Dem schönen Gebhäude sieht man seine Vergangenheit nicht an. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 252
Gesellschaft

Komplizierte Architektur des Gedenkens

Von Dietrich Heißenbüttel
Datum: 27.01.2016
Zwei Verträge und Mieter, die keine Miete zahlen: Einige Anstrengung hat es gekostet, für die künftige Nutzung der Stuttgarter NS-Gedenkstätte Hotel Silber einen akzeptablen Kompromiss zu finden.

"Toll, dass sich alle ihrer Verantwortung stellen", sagt Thomas Schnabel, der Direktor des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg: Die Verträge über die Finanzierung und Nutzung des Lern- und Gedenkorts im Hotel Silber, dem früheren Gestapo-Hauptquartier für Württemberg-Hohenzollern, sind unterzeichnet. Noch vor fünf Jahren drohte dem einstigen Nobelhotel der Abriss. Erst der Regierungswechsel im Land brachte den Umschwung: 2011 beschloss die grün-rote Landesregierung, den Bau zu erhalten und dort eine Gedenkstätte einzurichten, wie es die zwei Jahre zuvor gegründete Bürgerinitiative gefordert hatte.

Damit war ein Grundsatzbeschluss gefasst, aber noch längst nicht alles geklärt. Denn es waren recht unterschiedliche Partner, die sich nun über eine Konzeption einigen mussten. Auf der einen Seite die Initiative: ein Verein, in dem anfangs elf, heute 23 Organisationen zusammengeschlossen sind, vom Arbeitskreis Asyl über die Stolperstein-Initiativen, den Verband deutscher Sinti und Roma, den Stadtjugendring und die Anstifter bis hin zur Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Ein recht heterogenes Bündnis von Ehrenamtlichen, allen voran unermüdlich Elke Banabak und Harald Stingele.

Auf der anderen Seite die Stadt und das Land, welches das Gebäude mittelbar besitzt. Für das Land war von vornherein klar, dass der Gedenkort vom Haus der Geschichte als Außenstelle betrieben werden soll. Dessen Direktor Thomas Schnabel ist ein glühender Verfechter der Gedenkstätte. Was nicht heißt, dass der Landesbeamte und die Initiative immer am selben Strang ziehen.

Hotel Silber steht unter Beobachtung

Aber zunächst musste die Stadt an Bord geholt werden. In den Haushaltsberatungen im Dezember 2011 stimmte der Gemeinderat zu, Gelder für die Entwicklung bereitzustellen. Doch der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Schuster zierte sich. Mit Verweis auf das künftige Stadtmuseum, das die Stadt bereits genug belaste, wollte er das Hotel Silber gern dem Land allein überlassen.

Runde Tische, Verhandlungen, und immer wieder beklagte die Initiative, ohne die das Gebäude niemals erhalten geblieben wäre, dass sie in den Entscheidungen nur am Rande vorkäme. Ein erster Rückschlag war dann 2013 zu verzeichnen: Statt des ganzen Gebäudes sollten nun nur noch vier Etagen der linken Gebäudehälfte zur Verfügung stehen. Dann aber kürzten Stadt und Land das jährliche Budget nochmals um 300 000 Euro und die Gedenkstätte um eine Etage.

Hier passte nun zwischen das Haus der Geschichte und die Initiative kein Blatt: Das zweite Obergeschoss war die Chefetage der Geheimen Staatspolizei, von hier ging der Terror aus. In der kleinteiligen Struktur der erhaltenen Büroeinteilung zeige sich die Banalität des Bösen am authentischen Ort. Der Aufschrei half nicht, das Konzept wurde gekürzt. Bis sich Anfang 2015 herausstellte, dass der Keller gar nicht nutzbar war, da die dort vorgesehene Heizungsanlage den Raum weitgehend ausfüllte. Diesmal hatten Stadt und Land ein Einsehen: Das zweite Obergeschoss ist nun wieder Teil des Konzepts. Allerdings lassen sich die dort vorgesehenen Sonderausstellungen kaum mit der kleinteiligen Bürostruktur unter einen Hut bringen. Während in der Dauerausstellung im ersten Stock die Büros erhalten bleiben sollen, ist im zweiten nun ein offener Ausstellungsraum geplant.

Dies ist Stand der Dinge, seit das renommierte Architekturbüro Wandel Lorch Ende Juli 2015 den Wettbewerb zur Gestaltung der Dauerausstellung gewann. Das Saarbrückener Büro hat 2002 mit dem Neubau der Synagoge in Dresden viel Aufmerksamkeit erregt und unter anderem das Jüdische Zentrum München und das Besucherzentrum der Gedenkstätte des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück geplant.

Dass ein so erfahrenes Architekturbüro die Arbeiten leitet, ist nur zu begrüßen. Das Hotel Silber steht unter Beobachtung, auch überregional: Wie Kontext berichtete, meldete sich im September 2014 ein 170-köpfiges Wissenschaftler-Gremium zu Wort, neoakademisch Expertencluster genannt. Sehr vertraut mit den Empfindlichkeiten vor Ort scheinen die Akademiker nicht zu sein. Aber gut zu wissen, dass es sie gibt – vor allem bei Streitfragen.

Gibt es Kontinuitäten von der Gestapo zum Verfassungsschutz?

Das Konzept der Architekten sieht vor, den Haupteingang an die Hauptstätter Straße zu verlegen. Dort befand sich vor 1928, als das Haus noch Hotel war, der Eingang zum Restaurant. Ein Zeitpfeil soll an dieser Stelle einen Einstig bieten. Allerdings ist im EG neben kleineren Seminarräumen auch der Veranstaltungsraum vorgesehen. Bei Vorträgen müssen die Ausstellungsbesucher dann doch mit dem Eingang an der Dorotheenstraße vorliebnehmen.

An der Gebäudeecke soll eine Art Litfasssäule auf den Gedenkort aufmerksam machen und zugleich an den früheren Eckturm des historistischen Bauwerks erinnert, das nach Kriegszerstörungen in vereinfachter Form wieder aufgebaut wurde. Nun sind die Bauuntersuchungen im Gang. Die Wände sollen abgeschält werden, stellenweise schaut bereits das rohe Mauerwerk durch. Es wird noch einmal geprüft, ob sich nicht doch noch Spuren aus der NS-Zeit finden.

Eine Besonderheit des Stuttgarter Gedenkorts besteht darin, dass das Hotel Silber nicht nur Gestapo-Hauptquartier war, sondern bereits 1928 Polizeipräsidium und nach dem Krieg bis 1984 Polizeidienststelle. Da gibt es Fragen zu beantworten: etwa zu Kontinuitäten der Polizeiarbeit, aber auch zur Verfolgung von Homosexuellen oder Sinti und Roma über die nationalsozialistische Ära hinaus. "Das Hotel Silber wurde – bundesweit einmalig – von 1928 bis 1984 ununterbrochen von der Polizei genutzt", betont Schnabel: "Hier können, wie an keinem anderen Ort im Land, Kontinuitäten und Brüche im Umgang mit Minderheiten und Gegnern, aber auch das Selbstverständnis der jeweiligen Polizisten in Demokratie und Diktatur dargestellt werden."

Heikler wird es, wenn das Gebiet der Historiker verlassen wird. Die Gestapo war, wie der Name besagt, geheim. Bestehen auch Kontinuitäten zum Bundesamt für Verfassungsschutz? Manch einer aus der SS und der Gestapo hat nach dem Krieg dort weitergewirkt. Erst im vergangenen Jahr hat das Amt dazu ein Buch vorgestellt. Der Titel: "Keine neue Gestapo". Bei der Präsentation im September unterstrich Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen: "Wir sind ein Dienstleister für Demokratie."

Lob aus Berlin – von der Stiftung Topographie des Terrors

Daran lassen so manche Vorgänge im Bereich der NSU-Morde Zweifel aufkommen. Hatten die Schlapphüte ihre V-Männer nur nicht richtig im Griff? Oder gibt es auch in Deutschland so etwas wie einen "tiefen Staat", also geheime Verbindungen zwischen Politik, Justiz, Rechtsextremen und Verfassungsschützern? Schnabel kann als Landesbeamter in solchen Fragen nicht über seinen Schatten springen. Die Initiative möchte sich dagegen das Wort nicht verbieten lassen.

Es wird daher nicht nur gemeinsame Veranstaltungen geben, sondern auch solche, die die Initiative allein verantwortet. Noch vor einem halben Jahr war dies durchaus strittig, da das Land auf dem Haus der Geschichte als alleinigem Träger beharrte. Zwar ist die Initiative auch im Verwaltungsrat und im Programmbeirat vertreten, kann dort jedoch jederzeit überstimmt werden.

Der Vertrag regelt nun, dass sich Stadt und Land die Kosten für den laufenden Betrieb – jährlich 500 000 Euro – und die drei Millionen für Planung und Einrichtung der Ausstellung teilen. Miete und Umbau übernimmt das Land allein, schließlich handelt es sich um ein Objekt der BW-Stiftung. Aber es gibt eine ergänzende Vereinbarung zwischen dem Haus der Geschichte und der Initiative. Letztere erhält einen eigenen Raum: als Mieter, allerdings ohne Miete zu zahlen.

Darüber hinaus erhält die Initiative von der Stadt einen jährlichen Zuschuss von 5000 Euro für eigene Veranstaltungen. Die eigenverantwortliche Einbeziehung der Bürger sei ohne Vorbild, hat Thomas Lutz von der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin der Initiative bestätigt. Auch Oberbürgermeister Fritz Kuhn betont: "Dass Bürger den Betrieb mitgestalten, ist bundesweit einzigartig." 


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1 Kommentar verfügbar

  • NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären e.V.
    am 29.01.2016
    Die Frage nach personellen Kontinuitäten von Gestapo zu Verfassungsschutz oder BND lässt sich eindeutig bejahen. Der unten folgende Text entstand im Rahmen der Vorbereitungen für die von unserem Verein initiierte Ausstellung "Gestapo-Terror in Luxemburg":
    http://ns-familien-geschichte.de/themen/luxemburg/16-gestapo-ausstellung-in-luxemburg,
    http://ns-familien-geschichte.de/themen/luxemburg und
    http://www.esch.lu/culture/musee/en/Pages/default.aspx.

    Diese Ausstellung ist noch bis zum 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom NS-Faschismus, im Musée national de la Resistance in Esch-sur-Alzette im Süden Luxemburgs zu sehen, anschließend voraussichtlich zunächst in Trier und Saarbrücken. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und kann ab Sommer 2016 über das Musée national de la Resistance gebucht werden.
    An der Ausstellung arbeiteten mit: das Musée national de la Résistance, das Projekt „Gestapo Trier” an der Universität Trier, das Centre de Documentation et de Recherche sur la Résistance in der Villa Pauly, der früheren Gestapozentrale in Luxemburg und unser Verein. Es gibt auch einen Katalog zur Ausstellung, der allerdings nur eine stark gekürzte Fassung des folgenden Textes enthält.

    Wichtig war uns Ausstellungsmachern, nicht beim Abzug der NS-Besatzer aus Luxemburg mit der Aufarbeitung stehen zu bleiben, sondern auch die misslungene juristische Aufarbeitung der Verbrechen der Gestapo in Luxemburg und besagte Kontinuitäten zu beleuchten. Die Ausstellung schließt deshalb auch mit dem kritischen und hochaktuellen Fazit:

    "Die Gestapo hat nicht nur überwacht und ermittelt, sondern auch verhaftet, verurteilt und hingerichtet, ohne Richter und ohne staatsanwaltliche Kontrolle. Gerade durch diese Kopplung wird sie zu einem schlagkräftigen und gefürchteten Instrument der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
    Eine wichtige Lehre aus dieser Erfahrung ist, dass es in einigen europäischen Ländern, zumindest dem Anspruch nach, ein geltendes Trennungsgebot von Geheimdienstaktivitäten und exekutiven polizeilichen Befugnissen gibt. Mit einer in den letzten Jahren ansteigenden Bedrohung durch Terrorismus wird dieser wichtige Grundsatz allerdings zunehmend aufgehoben und eine Vernetzung von
    Geheimdiensten und Polizei personell (durch Rollenwechsel) und materiell (z. B. Datenbanken) vorangetrieben. Aus der leidvollen Erfahrung mit der Gestapo muss diese Entwicklung kritisch beurteilt werden."

    Nun zu den Kontinuitäten:

    *** Der beginnende Kalte Krieg bestimmt den Rahmen:
    Bereits vor dem Ende des zweiten Weltkriegs zeichnete sich der Systemkonflikt zwischen den West-Alliierten auf der einen und der Sowjetunion auf der anderen Seite ab. Daraus erwuchs für viele Funktionsträger des NS-Systems nicht nur die Chance ihre Haut zu retten, sondern auch in der Nachkriegsordnung wieder wichtige Stellen in staatlichen Institutionen zu besetzen.
    Insbesondere für die neu entstehenden deutschen Geheimbehörden trifft dies zu. Die deutschen Geheimdienste wurden auf Initiative und mit Hilfe von Geheimdiensten der Besatzungsmächte aufgebaut. Zwar verlangte das „Internationale Militärtribunal“ in Nürnberg die Zuführung ehemaliger Mitarbeiter des SD und des „Reichssicherheitshauptamts“ (RSHA), der Chefbehörde der Gestapo. Dennoch war auf westlicher Seite diese Tätergruppe und ehemalige Mitarbeiter der militärischen Abwehr als Experten in der Bekämpfung kommunistischer Betätigung gefragt. Auch in der Sowjetischen Besatzungszone griff man gerne auf ihr Fachwissen zurück.

    Oft gelang es ehemaligen NS-Funktionsträgern, die wieder in leitende Positionen gefunden hatten, frühere Kollegen in ihren Behörden zu installieren. So entstanden Netzwerke ehemaliger NS-Täter innerhalb der jungen Geheimdienste in Westdeutschland, die ihre Stellungen in ihrem Sinn nutzten.

    *** Der Verfassungsschutz:
    Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), dem neuen westdeutschen Inlandsgeheimdienst auf Bundesebene, war in den Jahren 1955 bis 1972 Hubert Schrübbers. Als NS-Oberstaatsanwaltschaft verlangte er in Hochverratsprozessen hohe Strafen gegen Gegner/innen des Regimes. Auch zwei seiner Stellvertreter waren stark NS-belastet: Albert Radke war ehemaliger Mitarbeiter der militärischen Abwehr, Ernst Brückner war NS-Staatsanwalt und Außenstellenleiter der Sicherheitspolizei im besetzten Polen.

    Personalentscheidungen BfV standen bis 1955 unter Kontrolle der Alliierten. In den Anfangsjahren des BfV hatten Gestapo-, SD- und SS-Mitglieder wenige Chancen auf eine Anstellung. Dennoch arbeitete eine Reihe von ihnen z.T. unter falscher Identität oder als inoffizielle „freie Mitarbeiter“ für das BfV. Insbesondere Richard Gerken, seit 1953 Abteilungsleiter Spionageabwehr, bediente sich dieser „freier Mitarbeiter“. Gerken war im besetzten Holland Mitarbeiter der Abwehr und anschließend im RSHA tätig in der zur Gestapo gehörenden Abteilung Gegnerforschung und -bekämpfung. Im Lauf der 1950er Jahre nahm die Personenzahl dieses Täterkreises dann stetig zu. 1963 bekleideten 16 ehemalige Gestapo-Mitarbeiter hohe Ämter im BfV. Anlässlich eines Skandals im gleichen Jahr nahm die Öffentlichkeit Notiz von der Wiederbeschäftigung dieser Täter, aber erst 1967 waren alle aus dem Dienst entfernt. Andere NS-Belastete, wie Präsident Schrübbers, mussten schließlich in den 1970er Jahren ihren Hut nehmen.

    Für die Verfassungsschutzämter der Bundesländer ist dieser Aspekt noch nicht umfassend erforscht. Bekannt ist aber, dass auch dort viele NS-Täter auf allen Ebenen bis hin zur Leitung aktiv waren.

    *** Der Bundesnachrichtendienst:
    Vorgängerorganisation war die „Organisation Gehlen“, die bereits 1946 von amerikanischen Besatzungsbehörden aus Personal der ehemaligen „Abteilung Fremde Heere Ost“ gegründet wurde. Benannt wurde sie nach ihrem Leiter Reinhard Gehlen, der schon besagten Nachrichtendienst der Wehrmacht geleitet hatte. Informationen gewann dieser Dienst nicht zuletzt durch schwere Folterung kriegsgefangener Rotarmisten. Zunächst war die „Organisation Gehlen“ eine Dienststelle der US-Armee, 1949 wurde sie in die CIA eingegliedert. Viele Mitglieder von SS, SD, Gestapo, militärischer Abwehr und Wehrmachtsoffiziere wurden unter neuer Identität in den Dienst übernommen.

    Im Jahr 1956 wurde die mehrere Tausend Mitarbeiter/innen zählende Organisation in den westdeutschen Auslandsgeheimdienst unter der neuen Bezeichnung Bundesnachrichtendienst (BND) umgewandelt. Eine gesetzliche Grundlage für diesen Dienst wurde erst im Jahr 1990 geschaffen.

    Im Jahr 1965 wurde eine interne Untersuchung vorgelegt über 146 BND-Mitarbeiter, die Mitglied waren in Organisationen, die Heinrich Himmler unterstellt waren. Dies betraf beispielsweise Mitarbeiter des RSHA, der Gestapo, des SD, des SS-KZ-Personals oder der berüchtigten SS-Einsatzgruppen. Der Abschlussbericht brachte zu Tage, dass 71 der untersuchten BND-Männer „nachweisbarer Teilnahme an NS-Gewaltdelikten“ – gemeint sind Massenexekutionen – schuldig waren. In der Folge wurden diese Personen mit finanziellen Abfindungen aus dem Dienst entfernt, damit sie nicht von gegnerischen Geheimdiensten erpresst werden können. Ehemalige Wehrmachtssoldaten und „reine Waffen-SS-Angehörige“ wurden in dieser Untersuchung nicht überprüft.

    In den Unterlagen der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ in Ludwigsburg befinden sich Unterlagen zu 21 Ermittlungen, die in den 1960er Jahren gegen BND-Mitarbeiter im Zusammenhang mit NS-Verbrechen geführt wurden. Die meisten endeten mit Freispruch, wie z.B. im Fall des Gestapo-Mitglieds Erich Deppner. In den Niederlanden leitete er Erschießungskommandos, so z.B. im April 1942 in Amersfoort, wo sein Kommando 85 sowjetische Kriegsgefangene erschoss. Das Verfahren vor dem Münchner Landgericht endete 1964 mit dem zynischen Freispruch, Deppner könnte „in dem Glauben gehandelt haben, es handele sich um eine damals völkerrechtlich zulässige Repressalie“.

    NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären e.V.
    http://ns-familien-geschichte.de

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