gestellt. Und macht somit jede Sachdiskussion tot.
    "Durch die Diskreditierungsstrategie versuchen Protestierende, die Sprecher der Gegenseite zu kompromittieren, um ihre Glaubwürdigkeit zu schwächen", beschreibt Julia Zilles, wie sich windkraftkritische Wutbürger üblicherweise Gehör verschaffen.
    Diese Strategie ist die Strategie von Herrn Lessat.

    Ich habe die Kommentare gelesen und sehe im Gegensatz zur Panikmache der S21-Gegner, die in der Schlichtung fachlich gnadenlos Gescheitert sind, eine sachliche Argumentation.
    Man erinnere sich: Die Gegner waren Maler und Schauspieler. Ich bewundere Herrn Kefer heute noch für seine Freundlichkeiz und Ruhe die er den Laien entgegenbrachte. Die Gegnerargumente waren rein emotional und spekulativ. Aber die Strategie der 1000 Prophezeiungen geht immer bei wenigen Treffern auf.

    Windkraft hat Stärken und Schwächen. Wenn man den Gegner sofort in die Naziecke stellt hat man wahrscheinlich selbst keine Argumente.
    PS: Warum ist ein Milan weniger wer als ein Juchtenkäfer?
    Und warum benutzen die Menschen, die sich als Wutbürger beleidigt fühlen nun das gleiche Wort?
    Sandkastemmentalität. Selber Wutbürger bätschegäbele
  • Zaininger
    am 16.12.2015
    Was soll eigentlich das "Argument" zum angeblichen Wertverlust der Immobilien? Sind das alles Spekulanten, die ihr Anwesen nicht oder nur kurzfristig bewohnen, um es schnell wieder weiter zu verhökern?

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