Erstmal will der Co-Vorsitzende der Landes-AfD Markus Frohnmaier Ministerpräsident im Südwesten werden. In einem bemerkenswert zahnlosen Interview im SWR durfte er vergangene Woche breit grinsend zur Wahl seiner Partei aufrufen und deren Vetternwirtschaft verteidigen. Und am kommenden Dienstag, dem 24. Februar, darf er das dann im durchaus umstrittenen SWR-"Triell" neben Cem Özdemir und Manuel Hagel noch einmal wiederholen.
Nicht nur auf die beschäftigten Vettern und Cousinen lohnt es sich bei der AFD zu schauen auch ihre Vernetzungen lassen tief blicken und zeigen, wes rechtsextremen Geistes Kind sie ist. Wo anfangen? Vielleicht bei Oliver Hilburger. Der war mal bei der Neonazi-Rockband "Noie Werte" aus dem Stuttgarter Raum, deren Musik die Terrorgruppe NSU auch nutzte, um ihre Bekennervideos damit zu unterlegen. 2008 verließ Hilburger "Noie Werte", 2009 gründete er die rechte Pseudo-Gewerkschaft Zentrum Automobil, die mittlerweile nur noch Zentrum heißt. Vor einigen Jahren stand der Verein mal auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD, und auch nachdem dies aufgehoben wurde, gab Parteichefin Alice Weidel zu Protokoll, Zentrum "für hochgradig toxisch" zu halten. Aber wohl nicht toxisch genug, um nicht vergangene Woche bei einem Termin vor dem Mercedes-Werk Untertürkheim zu einem AfD-Wahlkampftermin mit Hilburger zu erscheinen. Pardon, stets ein paar Meter von ihm entfernt. Soviel Selfie-Unvereinbarkeit muss sein.
Notorische Abgrenzungsschwächen offenbart die AfD auch gegenüber der rechtsextremen "Identitären Bewegung" (IB). Bundesweit wurde berichtet, wie Bayerns AfD-Chef Stephan Protschka nach einem Abgrenzungsversuch in kürzester Zeit vor der Kritik einknickte und die IB öffentlich lobte. Und hierzulande? "Die AfD ist überall in Deutschland eng mit der Identitären Bewegung vernetzt, auch bei uns im Rems-Murr-Kreis", sagt der Journalist Alexander Roth vom Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW). Seit Jahren beobachtet er gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Schwarz die rechte Szene in der Region, Kontext-Redakteur Oliver Stenzel hat mit beiden über ihre Arbeit gesprochen.
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