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Hoffnung aus dem All

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Jugendliche finden Politiker uncool und blöd. Das zumindest hat die Friedrich-Ebert-Stiftung herausgefunden. Es gebe zu wenig junge Politik-Vorbilder. Bei genauerer Betrachtung hat es den Anschein, als würde es ganz generell an politischen Vorbildern mangeln. Und da muss man nicht einmal in Richtung Donald Trump und dessen Paranoia schielen. Vorbei die schöne alte Zeit, in der alles besser war. Und das nicht nur bei der SPD, in der die roten Machos mobil machen. Bei den Grünen trifft diese altbackene und überflüssige Halbwahrheit sogar voll ins Schwarze. Vor allem bei deren Chef Winfried Kretschmann, der als Ministerpräsident genau das macht, was er im viel besseren Früher gehasst und verteufelt hat: fette grüne Beute.

Vorbildtauglich ist auch der Stuttgarter Gemeinderat nicht wirklich. Sie und ihr grüner Chef Fritz Kuhn schaffen es seit Jahren nicht, die Landeshauptstadt vom Thron der verkehrsmäßig desaströsesten Städte Europas runterzuholen. Möglicherweise, meint unser Autor, böte da die Internationale Bauausstellung eine Chance, Stadtreparatur zu wagen. Aber die ist erst 2027, da bleibt noch genug Zeit für Entscheidungen ohne Vorbildcharakter.

Oder die PolitikerInnen im Konstanzer Rathaus, die politische Hautevolee, die mitverantwortlich ist für die Schließung des dortigen Programmkinos Scala. Der Regisseur Douglas Wolfsperger arbeitet an einem Dokumentarfilm über das Lichtspielhaus, aber im Bodensee-Metropölchen sagt man ihm reihenweise Interviewtermine ab – bitte nicht filmen. Wir haben Michael Lünstroth gebeten, sich des Themas anzunehmen. War es doch die kritische Berichterstattung über das Konstanzer Rathaus, die ihn seinen Job beim dortigen Südkurier gekostet hat. So läuft's, wenn eine Lokalzeitung und die Lokalpolitik ein gemeinsames Süppchen kochen.

Das alles, könnte man und frau an dieser Stelle sehr laut seufzen, ist nicht gerade erbaulich. Was also tun? Mal was Positives. Eine Runde Riesenrad fahren auf dem Cannstatter Wasen, der alljährlichen versoffenen Wasokalypse in der Stadt. Nur um das ganze Elend mit etwas Abstand zu betrachten. Denn von oben sieht alles gleich friedlicher aus. Sagt auch der Ufo-Experte Erich von Däniken, der am Wochenende auf dem spinnerten Kopp-Kongress referiert hat.

Um fünf vor Krise hat er eine wirklich hoffnungsfrohe Nachricht: Sorgen machen müssen wir uns nicht. Denn wir Menschen werden von Außerirdischen bewacht, die uns wohlgesonnen sind. Und irgendwann demnächst, quasi bald, werden sie bei uns landen. Vielleicht sind ja sogar ein paar junge PolitikerInnen dabei, mit Vorbildcharakter.


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1 Kommentar verfügbar

  • howetzel
    am 05.10.2016
    Antworten
    Hoffnung aus dem All?
    Was soll diese alte Aussage in neuen Worten, um Herrschaft der Mächtigen über das Volk zu verklären?

    Ein promovierter Ingenieur, Wolfgang Volkrodt, hat in seinem Buch
    »Es war ganz anders – Die intelligente Technik der Vorzeit« (Herbig Verlag, 1991)
    versucht, das…
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