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Sandy

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Das Revolverblatt "stern" gibt in seiner Ausgabe vom 25. 10. 2012 einem Physiker Raum, der sich "Dr. Christoph Engelhardt" nennt und vermutlich in der Ostzone seinen Doktor gemacht hat. Engelhardt: "Stuttgart 21 ist der größte technisch-wissenschaftliche Betrugsfall in der deutschen Industriegeschichte."

Das Revolverblatt "stern" gibt in seiner Ausgabe vom 25. 10. 2012 einem Physiker Raum, der sich "Dr. Christoph Engelhardt" nennt und vermutlich in der Ostzone seinen Doktor gemacht hat. Engelhardt: "Stuttgart 21 ist der größte technisch-wissenschaftliche Betrugsfall in der deutschen Industriegeschichte."

Aus die Maus. Diese ungeheuerlichen Anschuldigungen treffen nicht nur Mappus mitten ins Herz wie eine geheime E-Mail, sie treffen auch Schuster und Dr. Schmiedel, ja eine ganze Partei, die ihr Leben für das Wahlrecht von Frauen(!) gegeben hat. Ganz zu schweigen von bekannten Leuten. Kein Wunder also, dass alle Gutwilligen ein sofortiges Verbot des "stern" fordern und die verbliebenen Exemplare aufkaufen, damit sie nicht in falsche Hände geraten. Volker Kefer (auch Dr.?) ist ja alles andere als ein Mafiosi. Aber nachdem auch diesmal wieder (Dr.) Bernhard Häußler und seine Staatsanwaltschaft untätig bleiben, muss er wohl das tun, was das Handelsblatt am 7. 9. 2000 prophezeite: "Wenn es die wenige Freizeit zulässt, zwängt er (Kefer) sich in die Lederkluft, schwingt sich auf sein geliebtes Motorrad und ist auf und davon ..." Freilich: "Das Schicksal läuft schneller als ein Pferd", das wusste schon meine Omi Glimbzsch aus Zittau, und zu guter Letzt wird es auch Betrüger einholen, gleichgültig, ob sie sich nun in den Sesseln der Rundfunkräte flegeln oder ihren Einfluss gelten machen.

Was nun den "stern" und Arno Luik angeht, den verantwortlichen Autor des Brandartikels, so gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der "stern" hat recht mit dieser grandiosen Zusammenfassung. Also: Luik hat ordentlich recherchiert, ist ein verantwortungsvoller Journalist und Kenner der Materie – und Dr. Engelhardt ist ein seriöser Wissenschaftler, der sehr exakt Dokumente des Projekts S 21 seit 1994 ausgewertet hat und zu jenem lapidaren Schluss kommt, den man der Brisanz wegen dann nicht oft genug wiederholen kann: "S 21 ist der größte technisch-wissenschaftliche Betrugsfall in der deutschen Industriegeschichte." Peter Grohmann.Dann freilich müssten wir dieser Bande von Dilettanten und Fälschern des bescheidene restliche Vertrauen entziehen – von strafrechtlichen Folgen ganz zu schweigen.

Falls Sie aber, geneigte Leserin von Kontext, der Auffassung zuneigen, dass das alles fauler Zauber ist, dann wäre eine Anzeige fällig – gegen den "stern", gegen Luik, gegen Engelhardt. Wegen Ehrabschneidung, Beleidigung, Verleumdung, Rufschädigung, übler Nachrede. Dann müsste auch das auf den Tisch, was (nach Luik) wie ein Staatsgeheimnis gehütet wird und wie ein gordischer Knoten über der Demokratie schwebt: die Frage nach der Leistungsfähigkeit von S 21. Ich setze zunächst mal auf Sandy.

 

Peter Grohmann ist Kabarettist und Gründer des Bürgerprojekts Die Anstifter.

 


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1 Kommentar verfügbar

  • peterwmeisel
    am 31.10.2012
    Antworten
    Stuttgart 21 ist seit 1994 ein systemimmanenter vorsätzlicher Versuch mit Selbstüberlistung! Den Convent Der Unwahrhaftigen hat es schon erwischt.
    Der Alte Fritz, auch aus dem Ländle, vom Hohenzollern stammend, bezeichnete bereits 1765 die "werten Herren" als Blutsauger, griech. Philokopros:
    O…
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