KONTEXT:Wochenzeitung
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Einfach nur in Frieden leben

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Danke, Danke, Danke! Rufen wir Ihnen allen zu. Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern. Danke, dass wir uns im Ernstfall stets auf Sie verlassen können. Dass Sie uns tatkräftig unterstützen, wenn wir befinden, dass auch über unappetitliche Themen berichtet werden muss, und zwar ohne Maulkorb. Ohne Geld geht das nicht, und wieder einmal haben Sie dafür gesorgt, dass wir auch im Fall Renner mit breitem Kreuz antreten können: In nur einer Woche haben wir unser Spendenziel erreicht, um uns den Rechtsstreit mit dem ehemaligen Spitzenpolizisten leisten zu können.

Zugegeben, unser Renner-Maulkorb-Problem wirkt kleinlich gegenüber den Kriegen in der Welt. Nun hat die Hamas Israel angegriffen und es waren nicht ein paar Raketen, wie wir das aus Nachrichten der vergangenen Jahre kennen. Diesmal war es ein massiver, wohlorganisierter Terrorangriff auf Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Hunderte wurden massakriert. Auf der Demonstration am Montagabend vor dem Stuttgarter Rathaus zeigten um die 1.000 Stuttgarter:innen ihre Solidarität, israelische Fahnen lagen um zahlreiche Schultern, ein Rabbi betete, Vertreter:innen aus Politik, von Deutsch-Israelischen Gesellschaften, der evangelischen und katholischen Kirche sprachen. Die Stimmung war ernst.

Hundert Meter entfernt am Rotebühlplatz hatten sich etwa 50 vorwiegend junge Männer und einige Frauen zusammengefunden und skandierten "Free Palestine!". Schilder richteten sich gegen die Politik der israelischen Regierung, zwei junge Frauen erklärten per handgemaltem Schild, "gegen Antisemitismus & Zionismus" zu sein, kein Wort zu dem Angriff der Hamas. Da lohnt sich ein Blick nach Hannover. Dort verurteilten der Vorsitzende der palästinensischen Gemeinde Hannover und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen die "barbarischen Ereignisse im Nahen Osten" und riefen dazu auf, respekt- und friedvoll miteinander umzugehen.

Das ist ein gutes Zeichen. Warum nicht auch in Stuttgart? Es wäre weitsichtig, wenn auch hier Vertreter:innen von jüdischen und palästinensischen beziehungsweise muslimischen Gruppen in Dialog treten würden. Natürlich wird das Miteinandersprechen hier nicht den Krieg dort beenden. Aber es könnte helfen, einander besser kennenzulernen und deutlich zu machen, dass die allermeisten Menschen, so naiv das klingen mag, einfach nur auskömmlich in Frieden leben wollen.

In einen Dialog – wenn auch nicht auf derart vermintem Gebiet – treten am kommenden Montag der baden-württembergische Chef der IG Metall Roman Zitzelsberger und die taz-Redakteurin Ulrike Herrmann im Theaterhaus. Sie sagt, dass mit Wachstum kein ökologischer Umbau machbar ist. Er meint: doch. "Lässt sich mit grünem Schrumpfen oder mit grünem Wachstum das Klima retten?", lautet das Thema das Abends, der um 19.30 Uhr beginnt. Veranstalter ist der Neue Montagskreis, und der bittet unbedingt um Anmeldung und zwar hier.


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1 Kommentar verfügbar

  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 11.10.2023
    Antworten
    "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."

    So lang "gefallsüchtig sein" derart verbreitet in den höchsten Positionen im Staatsdienst sich zeigt, so lang wird "Mundverbieten" fortschreiten [1].

    KONTEXT 135 Das Schweigen der Zeitungen -27…
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