KONTEXT:Wochenzeitung
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"Mich kotzt es an"

"Mich kotzt es an"
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Im Hattenbühl endet der Horizont am Gartenzaun – wenn alle so denken, wie es Anwalt Holger Zuck schreibt. Seine Mandanten, die, wie er sagt, immer mehr würden, fürchteten um Leib und Leben, um ihre Kinder und den Wert ihrer Häuser in dem Stuttgarter Wohlfühlviertel. Wegen 159 Flüchtlingen, die dort – möglicherweise – eine Zuflucht finden sollen. Beschlossen ist dies keineswegs, andere Quartiere werden noch geprüft, aber prophylaktischer Protest kann ja nicht schaden. So kann also die Willkommenskultur, die von Asylpfarrer Werner Baumgarten bis Oberbürgermeister Fritz Kuhn gepredigt wird, auch aussehen.

Gastautor Michael Kienzle hat diese Geschichte in der Kontext-Ausgabe 145 aufgeschrieben und darauf Post bekommen. Unter anderem von einer Anwältin, wohnhaft auf dem Hattenbühl. Sie berichtet, dass sie vor Weihnachten von Anwohnern gefragt worden sei, ob man juristisch etwas dagegen unternehmen könne. Nachbarn seien sehr besorgt. Sie hat geantwortet: Nicht mit mir. Heute sagt sie: "Mich kotzt das an." Es sei "geradezu entsetzlich", was in diesen Köpfen vor sich gehe. Dagegen müsse etwas getan werden. Eine erste Unternehmung hat bereits stattgefunden: eine Demonstration in Stuttgart-Feuerbach am vergangenen Samstag.

Apropos Köpfe: Was sich in jenem des Nagolder Realschullehrers Gabriel Stängle wirklich abspielt, werden wir wohl nie erfahren. Aber Tatsache ist, dass auch sein Gedankengut kein singuläres ist. Sein Kampf gegen Homosexualität im Unterricht findet Gleichgesinnte, nicht nur im Schwarzwald und in Korntal. Kontext-Autorin Johanna Waidhofer-Henkel ordnet das ein, die Vorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung im Land, Heike Schiller, kommentiert aus der Ich-Perspektive, und zur Abrundung gibt es noch den Link zur Petition gegen die Stängle-Petition.

Empfehlenswert sind auch immer wieder die Kommentare unserer Leser. Zum Neu-Lobbyisten Dietrich Birk (CDU) wird angemerkt, inklusive Quellenangabe, dass auch der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), sein Auskommen gefunden hat. Als Berater des Pharmakonzerns Boehringer-Ingelheim. Zum Thema Pofalla wird vorgeschlagen, eine Let's-putz-Aktion zur politischen Kultur auszurufen beziehungsweise Pofallas berufliche Qualifikation als Sozialpädagoge besser in einer Behinderteneinrichtung oder im sozialpsychiatrischen Dienst wirken zu lassen. Das ist konstruktive Mitarbeit und freut uns, genau so, wenn die  Nachrichtenagentur dpa unsere Meldungen ausschickt. Jetzt weiß die Republik, wie teuer der Ex-Staatssekretär den Steuerzahler kommt.

Weitere Verbreitung finden auch die Bilder von Kontext-Fotograf Joachim E. Röttgers. Seine Motive über den letzten Tag der Heidenheimer Gießerei waren zuerst in einer Kontext-Schaubühne versammelt. Jetzt wandern sie nach Heidenheim, wo sie in einer Ausstellung im Rathaus ( 21. 1. bis 4. 2. 2014) zu besichtigen sind. Der Oberbürgermeister der Stadt am nordöstlichen Ende der Schwäbischen Alb, Bernhard Ilg, will damit die Arbeit der Gießer würdigen.


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2 Kommentare verfügbar

  • Stephan Buchkremer
    am 19.01.2014
    Antworten
    Mich kotzt es an, wenn Menschen mit körperlich und seelischen Beeinträchtigungen, die durch Einrichtungen oder durch mobile Dienste Hilfen und Unterstützung brauchen, ein Ronald Pofalla als adäquate Betreuung zugemuttet werden soll. Wenn, liebe Redaktion, unter Ihren Lesern solche zynischen und…
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