KONTEXT:Wochenzeitung
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Aha, Herr Gall!

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Reinhold Gall (SPD) ist zuständig für Recht und Ordnung. Als Innenminister muss er darauf achten, dass die Bürger einerseits nicht über die Stränge schlagen, andererseits nicht unnötig geschlagen werden. Dafür hat er die Polizei, die immer irgendwie dazwischensteht, Respekt einfordert und nicht im gewünschten Maße kriegt, weil sie, um es freundlich auszudrücken, bisweilen größere Probleme hat, die Bürger respektvoll zu behandeln. Diesen Eindruck bekommt, wer die Berichte von Richter a. D. Dieter Reicherter und Kontext-Redakteur Jürgen Bartle über den Wasserwerferprozess liest. Es schaudere ihn beim Lesen und Erinnern, schrieb uns Andreas L., wohl stellvertretend für viele Tausend Kontext-Besucher, "aber die Katharsis überwiegt".

Wie es dem Genossen Gall bei der Lektüre geht, wissen wir nicht. Ob er manchmal Zweifel oder ob er, wie Grüne sagen, zu viel Blaulicht im Kopf hat? Die Geschichte von Johanna Henkel-Waidhofer über die Kennzeichnung von Polizisten lässt Letzteres vermuten. Gall will sie nicht – Anonymität statt Identität. Auch das stärkt das Vertrauen in den Rechtsstaat nicht.

Was wir wissen, ist, dass der Innenminister im Trainingslager war. Unter der Überschrift "Buntes aus dem IM" flatterte eine Pressemitteilung auf die Redaktionstische, die von einem Besuch Galls beim "sehr lebendigen Nachwuchs" der baden-württembergischen Polizei erzählte. In Radolfzell-Markelfingen am Bodensee hätten sich mehr als 50 Mädchen und Buben mit dem Ehrengast vergnügt. Bei Bastelarbeiten, Spiel und Sport, die dem Minister "manches Aha-Erlebnis" beschert hätten. Sie hätten ihm zum Beispiel, verkünden seine Öffentlichkeitsbearbeiter, eine "Lehrstunde im Tischtennis" erteilt.

Das deutet auf eine gewisse Lernbereitschaft hin, die, sollte es so sein, das Angebot von Anstifter Peter Grohmann und SÖS-Stadtrat Gangolf Stocker wieder aktuell macht. Die linken Oldies hatten Galls Polizei vor einem Monat vorgeschlagen, als Referenten zu ihr zu kommen. Siehe dazu Thema: Bürgerrechte. Eine Antwort haben sie noch nicht erhalten. Aber wenn dem Genossen Gall nach "Aha-Erlebnissen" ist ...

***

Ein leichteres Thema hatte sich die neue Kontext-Soligeberin Birgit Wieland ausgesucht. Sie wünschte sich, als Gewinnerin unserer Werbeaktion, Guildo Horn bei Wolfgang Heim und war begeistert. "Super" sei's gewesen bei ihrem Besuch im "SWR Leute"-Studio, bei dem wirklich netten Moderator und dem originellen Entertainer, hat uns die Geschäftsführerin einer Degerlocher Werbeagentur zurückgemeldet. Was viele nicht wissen: Der Trierer Pädagoge hat nicht nur Platz sieben beim Eurovision Song Contest ("Guildo hat euch lieb", 1998) belegt, sondern auch eine Diplomarbeit mit dem Titel " Befreiung von der Vernunft" geschrieben.

PS: Birgit Wielands Freude ist natürlich auch unsere. Wie wär's also damit, sie mit noch mehr Kontext-Unterstützern zu teilen? Gerade jetzt in den Sommerferien, in denen kein Chef nervt und kein Wecker klingelt, da müsste doch Zeit sein, ein Formular auszufüllen. Zum Beispiel jenes hier.

Ein herzliches Dankeschön im Voraus.

 


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3 Kommentare verfügbar

  • Peter S.
    am 18.08.2014
    Antworten
    Man kann sich schon die Frage stellen, warum ein (Roter?) Innenminister selbst eine anonymisierte Kennzeichnung vermummter Polizisten die sich gewaltbereit zeigen verhindern will? Das Argument mit dem Schutz der Polizisten ist mehr als lächerlich. Selbst die Berliner Polizei hat gute Erfahrung mit…
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