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Pressefreiheit im 19. Jahrhundert – Honoré Daumier im Knast

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"Der lebende Daumier" – so überschrieb das Kunstmagazin "art" seine Geschichte über den Zeichner Jean "Cabu" Cabut. Der legendäre Zeichner war beim Anschlag auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" ums Leben gekommen. Eine bessere Bezeichnung sei kaum denkbar für Cabu, wenn man berücksichtige, welche persönlichen Risiken Honoré Daumier (1808–1879) nach 1830 im beginnenden Zeitalter der Pressefreiheit eingegangen sei. Das hat auch die Stuttgarter Staatsgalerie bewogen, mit einer Ausstellung "Karikatur – Presse – Freiheit" aufzuwarten.

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Im Mittelpunkt dabei Daumier, der bedeutendste französische Karikaturist des 19. Jahrhunderts. Daumier saß für seine sozialkritischen Lithografien im Knast, sein Hausblatt "La Caricature" wurde vorzensiert, mehrfach beschlagnahmt und schließlich eingestellt. Auf Druck des "Volkskönigs" Louis-Philippe, der zuvor versprochen hatte, nie wieder die Zensur einzuführen. Daumier hatte nichts anderes getan, als die Mächtigen jener Zeit, ihre Eingriffe in die Presse- und Meinungsfreiheit, aber auch den eitlen Journalisten zu karikieren, der den Politiker mit der Feder kitzelt. Manche Dinge verlieren ihre Aktualität eben nie. Die Ausstellung in der Stuttgarter Staatsgalerie wird am 31. Mai eröffnet.  


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