Ausgabe 220
Gesellschaft

Matěj (16), zwei Mütter

Von unserer Redaktion
Datum: 17.06.2015
Am Freitag hat der Bundesrat der Ehe für alle den Weg bereitet. Zum Unwillen der baden-württembergischen CDU, die sich um das Kindswohl sorgt. Uli Streib-Brzič und Stephanie Gerlach haben vor zehn Jahren mit Kindern lesbischer, schwuler und trans* Eltern gesprochen und daraus ein Buch gemacht. 2015 haben sie ihre Interview-Partner_innen nochmal getroffen. Die Geschichten von Matěj lesen Sie hier.

Schwule und Lesben sollen heiraten dürfen, hat der Bundesrat am vergangenen Freitag beschlossen. In Baden-Württemberg hat sich zuvor vor allem einer quergestellt: Guido Wolf, CDU-Fraktionschef und Spitzenkandidat zur Landtagswahl. Eine Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe würde bedeuten, homosexuellen Paaren auch das Adoptionsrecht einzuräumen. Kinder, meint Wolf, sollten aber Vater und Mutter haben. Tatsächlich?

Uli Streib-Brzič und Stephanie Gerlach haben sich vor zehn Jahren mit Kindern lesbischer, schwuler und trans* Eltern über ihre Gefühle, Träume und Ängste unterhalten und darüber, was sie an ihren Eltern so lieben. Daraus ist das Buch "Und was sagen die Kinder dazu?" entstanden. 34 Töchter und Söhne zwischen sechs und 31 Jahren kamen dort zu Wort. 2015 haben die beiden Frauen ihre Interviewpartner_innen noch einmal getroffen. Heute sind sie Jugendliche und Erwachsene aus Familien, die immer noch als "besonders" wahrgenommen werden. Der Junge, dessen Geschichten wir hier vorab veröffentlichen, mag Hip-Hop und fährt gerne Snowboard. "Ich finde, es sollte keine Unterschiede geben", sagte er den Interviewerinnen. Keine Bewertungen, welcher Lebensentwurf der bessere oder eben der "normale" sei.

Matěj, sechs Jahre alt: "Heiraten werde ich entweder den Ruben, den Rune oder die Maruška"

"Zu Weihnachten, da wünsche ich mir am allermeisten, dass es regnet", erklärt mir Matěj, "das passt zu meinem Plan." Dem Plan nämlich, dieses Jahr endlich mal den Weihnachtsmann live dabei zu erleben, wie er die Geschenke abliefert und die Kerzen am Weihnachtsbaum anzündet. Und das würde ihm nur gelingen, wenn es regnete und am besten noch dazu kräftig stürmte. Denn dann würden sie ganz sicher am Heiligabend, kurz bevor es dunkel wird, zu Hause sein und nicht wie sonst immer einen Spaziergang machen. Im Wald legen sie den Rehen und Wildschweinen nämlich Möhren und Nüsse als Weihnachtsmahl aus, und für ihren Hund Pan, der im letzten Sommer gestorben ist, zünden sie eine Kerze an. Die leuchtet dann in der Dunkelheit. Matěj liebt diesen Spaziergang sehr. Er findet nur, dass man ihn auf einen anderen Tag verlegen könnte, auf den ersten Weihnachtstag zum Beispiel. Draußen beginnt es tatsächlich leicht zu nieseln, der Schnee taut, vielleicht hat Matěj also Glück.

Matěj ist sechs Jahre alt und lebt mit seiner Mami Jana und seiner Mama Simone in einer Kleinstadt am Rande der Schwäbischen Alb. Bis vor einem Jahr haben alle drei hier in dem kleinen Reihenhaus am Waldrand zusammengelebt, jetzt verbringt Matěj drei Tage in der Woche hier bei Mami und drei Tage bei seiner Mama in ihrer neuen Wohnung. Einen Tag in der Woche sind sie alle drei zusammen. Und Weihnachten feiern sie natürlich auch gemeinsam. Matěj hofft sehr, dass er das Auto mit Fernsteuerung bekommt, das er sich gewünscht hat.

Natürlich fand Matěj es besser, als seine beiden Mütter noch zusammengewohnt haben, aber irgendwie ist es jetzt auch okay, mal hier und mal dort zu sein. Wenn er imstande wäre, sich in einen Adler zu verwandeln, könnte er alleine und dazu noch ganz schnell hin- und herfliegen, und es würde nicht mal eine Viertelstunde dauern, weil Adler so große, starke Flügel haben. In der Wirklichkeit, in der er nicht fliegen kann, bringt ihn meistens die Mama mit dem Auto oder die Mami holt ihn ab. Wenn er bei der Mami ist, findet er es am tollsten, wenn sie zusammen Fußball oder Volleyball spielen. Bei der Mama ist er gerade dabei, im Garten "ein riesiges Murmelschloss aus Schnee zu bauen". Und Matěj verrät mir auch die Spielregeln seiner märchenhaften Erfindung: "Die große Murmel ist der König, und die andere Murmel, wenn man die reinwirft, rennt die schnell durchs ganze Schloss bis zum König."

"Ich bin halb tschechisch und halb deutsch", erzählt mir Matěj, denn "meine Mami kommt aus Tschechien, und meine Mama aus Deutschland". Und Matěj fühlt sich mit beiden Ländern verbunden, er ist bereits einige Male mit seinen Eltern in Prag gewesen, hat Freundinnen und Freunde dort und spricht die Sprache fließend. Denn Matěj wächst mehrsprachig auf: Mit seiner Mami spricht er ausschließlich tschechisch, mit der Mama hochdeutsch, und mit den Kindern auf der Schlittenbahn schwäbisch.

Matěj spricht ganz offen über seine Familie. Beim letzten Urlaub hat er die anderen Kinder auf dem Campingplatz gleich darüber aufgeklärt, dass er eben nicht wie andere Kinder eine Mama und einen Papa, sondern eine Mami und eine Mama hat. Und dass da ein sehr netter Mann war, der seinen Samen gegeben hat, und dass so die Mama und die Mami ihn bekommen haben. Geboren hat ihn seine Mama, und er weiß auch wo: "Hier in diesem Zimmer!", erzählt er stolz und dass er genau zur selben Zeit auf die Welt kam wie ein Mädchen, das er kennt. Das findet er sehr besonders.

Matěj hat es noch nicht erlebt, dass irgendwer über ihn oder seine Familie etwas Blödes gesagt hätte. "Und wenn", sagt Matěj, "würd ich mir nichts denken dazu." Er schüttelt energisch den Kopf.

Matěj geht in die erste Klasse, am meisten macht ihm Turnen Spaß, und Handarbeit gefällt ihm auch. Mit Stricken fangen sie nach den Ferien an, und darauf freut er sich. In Sport fände er klasse, wenn er beim Laufen noch schneller würde und den Lukas überholen könnte. Dann wäre er nämlich der Schnellste. Überhaupt wäre sein größter Wunsch, Profi im Fußball, im Baseball und im Volleyball zu werden. Im Jojospielen, verkündet er stolz, "bin ich jetzt schon der Beste in meiner Familie", und er zeigt mir, wie er das "J" von seinem Namen damit in die Luft zeichnen kann. Dafür braucht man ganz schön viel Schwung.

Wie fürs Trommeln auch, das lernt er nämlich in der Musikschule, und bald will er anfangen, Schlagzeug zu spielen.

Später einmal möchte Matěj Erforscher vom Bermudadreieck werden oder Delfinforscher. Vielleicht aber auch etwas so Gewöhnliches wie Polizist oder Feuerwehrmann. Und heiraten wird er vielleicht auch. Auch wenn er "ja nicht weiß, wer schon mit wem anderen heiratet". Wenn er es heute überlegt, würde er sich entweder für den Ruben, den Rune oder die Maruška entscheiden. 

Aber erst mal wird er jetzt mit seiner Mami zusammen den Weihnachtsbaum schmücken, mit Kerzen aus duftendem Bienenwachs, Sternen aus Stroh und einem Engel an der Spitze.

Matĕj, 16 Jahre alt: "Ein Schild auf die Stirn braucht man sich nicht zu kleben"

Ein Einfamilienhaus mit Garten in Kirchheim. Ich klingele. Es dauert eine Weile, bis Matĕj mir die Tür öffnet und mich lächelnd hineinbittet. Er entschuldigt sich, dass ich warten musste. Eben erst von der Schule gekommen, ist er eigentlich schon wieder auf dem Sprung. Und für morgen hat er eine Karte für das Hip-Hop-Open in Stuttgart. Sein erstes Open-Air-Konzert. Er freut sich riesig darauf.

In seinem Zimmer steht sein Schlagzeug. "Ja, das habe ich angefangen", sagt er, "macht auch immer noch Spaß." Nur zum Thema Üben sind seine Mama Simone und er unterschiedlicher Meinung. "Sie diskutiert immer mal wieder mit mir, ob sich das überhaupt noch lohnt, dass ich Unterricht habe", berichtet er mit einem kleinen amüsierten Lächeln. Er findet durchaus, dass es sich lohnt. Und dass er eigentlich schon genug übt.

Das Jojo-Spielen dagegen hat er aufgehört. Oder anders gesagt: Er ist auf Diabolo umgestiegen. In der Zirkus-AG in seiner Schule hat er gelernt, die Halbschalen mit den beiden Stäben auf der Schnur zu jonglieren, sie zu Sonnen- und Weltenwanderern zu machen. "Ich war so ziemlich der Erste, der das gemacht hat. Angefangen damit habe ich in der ersten oder zweiten Klasse", berichtet er stolz. Das Meiste hat er sich selbst beigebracht. Dazu gehört ein regelmäßiges Training. Auf Youtube hat er seine Videos hochgeladen, in denen er und sein Spielpartner in Tipps und Tricks des Diabolo-Freestyle einführen und zeigen, was sie können. Bei einem ihrer Auftritte wurden sie sogar als Animateure für ein Spielwarenhaus engagiert. "Da haben wir dann die ganze Ausrüstung gesponsert bekommen", erzählt er. Dafür, dass sie Flyer verteilten und in T-Shirts mit dem Logo des Händlers Diabolo-spielend Kunden warben. "Der Laden hat aber dann leider dichtgemacht", sagt Matĕj bedauernd. "Lag aber nicht an uns, denk ich mal." Er zuckt mit den Schultern. "War schon cool."

Seit der Trennung seiner Eltern lebt Matĕj mit seiner Mama Simone hier in diesem Haus. Seit einiger Zeit gibt es Johann, den Partner der Mama, mit dem versteht er sich ganz gut. Seine Mami Jana sieht er alle zwei Wochen am Wochenende. Auch sie hat eine neue Partnerin. "Aber zu meiner Familie rechne ich eher nur meine richtigen Eltern", stellt Matĕj klar. Und sagen lässt er sich auch nur von ihnen etwas. Dass seine Mama sich jetzt in einen Mann verliebt hat, ist für ihn kein besonders wichtiges Thema. "Ich habe das eher so mit Abstand verfolgt und mich dann dran gewöhnt", meint er.

Damit, dass er zwei Mütter hat, geht Matĕj immer noch sehr offen um. Wobei er mittlerweile eher abwägt und bewusster auswählt, wann und wem er es sagen möchte. "Es ist ja nichts, wofür man sich schämen müsste", findet er, "aber ein Schild auf die Stirn braucht man sich auch nicht zu kleben." Weil man ja schließlich auch als die Person gesehen werden will, die man außerdem und unabhängig von seinen Eltern ist. Und weil es auch um etwas sehr Persönliches geht. Deshalb möchte er beispielsweise in seinem Lebenslauf die Information, wer seine Eltern sind, nicht einfach so preisgeben. "Ich habe da aber schon eine Lösung für mich gefunden", berichtet er vergnügt. "Ich kürze die Vornamen einfach mit den Anfangsbuchstaben ab."

Das, was er an beleidigenden Kommentaren zu hören bekam, kann Matĕj, wie er betont, "an einer Hand abzählen. Meistens sind es auch eher so Scherze." Und wenn was darüber hinausgeht, meint er, "sage ich auch, das passt mir jetzt nicht." Und wenn welche versuchen, ihn damit anzugreifen, lässt er das an sich abprallen. "Das kommt in dem Sinne nicht bei mir an", erklärt er. Er verschränkt die Arme und lehnt sich zurück. Und wenn er anderen Kindern aus Regenbogenfamilien etwas empfehlen würde, dann wäre es das, zu "überlegen, ob man den falschen Freundeskreis hat, wenn man sich mit solchen Leuten umgibt, die die Familie beleidigen."

Insgesamt findet Matĕj, dass vieles von dem, was er vor zehn Jahren berichtet hat, immer noch stimmt: Halb tschechisch und halb deutsch fühlt er sich. "Vielleicht etwas mehr deutsch als tschechisch", schränkt er ein. Aber Tschechien fühlt er sich als Land sehr verbunden, die Sprache spricht er fließend – viele Freunde leben dort, zu denen er regelmäßig Kontakt hat, dann seine Großeltern, die Eltern seiner Mami Jana, und auch sein Spender ist Tscheche. Nicht, dass es sein dringendster Wunsch wäre, den Mann kennenzulernen, von dem er genetisch abstammt, "aber", sagt Matĕj, "eine gewisse Neugierde gibt es schon". Allzu wichtig ist es ihm im Moment jedoch nicht. Sollte es das werden, würde er versuchen, Kontakt zu ihm herzustellen. 

Okay, das mit den Heiratsplänen würde er heute natürlich nicht mehr so formulieren. Aber auch wenn er sich zurzeit in Mädchen verliebt und sich als hetero bezeichnet, betont Matĕj, dass man es ja nie weiß, "was noch kommt". Wer noch kommt. In wen man sich später irgendwann einmal verliebt. Wie seine Mama Simone. "Ich weiß nicht", überlegt Matĕj, "ob ich das auch so sagen würde, wenn ich in einer in Anführungsstrichen normalen Familie aufgewachsen wäre. Ich finde einfach, es sollte keine Unterschiede geben." Und keine Bewertungen, welche Lebensform die bessere oder eben die "normale" ist. 

Wo er in zehn Jahren ist, da möchte sich Matej noch nicht festlegen, in Prag vielleicht, vielleicht auch in Paris oder irgendwo in Frankreich. Ein Land, das ihm auch gut gefällt und dessen Sprache er ebenfalls liebt. "Oder aber ich bin einfach noch in Kirchheim", meint er und lacht.

Erst mal steht jetzt an, im nächsten Jahr seinen Realschulabschluss auf der Waldorfschule zu schaffen und dann eine Ausbildungsstelle zu finden. Erzieher zu werden könnte er sich vorstellen. Seit er seine Jugendleiterausbildung abgeschlossen hat und regelmäßig Ferienzeiten für Kinder mitorganisiert, hat er festgestellt, dass ihm das großen Spaß macht. Oder aber er schlägt eine ganz andere Richtung ein und wird Mediendesigner. Werbung entwerfen und die entsprechenden Konzepte dafür, das wäre auch durchaus etwas, das ihn reizt. Matĕj zuckt mit den Schultern. "Zum Glück kann ich mir noch ein bisschen Zeit lassen, mich zu entscheiden." Er weiß, dass er Zeit braucht. Und dass es gut ist, sich die zu lassen. Manche finden ihn deswegen langsam. Aber die haben ihn wahrscheinlich noch nicht Snowboard fahren sehen.

 

Info:

Uli Streib-Brzič/Stephanie Gerlach: "Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später! Neue Gespräche mit Töchtern und Söhnen lesbischer, schwuler und trans* Eltern" erscheint im September 2015 im Querverlag.


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5 Kommentare verfügbar

  • Theo
    am 22.06.2015
    @zkl

    Sagen Sie mal, haben Sie den Artikel überhaupt gelesen, oder kommen bei Ihnen nur reflexartige, verbale Hiebe?

    Bei all Ihre Fragen (Woher kommt das Kind ? Wer sind die natürlichen Eltern ?) stehen die Antworten im Text.

    Mit LSBTTIQ-Eltern verhält es sich wie bei heterosexuellen Eltern - es gibt schlechte und gute!
  • Tillupp
    am 22.06.2015
    @zkl, 20.06.2015 19:02
    Also zwischen den von @zkl geschriebenen Gruselgeschichten von Zwangsmaßnahmen zum "Schutz" der Kinder und Auslandsimporte aus armen Familien (die Beide im übrigen auch Hetero-Adoptionen betreffen können) gibt es durchaus auch noch ältere Kinder die eben keine Heterofamilie finden, weil Heterofamilien am liebsten Säuglinge wollen die sie taufen an sich binden können. Für ältere Kinder bleibt dann oft nur das Heim. Warum sollte eine Heimunterbringung mit mehreren Heimpflegern schlechter sein als eine Familienunterbringung mit 2 Vätern. Kann mir auch @zkl nicht erklären dass ich es verstehen würde. Wer definiert überhaupt was ein "natürlicher" Elternteil ist. Ist eine Mutter die sich als Mann fühlt oder ein Vater der sich als Frau fühlt dann schon unnatürlich? NEIN-NEIN-NEIN, lasst das mal mit der Ideologie. Wenn es dem Kind nicht passt, dann kann es immer noch sagen: DAS WILL ICH NICHT. Dazu gibt es Jugendämter. Schwule und Lesben und Bisexuelle und Transsexuelle und Transvestiten, und ... können alle gute Eltern sein. Auf der anderen Seite kenne ich Geschichten von Hetero Eltern die einfach nur scheiße waren, entweder nie da, oder Streiter und Prügler, oder Kontrollierer oder Fremdgeher, oder Geschiedene, oder , ...
  • zkl
    am 20.06.2015
    Ein paar Fragen ergeben sich da aber schon.

    Woher kommt das Kind ? Wer sind die natürlichen Eltern ? Entweder gibt es eine Mutter oder das Kind ist - bei männlichen Eltern noch viel wahrscheinlicher - adoptiert.

    Vor ca 1 Woche hatte ich mit 3 adoptieren Erwachsenen zu tun die über Auslandsadoptionen nach Europa kamen. Alle drei sind älter als 25 und versuchen (bei einer Person hat es mit der Mutter nach umfangreichen Gerichtsverhandlungen geklappt) ihre Wurzeln dh die natürlichen Eltern zu finden.

    Im einfachsten Fall haben wir es mit einer natürlichen Mutter zu tun. Kennen die Kinder den Vater ? Haben diese kein Anrecht diesen - auch wenn es sich um Spendersperma handelt - kennenzulernen ?

    Bei zwei männlichen Eltern wird im 'einfachsten' Fall eine Leihmutter (engl Surrogate, in Deutschland illegal) benötigt und das Kind hätte dann einen natürlichen Vater bei dem es aufwachsen könnte.

    Sehr häufig - und das werden die Schwulen und Lesben vermutlich bald einfordern - sollen diese Kinder aber adoptiert werden. In England (da gibt es auch noch Zwangsadoptionen gegen den elterlichen Willen, sogenannte 'Forced Adoptions' und das bei natürlichen Eltern, die sich ausser einer möglichen Armut nichts haben zu Schulden kommen lassen) ist das schon bei ca 9% der Kinder der Fall. Auch ausländischen Eltern werden die Kinder in gar nicht so abwegigen Fällen in UK weggenommen.

    Nicht die Eltern suchen ein Kind sondern es werden Eltern für die Kinder - die heftige Schicksalsschläge erlebt haben - gesucht.

    Insbesondere bei Auslandsadoptionen aus armen Ländern - das gab es Massenhaft um 1998-2004 in Rumänien - waren die Eltern nicht tot. Oft waren diese Arm und hatten ihre Kinder den Winter über in ein Kinderheim gebracht. In Indien gab es Fälle wo die Kinder - das wurde den Eltern erzählt - scheinbar tot geboren wurden. In Südkorea bis MItte der 80er Jahre wurden Kinder, die ohne Eltern aufgefunden wurden, ohne Rückfrage ohne Rückfrage zur Auslandsadoption freigegeben.

    Die USA erkennen bis heute die UN-Kinderrechtskonvention (UNCRC) nicht an. Die EU hatte diese anerkannt und Rumänien damit gezwungen die Auslandsadoptionen einzustellen. Zwischenzeitlich wird behauptet die UNCRC wäre nicht mehr Bestandteil der EU Acquis (das ist die Sammlung aller Gesetze die innerhalb der EU gültig sind).

    Es ist allgemein anerkannt dass Adoptionen keine Massnahmen zum Schutz der Kinder sind.

    Zum Thema Kinderhandel (Child Trafficing) gibt es diverse NGO's und u.a auch das Buch der EU Mitarbeiterin Roelie Post "Romania - For Export only" "The untold story about the Roman 'orphans' ".

    An einem gestohlenen Gut kann ich kein Eigentum erwerben. Wenn jemand ein Kind adoptiert muss diese Person (und nicht nur die nationale Behörde) sicherstellen dass beide Eltern entweder tot sind, die näheren Verwandten das Kind nicht haben wollen und sofern von den Verwandten noch jemand lebt diese ohne finanziellen Zwang das Kind zur Adoption freigegeben haben. Ansonsten sind wir sehr nah an der Hehlerei.

    Wir sollten all diese Punkte berücksichtigen bevor wir uns hier eine Meinung bilden.

    Wenn gleichgeschlechtliche Kinder 'bekommen' wird diesen nahezu sicher mindesten ein natürlicher Elternteil unterschlagen.
  • anke
    am 19.06.2015
    Der 16-jährige Matĕj möchte "als die Person gesehen werden", die er "unabhängig von seinen Eltern ist". Das finde ich nicht schlecht. Es heißt nämlich, dass er wahrscheinlich sogar dann noch sagen würde: "Man es ja nie weiß, [] wer noch kommt", wenn er "in einer in Anführungsstrichen normalen Familie aufgewachsen wäre". Ein unabhängiger Mensch, schließlich, lässt sich von seinen Eltern oder anderen Erziehern nicht die Zukunft und die Chance auf Liebe verbauen. Er entscheidet für sich selbst, und wenn er glaubt, "es sollte keine Unterschiede geben", dann gibt es auch nicht wirklich welche. Schwer genug wird es dann immer noch, den richtigen Partner zu finden. Zur wahren Liebe, schließlich, braucht es (mindestens) zwei, die das selbe fühlen.

    Dürfte ich mir etwas wünschen, wäre es wahrscheinlich das: So viel Selbstbewusstsein sollte alle haben. Auch die, die aus Baden-Württemberg kommen und einer katholischen "Normfamilie" entstammen. Und zwar nicht nur als 16-Jährige Schüler, sondern auch als CDU-Fraktionschef und Spitzenkandidat. Ich weiß, das ist ein all zu frommer Wunsch. Mancher und Manche ist wohl lieber lebenslänglich Sohn und Tochter. Das rechnet sich ganz einfach besser.
  • Heike Schiller
    am 17.06.2015
    das gefällt mir.

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