Gedenkstein anstatt Stolperstein in der St.-Ursula-Schule. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 201
Gesellschaft

Stadtgestolper im Schwarzwald

Von Stefanie Järkel
Datum: 04.02.2015
In Villingen-Schwenningen gibt es keine Stolpersteine zur Erinnerung an die von den Nazis verfolgten Juden. CDU, Freie Wähler und ein rechtskonservativer Stadtrat im Gemeinderat hatten sich 2013 ein zweites Mal dagegen ausgesprochen. Das lässt manchem in der Stadt keine Ruhe. Und jetzt findet in dem Ort auch noch die einzige Pegida-Demo im Südwesten statt.

Vier Stolpersteine, vier Namen, vier Tote – ermordet von den Nazis in Auschwitz. Vier Stolpersteine liegen im Schneematsch, die kleinen viereckigen Messingplatten auf den Pflastersteinen glänzen golden. Sie sind nur für einige Minuten auf den Boden gestellt, abgelegt für den Moment. In das Pflaster eingelassen werden dürfen sie nicht. "Louis Bikart", "Jeanette Bikart", "Ruth Bikart", "Silva Irene Bikart" – so steht es auf den Steinen. Die Namen sind wichtig. Schließlich geht es in dieser Geschichte um Namen. Jeden einzelnen Namen, jeden einzelnen Schmerz.

Pierre-Louis Bikart, Enkel und Neffe, steht vor den Steinen, an dem Grundstück, auf dem früher seine Familie gelebt hat. Er ist mit seiner Schwester, seiner Frau und Verwandten aus Straßburg nach Villingen gekommen, weil die Schule, auf die Ruth Bikart ging, an diesem Morgen eine Gedenkplatte eingeweiht hat – für Ruth Bikart und Julie Schwarz, eine entfernte Cousine. Es ist der 27. Januar 2015. Vor 70 Jahren haben die Russen Auschwitz befreit.

Die Schule hätte gern Stolpersteine für die Mädchen gesetzt. Doch vor der Schule erlaubt die Stadt nicht, in der Schule erlaubt der Erfinder der Stolpersteine nicht. Die Steine müssen im öffentlichen Raum sein, nicht versteckt. Der Gemeinderat hat 2013 das zweite Mal nach 2004 diese Form des Gedenkens auf öffentlichen Plätzen, auf den Gehwegen der Stadt abgelehnt. CDU, Freie Wähler und ein Stadtrat der Deutschen Liga für Volk und Heimat stimmten dagegen. Der Künstler Gunter Demnig hat die Steine erfunden, um an die von den Nazis im Zweiten Weltkrieg verfolgten Juden, aber auch andere Gruppen, wie Sinti und Roma, zu erinnern. Sie werden vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer in den Boden eingelassen. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", zitiert Demnig den hebräischen Talmud. Das Herunterbeugen zu den Steinen, um die Tafeln zu lesen, sei zugleich eine Verbeugung vor den Opfern.

Doch warum fällt manchen das Erinnern so schwer? Was machen die, die sich damit nicht zufrieden geben wollen? Und warum findet jetzt auch noch ausgerechnet in Villingen-Schwenningen die einzige Pegida-Demonstration in Baden-Württemberg statt? Die Aktion einer islamfeindlichen Bewegung, die Stimmung gegen Ausländer macht.

Die Familie Bikart steht vor einem Autohaus in der Villinger Waldstraße. Wo Sigmund Bikart früher sein Vieh hielt, verkauft Hyundai heute seine bulligen Autos. Pierre-Louis Bikart, der den Namen seines Großvaters in seinem eigenen trägt, sagt: "Wir arbeiten seit 15 Jahren daran, dass die Steine richtig gesetzt werden, nicht nur für meine Familie, sondern für die ganze Gemeinde, die jüdischen Bewohner von damals." Die Aktion Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen geht von 22 Juden aus, die aus Villingen stammten und von den Nationalsozialisten ermordet wurden. "Wenn meine Generation es nicht erzwingt, wer kann es dann noch erzwingen?", sagt Bikart mit seinen schwarz-grauen Locken im weichen Elsässisch. "Was in ein paar Jahren noch daran erinnern wird, sind die Stolpersteine. Sonst wird es vergessen."

Mehr als 50 000 Stolpersteine sind mittlerweile in ganz Europa verlegt worden, wie es aus Demnigs Büro heißt. In Deutschland gibt es die Aktion in rund 1000 Städten. Nur in wenigen Fällen hat der Stadtrat gegen die Verlegung gestimmt. Prominentestes Beispiel ist München. Dort hatte sich die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, dagegen ausgesprochen. "Für mich ist der Gedanke unerträglich, dass diese Menschen und die Erinnerung an sie erneut mit Füßen getreten wird", sagte sie einmal. Es brauche ein Gedenken auf Augenhöhe. Der Gemeinderat lehnte die Stolpersteine 2004 ab.

In Villingen-Schwenningen verwiesen die Gegner auch auf die Ablehnung in München. Doch wer wann warum dagegen war, lässt sich mittlerweile nicht mehr klar sagen. Pierre-Louis Bikart hatte die Stolpersteine ursprünglich angeregt. Der Oberbürgermeister sprach sich für die Idee aus. Doch die Gegner befürchteten offenbar eine Entwertung der Immobilien, verwiesen auf München, sahen Kosten für die Stadt, warfen dem Künstler vor, mit der Erinnerung Geld zu verdienen. So erzählen es heute die Befürworter, so liest es sich mehr zwischen den Zeilen in alten Zeitungsartikeln. Neun Jahre später wagten die Kirchen einen neuen Anlauf. Doch die Ablehnung blieb.

Hauseigentümer meldeten sich in der Presse zu Wort: Sie hätten kein Problem mit Stolpersteinen vor ihrem Grundstück. Der Oberbürgermeister, Rupert Kubon (SPD), argumentierte, dass ein Künstler durchaus Geld mit seiner Kunst verdienen dürfe. Außerdem würde es die Stadt nichts kosten, weil für die Stolpersteine Patenschaften von Privatpersonen übernommen würden. 120 Euro pro Stein. Es gab den Hinweis auf andere prominente Vertreter der jüdischen Gemeinde in München, die sich für das Projekt aussprachen. Die bürgerliche Mehrheit lehnte trotzdem ab.

Mittlerweile wollen die meisten Gegner nicht mehr über das Projekt reden. "Im Moment ist alles gesagt", sagt die Fraktionsvorsitzende der CDU, Renate Breuning. Bei den Freien Wählern zeigt man sich vom Thema noch genervter: "Ich war dagegen, und ich bleibe dagegen, und da gibt es nichts weiter zu sagen", sagt der Fraktionsvorsitzende Erich Bißwurm. Die CDU hat nach der Abstimmung einen Antrag auf eine zentrale Gedenkstätte gestellt. Auf Anregung der Verwaltung gibt es nun zunächst eine historische Untersuchung, deren Ergebnis im Jahr 2017 vorliegen soll. Dann soll es wieder um die Gedenkstätte gehen – von der CDU geschätzte Kosten: 20 000 Euro. "Die Verwaltung schiebt das Thema nicht auf die lange Bank", wehrt der persönliche Referent des Oberbürgermeisters, Stefan Assfalg, eine entsprechende Frage ab. Wenn man ein solches Mahnmal errichten wolle, dann müsse man zunächst untersuchen, welche Opfer es gebe. "Auf dieser Basis wollen wir eine würdige Erinnerungskultur schaffen." 

Der einzige der Gegner, der sich offen äußert, ist der rechtsextreme Stadtrat der Deutschen Liga für Volk und Heimat, Jürgen Schützinger. "Man muss sich zukunftsorientiert verhalten und nicht vergangenheitsorientiert", sagt der 61-Jährige bei Schnitzel und Kristallweizen im Schnitzelhaus "C'est la vie". "Die Zeit ist rum." Die Stadt habe andere Themen, um die sie sich kümmern müsse. Dem Künstler Demnig wirft er ein rein wirtschaftliches Interesse an dem Projekt vor: "Das ist doch so offensichtlich, dass es um Geldmacherei geht, alles andere ist Propaganda", sagt der ehemalige Landesvorsitzende der NPD.

Durch die Ablehnung der Stolpersteine erregte Villingen-Schwenningen überregionale Aufmerksamkeit. Vor kurzem schaffte es die 82 000-Einwohner-Stadt erneut in die landesweiten Schlagzeilen. Immerhin gingen die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands (Pegida) im Südwesten bisher nur in Villingen-Schwenningen auf die Straße. Dort meldete Anfang Januar eine junge Frau die erste Demonstration für Sbh-gida an – was für die Region Schwarzwald Baar Heuberg steht. Rund 100 Menschen folgten dem Aufruf, standen vor dem dunklen Münster und wurden von Antifa-Gegendemonstranten niedergebrüllt.

Von einem rechten Problem der Stadt will der Referent des Oberbürgermeisters allerdings nichts wissen. "Das haben wir nicht", sagt Assfalg. "Wir liegen mittendrin im Südwesten, wenn jemand eine Veranstaltung plant und wenn er will, das die Menschen aus der größeren Region kommen, dann haben wir einen günstigen Standort." Er verweist auch auf den Autobahnanschluss. Also nur praktisch gelegen? Der Verfassungsschutz sieht in Villingen-Schwenningen und Umgebung "keinen Schwerpunkt der rechtsextremistischen Szene". Auch sei die Pegida-Demonstration nicht aus der Szene angemeldet oder von ihr "beeinflusst" gewesen.

Für Stadtrat Schützinger ist es dagegen nachvollziehbar, dass Pegida in Baden-Württemberg ausgerechnet in Villingen-Schwenningen auftritt. "Das rechte Wählerpotential ist da", sagt Schützinger, der seit 1980 im Gemeinderat sitzt. Er werde im Schnitt mit rund 2000 Stimmen wiedergewählt. "Es ist naheliegend, es nicht in Tübingen, Freiburg oder Heidelberg zu versuchen." In den Universitätsstädten wählen die Menschen eben eher links als rechts der Mitte. Was die Veranstalter zu den Überlegungen sagen, ist allerdings nicht bekannt. Auf eine Anfrage über Facebook reagierte Sbh-Gida nicht. 

Doch lässt sich zwischen der Ablehnung der Stolpersteine im Gemeinderat und der örtlichen Pegida-Bewegung überhaupt ein Bogen schlagen – ist beides Ausdruck eines starken Rechtskonservatismus im Ort?

Eigentlich sollte das Stadtarchiv zu dem Thema etwas sagen können. Aber dort will man sich zu politischen Fragen nicht äußern. Dem bürgerlich geprägten Villingen in Baden sei früher ein eher von der Arbeiterschaft dominiertes Schwenningen in Württemberg gegenübergestanden, heißt es nur. 1972 wurden die Verwaltungen der beiden Städte zusammengelegt. Zugezogenen fällt der große Stolz der Villinger auf ihre historische Altstadt auf und das Leben dort sowie die stets ausgiebig gefeierte alemannische Fasnet. Also ein eher konservatives Villingen – aber sonst?

Schützinger lobt Pegida, Freie-Wähler-Chef Bißwurm will sich auch dazu nicht äußern, zumindest die CDU lehnt die Bewegung klar ab. Breuning sagt über die politische Lage in der Stadt: "Wir hatten Zeiten, in denen die Rechtsradikalen sehr viel stärker waren. Gott sei Dank ist Villingen-Schwenningen da nicht mehr an vorderster Front." Anfang der 90er-Jahre saßen noch zwei Republikaner und mit ihm drei NPDler im Stadtrat, erzählt Schützinger. Mittlerweile sieht er den rechten Flügel im Gemeinderat von zwei Stadträten der Alternative für Deutschland gestärkt.

Der Vorsitzende der Aktion Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen, Friedrich Engelke, tut sich eher schwer mit einer Verbindung beider Themen. Der kleine Mann mit Hut und weißem Schnauzer sagt über die Ablehnung der Stolpersteine: "Das ist eine politische Entscheidung. Ich glaube nicht einmal, dass die Stadträte mit dem Herzen hinter der Entscheidung stehen." Vielmehr sei es darum gegangen, die vom SPD-Oberbürgermeister befürwortete Idee zu torpedieren. Engelke lehrte früher Physik und Mathematik an der Hochschule Furtwangen. In den vergangenen Monaten hat er gemeinsam mit seinen Mitstreitern jeden Sonntag Mahnwachen für die Opfer der Nationalsozialisten vor dem Rathaus abgehalten.

Der Schulleiter der St.-Ursula-Schulen, Johannes Kaiser, sagt: "Die Gegner wollen nicht, dass das Thema immer wieder präsent ist." Schüler seiner Schule haben ein alternative Form des Gedenkens gefunden: virtuelle Stolpersteine. Im Internet sind die Geschichten aller Villinger Juden zu lesen, Familienbilder in Schwarz-Weiß zeugen von glücklichen Zeiten. In der Stadt gibt es nun an sieben Orten Aufkleber mit dem roten Adler des Stadtwappens, einem Davidstern – und einem QR-Code. Wer die Codes mit seinem Handy und einer entsprechenden App einliest, landet auf der jeweiligen Internetseite zu der Familie, die an dieser Stelle gelebt hatte. Die Aufkleber müssen regelmäßig ausgetauscht werden, weil die Davidsterne zerkratzt wurden.

Aber die Hoffnung aufgeben wollen sie in Villingen-Schwenningen noch nicht. Immerhin könnte man doch noch ein drittes Mal über die Stolpersteine abstimmen. In München wollen die Stadträte nun auch erneut über das Projekt beraten. Wenn es sich die bayrische Landeshauptstadt anders überlegt, vielleicht schwenken dann auch in Villingen-Schwenningen noch einige um. Die Grünen kündigen schon an, dass sie vielleicht zum Jahresende noch einmal einen Anlauf wagen wollen.

"Ich halte es durchaus für möglich, dass man noch einmal zu einer anderen Entscheidung kommt", sagt die Grünen-Stadträtin Cornelia Kunkis-Becker. Engelke sagt: "Diese Stadt hat sich zu bekennen zu einer Erinnerung." Der 72-Jährige sieht es als seine Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen an, die Erinnerung wachzuhalten. "Es ist eine Pflicht, aber auch ein Vermächtnis."

Vier Stolpersteine im Schnee, vier Namen, vier Tote – nur ein Stein fehlt noch, ein Name: Sigmund Bikart, Pierre-Louis' Vater. Er war der einzige der Bikarts, der Auschwitz überlebt hat. 35 Kilogramm wog er, als die Russen kamen. Er starb vor 15 Jahren im Elsass.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

11 Kommentare verfügbar

  • Sarkino
    am 09.02.2015
    Herr Hendrich von entspannter Meinungsvielfalt halten Sie offenbar wenig. Sie scheinen die Beiträge so zu betrachten, wie die Spießbürger in Goethes „Faust“, die entspannt am Fenster stehen und ein Glas Wein trinken.
  • Nina Picasso
    am 08.02.2015
    Nochmal als Ergänzung zu meinem Kommentar vom
    04.02.2015 22:37

    "..Es ist heute wichtiger denn je an die Geschichte zu erinnern, schaut man sich die rechte Bewegung an, die sich an vielen Ecken der Bundesrepublik formiert. In vielen Hinterzimmern verbreiten sie ihren ekligen menschenverachtenden Hass . Es gibt immer noch viel zu viele ewig gestrige Menschen, die sich nicht davor scheuen, auch gewaltätig gegen Schwächere zu sein..."

    Jetzt aktuell geschehen:
    Rund 40 Vermummte mit brennenden Fackeln haben vor einem Asylbewerberheim in Dortmund rechte Parolen skandiert. "Als wir an dem Heim ankamen, war keiner mehr da. Nur ein paar Fackeln lagen noch auf der Straße und dem Gehweg", sagte ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen.

    ..Wenige Tage zuvor wurde bekannt, dass Journalisten und Kommunalpolitiker mit falschen Todesanzeigen bedroht wurden, die unter anderem Sätze enthielten wie "Wir freuen uns mitteilen zu können das Peter bald von uns geht" und "Nach langem schweren Kampf gegen die Nationalen Aktivisten wird demnächst ganz elendig verrecken". ..

    http://www.stern.de/panorama/rechtsextreme-skandieren-parolen-vor-asylbewerberheim-in-dortmund-2171817.html

    Das war offen, es gibt aber auch viele "versteckte rechte Gesinnungsaggressionen". Es ist einfach nur widerlich!

    Wehret den Anfängen. Sichtbarmachen Erinnern an die Greueltaten. Den damaligen Opfern ihren Namen wiedergeben. Deswegen auch Stolpersteine.
  • Lowandorder
    am 08.02.2015
    "…und sonst?…

    nur einmal - zu einem bundesweiten Richtertreffen
    hat es mich in diese "Idylle" verschlagen;
    aber das - war auch mein Eindruck.;
    (Verwaltungszusammenlegungen in solchen
    öh Größenordnungen haben ja eh ihre Problematik
    - grad im kleinklein).

    Danke für den feinen Artikel zu einem so schmerzlichen Thema;
    was umso mehr gerade hier durch die Familie Bikart
    - einer muß Zeugnis geben - die so alte Weisheit -
    wundersam gelassen all den feigen selbstverlorenen
    Schlußstrichern - ob sie nun Walser, von Dochnieda, Jenninger oder wie auch immer heißen - entgegentritt;
    niemand, keine Gemeinde, Stadt, Region - kann aus seiner Geschichte aussteigen - ja sollte das bei klarem menschlichen Verstand nicht tun - soll nicht Wiedergängerisches in welcher Form auch immer drohen;
    schlicht - weil es als gar - nicht erkannt wird.
  • Hartmut Hendrich
    am 07.02.2015
    Sarkino und frankpassau - was soll das?
    Ein kritisches Webmagazin wie Kontext wird durch, natürlich auch kontroverse, Meinungsäußerungen der Leser noch interessanter. Umso ärgerlicher ist es, wenn, wie es auch immer wieder von sogenannten Netztrollen versucht wird, durch unsinnige provokant steile Thesen vom Thema des jeweiligen Artikels abzulenken und die Diskussion zum Nonsens ausarten zu lassen. Beim Thema Faschismus und Judenvernichtung sollte schon der gewöhnliche Anstand Jux und Tollerei verbieten. Den Anonymos „frankpassau“ möchte ich daran erinnern, dass seine Freunde im Geiste, von dresdener Bürgern, denen sehr bewußt ist, was ihrer Stadt angetan wurde, schon mehrmals aus dieser Stadt verjagt wurden.
    Auch der Forist „Sarkino“ verläßt mit seinem . . . ja, aber- und . . .auch die Anderen- das Thema des Artikels, outet sich aber als einer der nicht aussterben wollenden Relativierer (um keinen deutlicheren Ausdruck zu gebrauchen).
    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich um „Leser“ handelt, die nichts als hinreichend bekannten geistigen Dünnschiß hier abladen wollen.
  • Jürgen Matoni
    am 07.02.2015
    Die Demokraten haben ihre Gegner "niedergebrüllt"? Das muss ein Druckfehler sein.
  • frankpassau
    am 06.02.2015
    Wer gedenkt eigentlich der völkerrechtswidrigen Opfer in Dresden?
  • Sarkino
    am 05.02.2015
    Daß man sich in Europa des Grauens erinnert ist höchst ehrenwert, nachdem man vor dem 2.WK nicht einmal den Mut hatte, Herrn Hitler mal diesbezüglich die Meinung zu sagen; noch die Flüchtlinge aufnehmen wollte, die auch zu einer Ausreise aus Europa bereit gewesen sind. 1938 scheiterte im französischen Evian die Flüchtlingskonferenz, da die teilnehmenden Staaten sich weigerten, Flüchtlinge aus Deutschland aufzunehmen.
    Schöne Zukunft heute für Deutsche Kinder, mit der Identität auch noch gleich den Stempel der Nazis aufgedrückt zu erhalten, vererbt und zur Kasse gebeten bis in alle Zeiten?
  • FernDerHeimat
    am 05.02.2015
    VS wurde in den 80er Jahren gern als "Filbingen-Schwenningen" verspottet. Wohl um die "besondere" Einstellung der dortigen Bevölkerung und ihrer gewählten "Vertreter" auf den Punkt zu bringen.

    Scheint als ob dieser Punkt immer noch ein Stolperstein wäre.
  • Hartmut Hendrich
    am 05.02.2015
    Der Schoß ist fruchtbar – noch . . .
    Der Bogen der hier vom Beharren der „Bürgerlichkeit“ zum Häuflein der Pegida-Freunde gespannt wird, ist vielleicht etwas überzogen. Es ist aber mehr als beachtenswert, wie gerade hier im Südwesten so manche Haltung, die gern beschönigend als „konservativ“ benannt wird, scheinbar unausrottbar fortbesteht. Beispiel ist die Hartnäckigkeit, mit der gerade hierzulande gegen alle Änderungsversuche, vielerorts an der Benennung von Straßen nach dem „großen demokratischen Vorbild“ Hindenburg festgehalten wird (wie peinlich für manchen, der sich mit solch einer Adresse ausweisen muß).
    Wie feige von den villinger und schwenninger Stadträten, sich hinter der Haltung der Frau Knobloch zu verstecken, deren Ansicht wohl bedenkenswert, aber von vielen anderen Betroffenen aus gutem Grund nicht geteilt wird. Da lob ich mir den rechtsradikalen Stadtrat, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht (oder doch?). Bei CDU-Granden und schon gar bei „Freien Wählern“, die ja hier meist rechts der CDU zu verorten sind, herrscht noch immer, wie man es auch schon kurz nach 1945 zum Ausdruck brachte, die Schlußstrich-Meinung „es muß doch mal vorbei sein“ vor. Obwohl solche Haltung noch immer mehrheitsfähig ist, weiß sie der eloquente Konservative hinter anderen Scheinargumenten zu verstecken.
  • Nina Picasso
    am 04.02.2015
    Es hat wohl wieder mal "politische Gründe", dass die Verlegung nicht klappt? Was ein Irrsinn.
    Es kann einem nur vor rechtsgerichteten Politikern und Bürgern grausen!
    Wer sich nicht erinnert, hat keine Zukunft - ein vielzitierter sehr wahrer Satz. Die ermordeten Menschen bekommen mit diesen Stolpersteinen ein wenig Würde zurück.
    Es ist heute wichtiger denn je an die Geschichte zu erinnern, schaut man sich die rechte Bewegung an, die sich an vielen Ecken der Bundesrepublik formiert. In vielen Hinterzimmern verbreiten sie ihren ekligen menschenverachtenden Hass . Es gibt immer noch viel zu viele ewig gestrige Menschen, die sich nicht davor scheuen, auch gewaltätig gegen Schwächere zu sein.
    Hier eine Stolpersteinverlegung vor dem Kinderkrankenhaus in Stuttgart: Ein kleines behindertes vierjähriges Mädchen-damals als unwertes Leben gewertet- wurde im Krankenhaus ermordert.
    http://www.fluegel.tv/beitrag/10556

    Faschismus führt zu Grausamkeiten und das muss unterbunden werden - ein kleiner Teil sind diese Stolpersteine.
  • Thomas Lederer
    am 04.02.2015
    Die Stolpersteininitiative ist eine wunderbare Idee, auch weil sie unspektakulär die Aufmerksamkeit und die Erinnerung aufrecht erhält. Die Erinnerung wie grausam Faschismus ist, Erinnerung das es in Deutschland nicht gelungen ist die Einheit der Antifaschistischen Kräfte herzustellen und Krieg, Folter, KZ also millionenfachen Tod und Zerstörung zu verhindern. Es hat damals eindeutig zu wenige Kämpfer gegeben, die sich gegen die Faschisten gerichtet haben und es hat zu viel Politiker gegeben die das Ermächtigungsgesetz unterschrieben haben . Die ersten Opfer des Faschismus waren die Kommunisten, die sich als einzige Organisation Konsequent und Einheitlich sagten - wer Hitler wählt, wählt den Krieg-. Auschwitz wurde als Lager für politische Gefangene gebaut. Erst einmal wurden die ganzen Arbeiterorganisationen eingesperrt, gequält und ermordet. Die Kommunisten, dann die Gewerkschafter, die Sozialdemokraten.
    Wie bei der Berichterstattung im Fernsehen, über das Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz, unterlässt es auch dieser Artikel hier, auf diese Tatsachen hinzuweisen. Damit wird der Eindruck erweckt , die einzigen Opfer des Faschismus wären der jüdische Teil der Bevölkerung gewesen. Zufall oder Absicht?

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!