Im Visier: der Wolf in Baden-Württemberg. Foto: Pixabay

Ausgabe 374
Schaubühne

Der böse Wolf

Von Rupert Koppold
Datum: 30.05.2018
Unserer Natur muss es gut gehen, denn der Wolf ist endlich aufgetaucht. Wie ein Heilsbringer wurde er sehnlichst erwartet. Nur ein paar Störenfriede sehen die Rückkehr des Raubtiers mit gemischten Gefühlen.

Dreiundvierzig tote Schafe – wenn das kein Grund zum Jubeln ist! Denn diese dreiundvierzig Tiere, die da in einer Nacht Ende April in der Nähe von Bad Wildbad zu Tode gebissen wurden oder, weil in Panik in den Fluss geflüchtet, ertrunken sind, die beweisen, dass auch Baden-Württemberg, so wie viele andere Bundesländer vorher, vom hoffnungsvollen "Wolferwartungsgebiet" zum stolzen Wolfaufenthaltsgebiet aufgestiegen ist.

"Ahuuu – Willkommen Wolf!", so schreibt auf seiner Homepage schon lange der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der seit 2005 ein Projekt betreibt, in dem er die Rückkehr und Heimischwerdung des Raubtiers herbeisehnt und auch ermöglicht hat. "Der Wolf kommt nach Hause", so frohlockt der Nabu, der für Wolfspatenschaften wirbt und fordert: "Kümmern wir uns gemeinsam darum, dass der Wolf in Deutschland eine sichere Heimat findet." Und die Schafe … Äh, also die Schafe sind jetzt erst mal nicht so wichtig. Jedenfalls nicht so wichtig wie die dreihundert ehrenamtlichen WolfsbotschafterInnen, die durch die Lande streifen, um "Ängste und Vorurteile aus dem Weg zu räumen" und zu verkünden: "Mit dem Märchen vom bösen Wolf muss endlich Schluss sein."

Denn was wurde und wird da nicht alles zusammengelogen und rufgeschädigt in Folklore, Kunst, Literatur, Film oder Philosophie! Man könnte fast von einer Verschwörungstheorie sprechen. Da wären zum Beispiel die Grimm'schen Angstmacher-Märchen, vor allem das vom Rotkäppchen, das der Nabu besonders schlimm findet. Da wären aber auch diese vielen warnenden und also verleumderischen Sprichwörter ("Auch der wohlerzogene Wolf wird kein Lamm") aus so vielen Ländern und Kulturen. Oder diese Bilder, auf denen Wölfe Pferdekutschen hinterherjagen, Bauern umzingeln oder sich mit Kindern im Maul aus dem Staub machen. Oder diese Filme in Schneelandschaften – von "Wie ein Schrei im Wind" über "Soweit die Füße tragen" bis hin zu "The Grey" –, in denen Menschen von hungrigen Wolfsrudeln verfolgt und angegriffen werden. Von dem so vorsätzlich bösen Vergleich des Thomas Hobbes, demzufolge der Mensch dem Menschen ein Wolf sei, gar nicht erst zu reden.

Wie gesagt: alles Propaganda. Und die Umwertung findet längst statt. Derzufolge ist der Wolf ein braver Gesell, jedenfalls in Bezug auf den Menschen. Sechzig Rudel, dreizehn Paare und drei Einzeltiere leben laut Nabu inzwischen in Deutschland. Keiner dieser Wölfe wird uns angreifen, so verkündet das die neue und boomende Branche der Wolfs-Experten. Wer anderes behaupte, habe eben keine Ahnung. Diese Ängste etwa, dass "der Wolf die Kinder von der Bushaltestelle wegholt", sagt Christiane Schröder vom Nabu Brandenburg in einem StZ-Interview, die seien einfach "unbegründet".

Sie hält auch, was die mengenmäßig recht erfolgreiche Wolfsattacke auf die Bad Wildbader Schafherde angeht, das vorwurfsvoll klingende Wort vom "Blutrausch" für "unangebracht". Die Schafe wären zu dicht aufeinander gestanden, hätten also zu wenig Platz zum Ausweichen gehabt. "Es entspricht in dieser Situation dem normalen Jagdverhalten des Tieres, es verfällt seinem Jagdtrieb." Schuld ist also ein bisschen das blöde Drängel-Schaf, auf jeden Fall aber der mit dem Platz geizende Schäfer. Dass dieser außerdem seine Herde auf der Flussseite uneingezäunt ließ, wird in Internetforen triumphierend vermerkt. Hah, den guten Wolf so zu unterschätzen!

Kein Mitleid mit toten Schafen

Andererseits müssen der Nabu und seine Freunde doch noch einiges tun, damit der Wolf bei uns wirklich "eine sichere Heimat" hat. Es ist nämlich nicht der Mensch dem Menschen ein Wolf – sonst ginge es ja friedlich zu –, dafür aber mancher Mensch dem Wolf ein Mensch. Zum Beispiel wurde, bevor das bei Eingeweihten unter dem Namen GW 852m firmierende Bad Wildbad-Exemplar in Baden-Württemberg angekommen ist, um zu bleiben, ein namenlos heimatsuchender Wolfskollege am Schluchsee erschossen aufgefunden. Der Umweltminister Franz Untersteller hat sehr bedauert, "dass ein Mensch das Leben dieses Geschöpfes mit Gewalt ausgelöscht hat".

Eine große und edle Formulierung, fürwahr, die freilich nur toten Wölfen zusteht und keinesfalls toten Schafen. Johannes Enssle, der Nabu-Landesvorsitzende, hat für Hinweise zur Ergreifung des Schluchseer Wolfstöters eine Belohnung ausgesetzt, er spricht von einem "Verbrechen", macht die Tat also im juristischen Sinn zu einem Delikt, das mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht ist. Nun, die Gesetze müssen schleunigst nachgeschärft werden, zur Zeit gilt so eine Tat bloß als "Vergehen" und wird nur mit einer Geldstrafe in Höhe von maximal 50 000 Euro geahndet.

Auf seiner Liste getöteter Wölfe beklagt der Nabu seit dem Jahr 2000 insgesamt 24 Abschüsse. Der Ordnung halber soll hier auf eine etwas längere und ebenfalls bis in die Gegenwart führende Liste von Wolfsattacken in Kroatien, Russland, der Ukraine, der Türkei, der Mongolei, dem Iran, Indien, Pakistan, China, Kanada, Kirgisien oder Mazedonien hingewiesen werden, die unter anderem bei Wikipedia einzusehen ist. Dort taucht auch der Fall einer britischen Touristin in Griechenland auf, die im September 2017 zu Tode kam. Es waren Wölfe, so haben das ein Gerichtsmediziner und ein von ihm hinzugezogener Veterinärexperte behauptet. Aber was wiegen deren Aussagen schon im Vergleich mit denen eines deutschen Wolfsexperten wie Peter Sürth, der weiß, dass Wölfe so etwas einfach nicht tun und aus der Ferne erkennen kann, dass die Angreifer in Griechenland Hunde waren? Sürth ist übrigens schon mit einem angeketteten Wolf spazieren gegangen. Bei einem Informationsabend in Herrenberg, so die StZ, hat er einen ZDF-Film gezeigt, in dem eine krebskranke Biologin auf einer kanadischen Wiese sitzt. "Ein Wolfsrudel umzingelt sie, riecht an ihr, stupst sie, ohne jedes Zeichen von Angriffslust." Diese Erfahrung habe der Frau beim Ertragen ihres Schicksals geholfen, inzwischen sei sie auch geheilt.

Wow, der Wolf als Heilsbringer! Also deshalb solch messianische Worte wie "Wolferwartungsland". Der Wolf ist eben auch ein schamanisches Totemtier, dessen Naturkraft angebetet wird und irgendwie auf den Menschen übergeht und außerdem … Aber wir schweifen ab. Und stoßen dummerweise noch einmal auf die erwähnte Liste der Wolfsattacken und auf einen Vorfall vom 17. Juni 2012 in einem Zoo in Schweden, wo Mensch und Wolf, so wie in dem von Sürth vorgeführten Film, ebenfalls in friedlicher Symbiose leben wollten. "Das getötete Opfer war eine Zooangestellte, die mit dem Wolfsrudel von Kolmarden gearbeitet hatte. Die Wölfe hatten schon vorher drei andere Menschen attackiert … Der Zoo verfolgte eine Politik 'sozialer Aktivitäten', bei der Angestellte mit den Tieren interagierten, um mit ihnen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen … Nach der Attacke beendete der Zoo seine 'sozialen Aktivitäten'." Nun ja, Peter Sürth könnte uns das sicher erklären. Möglicherweise waren das gar keine Wölfe. Oder die Angestellte hat sich nicht wolfsgerecht verhalten. Oder … Na, es wird ihm schon was einfallen.

Mal nicht vom Insektensterben sprechen

Vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass die schwedischen Wölfe in einem Zoo gehalten wurden. Dabei kann der Wolf seine ganze Friedfertigkeit wohl nur in Freiheit entfalten. Dort beweist der Wolf dann auch, dass alles noch oder schon wieder ökologisch gesund ist. Uns ist ein Wolf erschienen! Wenn nämlich der Wolf majestätisch durch unsere Wälder heult, ist das eine Auszeichnung für uns, dann übertönt er das Gequieke malträtierter Schweine oder das Geräusch, das beim Massenschreddern von Küken entsteht, dann müssen wir auch mal nicht vom Insektensterben sprechen, von verseuchten Gewässern und versiegelten Böden, oder davon, dass unser landwirtschaftliches System die Bauern in Afrika und Südamerika in den Bankrott treibt. Oder dass … Nein, Schluss jetzt. Hören wir lieber dem Wolf und seinen Naturlauten zu: "Ahuuu!" Ach, ist das romantisch. Zum Mitheulen schön.

Schön ist ja auch, dass der geschützte Wolf sich auch an dichtbesiedelte Landschaft gewöhnt und dabei immer zutraulicher wird. In Rumänien, so erzählt der uns schon einschlägig bekannte Peter Sürth, trabten die Tiere auf Nahrungssuche am hellichten Tag durch Großstadtstraßen. Auch der Nabu weiß: "Wölfe brauchen keine Wildnis". Sie ließen sich da nieder, "wo sie genügend zu fressen finden und der Mensch sie leben lässt. In Italien kommen Wölfe zum Beispiel bis in die Vororte von Rom." In der Toscana scheint man da ein wenig rückständiger zu sein, jedenfalls haben dort Bauern laut einem Bericht des "Guardian" Kadaver des Raubtiers in die Stadtzentren geschmissen, um gegen das Anwachsen der Wolfspopulation zu protestieren. So schlimm geht es es bei uns noch nicht zu, auch wenn sich gelegentlich in altem ländlichen Denken verhaftete Feiglinge zu Wort melden. Der Landesbauernverband etwa, der von "täglicher Angst" vor Wolfsangriffen bei Weidegängen spricht. Oder der Schäfer von Bad Wildbad, der behauptet, er schlafe jetzt schlecht, weil der Wolf noch in der Nähe lauern könnte. Oder auch dessen Frau, die sagt, dass einige Spaziergänger nun ablegene Wege mieden und manche Farradfahrer nicht mehr allein in den Sattel stiegen. 

Wie gesagt: lauter unaufgeklärte Feiglinge! Deshalb heißt es für Umweltminister Untersteller weiterhin: "Unser Ziel ist es, ein Nebeneinander der Weidetierhaltung und des europaweit geschützten Wolfes zu ermöglichen." (Global gesehen, so schreibt der Nabu, werde "der Wolf von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) inzwischen nur als 'gering gefährdet' eingestuft.") Der Schäfer muss ja auch nur, wenn er für seinen Schaden kompensiert werden will – in Bad Wildbad sind 150 Euro pro gerissenes Tier versprochen – , einen hohen und auch in den Boden reichenden Elektrozaun um seine Schafe herum anbringen, und zwar mit 4000 Volt bei 500 Ohm und mit fünf Einzelkabeln und nicht mehr bloß mit vieren. Im steileren Gelände bei uns oder auf den langen Deichen im Norden mag das schwierig sein, aber, du meine Güte, diese Schäfer sollen sich doch nicht so anstellen! Es geht um Höheres, es geht um den Wolf. Und ja, der Schäfer sollte sich auch große Herdenhunde anschaffen, die nicht Schafe hüten, sondern sich gegen deren Angreifer stellen. Wobei diese robusten Tiere schon mal auf Touristen losgehen können. "In der Schweiz, in der weit mehr Hunde Herden schützen als in Deutschland, veröffentlicht das Bundesamt für Umwelt nun eine Karte, die zeigt, wo Schafherden mit Schutzhunden weiden, damit Wanderer die Gebiete umgehen können," so schreibt der "Freitag" im August 2017. 

Wie man sieht: Der Wolf tut uns gut, seine Wiederkehr schafft, in den Ämtern genauso wie in der freien Wirtschaft, auch jede Menge Arbeitsplätze, vom Herdenhundzüchter über den Zaunproduzenten bis hin zum Rissbegutachter. Sogar die Taxifahrer – wir kommen gleich darauf zurück – könnten bald vom Wolf profitieren! Sowieso stehen laut einer immer wieder zitierten Nabu-Umfrage aus dem Jahr 2015 fast achtzig Prozent der Deutschen der Rückehr des Wolfs positiv gegenüber. Nun ja, in Sachsen, wo damals die ersten Wölfe herumliefen, war die Zustimmung geringer. Dreißig Prozent gaben in dieser Umfrage auch an, sie hätten, wenn sie in einem Wolfsgebiet lebten, doch Angst, in den Wald zu gehen. Und wenn man jetzt mal in Bad Wildbad nachfragte … Der Nabu muss also weiter aufklären. Sodass auch die Stimme des Biologen, Umweltwissenschaftlers und emeritierten Professors Valerius Geist von der Universität Calgary nicht immer wieder dazwischenreden kann. Der Mythos vom harmlosen Wolf sei tödlich, schreibt Geist, der selber mal an diesen Mythos geglaubt hat, nun aber zum Ketzer geworden ist und ausführlich über fatale Angriffe und auch über eigene Erfahrungen berichtet.

In Finnland fährt schon ein "Wolfstaxi"

Will man das wirklich so genau lesen? Zum Beispiel, dass der Wolf, wenn er seine Scheu verloren hat, sich zuerst dem Menschen nähert, so als wäre er zahm. Und dass dieses "Herumhängen" und "der wachsende Mut und die Neugier anzeigen, dass der Wolf sein potenzielles Opfer begutachtet und die Stärke seines potenziellen Feindes." (Geist spricht übrigens vom nordamerikanischen Wolf. Den europäischen hält er für gefährlicher.) Wo Platz für den Wolf sei, so zitiert der Professor einen grönländischen Jäger, sei kein Platz für den Menschen – und umgekehrt. Trotzdem ist der Wolf in der EU geschützt, sodass er zwar in Russland abgeschossen wird, nicht aber ein paar Kilometer weiter westlich in der finnischen Provinz, wo Pia Ikonen mit ihrer Familie lebt und, so eine Reportage im "Guardian", nun besorgt beoabachtet, wie die Wölfe um ihren Bungalow schlichen, dabei immer dreister würden und schon ihren Hund geschnappt hätten.

Ihre Kinder, so Pia Ikonen, ließe sie nur noch unter Aufsicht draußen spielen, nach Einbruch der Dämmerung gar nicht mehr. Die Gemeinde zahlt inzwischen für ein "Wolfstaxi", das ihre und 31 weitere Kinder in der Region – damit sie nicht an der Bushaltestelle warten müssen – von der Haustür bis zur Schultür bringt. Ist es da nicht höchste Zeit für den Nabu, seine WolfsexpertInnen zur Ausmerzung unbegründeter Ängste auch nach Finnland zu schicken? Und auch dort mit der Aufklärung natürlich schon ganz früh beginnen, so wie auf der Hompage zu lesen: "Mit Spielideen, Bilderbuch, Poster und Audio-CD will der NABU Kindergartenkinder spielerisch über Wölfe in Deutschland informieren. Ein Wolfslied lädt nicht nur Kinder zum Mitsingen ein! Hören Sie den Wolfssong und laden Sie die Materialien herunter." Ahuuu!


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40 Kommentare verfügbar

  • Ede Wolf
    am 24.07.2018
    Herr Koppold scheint sich auf der Nabu-Wolfsseite nicht besonders gut auszukennen oder er liest eben nur das zwischen den Zeilen, was er lesen will. Denn sonst wüßte er auch, daß der Nabu sich sehr wohl um die "armen" Schafe kümmert. Herdenschutz ist beim Nabu nun schon seit Jahren!!! das Thema und es gibt seit einigen Jahren die Gruppen Herdenschutz Niedersachsen, die Nutztierhalter beim Schutz ihrer Tiere unterstützt und berät und das alles EHRENAMTLICH.
    Außerdem gibt es in Deutschland wohl kaum einen Schafhalter, der sein Tier wirklich totstreichelt. In den meisten Fällen werde die Schafe gehalten nur für einen Zweck. Um vom Menschen getötet zu werden, um sie zu essen. Noch Fragen?
    • Annegret Sproesser
      am 29.07.2018
      Und was ändert das gelegentliche Herumhampeln von NABU-Mitgliedern auf Schafweiden und deren verharmlosendes Gerede bei Veranstaltungen an dem Problem, dass in Deutschland nicht genügend Platz ist für eine so hohe Anzahl von Wölfen wie zur Zeit und Weidetierhaltung?
  • Pe Zipe
    am 09.06.2018
    Sog. "Experten" erzwingen auf diese Weise (s.o.) sinnlos und unnötig eine unbegrenzte Ausbreitung einer nicht bedrohten zentraleurop. "Wolfs"-Population:
    # ohne Rücksicht auf den genetischen Schaden der Art Wolf
    # ohne Rücksicht auf den Schaden der bedrohten Arten in Deutschland durch die Fragmentierung der Ökosysteme und die Tötung durch die erhöhte Spannung der Zäune.
    # ohne Rücksicht auf den Schaden durch die künftigen Wolfsrisse an Kleintieren mit fragilem Bestand
    # ohne Rücksicht auf die massenhafte Weidetierquälerei infolge der künftig nicht mehr möglichen Freilandhaltungen
    # ohne Rücksicht auf den Schaden an unserem Lebensraum durch die Verschandelungen mit den künftigen Gefängniszäunen
    # ohne Rücksicht auf die existenziellen Katastrophen durch die künftig verursachte Marktbereinigung in der Weidewirschaft nach Größe
    # ohne Rücksicht auf die fortlaufenden Kosten, die auf uns Alle künftig und für immer zukommen.
    # ohne Rücksicht auf die ganze Tierquälerei, die aus den Wolfsangriffen unmittelbar erfolgt
    # ohne Rücksicht auf die ganze künftige Tierquälerei an den Wölfen (Entnahmen werden unvermeidbar werden und für immer weitergehen. (Leichter hätte man die wenigen zuwandernden Wölfe zurückgebracht, aber die Interessen lagen ja im Eigennutz der sog. Experten!)
    # ohne Rücksicht auf den Schaden durch die geraubte Bewegungsfreiheit unserer Kinder, das Betretungsrecht im Wald, das Radeln o. Gassi auf dem Feld oder das Wandern und Tourismus in der sogenannten "Natur" bzw. im künftigen Territorium eines Wolfsrudels
    # ohne Rücksicht auf den Schaden den der "Naturschutz und Tierschutz" künftig nehmen wird, sobald es zu Übergriffen auf Kinder kommen wird und die ganze interessengeleitete "Lügerei durch Unterschlagung von Fakten" zu spät öffentlich wird. (Selbst der bisherige Eintrag in Wikipedia stammt offenbar von Wolfspropagandisten, da er gerade die in Frankreich nachgewiesenen 9000 tödlichen Attacken auf Bürger vor der Ausrottung unterschlägt (Studie u. L. v. Prof J. M. Moriceau Univ. Caen siehe m. erster Kommentar hier von drei ).
    # ohne Rücksicht darauf, dass die Wiederbesiedlung durch den Wolf die Bevölkerung noch weiter von der Natur entfernt.
    # ohne Rücksicht auf den Schaden, den der Journalismus nehmen wird, sobald Jedem einmal klar wird, dass die "Narrenfreiheit" für Wölfe in einem so dicht besiedelten Nutzflächengebiet bisher weltweit unerprobt und einmalig ist und die so massiv propagierte Harmlosigkeit nur für Länder gilt, in welchen die Beutedichte auch langfristig ausreicht und die Leittiere legalen und illegalen Beschuss kennen und weitergeben.
  • Pe Zipe
    am 09.06.2018
    Fortsetzung meines Kommentars:
    7. Die Vermehrung von Wölfen bzw. Hybriden in Mitteleuropa ist ein weltweit einmaliger, unerprobter, unsinniger Vorgang, dem die ethische und wissenschaftliche Grundlage fehlt. Der kanad. Verhaltensforscher Prof. V. Geist dazu: Zitat: "Das 2013 publizierte Manifest der IUCN/SSC über das Einbürgern von Raubtieren in die Kuturlandschaften Europas, enthält eine realitätsferne von Erfahrung und Wissenschaft nicht haltbare Politik. Sie ist schadenstiftend und mit Ethik nicht vereinbar". Quelle: https://drive.google.com/file/d/0BwuLCtzzcbAJYzljRTJ3Q214czA/view
    8. Im nicht flachen Gelände ist es eine grausame, sinnlose Tierquälerei, Wölfe zu dulden https://youtu.be/cltlviMtBMA , weil dort Schutzmaßnahmen (inzw. nachweislich) nicht realisierbar sind, wie das Interview mit Doktor der Ökologie u. Anthropologie L. Garde vom Forschungsinstitut CERPAM f. Weidewirtschaft der Alpes Mediterranées belegt: https://www.youtube.com/watch?v=z1G6ea24T9o . Wölfe untergraben o. klettern über 2 m hohe Zäune, springen durch Elektrozäune durch, lenken die Herdenschutzhunde ab und hetzen die Herde gegen die Zäune die ja keiner Massenpanik standhalten können. Die Richtlinie für Pferche liegt Stand April 2018 in Frankreich inzw. bei 3 m Höhe.
    9. 0,4 Mrd. (Mrd!) sollen schon nur diese "Gefängniszäune" z.B. allein in Bayern nun kosten, zuzüglich 40 Mio. pro Jahr (Quelle: Berechnung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft 2018). Die Haftpflichtversicherungen kündigen den Tierhaltern in Wolfsgebieten ja bereits automatisch.
    Usw. usw.
    • Ludwig Daub-Föhl
      am 10.06.2018
      Zum Einstieg: Geist ist aktives Mitglied im ... Internationalen Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes.
      Noch Fragen ?
      Mit Verlaub: Da könnte man auch die Fleischereiinnung zur Ihrer Meinung zum Vegetarismus befragen, das wäre genauso aussagekräftig.
      Ansonsten nur eine kurze Anmerkung zur Ihren "Argumenten": ein Teig wird nicht mehr, wenn man ihn auswalzt und platt bzw. dünn macht.
      Daher nur kurz: Die biologischen Fakten sind den Wolfs-Befürwortern hinlänglich bekannt und werden in der Forschung auch berücksichtigt. Ihre durchaus breit gewalzte "Argumentation" hat allerdings leider nichts oder nur sehr wenig mit wissenschaftlichen Fakten zu tun, sondern wird daher von Biologen, Forstleuten und Ökologen fast durchweg abgelehnt.
      Und Ihre "Unterstützer" beschränken sich auf die Jagdverbände, die Weidetierhalter - und die AfD.
      Mahr muss man dazu nicht sagen, oder ?
      Aber demnächst gerne mehr.
  • Pe Zipe
    am 09.06.2018
    Der Unterton im Artikel ist angesichts der Lage der Medien mehr als berechtigt:
    Im dokumentierbaren Zeitraum von 250 Jahren vor der Ausrottung, gab es allein in Frankreich einen max. Überbestand von 15 bis 20 000 Wölfen. Frankreich hat nun für diesen Zeitraum offiziell 60 000 tote Bürger hochgerechnet, wobei 44 % auf Tollwut zurückzuführen sind, und die wehrhaften Verwundeten noch nicht einmal mitgerechnet werden. Betroffen war natürlich fast nur die Landbevölkerung. Die kirchlichen Sterberegister u. Zivilstands-Akten dazu, liegen in französischen Archiven auf dem Land verteilt. Bisher erst nur ca. 15 % davon, also bereits 9000 dieser Tragödien, haben die Franzosen unter Leitung von Prof. J. M. Moriceau v. d. Universität Caen inzw. gesichtet und dies belastbar dokumentiert auf: http://www.unicaen.fr/homme_et_loup/index.php und https://hal.archives-ouvertes.fr/hal-01011915/document
    Konferenz und Präsentation dieser franz. Daten Ende 2017: https://www.youtube.com/watch?v=tCRlNbGoKio
    1. Die bisher propagierte Harmlosigkeit und Scheu gegenüber dem Menschen ist somit WISSENSCHAFTLICH WIDERLEGT.
    Die von Wolfspropagandisten missbrauchte heutige Scheu in den europ. Nachbarländern mit nur neun Toten bisher, bestand damit lediglich aus Furcht vor Beschuss und Beute-Überbestand in Verbindung mit den dortigen großen Rückzugsgebieten. Außer dem Beuteüberbestand haben wir den Wölfen im dicht besiedelten Mitteleuropa jedoch nichts mehr zu bieten und diese Beutedichte wird in einem so fragmentierten Nutzflächengebiet irgendwann mindestens lokal kollabieren. Herr W. ist das in seinem Alter ja wohl egal.
    2. Die Selbstregulierung der Ausbreitung (Volterra-L. u.ä.) ist bei Wölfen für besiedelte Gebiete somit (Studie s.o.) ebenfalls wissenschaftlich widerlegt, sofern er nicht auf Menschen zugreifen soll. Wölfe müssen bei uns also doch reguliert werden.
    3. Der Schutzstatus ist längst nicht gerechtfertigt, da der Erhaltungszustand der deutsch-polnischen Population seit Jahren erreicht ist und sich die Wölfe exponentiell vermehren (min ca. 2000 Wölfe gesamt, Anf. 2018) (Nach DBBW-Daten und einer Vermehrungsrate von + 35% pro Jahr haben wir allein in D. schon min 988 "Wölfe" ohne Dunkelziffer).
    4. Selbst der sog. Erhaltungszustand von geforderten 1000 Tieren war aber bereits ein fataler Fehler, da der Wolf als Art durch die Hundegene im Siedlungsraum der EU vernichtet wird und er solche Gene nicht weiter austauschen bzw. verbreiten sollte (Quelle DGAB bei dt. Bundestagsanhörung im April 2018).
    5. Auf globaler Ebene erfüllt der Wolf so oder so nicht einmal annähernd eines der Kriterien einer bedrohten Art. Seine europäischen Populationen (12 - 20 000 Wölfe) befinden sich alle im Wachstum. Allein daran hätte man erkennen müssen, dass Entscheidern seriöse Berater fehlen.
    6. Wie konnte es überhaupt zu so vielen Fehlern und einer 70% Zustimmung dazu in der Bevölkerung kommen?
    Entscheider, dann Presserat dann Medien und damit die Bevölkerung konnten offensichtlich durch Wolfsromantik-Profiteure skrupellos desinformiert und gegen angebliche Wolfshasser aufgehetzt werden: Mglw. erklärt dies das Strategiepapier des deutschen BfN von 2006: https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/skript213.pdf Darin heißt es auf Nat. IAS-Strategie 33 auf Seite 23, "...die Akzeptanz der Bevölkerung müsse durch Vermeidung eines sachlichen Diskurses (also PR mit Wolfsromantik) herbeigeführt und so die Deutungshoheit erlangt werden, solange die Meinung noch formbar sei und bevor sich die Gegenseite mit dem Thema Wolf überhaupt befasst hat..."

    Fortsetzung 7.-9. folgt , falls erlaubt ...
  • Schwa be
    am 08.06.2018
    @ "Normaler Bürger":
    Zitat von Ihnen aus Ihrem Kommentar (Antwort auf meinen Kommentar) "Und es soll auch Zeitungen geben, die unterschiedliche Meinungen zulassen.".
    Mit diesem Zitat zeigen Sie m.E. das ganze Ausmaß Ihrer sachlichen Unkenntnis bzw. wie Sie am Thema (bewusst?) vorbei reden, denn - ein investigativ journalistischer Artikel darf keine Meinung abbilden sondern dient der Meinungsbildung.
    Verstehen Sie das "Normaler Bürger? Wenn nicht macht eine Diskussion mit Ihnen über dieses Thema (und evtl. auch über weitere Themen) keinen Sinn.
    Soll der Artikel die persönliche Meinung des Autors abbilden ist dies m.E. bei einem Blatt das etwas auf sich hält dem Leser gegenüber unmissverständlich deutlich zu machen ("Kommentar" o.ä.). Soll der Artikel nicht eine persönliche Meinung abbilden hätte er m.E. nicht veröffentlicht werden dürfen!
    • Normaler Bürger
      am 08.06.2018
      Nehmen Sie es als Standpunkt, oder noch besser als Beschreibung von Sachverhalten, die man heute in den Mainstream-Medien praktisch nicht zu lesen bekommt. Siehe meinen ersten Beitrag hier. Egal. Wenn Sie andere Zeitungen lesen, wird Ihnen auffallen, dass dort seit einiger Zeit häufig sehr wohl Meinungen bzw. Standpunkte in "normalen" Artikeln verbreitet werden, und dass erklärt wird, was richtig und was falsch zu sein hat, das ist heute (leider) vielfach normal. Und es ist löblich, wenn man auf investigativen Journalismus stößt. Den vermisse ich nämlich sehr hierzulande.

      Wenn Sie aufgepasst hätten, wäre Ihnen aufgefallen, dass Kontext bereits einen Artikel zum Wolf mit einem ganz anderen "Standpunkt" veröffentlicht hat. Insofern eine Betrachtung von zwei unterschiedlichen Seiten. Insofern in der Gesamtbetrachtung investigativer Journalismus (zu dem eben zwei Seiten gehören). Und in diesem Rahmen mein Dank an Kontext für den obigen Artikel. Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

      Und noch was: Lesen Sie sich einfach mal meine und die Kommentare anderer Autoren hier durch. Dann wissen Sie, wer hier ganz bewusst am Thema vorbei redet. Versuchen Sie es einmal.
  • margit schaber
    am 04.06.2018
    Bin enttäuscht von diesem Artikel. Er trägt mit keinem Satz zu einer vernünftigen Auseinandersetzung bei. Riecht sehr wild nach Jägerschaft.
  • Schwa be
    am 04.06.2018
    Es ist (leider) nicht das erste mal das sich Kontext eine solche Blöße gibt! Was an solchen und ähnlichen von Kontext immer wieder veröffentlichten Artikeln investigativ sein soll erschließt sich offensichtlich nur Kontext. Als Beitrag zur objektiven Meinungsbildung des Einzelnen hinsichtlich dem Thema "Wolf" taugt dieser Artikel m.E. jedenfalls nicht. Ich persönlich halte diesen Artikel für verantwortungslos und gemeingefährlich.
    Was um Himmelswillen ist denn los mit/bei Euch Kontext?
    • Normaler Bürger
      am 05.06.2018
      Tja nun. Es soll eben auch Menschen geben, denen es nicht egal ist, wenn der Wolf für sie möglicherweise zur Bedrohung wird. Man muss eben unterscheiden zwischen der sicheren Entfernung in der Großstadt und der exponierten Lage auf dem Land bzw. Wald. Es soll glücklicherweise auch Journalisten geben, die Aspekte jenseits des politisch-korrekten Mainstream-Journalismus offenlegen. Und es soll auch Zeitungen geben, die unterschiedliche Meinungen zulassen. Ich persönlich habe es satt, ständig gesagt zu bekommen, was gut und was böse, was richtig und was falsch ist. Ob das nun von den Tunnel-Erzwingern von S21 kommt, oder von den Wolfs-Romantikern. Danke, Kontext.
  • Renate Strauß
    am 03.06.2018
    Danke für diesen Artikel! Endlich eine Stimme der Vernunft.
  • Torsten Schraaderli
    am 02.06.2018
    Schade: ein sehr sehr dummner Artikel. 1.) Es ist möglich, sich auf den Wolf einzustellen; und zwar ohne, dass ein Schaf sterben muss (Schäfer hielten früher jeweils einen Esel mit den Schafen. Wie dähmlich, vorhandenes Wissen nicht zu nutzen!!!). 2.) Natürlich hat es Nachteile, wenn andere große Säugetiere auch leben wollen. Durch Autofahrer sterben viel viel mehr Kinder und ein guter Teil der Autofahrten sind sinnloß - es wäre sehr viel einfacher, hier Todesfälle zu vermeiden (und Massen an wiederlichem Übergewicht). Aber dann müssten wir uns einschränken. Ergo: ekelhaft Egoistisch!
    • Peter Hermann
      am 05.06.2018
      Wir hatten früher in der Schule eine gereimte Eselsbrücke: "Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich." Wer andere Leute (oder deren Artikel) für "dummner und dähmlich" erklären will, sollte zumindest einfachste Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung haben. Sonst wirkt sein Geschreibsel nämlich auch bloß "sinnloß" und "wiederlich". Also Herr Schraaderli nutzen Sie bitte in Zukunft "vorhandenes Wissen"... Wie Sie ganz richtig bemerkten, ist, es nicht zu tun, nämlich "dähmlich"...
  • Christine Fabricius
    am 02.06.2018
    Schade, mit dieser Polemik diskreditiert sich die Kontext Wochenzeitung. Polemik macht da Sinn, wo es um vermachtete Verhältnisse geht, um scheinbar unangreifbare Politiker*innen. Da kann Polemik notwendig, und - je nach Könnerschaft - sogar witzig sein. Aber nicht da, wo um es um den Ausgleich berechtigter Interessen geht, die gleichzeitig und nebeneinander in der Bevölkerung exisitieren, wo es um gegenseitiges Verständnis und konstruktive Lösungsansätze geht.
    Man kann den NABU dafür kritisieren, dass er mit dem Diesel-Abgasskandal-Konzern VW zusammenarbeitet, auch im Kontext "Wolf"(www.taz.de/!5232353/), aber sicher nicht dafür, dass er sich für die Einwanderung und Überlebenschancen des einstmals ausgerotteten Wildtiers Wolf und damit für mehr Natur und Naturschutz einsetzt. Das ist sein Job, das erwarten seine Mitglieder von ihm, wie auch übrigens auch bei allen anderen Naturschutzverbänden. Die Naturschutzverbände, darunter auch der BUND, verschließen ihre Augen keineswegs vor der Situation und Betroffenheit der Weidetierhalter*innen, die für die Kulturlandschaftspflege unverzichtbar sind. So haben die Naturschutz- und Jagdverbände schon vor Jahren in Baden-Württemberg einen Entschädigungsfonds für von Wölfen gerissene Weidetiere eingerichtet. Erst Ende 2017 waren Zahlungen aus diesem Fonds nötig, vorher gab es keine sesshaften Wölfe und keine Nutztierrisse durch Wölfe im Ländle. Darüber hinaus arbeitet der NABU bei Präventionsprojekten mit dem Landesschaftzuchtverband zusammen.
    Der Fall bei Bad Wildbad ist sehr bedauerlich und ein großer Aufreger, taugt aber nicht für Angriffe auf Wolfsbefürworter*innen. Diese haben niemals behauptet, dass Wölfe keine Weidetiere, insbesondere Ziegen und Schafe, reißen würden. Was in Baden-Württemberg bisher leider fehlt, ist ein Managementplan des Umweltministeriums für die Zukunft, wenn sich ein oder mehrere Wolfsrudel in Baden-Württemberg etabliert haben werden. Dem Vernehmen nach ist dieser Managementplan in Arbeit. Es geht nicht um Entweder-Oder, sondern auf Seiten der Weidetierhalter*innen in einem Wolfsgebiet (und das wird keineswegs ganz Baden-Württemberg sein) darum, vernünftige Wolfsprävention zu betreiben, wobei sie schon heute vom Land finanziell unterstützt werden. Aufgabe der Landesregierung ist es wiederum, den Schutz der Wölfe vor illegaler Tötung zu gewährleisten, entsprechende Ordnungswidrigkeiten und Straftaten effektiv zu ermitteln, und die Weidetierhalter*innen bei berechtigten Ansprüchen unbürokratisch zu unterstützen.
    Zur Furcht des Menschen vor den Wölfen:
    Es gibt jedes Jahr in Deutschland zahlreiche Verletzungen und sogar Todesfälle durch Angriffe von Hunden - bei Menschen und übrigens auch bei Weidetieren. Dies wird nicht weiter skandalisiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf einen kleinen oder großen Menschen angreift und ernsthaft verletzt, ist niedriger als die bei einem großen Hund, allein deshalb, weil es viel weniger Kontakte gibt. Es wird immer sehr viel weniger Wölfe als große Hunde hierzulande geben. Die Wahrscheinlichkeit, von einem Wolf verletzt zu werden, ist statistisch geringer, als von einem Blitz getroffen zu werden.
    Die Zahlen dazu zitiert nach www.wolf-sachsen.de: "Aus den letzten 70 Jahren gibt es aus Europa vier Berichte, dass Menschen von nicht tollwütigen [wildlebenden] Wölfen getötet wurden, vier weitere wurden aus Russland gemeldet. In Deutschland kann davon ausgegangen werden, dass jährlich 24.000 bis 32.000 Bissverletzungen durch Hunde verursacht werden (Deutsches Ärzteblatt, 19. Juni 2015) und im Durchschnitt 3,6 Menschen durch Hundebisse ums Leben kommen (Statistisches Bundesamt, 2003). In den Jahren von 1979 bis 2001 starben in Deutschland 82 Menschen an Verletzungen durch Hundebisse (Statistisches Bundesamt, 2003)."
    Zahlreiche europäische Länder, z. B. Italien, Schweden, Schweiz leben schon immer oder zumindest seit Jahrzehnten mit dem Wolf - und gleichzeitig mit Weidetieren. Warum sollten wir das hier nicht können?
  • Peter Hermann
    am 01.06.2018
    Mit dem Verweis auf die bösen bösen Katzen, die angeblich Millionen Vögel ermorden,
    hat sich Frau Rath nun doch ziemlich diskreditiert und als eher inkompetent erwiesen.
    Ein Vogel, der sich von einer Katze fangen und verspeisen läßt, ist schlicht krank und lebensuntüchtig: Vögel können nämlich - Überraschung! - (weg)fliegen. Und das tun sie auch in den meisten Fällen - und überdies nicht ohne den Rest der Belegschaft mit penetrantem Gekecker vor der bepelzten Gefahr zu warnen.
    • Ludwig Daub-Föhl
      am 03.06.2018
      Was für ein seltsamer Kommentar, dem jegliches biologisches Basiswissen schlichtweg fehlt : Sind die Insekten, die jetzt gerade wegsterben, irgendwie auch "krank und lebensuntüchtig!" , denn sie könnten ja vor den Pestiziden - Überraschung! - einfach wegfliegen, oder was ?
      Mit Verlaub: wenn ich so einen unqualifizierten Dreck lese, dann wird mir einfach übel, und sonst nichts !
      Das gilt übrigens auch für den "Wolf-Artikel" aus Grimms Märchenbuch, den ich so im "Kontext" ( jetzt: BILD ?) nicht erwartet hätte: Schade, dass die Kontext-Redaktion solche dümmlichen "Bocksgesänge" so einfach zulässt.
  • Rolf Steiner
    am 31.05.2018
    Genug mit diesen - oft subintelligenten - Diskussionsbeiträgen. Wolf hin, Wolf her, die Probleme unserer Welt sind von einer wesentlich bedeutenderen Größenordnung. Die Wölfe haben noch nie einen Krieg angezettelt, die Wölfe haben noch nie zur weltweiten Verschmutzung unserer Umwelt beigetragen, die Wölfe sind bis heute - gemessen an den Menschen - das friedlichere "Tier".
  • Rosemarie Leonhardt
    am 31.05.2018
    Auf "die niedlichen kleinen Katzen" habe ich gewartet. Ich habe seit 30 Jahren immer Katzen - in Abwandlung des Mottos von Loriot über den Mops. Einen erfahrenen Vogel kriegt eine Katze nicht so leicht. Der fliegt auf und lächelt die Katze vom Himmel herab aus. Auch sind die verhätschelten, gut genährten Hauskatzen ziemlich mit Fellpflege und Dösen beschäftigt.
    Das Insektensterben scheint mir gefährlicher für Vögel als die bösen, bösen Katzen. Und das Insektensterben hat wiederum mit unserer Landwirtschaft zu tun. Und die hat wiederum mit der modernen Art des Wirtschaftens zu tun, usw. usf.
    Warum war die Schafweide, auf der so viele Schafe einem Wolf zum Opfer fielen, nur von drei Seiten gesichert? Bei dieser verbissen ideologischen Debatte und den unversöhnlichen Standpunkten: Ein Schelm, der Böses dabei denkt?
  • Matthias von Herrmann
    am 31.05.2018
    Wieso muss die KONTEXT nun auch den Ätz-Schreibstil anderer Medien übernehmen und vom hohen Ross herunter alles nur runtermachen in einem unerträglich übermütigen Ton?

    Im ganzen Artikel leider kein Wort über den Flächenverbrauch des Menschen, über kaputte Nahrungsketten, über ökologisch sinnvolle Auswege aus Wolf vs. Zivilisation. Der Artikel beleuchtet nur die beiden Antipoden der Diskussion mit wenig Erkenntnisgewinn im Hinblick auf einen sinnvollen Umgang mit dem Wolf in BaWü. Schade, nur mal wieder Vorurteile in beide Richtungen bestätigt, nix tur Behebung der Konfrontation beigetragen.
    • F. Fischer
      am 31.05.2018
      Man nennt das .... Pressefreiheit, Herr von Hermann. Schonmal was davon gehört?
  • Sonja Wallschlag
    am 30.05.2018
    Man unterstellt NABU und Co, es würde gelogen, wenn behauptet wird, dass Menschen von Wölfen nicht angegriffen werden, aber wie sind die Tatsachen?
    Es gab in ganz Europa mit ca 20 000 Wölfen in den letzten 40 Jahren und in Deutschland in den letzten 20 Jahren keine Bedrohungen oder erst Recht keine Verletzungen durch Wölfe!
    Jedes Jahr sterben einige Menschen durch Jagdwaffen, Wildschweinen, Hundebisse ect!
    Kein Mitleid mit toten Schafen? Was tut "wikiwolves", NABU und GzSdW?
    "Wikiwolves" und NABU helfen unentgeltlich Nutztierhaltern beim Bau von Wolf-sicheren Zäunungen und die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe hat ein Nothilfeset mit Zäunung und Herdenschutzhunden, um im Notfall helfen zu können!
    Man lügt; es werde gelogen! ;-) Viele böse Unterstellungen!
    Nun zu den Wölfen, die sich leider nicht selbst verteidigen können:
    „Wo Wölfe leben, wächst der Wald“, so ein altes Sprichwort. Wölfe tragen dazu bei, Ökosysteme im natürlichen Gleichgewicht und Wildbestände vitaler zu halten. Da Wölfe meist nur schwaches Wild erbeuten (ganz junge, unerfahrene, alte oder kranke Tiere), wird unser Wild kräftiger und gesünder. Wenn Wolfsrudel nicht immer gleich die ganze Beute verschlingen, bedeuten die verbleibenden Kadaver-Reste für viele Aasfresser eine neue Nahrungsquelle. Es eröffnen sich auch für viele Organismen ökologische Nischen. Das Nahrungsnetz wird größer. Durch die Rückkehr des Wolfes verändert sich auch das Verhalten der Hirsche und Rehe. Sie wandern mehr umher. Die Vegetation hat mehr Zeit um nachzuwachsen und unsere Wälder können sich besser verjüngen. Somit profitieren alle Lebensgemeinschaften. Dieser Effekt heißt in der Ökologie „trophische Kaskade“.
    Ein anderes Sprichwort sagt: „Erst dann wird ein Zaun rings um den Hof errichtet, wenn der Wolf die Gänse gefressen hat.“ Obwohl die Wolfsnahrung zu 99 % aus Wild besteht, kann es vorkommen, dass Wölfe Nutztiere reißen, wenn kein erprobter Herdenschutz eingesetzt wird. Tierhalter müssen sich überall auf die Anwesenheit des Wolfes einstellen und auch der Verpflichtung zum Schutz Ihrer Tiere nachkommen. da auf Grund der Abwanderung der Jährlinge Wölfe jederzeit an jedem Ort auftauchen können. Werden Wölfe ansässig und lernen, dass das Jagen von Nutztieren schmerzhaft (E-Zaun) oder für sie wegen vorhandener Herdenschutzhunde gefährlich ist, jagen sie diese nicht mehr und geben dieses Wissen an ihre Nachkommen weiter. Abwandernde Jungwölfe, nehmen sie das Wissen mit und geben es an ihren Nachwuchs weiter. Jeweils fremde, evtl. unwissende Wölfe werden aus dem eigenen Territorium vertrieben, somit sind die Weidetiere relativ sicher. Jeder, der seine Tiere schützt, nützt sich und anderen! Als Wolfsprävention haben sich für Schafe und Ziegen Elektrozäune und Herdenschutzhunde, bei Mutterkuhherden Elektrozäune mit 5 Litzen und für Wildgatter hohe Zäune mit Untergrabungsschutz und äußerer Elektrolitze bewährt. Alle Bundesländer treffen Regelungen zur Finanzierung der Präventivmaßnahmen.
    In Brandenburg und Sachsen leben einige Schafhalter seit vielen Jahren mitten in Wolfsgebieten ohne Risse, da sie entsprechend schützen. Herdenschutz ist erfolgreich möglich. Leider hört oder liest man das selten als Schlagzeile.
    Auch als Gesundheitspolizei sind Wölfe eine der nützlichsten Tierarten in unseren Wäldern.
    Wölfe als Gehilfen der Jäger?
    Statistische Untersuchungen belegen, dass in den Wolfsgebieten - auch über Jahre - die Jagdstrecken nicht rückläufig sind, wenn nicht bereits überjagt wurde. Die Jagdstrecken werden mehr durch Witterungseinflüsse beeinflusst als durch die Anwesenheit der Wölfe. Wölfe lebten seit Jahrtausenden mit unserem Wild.
    Sie haben die Wildtiere mit zu Denen gemacht, die sie heute sind.
    Gesundes, vitales Wild und eine größere Artenvielfalt liegen sicher im Interesse der Jäger. Dennoch fordern Einige die Wolfsbejagung.
    • Real ist
      am 31.05.2018
      Werte Frau Wallschlag

      Nach ersten Recherchen zum Thema Wolfsangriffe auf Menschen in Europa hege ich gewisse Zweifel an ihrer Behauptung, dass es die letzten 40 Jahren keine diesbezügliche Attacken gegeben haben soll.

      Die von mir verlinkten Quellen sprechen von 59 Angriffen in den letzten 50 Jahre, als Tatsachenfanatiker würde mich brennend interessieren, wer hier Fake-News verbreitet.

      https://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Lokal/Wenn-Woelfe-Menschen-angreifen-und-auch-toeten

      https://www.welt.de/vermischtes/article169152619/Wie-verhalte-ich-mich-wenn-ich-einem-Wolf-begegne.html

      https://www.merkur.de/bayern/ein-opfer-eines-wolfsangriffs-erinnert-sich-8755501.html
    • Normaler Bürger
      am 31.05.2018
      Frau Wallschlag, Sie haben völlig Recht. Der gute deutsche Wolf greift keine Menschen an. Das machen nur die bösen Wölfe in Indien, in der Ukraine oder in Griechenland.

      Mir geht es inzwischen wie Real Ist (siehe unten). Ich habe keine Lust mehr, auf idyllischen oder einsamen Wanderwegen zu gehen. Das ist vorbei.
    • Normaler Bürger
      am 31.05.2018
      Frau Wallschlag. Wölfe in Indien, in der Ukraine oder in Griechenland haben bereits Menschen angefallen. Was glauben Sie, tut so ein Wolf, wenn er nach Deutschland einwandert? Der hiesigen Normen und Werte huldigen? Was glauben Sie, tut ein hungriger Wolf (oder ein Rudel), wenn er wegen hoher Zäune oder mehrerer Herdeschutzhunde einer Schafsherde nicht habhaft wird, und anschließend auf einen Wanderer trifft?
  • Peter Meisel
    am 30.05.2018
    Das Märchen vom Wolf und dem Menschen hat wohl unser Denken behindert?
    Wir beginnen mit der Erkenntnis, dass wir uns im Paradies (persisch: Garten Pairi-daeza d.h. Ummauerung, Umfassung, Einfriedung) befinden. Das war der Ort, von der Natur zu lernen! (das habe ich in der Bibel gelesen)
    ZHUANGZI (369-286 v.Chr.) Das klassische Buch maoistischer Weisheit beschreibt unseren Weg: Prinzipien der Pflege des Lebens S. 87 ff Bewahrung des Lebens: Folge der Natur!
    Danke für diesen wichtigen Hinweis auf die Natur! "Ahuuu – Willkommen Wolf!, so schreibt auf seiner Homepage schon lange der Naturschutzbund Deutschland (Nabu)".
    Wenn wir unsere Natur töten, werden auch wir aussterben!
    • Heinz Greiner
      am 30.05.2018
      Das chinesische Buch hat ja jeder gelesen . Das über den Wolf , nicht über den Mao .Vielleicht nicht bis zum Ende , zugegeben ...
      Vermutlich zeigen dann einige der Kommentare doch die Unfähigkeit rationalen Denkens mancher , die unter links und grün daher galoppieren . Das Unvermögen nach Wichtigkeit zu unterscheiden , sich rational zu verhalten . Die grünen Kameraden sind kurz davor die Gentechnik zu begrüßen , daß auf vielen Quadratkilometern kein Unkräutlein mehr zu sehen ist , Schwalben weg sind und Bienen am Aussterben sind , nehmen sie seit Jahren hin . Daß wertvollstes Ackerland , wie im Filstal geplant ,in ein Warenverteilzentrum für Speditionen umgewandelt wird , entlockt ihnen keinen Protest . Vermutlich ist das alles ja auch nicht so entscheidend und hilfreich für die Natur wie die Wolfsansiedlung .Einen wirksamen Protest in Berlin der Grünen gegen die Monsanto / IG /Farben / Bayer Verschmelzung zu organisieren , auf den Gedanken kommt ohnehin keiner der Guten . Warum wohl nicht ?
      So rettet eben der Wolf BW und die Natur und der Gedichtsfilousof aus SH mit seinem Plastikgerede die Meere .
      Wie bei den Dosen , die sind alle verschwunden , dank dem Pseudolinken Herrn Trittihn und seinen in Ämter gehievten Kumpanen . Claudia Roth mal gehört seit sie hochverdienende Bundestagsvizin geworden war . Die xte , obwohl 2 ja reichten ...
  • Real Ist
    am 30.05.2018
    So geht Politik gegen Bürgerinteressen.

    Danke für die Informationen, bisher wurde einem nur eingetrichtert, wie harmlos und scheu der Wolf doch sei, wenn man sich aber die Liste der Wolfsattacken ansieht, muss man feststellen, dass man einmal mehr nach Strich und Faden angelogen wurde.

    Bisher war ich immer gerne auf einsamen Wanderrouten unterwegs, vielen Dank an unserere grünen Bürokraten, dass sie mir diese Vergnügen versaut haben und ich mich künftig aus Sicherheitsgründen in die Menschenmassen einreihen darf, mal wieder prima hinbekommen.
  • Heinz Greiner
    am 30.05.2018
    In einem sachlichen Leserbrief in der StZ benannte der Tierarzt aus Reichenbach die Angst der bedrohten Tiere , die die Wolfsfreunde der Grünen ja ausblenden . Mir scheint die vielen in und von der Politik lebenden Helden treiben mal wieder eine Sau durchs Dorf um ein Tätigsein -für wen auch immer- vorzutäuschen . Erinnert sei an den Pazifismus, das Dosenpfand, die vorgebliche Gegnerschaft zu S21, mit der man die Ämter erschwindelte , Bodenversiegelung , Plastikbekämpfung kommt zum x ten Mal gerade auch wieder hoch . In dem Unterschied zwischen Reden und Tun ist Grün weit voraus . Frau Sproesser sollte sich einfach gedulden . Der Minister ist Saarländer , von denen so mancher verkündet :
    " Zersch mal gut gess , die Arbeit ist dann schnell gemacht " .
    Er wird noch bei der Vorspeise sein eventuell ...
    Also Geduld und Harren .
  • Klaus Bollino
    am 30.05.2018
    Wolfsbashing nun auch bei Kontext? Wie schade. Gut, dass Frau Rath und auch Herr Muth einiges richtig gestellt haben.
  • Reinhard Muth
    am 30.05.2018
    Seriöse Journalisten trennen Sachinformation von ihrer perönlichen Meinung. Daran scheint es bei Herrn Koppold aber zu mangeln. Deshalb ist die Ergänzung durch den Leserbrief von Frau Charlotte Rat eine sehr empfehlenswerte Lektüre.
    Im Straßenverkehr sind laut statistischem Bundesamt im März 2018 207 Menschen ums Leben gekommen, rund 25.100 Menschen wurden verletzt. Und trotzdem steigen Millionen von Menschen täglich ins Auto ohne sich große Sorgen um ihre Sicherheit zu machen. Aber wenn ein Wolf gesichtet wird ...
    • Real Ist
      am 30.05.2018
      Eine immer wieder beliebte Strategie der Grünen, wenn man keine stichhaltige Argumente auf Lager hat, packt man die Relativierungskeule aus, hat nur nichts mit dem Thema zu tun und macht den Wolf auch nicht zum harmlosen Schmusetier.
    • Annegret Sproesser
      am 30.05.2018
      Dem Straßenverkehr setze ich mich freiwillig aus und kann viel für meine und der anderen Straßenverkehrsteilnehmer Sicherheit tun der Wolf wird den Landbewohnern und Weidetierhaltern im Übermaß aufgezwungen mitsamt den Sicherheitsvorkehrungen für Mensch und tier.
  • Peter S
    am 30.05.2018
    Sehr guter Artikel. Und an alle Relativierer, auch wenn Hunde gefährlich sein können, so ist es absolut unsinnig, im dichtbesiedelten Deutschland den Wolf wieder einzuführen.
    Ich kann nur hoffen, das die ersten Attacken die Verursacher dieses gefährlichen Blödsinns trifft.
    "Hund des Chefs von (NABU, BUND, GRÜNEN...) von Wolfsrudel erlegt. Hundehalter konnte sich verletzt auf einen Baum retten und wurde nach einem Tag gerettet"
    • Ludwig Daub-Föhl
      am 06.06.2018
      Stimmt. Wildtiere sollten nur in Ländern zulässig sein, wo wir im Sommer gerne billig Safari machen. Dort sollte die ortsansässige und arme Bevölkerung auch gefälligst darauf achten, dass die beliebtesten Wildtiere, die wir bei Bedarf auch mal abknallen wollen (je nachdem wie arm man dort ist) in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.
      Denn wer bezahlt bestimmt ja auch, oder ?
  • Bea Andersen
    am 30.05.2018
    Endlich mal ein sehr gut recherchierter Artikel. Bravo und vielen Dank!
    Leider werden die vielen Probleme die zum Teil Existenzen bedrohen meist verharmlost. Angriffe von Hunden werden angeführt- hätten wir so viele Wölfe wie Hunde hier was für ein Horror! Da wird dann angeführt das die Tierhalter bessere Zäune bauen müßten
    aber es wird verschwiegen das die Wölfe gerne aus ihren Hochsicherheitstrakten in den Wolfscentren ausbüchsen, es wird auf die scheusliche Massentierhaltung hingewiesen ohne zu bedenken das diese durch die Rückkehr der Wölfe forchiert wird. In anderen Ländern soll es aber besser klappen ... z.B. wie in Frankreich wo jedes Jahr ca 10.000 Nutztiere von Wölfen gerissen werden. Oder Indien, wo mehere hundert Kinder von Wölfen geraubt wurden und Mütter ihre Kinder des Nachts an sich anbinden. Alles Lüge? Wer das glaubt ist realitätsfern und bemerkt nicht wie sich die Lage hier zuspitzt.
  • Charlotte Rath
    am 30.05.2018
    Hallo Herr Koppold,
    als persönliche Stellungnahme oder Kommentar ist Ihr Artikel unterhaltsam. Als Ablenkungsmanöver von größeren Missständen auf dem Gebiet des Tierschutzes mag er geeignet sein. Als Informationsbeitrag oder Hilfe zur Meinungsbildung ist er dürftig.

    Hier finden Sie das Interview mit dem Schäfer und Vorsitzenden des Bundesverbands Berufsschäfer e. V., Günther Czerkus. Er stellt dar, wie geeignete Schutzmaßnahmen für Schafe aussehen, wie die Politik helfen kann und warum selbst er als Schäfer den Wolf schützen will: http://www.sueddeutsche.de/panorama/interview-am-morgen-tierschutz-wenn-ein-wolf-einen-zaun-ueberwunden-hat-wird-er-zumboesen-wolf-1.3965315

    Naturschutzverbände und zuständige Behörden verniedlichen das Problem nicht. So genannte Problemwölfe dürfen in Deutschland geschossen werden (hier die Verordnung aus Brandenburg, andere Bundesländer ziehen nach): https://mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.590740.de
    In Baden-Württemberg gibt es Fördermittel für den Herdenschutz - und die Naturschutzverbände einschließlich des NABU beteiligen sich sogar finanziell am Ausgleichsfonds zur Zahlung von Entschädigungen: https://baden-wuerttemberg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/index.html

    Zur Risikoabschätzung in Bezug auf den Menschen: Der zahme Vetter des Wolfs, der Hund, gilt als „des Menschen bester Freund“. In Deutschland kommt es Jahr für Jahr zu 30.000 und 50.000 Bissverletzungen durch Hunde an Menschen. https://www.aerzteblatt.de/archiv/171000/Tier-und-Menschenbissverletzungen
    Aus Freude am Hund toleriert unsere Gesellschaft eine solche Zahl von Verletzungen, für die größtenteils die Solidargemeinschaften der Versicherten aufkommen. Mehr noch: Jedermann darf sich einen Hund anschaffen und (v)erziehen, ohne dafür seine Sachkunde nachweisen zu müssen.

    Zum Leid der wölfischen Beute: Jahr für Jahr werden in Deutschland mehr als 350.000 Großtiere angefahren bzw. überfahren (nur die gemeldeten Fälle, https://www.jagdverband.de/content/wildunfallstatistik)
    Wie intensiv engagieren wir uns z. B. durch den Bau von Wildbrücken dafür, deren Leid zu mindern?
    Wie stehen Sie zu den erbärmlichen Bedingungen, unter denen Millionen unserer Nutztiere erst ein sehr bescheidenes Leben fristen, dann einen industriellen Tod sterben? Immerhin hat der Tierschutz seit 16 Jahren Verfassungsrang.

    Ich kann mich Ihrer Absicht nicht anschließen, dass sich die öffentliche Debatte und die Politik - angesichts der Missstände in der Massentierhaltung (einschließlich der davon ausgehenden Gefahren z. B. Nitratbelastung unseres Trinkwasser, multiresistente Krankheitskeime) - dringend um eine strengere Wolfsregulierung zu kümmern habe.
    • Annegret Sproesser
      am 30.05.2018
      Sehr geehrte Frau Charlotte Rath,

      Zu Absatz 1: Herr Koppold trifft die aktuelle Situation punktgenau.

      Zu Absatz 2 und 3: Herr Czerkus sagt explizit, dass er auf Wölfe vezichten kann. Lediglich als Tier- und Artenschützer billigt er den Wölfen ein Lebensrecht in Deutschland zu. Er lässt aber keinen Zweifel daran, dass ein Wolf, wenn er einmal ein Weidetier gerissen hat, erlegt werden muss. Das ist in Deutschland zwar theoretisch möglich, bei den bürokratischen Hindernissen die dem entgegenstehen, praktisch unmöglich. Auf irgendeine sachbezogene Antwort auf meinen Antrag zur am 19.3.2018 öffentlich zugesagten, Förderung von Herdenschutzmaßnahmen an das baden-württembergische Umweltministerium warte ich inzwischen fast zwei Monate. Offensichtlich sind meine Schafe nicht einmal zehn Minuten am Rechner wert, um meine mail zu beantworten.
      Dass der NABU an der Suppe, die er uns eingebrockt hat und immer noch einbrockt beteiligt, ist nicht mehr als recht und billig. Die Entschädigungszahlungen erfolgen schleppend und nicht in ausreichender Höhe. (Anschaffung eines Lammes in einer Herde, die Schlachtschafe vermarktet, als Ersatz € 100,--(bei Herdbuchtieren auch € 350,-- bis € 450,--) + 10 Monate Aufzucht + 5 Monate Tragzeit (Futter, Betreuung und tierärztliche Versorgung) = niedrig gegriffen € 280,-- , macht nach Adam Riese € 380,-- , damit steht der Schäfer 1 1/2 Jahre nach dem Riss wieder an dem Punkt, an dem er vor dem Riss war.(1 1/2 Jahre ohne Einkommen aus diesem Schaf) Ziehen Sie diese Summe von der "Billigkeitsleistung" ab, dann sehen Sie, welchen horrenden Gewinn Schäfereien durch Wolfsrisse machen. Zusätzlich dazu haben Sie eine über Wochen und Monate verstörte und damit schlecht handhabbare Herde und als Draufgabe eine ungeheure emotionale Belastung, jedesmal, wenn sie Ihre Herden aufsuchen. Danke NABU! Darauf kann jeder verzichten.

      Zu Absatz 4: Dass Wölfe Menschen angreifen ist belegbar überall auf der Welt der Fall. Keine Studie oder Aussage von ernstzunehmenden Wolfsforschungen schließt aus, dass dies so ist. (NINA-Studie, Kotrschal) Warum deutsche Wölfe nicht ihrem Instinkt, sondern den NABU-Empfehlungen folgen sollen, erschließt sich mir nicht. Sie Frage ist nicht ob, sondern wann das erste Menschenopfer zu beklagen ist.

      Der Vergleich von unkontrollierten Hunden mit Wölfen ist unzulässig. Hund kann man kontrollieren, Wölfe nicht.

      Zu Absatz 5: Wildbrücken können wir uns in Zukunft sparen, wenn die Landschaft so mit Hochsicherheits-Zäunen zugepflastert sein wird, dass weder Wölfe, noch deren angeblicher Hauptbeute der freie Zugang zu deren Äsungsflächen und Streifgebieten möglich sein wird.
      Die ungehinderte Ausbreitung von Wölfen in Deutschland leistet eben dieser von Ihnen kritisierten Massentierhaltung Vorschub. Das produzieren von Schaffleisch und die Leistung von Landschaftspfleg für die Gesllschaft werden dann wegfallen. Ganz abgesehen von dem Artenschwund, der durch das Zuwachsen der Schafweiden entstehen wird. (http://www.outfox-world.de/blog/die-woelfe-und-der-artenschutz.html)

      Ihr Schlussatz hat mit der dringend notwendigen Regulierung von Wölfen nichts zu tun. Andere bedauerliche gesellschaftliche Missstände diskutieren Sie bitte mit den zuständigen Stellen.
    • Anja Mindermann
      am 30.05.2018
      Und da sind sie wieder die Ablenkungsthemen zum Thema Wolf. Es geht hier um den Wolf und nicht um andere Missstände oder Vergleiche! Immer die gleichen Flosken, Ball flach halten um jeden Preis! Herr Koppold muss nicht Pro oder Contra sein und er hat viele Dinge nur kurz angerissen und dabei die Form des Sarkasmus genutzt. Viele andere negative Dinge hat er aber noch gar nicht angesprochen.
    • Georg Halder
      am 30.05.2018
      ... dürftig ist zu freundlich, dümmliche Polemik wurde ich das nennen. Aber da fällt halt ein Raubtier über das andere her, das ist nie schön. Ich will auch gar nicht näher drauf eingehen, nur eine kleine Randbemerkung loswerden: Wenn der Wolf 40 Schafe in einer Nacht abmurkst (wozu der "Hirte" ihm tatkräftig Beihilfe geleistet hat), dann ist das ganz furchtbar. Die rund 3,5 Millionen Lämmer, die jedes Jahr in unseren Schlachthöfen verenden, bevor sie 12 Monate alt sind, stellen demgegenüber nichts dar, was einer Erwähnung wert wäre. Das ist unsere Kultur, die hier erkennbar wird. Diese Lämmer (die christliche Ikonographie hierzu ist auch recht interessant!) können sich nicht wehren, nicht davonlaufen - wenn sie es doch mal schaffen, kommen sie in die Zeitung, bevor es wieder in den Schlachthof geht. Sie beklagen sich ja auch nicht. Wie Marlen Haushofer so treffend schreibt, "...und um Dinge und Menschen, die sich nicht wehren, braucht man nicht zu trauern". Meiner Meinung nach sind wir reich genug, um uns eine Natur leisten zu können, die diesen Namen auch verdient. Für unsere Kultur gilt genau dasselbe. Aber daran und dafür muss man halt arbeiten, polemisieren allein hilft da nichts.
      Ein Vegetarier

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