Kretschmanns Tunnelblick

Winfried Kretschmann ist seit einem Jahr im Amt. Üblich wäre jetzt, eine Bilanz seiner Zeit als Ministerpräsident zu ziehen. Die Kontext:Wochenzeitung macht das nicht, sondern geht zurück in die Siebziger, zurück zum "Tunnelblick, der sich jeder Realität verweigert". Der 63-Jährige meint damit seine Mao-Phase, in der er als Verfassungsfeind nicht verbeamtet werden sollte. Am Ende hat ihm der Protest gegen den Tunnelbahnhof zur Macht verholfen.

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Lederstrumpf

Ich bin der Meinung, dass wir nicht sterben müssen, um den Abgrund zu sehen; jeder hat seine private Unterwelt schon zu Lebzeiten. Für manche ist es die Zahnarztpraxis oder das Flugzeug, für andere eine Maus oder eine Spinne. Meine Hölle riecht nach Leder und ist grausam langweilig. In einer Glosse möchte ich die Grenzen des Beschreibbaren finden. Meine erste Reise führt mich deshalb in meinen persönlichen Alptraum: den Schuladen.

Nebenwirkung

Wer das Schnelle will und den Wohlstand obendrauf, als doppeltes Sahnehäubchen, der muss bluten. Das Gute fällt halt nicht vom Himmel, wettert Peter Grohmann.

Nur ein Stück Fleisch

Stuttgarts sündige Meile ist nur 100 Meter lang. Dass sie zerfällt, weiß inzwischen jeder. Gerne wird darüber geschrieben. Doch meist ist der Blick auf das Leonhardsviertel sozialromantisch verklärt oder von einem angenehmen Schauder begleitet, wie so oft, wenn es um Prostitution geht. Dabei ist das Geschäft knallhart: Zuhälter und Hausbesitzer machen das Geschäft, und die Prostituierten kommen unter die Räder. Ein Blick hinter die Kulissen aus Sicht der Frauen.

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Manns-Bilder

Wer das Kino und Stuttgart liebt, kann sich freuen. Der Regisseur Michael Baumann wird die Stadt und ihr Leben auf die Leinwand bringen. Sein Film „Habib Rhapsody“ erzählt aus einem Imbiss auf dem Wilhelmsplatz über Männerträume und Lebenslügen. In diesem Sommer fangen die Dreharbeiten an. Ein Porträt.

Rosen auf dem Baumstumpf

Es war vor ein paar Wochen, kurz nach dem Fällen der Bäume, als im Parkschützerbüro eine psychologische Beratungsstunde abgehalten wurde. Es hatte etwas von Seelsorge. Eine Frau weinte, weil sie so lange gekämpft und doch verloren hatte, sie könne nicht mehr am Bahnhof vorbeigehen, sagt sie, weil sie dann wieder weinen müsse.

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