KONTEXT:Wochenzeitung
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Gesichter der Arbeit

Gesichter der Arbeit
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Menschen dort fotografieren, wo sie ihren beruflichen Alltag leben. Ohne Inszenierung. Bei dem, was sie täglich tun. Da geht selbst der stillste Mensch aus sich heraus und fängt an zu erzählen. Mit Gesten, oder wenn er den Fotografen Jo Röttgers bei seiner Arbeit akzeptiert und die Kamera vergisst. So geben die "Gesichter der Arbeit" der Arbeit wieder ein Gesicht.

 

Es war eine Idee, aber es gab keinen Auftrag. Niemand hat die Fotos bestellt und schon gar niemand hatte Joachim E. Röttgers etwa ein fürstliches Honorar geboten. Fotografen wie er nennen so etwas ein freies Projekt. Vor Jahren hat Röttgers begonnen, Gesichter der Arbeit zu fotografieren.

Es geht ihm "um Leute, die keiner beachtet". Und darum, Menschen dort zu fotografieren, wo sie sich selbst am sichersten fühlen. Ohne Inszenierung. Bei dem, was sie täglich tun. Ohne viel Aufhebens. Da geht selbst der stillste Mensch aus sich heraus und fängt an zu erzählen. Und sei es nur in Gesten, dass er den Fotografen bei seiner Arbeit akzeptiert oder die Kamera einfach vergisst. Das macht diese Fotos so authentisch. Jo Röttgers (56) hat "die Leute im Focus, nicht das Produkt, an dem sie arbeiten". Den Menschen gehört seine Neugier.

"Schreibtischtäter", sagt Röttgers, "sind optisch langweilig." Er will "die zeigen, die man sonst nicht sieht". Diejenigen im blauen Anton vor einer Werkbank, oder die im Postverteilungszentrum, im Waschsalon, bei der Müllabfuhr oder in einer Behindertenwerkstatt. Röttgers´ Bilder sind, wie er sagt, "eine Zwischenbilanz". Erschienen in einem Buch "Gesichter der Arbeit", das in einer eigenen Edition produziert wurde.

In der multimedialen Welt sind solche Fotogeschichten schwieriger geworden. Die meisten Unternehmen neigen dazu, weiß der Fotograf, "die Bilder zu kontrollieren". Immer häufiger ist bei solchen Fototerminen ein Aufpasser dabei. Das Projekt wird dennoch – auch bei Kontext:Wochenzeitung – fortgesetzt. Damit die "Gesichter der Arbeit" der Arbeit wieder ein Gesicht geben. (mh)

 

ZUR FOTOGALERIE

„Gesichter der Arbeit“, edition gute arbeit, Betriebsseelsorge Ostwürttemberg, 73430 Aalen, email: aalen(att)betriebsseelsorge.de

www.graffiti-foto.de


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