Ausgabe 3
Politik

Kretschmanns Angst vor dem Mappus-Syndrom

Von Anton Hunger
Datum: 20.04.2011
Hat die neue Landesregierung keine geradlinige Kommunikationsstrategie, dann können die "Oben bleiben"-Rufer diese schnell tieferlegen. Anton Hunger, ehemaliger Pressechef von Porsche, liefert dem angehenden grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann einen Sprechzettel. Kretschmann wird diesen in den kommenden Monaten gut gebrauchen können.

Horrorvision der Grünen: Sie müssen S 21 bauen und spüren selber den Druck der Straße. Foto und Fotomontage: Martin Storz

Die einen sind fasziniert, die anderen starren gebannt nach Süden, und der Rest hat die Zeit noch nicht gefunden, den Mund wieder zu schließen. Was Heerscharen von Werbestrategen ("Wir können alles. Außer Hochdeutsch") nicht erreicht haben, exerzierten die Stuttgart-21-Gegner und mit ihnen die Grünen des Landes eindrucksvoll vor: Baden-Württemberg ist für die Republik interessant geworden.

Der erste grüne Ministerpräsident in einem Flächenstaat, noch dazu im erfolgreichsten, und die seit beinahe sechs Jahrzehnten regierende CDU in der Opposition. Da darf Staunen zwischen Rhein und Oder-Neiße angesagt sein.

Mit dem Wahlergebnis erreicht der Südweststaat eine Aufmerksamkeit wie nie zuvor – und vor allem eine Erwartungshaltung. Die Schwarzen wollen das grün-rote Experiment scheitern sehen; Gabriel, Trittin und Co. den Beleg liefern, dass es sehr wohl funktioniert. Eine Erwartungshaltung werden Winfried Kretschmann und Nils Schmid auf jeden Fall bedienen, und es ist längst nicht ausgemacht, welche. Sieg und Niederlage liegen bisweilen eng beieinander. Und der Erfolg hängt nicht allein von der Sache ab.

Das Thema Stuttgart 21 ist der dickste Brocken in den Koalitionsverhandlungen zwischen Nils Schmid, SPD (links) und Winfried Kretschmann, Grüne. Foto: Jo Röttgers

Ministerpräsident Stefan Mappus scheiterte auch deshalb, weil in der Kommunikation zu Stuttgart 21 so ziemlich alles falsch gemacht wurde, was man nur falsch machen kann. Gerade im Zeitalter der Überinformation brauchen die Menschen einen Kompass, der ihnen die Richtung zeigt und der sie mitnimmt auf diesen langen Weg. Dieser Kompass kann nur eine Leitfigur sein, die den Menschen eine Vision in einer immer komplexeren Welt gibt. Es war ja nicht so, dass uninformierte Bürger auf dem Arnulf-Klett-Platz demonstrierten. Es war ein gebildetes Bürgertum, internetaffin, mit Zugang zu allen notwendigen Informationen. Aber dieses Bürgertum fühlte sich desinformiert, nicht ernst genommen und vor allem: nicht mitgenommen.

Siege werden nur mit Leidenschaft eingefahren. Wenn aus dem Wählervotum eine Erkenntnis ohne Einschränkung herauszufiltern ist, dann diese: Die Zeiten einer patriarchalischen Informationspolitik sind vorbei, der selbstgefällige Politikstil von oben herab ist nicht nur erwiesenermaßen kontraproduktiv, er ist auch gescheitert. Erst entscheiden und sich dann überlegen, wie man es den Menschen beibringt, funktioniert nicht mehr. Kommunikation ist keine Hauruck-Aktion, Kommunikation ist ein Prozess, der auch und vor allem den Respekt vor den Zweiflern mit einbezieht.

Vor diesem grundsätzlichen Problem steht jetzt auch Winfried Kretschmann. Er will zwar das Bahnprojekt beerdigen, aber für das Grab keine Schaufel in die Hand nehmen. Es sollte einfach von selbst von der Agenda verschwinden, was es natürlich nicht tun wird. Sein Koalitionspartner SPD will den Bahnhof tieferlegen, die Parlamente haben sich mehrheitlich ebenfalls dafür ausgesprochen, und die Bahn hat rechtsgültige Verträge.

Die Sieger haben ein Wahlversprechen an der Backe

In dieser dampfenden Gemengelage haben sich Grüne und SPD im Wahlkampf auf eine Volksabstimmung geeinigt. Aber das war im Wahlkampf, und bald sitzt man in der Regierung und hat das Wahlkampfversprechen an der Backe. Die Grünen merken nun, dass ihnen ausgerechnet dieses Versprechen die Schlinge um den Hals zuzieht. Am besten sollte man es gar nicht erst darauf ankommen lassen, zumal das Quorum nach der Landesverfassung kaum zu schaffen ist. Demnach müsste ein Drittel der Stimmberechtigten – also 2,5 Millionen Schwaben und Badener – mit Nein votieren. Also eiert Herr Kretschmann herum: "Wir haben vereinbart, dass jetzt der Stresstest kommt und danach grundsätzlich die Volksabstimmung." Er will, dass sich das Thema von selbst erledigt, dass sich aus den zu erwartenden Mehrkosten als Ergebnis aus dem Stresstest gleichsam ein fröhlicher Leichenzug für den Bahnhof bildet. Pustekuchen. Kretschmann macht in der Kommunikation seinen ersten Fehler.

Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut, und an Mappus kann man wunderbar studieren, wohin mangelnde Glaubwürdigkeit führen kann. Kretschmann sollte das ernst  nehmen. Grüne Politiker neigen zwar dazu, dass ihnen per se eine höhere Glaubwürdigkeit attestiert wird als der politischen Konkurrenz, und die jüngsten Wahlergebnisse befeuern diese Einstellung auch. Aber die Mühen der Ebene liefern ausreichend Fallstricke, um eine Glaubwürdigkeit zu ramponieren. Gut gemeint ist nicht notwendigerweise gut.

Also, was tun? Kretschmann muss sich am Hintern kneifen, um zu verinnerlichen, dass er nicht mehr Wahlkämpfer ist, sondern demnächst Verantwortung für zehn Millionen Bürger übernehmen wird. Das heißt, er muss diese Rolle mit Kopf und Bauch annehmen und wird lernen müssen, dabei nicht Everybody's darling zu sein. Er muss also eine klare, nachvollziehbare Haltung zeigen. Ist eine Volksabstimmung versprochen, dann muss sie ohne Wenn und Aber und ohne Verweis auf einen Stresstest durchgezogen werden (sofern aufgrund der bestehenden Parlamentsbeschlüsse nicht doch belastbare verfassungsrechtliche Bedenken dem entgegenstehen).

Jedes Lavieren führt zum Mappus-Syndrom

Unterstellt, das Quorum wird erreicht und die Volksabstimmung bringt das Aus für Stuttgart 21, dann hat das Duo Kretschmann/Schmid zwar eine Menge Probleme, aber seine Glaubwürdigkeit nicht verspielt.

Unterstellt aber, das Quorum wird nicht erreicht oder die Volksabstimmung bestätigt die Tieferlegung des Bahnhofs, dann wird die grün-rote Regierung dieses Votum akzeptieren und umsetzen müssen. Glaubwürdigkeit entsteht dabei nur, wenn man sich vollumfänglich hinter das Ergebnis des Volksentscheides stellt. Jedes Lavieren und Fintisieren führt zum Mappus-Syndrom und damit zum Scheitern. Aber wie sage ich es meinem Volke? Kretschmann wurde schließlich von den Bahnhofsgegnern, wenn auch mit radioaktiver Unterstützung aus Fukushima, in die Villa Reitzenstein getragen.

Ein Versuch also, wie der Sprechzettel für den Fall einer aus grüner Sicht gescheiterten Volksabstimmung aussehen könnte:

  1. Kretschmann gibt unumwunden zu, dass ihn das Votum der Baden-Württemberger enttäuscht (glaubwürdig).
  2. Kretschmann erklärt, dass das Volk gesprochen habe und sich die grün-rote Landesregierung wie auch er persönlich als Demokrat dem Willen des Volkes beugen werde (klares Bekenntnis).
  3. Kretschmann verweist auf seine Verantwortung als Ministerpräsident des ganzen Landes und seiner Bürger und erklärt, dass die Landesregierung das Projekt unterstützen und dem Bauvorhaben keine Steine in den Weg legen wird (Versprechen eingelöst).
  4. Kretschmann vermeidet jede Attitüde, in ein wie auch immer geartetes Wahlkampfmuster zurückzufallen (Staatsmann).
  5. Kretschmann verspricht, sich den ganz großen Aufgaben des Landes mit Herz und Verstand zu widmen und die große Aufgabe Stuttgart 21 in seine Arbeit einzubinden. Da es die Bürger so wollten, darf er von nun an den Bahnhof als Ausweis für die Weltoffenheit der Schwaben bezeichnen (Vision).

Gesetzt den Fall, der Stresstest beerdigt das Projekt und macht eine Volks-abstimmung überflüssig, dann können Kretschmann/Schmid zwar ihr Gesicht wahren, müssten aber dennoch dem erstaunten Publikum erklären, warum der Steuerzahler für den Rückbau und die Konventionalstrafen aus den rechtsgültigen Verträgen aufkommen soll. Daraus könnte leicht eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit demokratischer Entscheidungsprozesse entfacht werden. Der Steuerzahler hat es nämlich nicht so gerne, wenn er für Fehlentscheidungen der Politik geradestehen soll. Und ein negatives Ergebnis des Stresstests wäre ja nichts anderes als der Beweis für eine politische Fehlentscheidung, wenn auch die einer abgewählten Regierung. Um die Begleichung ihres Teils der Kosten würde die grün-rote Landesregierung auf keinen Fall herumkommen – und das heißt in letzter Konsequenz: zahlen, also Steuergelder in die Hand nehmen.

Auf Kretschmanns Sprechzettel für diesen Fall muss dann nur noch stehen, dass man es so gewollt und dass das Volk dieses Ergebnis deshalb zu schlucken habe. Angela Merkel macht es ja nicht anders. Der Bankenrettungsfonds und der Eurorettungsfonds können deshalb für Kretschmann gerne als Argumentationshilfe herhalten, sofern er sich den Zusatz "alternativlos" verkneift. Zufrieden stellen wird er seine Landeskinder damit allerdings nicht, aber eine andere Wahl hätte er auch nicht. Hat er kein anderes Vorzeigeprojekt in der Legislaturperiode vorzuweisen, könnte Grün-Rot die Quittung am nächsten Wahltermin bekommen: Das Volk hat dann nicht den Bahnhof tiefergelegt, sondern die Regierung. Sprich: wieder in die Opposition geschickt.

Kretschmann ist in einem Dilemma gefangen. Er ist Katholik und ein glaubwürdiger Vertreter konservativer Werte, und er hat es geschafft, den Protest mit seinem christlichen Glauben auf eine Ebene zu bringen. Das ist aber in seiner neuen Rolle als Ministerpräsident Sprengstoff in den eigenen Händen. Ob Stuttgart 21 gebaut wird oder nicht: die Wut der Bürger wird sich legen, die Hoffnung der Protestierer auf einen Heilsbringer nicht. Sie werden ihn immer daran erinnern, selbst wenn sie sich mit dem Ergebnis abgefunden haben. Das ist der Fluch, wenn der gute Wille zur Tat wird.

Kretschmann wird Kante zeigen müssen

"Ich bin zuerst dem Land verpflichtet, und erst dann irgendwann meiner Partei", hat Kretschmann sehr weitsichtig am Wahlabend gesagt. Das ist sicher ehrlich, nett und schön, wird aber nicht reichen. Er wird Kante zeigen und lernen müssen, Niederlagen in Siege umzudeuten. Und er wird glaubhaft darlegen müssen, wenn ihm die Umdeutung nicht gelingt, die Niederlage als Selbstverständlichkeit jedes – und damit auch seines –  politischen Tuns zu verkaufen.

Lady Astor, eine hochmögende Dame in den besseren britischen Kreisen, sagte einmal zum Anton Hunger Whisky-trinkfreudigen Winston Churchill: "Sir, wenn Sie mein Mann wären, würde ich diesen Drink vergiften." Der zutiefst unsportliche Churchill parierte den Angriff sportlich: "Madam, wenn Sie meine Frau wären, würde ich das Glas sofort austrinken."

Einen Hauch von Winston Churchill muss sich Winfried Kretschmann noch antrainieren. Allein um des Überlebens willen.

Anton Hunger, 62 (Bild), hat seine journalistische Laufbahn bei der "Stuttgarter Zeitung" begonnen.  Von 1992 bis 2009 war er Kommunikationschef bei Porsche; in dieser Zeit hat er vorgeführt, wie das Spiel mit den Medien geht, und er hat gelernt, welche Fehler man unbedingt vermeiden muss. Hunger ist auch Buchautor ("Gebrauchsanweisung für Schwaben") und Kuratoriumsmitglied der Reportageschule Zeitenspiegel.


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9 Kommentare verfügbar

  • PHS1961
    am 27.04.2011
    Also grundsaetzlich gilt - Oben-Bleiber wollen genau dies: Oben bleiben. Wir legen nicht tiefer. Dafuer sorgen schon die Verantwortlichen selber. Und eben weil wir nicht desinformiert sind, wissen wir genau, wohin wir wollen und in der Konsequenz dann auch, wohin wir nicht wollen. Das Wort "mitnehmen" moechte ich persoenlich nie wieder hoeren oder lesen muessen in diesem Kontext und das ist durchaus doppeldeutig zu verstehen. Geben Sie das Wort einmal in einem Synonymlexikon ein, die Ergebnisse sind lehrreich.
  • Pfeifenraucher
    am 25.04.2011
    Was glaubt man eigentlich uns servieren zu dürfen? Vom Schwachsinn und der Verlogenheit des "Mitnehmens" haben wir doch genauso die Schnauze voll wie von der paternalistischen Unterstellung, wir warteten auf die nächste Leitfigur nach Mappus.Vielleicht Zetsche? Oder ein Hybride wie Wiedeking? Das mag für den Verkaufserfolg von Porsche ausreichen - hier haben solche Idiotien keinen Platz - sonst können Sie "Kontext" gleich wieder zumachen oder Susanne Offenbach von "Sonntag aktuell" in die Redaktion aufnehmen :
    >Gerade im Zeitalter der Überinformation brauchen die Menschen einen Kompass, der ihnen die Richtung zeigt und der sie mitnimmt auf diesen langen Weg. Dieser Kompass kann nur eine Leitfigur sein, die den Menschen eine Vision in einer immer komplexeren Welt gibt.<
    Was soll der Scheiß?
  • backwoods
    am 24.04.2011
    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Auch ich bin befremdet, in der neuen Kontext:Wochenzeitung so einen seichten Ratgeber-Text zu lesen, dessen Autor sich sicher in der PR-Sprache und in Kommunikationsklischees gut auskennt. Seine Analyse der Situation in Stuttgart finde ich indessen ziemlich dürftig. Einen "Kompaß" bräuchten die Menschen, für die Richtung; das könne nur eine "Leitfigur" sein. Wo hat der ignorante Autor eigentlich die letzten 2 Jahre gelebt? "Die Hoffnung der Protestierer in einen Heilsbringer" wird sich nicht legen, meint der Kommunikationsexperte. "Atomausstieg/Baustopp selber machen" ist das Credo der Mutbürger, die sich aktiv in den Dialog u.a. mit den Landtagsabgeordneten einbringen. Die sollen Heilsbringer-Sehnsüchte hegen? Gehts noch Herr Kommunikationsexperte? Ich glaube, Sie sehen vor lauter Kommunikationswald die Bäume nicht. Und sie wollen, wie alle mainstream-Medien im Ländle, die Volksabstimmung "ohne wenn und aber". Ganz schön plump. Aber Ihr PR-Handwerk verstehen Sie immer noch - sonst hätten Sie Ihren langweiligen und uninspirierten Text wohl kaum in Kontext untergebracht.
  • WolfgangKuebart
    am 24.04.2011
    Ein merkwürdiger Artikel. Was will uns Herr Hunger damit sagen? - Zunächst einmal irrt Herr Hunger, wenn er meint, dass alles nur eine Frage der Kommunikation sei. Mitnichten fühlt sich "dieses Bürgertum desinformiert, nicht ernst genommen und vor allem: nicht mitgenommen." Dieses Bürgertum ist weiss, dass bei "Stuttgart 21 (und nicht etwa nur bei der Kommunikation!) so ziemlich alles falsch gemacht wurde, was man nur falsch machen kann." Ich würde mir wünschen, dass Herr Hunger sich einmal die Faktenlage ansieht, wie es dazu kam, dass "Parlamente sich mehrheitlich ebenfalls dafür ausgesprochen" haben "und die Bahn rechtsgültige Verträge" hat. Dann kann er vielleicht Herrn Kretschmann einen Sprechzettel anfertigen. - Also, was will Herr Hunger uns mit diesem Artikel sagen? Ich vermute, er arbeitet bereits daran, zu versuchen, die Stimmung für den Kellerbahnhof zu drehen, mehr nicht. Doch "Gut gemeint ist nicht notwendigerweise gut."
  • canislauscher
    am 24.04.2011
    Das ist der erste Beitrag in "kontext", der mich erinnert, weshalb ich seit Anfang der Neunziger keinen "Spiegel" mehr lese. Ein völlig angestaubter Paternalismus, eine neofeudale Deutungshoheit, gepaart mit einem ungebrochenen Machbarkeitswahn und -nicht zuletzt- einer Fetischisierung des citoyen. Als wären mindestens die letzten 10/15 Jahre spurlos am Autor vorüber gegangen. Interessant aber, dass das offensichtlich immer noch relevant zu sein scheint. Oder, bedenklicher, als relevant gilt.
    Ohne Kontext wäre es Retro-Mode. Im aktuellen Zusammenhang ist es ärgerlich.
  • AufrechterGang
    am 23.04.2011
    Der Artikel beschreibt zwar die politischen Zwänge, denen sich Kretschmann teils auch aus purer Dummheit ausgesetzt hat. Aber das Fazit kann nicht sein dass ein nachweislich völlig schwachsinniges Projekt aus (Lobby)politischen Gründen gebaut wird. Dazugibt es in Stuttgart einfach zu viele Leute, die da nicht nur eine Meinung dazu haben, sondern die einfach WISSEN und argumentativ belegen können dass der Tiefbahnhof auf keinen Fall gebaut werden darf. Und sie werden sich entsprechend verhalten. Kretschmann bleibt wenn es unglückseligerweise zu dieser Konfrontation kommen sollte moralisch eigentlich nur der Rücktritt.
  • Dr.iur.ChristoferHebel
    am 23.04.2011
    Warum ist Kontext ein Forum für schwurbelig formulierte Artikel, die von wenig Sachkenntnis zeugen? Derlei gab und gibt es zur Genüge. War Kontext nicht angetreten, um Informationen zu liefern statt Nebelkerzen? Welche "rechtsgültigen Verträge" meint denn der gute Herr Hunger? Welche "Konventionalstrafen" sollen diese nach sich ziehen, falls sie nicht erfüllt werden? Es kann sich ja wohl kaum um die Finanzierungsvereinbarung der Projektbeteiligten handeln! Prüft niemand in der Redaktion beispielsweise die juristische Schlüssigkeit?
    Von welchem "Rückbau" faselt der Autor? Soll der Nordflügel noch weiter zurückgebaut werden? Dass der Steuerzahler für politsiche Fehlentscheidungen geradestehen muss, ist eine Binsenweisheit und liegt in der Natur der Sache.
    Wir hatten uns mehr von Kontext versprochen!
  • eraasch
    am 22.04.2011
    Hm. Was lernen diese Leute auf den Hochschulen eigentlich? Die Kombination S21 - Kommunikation ruft in Stuttgart nun langsam nicht einmal mehr Augenrollen hervor. Bitte keine Brettschneiders & Co mehr!!
    Bei S21 geht es um Fakten. Nicht um Werbung, Mitnehmen und ähnliches Gesülze. Dieser verkehrstechnische Kollateralschaden einer gestrigen Stadtentwicklungsidee ist ein Rückbau der Infrastruktur, von den 15 bis 20 Jahren Bauzeit, in denen der Verkehr ins Chaos versinken wird, ganz abgesehen.
    Diese Naivität ist unerträglich. Derivate? Tolle Rendite! Kernkraft? Sicher!!! S21? Leistungssteigerung um? doppelte!
    Wir haben in Stuttgart Dummheit und Lügen satt. Vor allem Journalisten und sog. Experten, die nur dem Herdentrieb der aktuellen Mode hinterherlaufen wie die Ochsen, die am Nasenring zur Schlachtbank geführt werden. Wer "S21"
    in den Mund nimmt, hat sich gefälligst über die Faktenlage zu informieren, die hier seit 2009 in aller Öffentlichkeit ausgebreitet wird, wenn er sich nicht der Volksverdummung schuldig machen will.
    Wie wird in Stuttgart der optimale Verkehrsknotenpunkt entstehen?
    Die einzigen Antworten können sein:
    Kein Rückbau auf 8 Gleise
    Kein hanebüchen unsinniges Wassermanagement
    Keine jahrzehntelange Baustelle mit Concordeeffekt, in die man Milliarden um Milliarden zubuttern muß, weil sie too big to fail sein wird.
    Kein Tiefbahnhof, der die unzureichende Infrastruktur dann wirklich auf die nächsten 100 Jahre festbetoniert, und Stuttgart dann tatsächlich vom Verkehr abhängt.

    Für mich nur ein heller Satz in dem Artikel, in dem steht, dass womöglich S21 den Bürgern als Fehler der Politik erklärt werden müßte.
    Es klingt nicht so, als hätte der Autor sich je damit auseinandergesetzt, ob das Projekt nun sinnvoll ist oder nicht. Aber genau das ist hier seit 2 Jahren aber die Gretchenfrage und jeder, der zu ihr nichts zu sagen hat, sollte in Stuttgart in der Debatte einfach still sein.

    Dass Herr Kretschmann einen schweren Job hat, weiß jeder, dazu brauche ich keinen Kommunikationsprofi, der mir das sagt.
  • Frankie
    am 20.04.2011
    Eine wenig inspirierende Bestandsaufnahme von Einschätzungen und Spekulationen zur Situation. Die einzige bemerkenswerte Stelle findet sich gegen Ende des Beitrags: "Er [Kretschmann] wird … lernen müssen, Niederlagen in Siege umzudeuten."
    Will der Autor damit Herrn Kretschmann etwa empfehlen mit der Wahrhaftigkeit gerade so weiterzumachen wie seine Vorgänger? Hat er denn nicht gemerkt, dass es eine neue Volkskrankheit gibt, nämlich die Allergie gegen Politikerlügen? Das Antiallergikum heißt Wahrhaftigkeit.
    Herr Kretschmann sollte es weiterhin mit Sir Roger Douglas, Finanzminister a.D. von Neuseeland, halten, der auf der vom damaligen Bundespräsidenten initiierten Konferenz "Demographischer Wandel in Deutschland" am 6.12.2005 in Berlin sagte: "Der Durchschnittsbürger … verfügt … über eine lebenslange Erfahrung im Berufs- und Privatleben und ist daher durchaus in der Lage, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die Menschen wissen, wann man sich um Fragen herumdrückt. Sie spüren, wann sie bevormundet oder betrogen werden, und das mögen sie nicht. Sie respektieren Politiker, die sich ihren Fragen offen und ehrlich stellen."

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