Wer auf dem Ract!festival zu den Bühnen will, kommt an Politik kaum vorbei. Direkt nach dem Eingang zum Gelände reihen sich Stände von Vereinen, Initiativen und politischen Organisationen aneinander. Das ist kein Zufall, sondern Teil des Konzepts. "Das Ract! ist ein politisch-demokratisches Festival", sagt Leonie Kerll, die seit fünf Jahren im Organisationsteam mitarbeitet. "Wir sind mehr als nur ein Musikfestival." Das Gelände soll ein Raum sein, "in dem man sich begegnen, informieren und debattieren kann". Und genau darin liegt sein politisches Potenzial. Musik erreicht auch Menschen, die nicht gezielt zu einer Podiumsdiskussion, einer Parteiveranstaltung oder einem politischen Workshop gehen würden.
Leonie Kerll und Tim Fitschen vom Ract!-Orgateam.
"Wir brauchen die Musik, damit sich Leute fürs Ract! interessieren", sagt Tim Fitschen, der unter anderem im Booking und im Grafik-Arbeitskreis aktiv ist. "Die Leute kommen wegen der Acts und informieren sich dann vielleicht auch an den Ständen." Ein Konzert führt zu einem Stand, ein Stand möglicherweise zu einem Gespräch und ein Gespräch vielleicht zu einer vertieften Beschäftigung mit einem Thema. Fitschen hält Musik dafür für besonders geeignet. "Musik ist niedrigschwellig und emotionalisiert", sagt er. Gerade in Genres wie Hip-Hop spielten Texte ohnehin eine große Rolle. "Da ist es nur ein logischer Schritt, auch politische Aussagen hineinzubringen."




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