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Es lebe der Rostbraten

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Verzeihung, Vegetarier. Wir stehen auf Rostbraten! Damit wurde einst die Kooperation von taz und Kontext besiegelt, die sich über acht Jahre bewährt hat. Heute haben die KollegInnen nicht nur ein neues Haus, sondern mit Andreas Marggraf auch einen neuen Geschäftsführer. Der war am vergangenen Montag zum Antrittsbesuch in der Kontextredaktion. Es lag nahe, den Neuen mit einem guten schwäbischen Essen zu begrüßen. Leckere Traditionen pflegen wir gerne.

Das haben sich auch taz-Chefredakteur Georg Löwisch und Chefreporter Peter Unfried nicht entgehen lassen. Die Jungs sind gerne im Süden, wo sie allesamt herkommen. Marggraf aus Offenburg, Löwisch aus Freiburg, Unfried aus Stimpfach. Letzterer hat die Gelegenheit auch genutzt, um neue Folgen für unseren Politcomic auszubaldowern. Womöglich kommt mit der designierten CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann jetzt endlich eine Frau in die grün-schwarze Männer-WG des Ökodiktators. Mehr verraten wir noch nicht.

Andreas Marggraf, 50, wird zum Jahresende den legendären Kalle Ruch ablösen und übernimmt damit in einer schwierigen Zeit. Die taz will vom Papier zum Digitalen, will den Lesegewohnheiten junger Leute gerecht werden, will nur noch am Wochenende gedruckt erscheinen. Veränderungen sorgen erwartungsgemäß für Turbulenzen. Der Badener lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Schließlich kennt er die taz als früherer Geschäftsführer der taz Nord, ist gestählt als Finanzverwalter bei „Ärzte ohne Grenzen“. Und jetzt auch noch gestärkt durch Zwiebelrostbraten. Da kann nix mehr schief gehen.

Ach nee – die Bahn mal wieder

Der Fahrplan der Deutschen Bahn ist ohnehin schon eine Steilvorlage für Gespött (ja, sie haben wirklich einen). Aber kennen Sie den schon? Der erste Entwurf für den Deutschland-Takt-Zielfahrplan, der ab 2030 gelten soll, geht davon aus, dass bis dahin ein Projekt umgesetzt ist, mit dessen Fertigstellung die Bahn nicht vor 2042 rechnet. Die traurige Pointe? Das ist gar kein Witz.

Dabei ist der Deutschland-Takt selbst eine ziemlich gute Idee. Im Kern geht es um den Gedanken: Wenn der Zugverkehr besser aufeinander abgestimmt ist, können Anschlüsse leichter erreicht werden und Wartezeiten sinken. Wer hat's erfunden? Richtig, die Schweizer, die ihre ganze Infrastrukturplanung im Schienenverkehr von Anfang auf die erwünschten Fahrpläne abstimmen, dann lassen sich letztere nämlich einfacher umsetzen. Dieses vermeintlich naheliegende Konzept wurde in Deutschland jahrzehntelang sträflich vernachlässigt. Gerade im Südwesten der Republik war man da eigentlich schon einmal weiter: Der Allgäu-Schwaben-Takt sorgte 1993 für reibungslose Anschlusszüge rund um Ulm, und das Erfolgsmodell hätte für etwa eine Milliarde D-Mark auf ganz Baden-Württemberg ausgeweitet werden können.

Dummerweise kam um diese Zeit eine Idee auf, die sich als extrem kostenintensiv herausstellen sollte und von der Politik als viel wichtiger angesehen wurde: Stuttgart 21. "Entsprechend stehen heute noch immer auf vielen Strecken alte Signale, die mühsam per Drahtzug wie vor 100 Jahren von Hand bedient werden müssen", kommentierte der Verkehrsexperte Matthias Lieb schon im Oktober 2018 in einem Gastbeitrag für Kontext. Lieb, der Vorsitzende des baden-württembergischen Verkehrsclub Deutschland (VCD), analysierte damals, dass Stuttgart 21 den Deutschland-Takt, der auch ein 30-Minuten-Takt ist, nicht einhalten können wird.

Neun Monate später enthüllt "SWRAktuell" nun den nächsten Hammer: "Stuttgart 21 kann den 30-Minuten-Takt nicht einhalten", das haben Recherchen des Rundfunks ergeben. Im Artikel kommt auch ein renommierter Verkehrsexperte zu Wort. Es handelt sich um einen gewissen ... Matthias Lieb.


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1 Kommentar verfügbar

  • Ruby Tuesday
    am 24.06.2019
    Antworten
    Es gibt Kolleginnen die sitzen immer mit leerem Magen am Redaktionstisch und so möchte ich die Gelegenheit nutzen über den Rahmen der Rostbratenrunde hinaus um Unterstützung für eine Kollegin bitten, die sich die Finger wund bloggt, bei deren Artikeln viele Herrschaften wie Land-, Gemeinderäte und…
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