KONTEXT:Wochenzeitung
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"Lass das nicht eskalieren"

"Lass das nicht eskalieren"
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Es kann ja nicht schaden, hat sich Kontext gedacht, dem Ministerpräsidenten auf die Sprünge zu helfen. Mit dem Buch "Politische Justiz in unserem Land" – das sollte er lesen, und deshalb haben es ihm Susanne Stiefel und Johanna Henkel-Waidhofer überreicht. Den Kontext-Comic "Ökodiktator" inklusive. In der Hoffnung natürlich, dass es zur Bewusstseinsschärfung beiträgt. Denn via Buch kann Winfried Kretschmann noch einmal die Vorgänge einordnen, die tiefe Gräben durch die Stadt gezogen haben. Und er wird sich dabei an jenen 30. September 2010 erinnern, als er, damals noch Fraktionschef der Grünen, in den Schlossgarten gelaufen ist. Die Wasserwerfer waren schon im Einsatz, als Kretschmann den CDU-Innenminister Heribert Rech angerufen und aufgefordert hat, sofort abzubrechen. Den Dialog bestätigen beide: "Bitte, lass das nicht eskalieren", sagt der Grüne. "Nur, wenn du deine Demonstranten abziehst", antwortet der Schwarze. Im Interview mit Kontext kündigt Kretschmann an, er wolle sich "Kreativfenster" im Alltagsstress erarbeiten. Eines davon sollte er für die "Politische Justiz" öffnen.

 

Lebenshilfe ganz anderer Art hat Kontext auch an anderer Stelle geleistet. Nachdem die "Stuttgarter Nachrichten" herausgefunden haben wollen, dass die Kehrwoche 300 Jahre alt wird, ist auch die Nachrichtenagentur dpa darauf eingestiegen – und auf eine ausgewiesene Expertin gestoßen: Anna Hunger, Redakteurin bei Kontext. Und tatsächlich, sie hat ihre Magisterarbeit über dieses schwäbische Phänomen geschrieben, das sie selbst von Herzen hasst. Daran konnte auch die "Bild"-Zeitung ("Unser berühmter Putzfimmel wird 300") nicht vorbei, und schwupps wurde Hunger zur "Bild"-Fachkraft Kehrwoche. "Nur wer ordentlich putzt, ist für Nachbarn ein ordentlicher Mensch", zitiert das Blatt die Kollegin. Warum das so ist, steht in ihrem Text in dieser Ausgabe.

Eigentlich gehört es sich nicht, sich mit fremden Federn schmücken. Das mussten schon Persönlichkeiten wie Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan erfahren. Denen wurde der Doktortitel kassiert, weil sie in ihrer Doktorarbeit schnöde abgeschrieben und Zitate nicht kenntlich gemacht hatten. Die "Stuttgarter Zeitung" vermeldete am vergangenen Dienstag "exklusiv", dass dem ehemaligen parlamentarischen CDU-Staatssekretär Dietrich Birk nach seinem Wechsel in die Wirtschaft fast 140 000 Euro Übergangsgelder zustehen. Lieber StZ-Kollege, das hatte Kontext bereits vor zwei Wochen berichtet – eben exklusiv als erstes Medium. Immerhin hat die Berichterstattung bewirkt, dass der Landtag die Übergangsregeln wohl ändern wird. Üppige "Abfindungen" soll es beim nahtlosen Ausscheiden aus dem Parlament auf einen lukrativen Job in der Wirtschaft nicht mehr geben, so haben es zumindest die grün-roten Regierungsfraktionen erklärt. Apropos Abschreiben und die Folgen: zu Guttenberg und Schavan verschwanden nach dem Aufdecken ihrer Schummelei bekanntlich in der politischen Versenkung. 

Und noch etwas Erfreuliches zum Schluss: Zur Kontext-Weihnachtsfeier hatte Beirats-Mitglied Dieter Baumann David Pricking mitgebracht, Mathelehrer und Zauberkünstler aus Tübingen, der sich in den Redaktionsräumen auf die Deutsche Meisterschaft einstimmen wollte. Unsere Gäste waren zutiefst beeidruckt. Zu Recht, denn David Pricking hat auf der "Magica 2014" in Sindelfingen den Deutschen Meistertitel in der Kategorie "Close-up-Magie" geholt. Kontext gratuliert ganz herzlich!


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