Ausgabe 368
Editorial

Schorlau bläst zum Fest

Von unserer Redaktion
Datum: 18.04.2018

Das gibt's auch nicht alle Tage: Wolfgang Schorlau mit der Mundharmonika. Der Schriftsteller wollte es unbedingt, und er wollte es mit Werner Dannemann, dem schwäbischen Jimi Hendrix. Okay, Genosse Wolfgang, haben wir gesagt, du machst deine Lesung mit Musik. Und so wird das Duo ein Teil des 1. Kontext-Pressefestivals, das am Samstag, 12. Mai, ab 14 Uhr über die Bühne der Cannstatter Kulturinsel gehen wird. Für alle Kontext-LeserInnen und solche, die es noch werden wollen. Sie finden das genaue, aber noch nicht in Stein gemeißelte Programm, hier.

Uns war schon wichtig Hirn und Herz zusammen zu bringen, weshalb die Sause ein Mix aus Debatte und Musik sein wird. Unter dem Motto "Was wollen wir lesen, 7 Tage lang", geklaut von den "Bots", soll ausgelotet werden, wie Journalismus heute und morgen zu sein hat. Kritisch natürlich, unabhängig, meinungsstark, anders eben als der mediale Mainstream, der in Form der Verlegerpresse womöglich ein Auslaufmodell ist. Ob das eine Chance ist für die Alternativen, wird ein Podium mit taz, Die Anstalt, correctiv und Kontext diskutieren – unter Mitwirkung des Publikums, versteht sich.

Es versteht sich auch, dass sich unser geliebter Wetterer Peter Grohmann mit einer Laudatio zu Wort meldet, dass befreundete Projekte aus dem Land mit ihren Ständen vertreten sein werden, und das Festival ausklingt, wie es sich – allen globalen Widrigkeiten zum Trotz – für eine fröhliche Festgemeinde gehört: mit Ska und Reggea einer Zehnkopfband, die zumindest die Beine zum Tanzen bringt. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr darauf.

Kulturikone Wolfgang Schuster

Ja, der Frühling kommt, die Bäume schlagen aus, die Baustellen auch. Doch halt! Manche werden sogar fertig. Das Stadtmuseum zum Beispiel. Pardon, ein Palais. "Stadtpalais – Museum für Stuttgart" lautet der offizielle Name der fast 20 Jahre lang geplanten und vier Jahre gebauten Einrichtung, die am vergangenen Wochenende im früher Wilhelmspalais genannten Bau ihre Pforten öffnete. Mit dabei war auch der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister, Professor Wolfgang Schuster, dem von STZN-Kulturleiter Tim Schleider eine blütenreiche Lobesgirlande ob seiner Verdienste für die Stadt geflochten wurde. Mit Erstaunen vernahm die geneigte Hörerschaft, wie Schuster, sozusagen postum, will sagen, post officium zur Ikone der städtischen Kultur geadelt wurde. Was habe der Alt-OB nicht alles im Kulturbereich angestoßen! Literaturhaus, neue Stadtbücherei, Stadtmuseum, pardon, -palais undundund. Schleider vergaß leider, das strahlende Bild noch mit der Erwähnung von Schusters großen Verdiensten um Stuttgart 21 und die städtische Baukultur, die Einkaufszentren- bzw. Mallkultur, die Erinnerungskultur oder die Wassernetzkultur, die wiederum nur ein Teil der Cross-Border-Leasing-Kultur ist, noch stärker zum Glänzen zu bringen. Was hiermit getan ist.


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