Die Weißwäscher. Das Blau geht zwar raus, aber dieses teuflische Rot klebt wie Blut (1832). Alle Abbildungen: Graphische Sammlung, Staatsgalerie Stuttgart.

Die Weißwäscher. Das Blau geht zwar raus, aber dieses teuflische Rot klebt wie Blut (1832). Alle Abbildungen: Graphische Sammlung, Staatsgalerie Stuttgart.

Die letzte Kabinettssitzung der Exminister (1848).

Die letzte Kabinettssitzung der Exminister (1848).

Wenn sie könnten, würden sie auch noch die Sonne auslöschen (1851).

Wenn sie könnten, würden sie auch noch die Sonne auslöschen (1851).

Pressefreiheit. Lasst die Finger davon (1834)!

Pressefreiheit. Lasst die Finger davon (1834)!

Hochwürden, bevor Sie für die Unfehlbarkeit des Papstes eintreten, nehmen Sie bitte eine Eintrittskarte für das Spektakel da drinnen (1870).

Hochwürden, bevor Sie für die Unfehlbarkeit des Papstes eintreten, nehmen Sie bitte eine Eintrittskarte für das Spektakel da drinnen (1870).

Hauptprobe des Konzils (1869).

Hauptprobe des Konzils (1869).

Die Hauptdarsteller der Komödie, die jetzt auf den Champs-Élysées gespielt wird (1851).

Die Hauptdarsteller der Komödie, die jetzt auf den Champs-Élysées gespielt wird (1851).

Ausgabe 213
Schaubühne

Pressefreiheit im 19. Jahrhundert – Honoré Daumier im Knast

Von unserer Redaktion, Karrikaturen: Honoré Daumier
Datum: 29.04.2015
"Der lebende Daumier" – so überschrieb das Kunstmagazin "art" seine Geschichte über den Zeichner Jean "Cabu" Cabut. Der legendäre Zeichner war beim Anschlag auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" ums Leben gekommen. Eine bessere Bezeichnung sei kaum denkbar für Cabu, wenn man berücksichtige, welche persönlichen Risiken Honoré Daumier (1808–1879) nach 1830 im beginnenden Zeitalter der Pressefreiheit eingegangen sei. Das hat auch die Stuttgarter Staatsgalerie bewogen, mit einer Ausstellung "Karikatur – Presse – Freiheit" aufzuwarten.

Im Mittelpunkt dabei Daumier, der bedeutendste französische Karikaturist des 19. Jahrhunderts. Daumier saß für seine sozialkritischen Lithografien im Knast, sein Hausblatt "La Caricature" wurde vorzensiert, mehrfach beschlagnahmt und schließlich eingestellt. Auf Druck des "Volkskönigs" Louis-Philippe, der zuvor versprochen hatte, nie wieder die Zensur einzuführen. Daumier hatte nichts anderes getan, als die Mächtigen jener Zeit, ihre Eingriffe in die Presse- und Meinungsfreiheit, aber auch den eitlen Journalisten zu karikieren, der den Politiker mit der Feder kitzelt. Manche Dinge verlieren ihre Aktualität eben nie. Die Ausstellung in der Stuttgarter Staatsgalerie wird am 31. Mai eröffnet.  


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