Ausgabe 359
Wirtschaft

Der geliebte Nazi-Tüftler

Von Ulrich Viehöver
Datum: 14.02.2018
Zu schön, um wahr zu sein. Bis heute werden Ferdinand Porsche und sein Schwiegersohn Anton Piëch als brave Mitläufer im NS-Staat gezeichnet. Jüngstes Beispiel: Wolfram Pyta mit seinem Buch "Porsche – Vom Konstruktionsbüro zur Weltmarke".

Schon die Überschrift verrät die Tendenz: Ein Lebenswerk, das vom Garagenbetrieb in Stuttgart zur Weltmarke emporwächst, kann nicht schlecht sein. Es klingt nach amerikanischer Erfolgsstory. Ein paar tote und misshandelte Zwangsarbeiter links und rechts des Weges und ein vergessener Mitgründer der Firma Porsche jüdischen Glaubens sind da offenbar zweitrangig.

Der angeblich so begnadete und kreative Konstrukteur, wie ihn die Nazis für ihre Herrschaft auch als Vorbild für die Jugend brauchten, erfährt stets mehr Gnade als etwa ein einfacher Handwerker, Buchhalter oder Ingenieur. Bewunderung für den Hightech-Mann von damals auch heute – selbst wenn er und sein Schwiegersohn über Leichen gingen. Der Wiener Anton Piëch war ein glühender Anhänger der Nazis, frühes NSDAP-Mitglied und oberster kaufmännischer Leiter des VW-Werks neben seinem Schwiegervater Porsche. Anwalt Piëch hatte auch keine Skrupel, nach Tausenden von KZ-Häftlingen für die VW-Fabrik zu rufen, um die Menschen bei todbringender Schufterei zu verheizen.

Obwohl die Entwicklung und der Bau des Volkswagens und seiner militärischen Ableger komplett aus dem gestohlenen Vermögen damaliger Gewerkschaften im Rahmen des Freizeitprogramms der sogenannten "Kraft durch Freude" (KdF) finanziert wurde, nehmen Pyta und seine Mitautoren Jutta Braun und Nils Havemann daran wenig Anstoß. Kritikwürdig wäre etwa, dass das "Unternehmen KdF" der NSDAP zugeordnet war, Porsche und Piëch sozusagen im Sold der Nazi-Partei arbeiteten. Was soll's! Auch Nazi-Geld stinkt nicht.

Porsche ist den Nazis in den Hintern gekrochen

Was zählen schon moralische Bedenken im Vergleich zum Bau eines KdF-Wagens samt riesiger Fabrik mitten im Nichts von Niedersachsen? "Das Genie Porsches … habe sich an der souveränen Meisterung der ihm von Hitler selbst übertragenen Aufgabe grandios bewährt – er hat sie mit der ihm eigenen Genialität und Zähigkeit gelöst", zitiert das Autorenteam aus Lobgesängen von Nazi-Größen, als Porsche 1938 der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft verliehen wurde. "Ideologische Linientreue" sei für diese Auszeichnung "nicht erforderlich" gewesen, behaupten die Historiker. Richtig!

Porsche musste keine SS-Uniform tragen, aber den NS-Führern von Hitler abwärts bei gegebenem Anlass tief in den Hintern kriechen, diese Bräunung erwartete das Regime mindestens von ihm als Dank. Und der angeblich so schöpferische Genius gehorchte und kroch. Zu dieser verbrecherischen Seite nimmt das Autoren-Trio keine analytisch distanzierte Haltung ein. Stattdessen verfällt es zu oft in eine propagandistische Gloriensprache. "Die kreative Zeugung des späteren Erfolgsautos fand mithin in Stuttgart statt …" Häufig findet der Lobgesang hinter Zitaten von Bewunderern im NS-Regime statt. Zum Beispiel diese PR: "Der geniale Konstrukteur ist ein Künstler, der Formen, Beanspruchungen, Vorgänge fühlt … Wer einmal beobachtet hat oder gar im persönlichen Zusammensein miterleben durfte, wie Dr. Porsche technische Dinge anschaut und bedenkt, der steht tief unter dem Eindruck des instinktiven Wirkens eines begnadeten Künstlertums." Was soll ein solches Zitat bei Leserinnen und Lesern bewirken?

Wie selbstverständlich beschäftigten Porsche/Piëch im rasant wachsenden Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen im Krieg mehrere hundert Zwangsarbeiter. Und in der "Stadt des KdF-Wagens" (heute: Wolfsburg) wurden Zehntausende Arbeitssklaven mörderisch ausgebeutet. Hier wie dort hießen die obersten Akteure Ferdinand Porsche nebst Schwiegersohn Anton Piëch. Für eine historische Betrachtung sollte es zwingend sein, das brutale, unethische Agieren dieser Machtmenschen scharf herauszuarbeiten und kritisch zu würdigen. Stattdessen werden die schweren Verbrechen der beiden im KdF-Werk milde beschrieben. Immerhin soll Piëch bei Himmler persönlich mehrere Tausend KZ-Häftlinge angefordert haben. Ebenso konnte Porsche dieses grauenvolle Elend in Wolfsburg nicht übersehen haben. Doch statt Aufklärung und Einordnung liefert das Autoren-Trio hier eine verwirrende akademische Diskussion darüber, wann ein Nazi als NSDAP- und SS-Mitglied ein wahrer Nazi ist und wann nicht.

Für Zuffenhausen gibt es eine Generalamnestie

Ohne nachvollziehbare Begründung für den Leser "schält sich" bei Pyta und Co. "der Eindruck heraus, dass im Vergleich zur Behandlung der Zwangsarbeiter im Volkswagenwerk ein erheblicher qualitativer Unterschied bestand". In der KdF-Stadt habe ein Klima der Einschüchterung, Erniedrigung und gewalttätigen Repression "im Umgang mit den ausländischen Arbeitskräften" geherrscht, was in Zuffenhausen "nach den vorliegenden Quellenbefunden nicht einmal im Ansatz" nachzuweisen sei.

Diese Generalamnestie ist völlig unhaltbar. Erstens dürfen die mörderischen Taten von Porsche und Piëch im Zusammenhang mit dem Volkswagen-Projekt nicht isoliert betrachtet werden. Und zweitens schilderte ein Zwangsarbeiter aus Polen dem Autor dieses Artikels persönlich, dass er und seine Mitgefangenen im Porsche-Werk sehr wohl eingeschüchtert und erniedrigt worden seien. Und die "Russen" (Militärs) in der so genannten Russen-Baracke seien noch viel strenger behandelt worden. Der "Nationalsozialistische Musterbetrieb" gehorchte in Stuttgart-Zuffenhausen so perfekt wie in Wolfsburg. Eine Trennung der Taten Porsches und seines Schwiegersohns in KdF-Stadt dort und im Stammbetrieb hier mutet so schizophren wie gekünstelt an.

Der Jude Rosenberger wird kalt abserviert

Auch die Gliederung des Buches ist befremdlich. So stellt Historiker Pyta erst im Kapitel 12 (von 14) auf Seite 305 (von 400 Seiten Lauftext) die für eine Studie zur NS-Zeit entscheidende Frage: "War Ferdinand Porsche ein Nationalsozialist?" Die Antworten geben klar die (Un-)Taten des Tüftlers seit 1933 bis zur "Entnazifizierung". Porsche habe keine "innere Bindung zu den Kernzielen des Regimes verspürt", urteilt Pyta. Doch ohne die Porsches, Piëchs und die Millionen großer und kleiner tatkräftigen Führer hätte das Mörder-Regime nicht funktionieren können. Da ist jeder Funke Sympathie zu viel.

Zu einem milden Urteil gelangen die Geschichtsschreiber auch im krassen "Fall Rosenberger". Der Pforzheimer Unternehmer war 1931 Mitgründer der Porsche-Firma. Dieser Gesellschafter, Kaufmann und Ex-Rennfahrer war es auch, der das junge Unternehmen mit seinem Geld und seinen guten Kontakten zur Autoszene vor der Pleite rettete. Adolf Rosenbergers Makel: Er war jüdischen Glaubens. Ob der Finanzier hauptsächlich wegen seiner Religionszugehörigkeit (Arisierung) oder aus anderen Gründen von Porsche und Piëch aus dem Betrieb gedrängt wurde, lässt sich nicht mehr eindeutig klären.

Fakt ist, dass Rosenberger im Sommer 1935 mit 3000 Reichsmark abgespeist wurde. Das entsprach lediglich dem Wert, den der Mitgründer 1931 ins Stammkapital eingezahlt hatte. Sein Nachfolger erhielt 1937 für den gleichen Anteil das Neunfache (27 000 Reichsmark). Schließlich hatte sich die Lage durch den VW-Auftrag grundlegend gebessert – auch bereits 1935. Rosenberger und seine Frau konnten froh sein, durch die Flucht ins Ausland ihre Haut retten zu können.

Neue Dokumente tauchen auf

Mit Adolf Rosenberger hat sich auch der SWR-Redakteur Eberhard Reuß beschäftigt. Im vergangenen Jahr konnte er in Los Angeles Dokumente einsehen, die Rosenberger hinterlassen hat. Darunter einen Brief vom 18. Februar 1950, in dem der Mitgesellschafter den "Herren Porsche und Piëch" vorwirft, sie hätten sich seiner "Mitgliedschaft als Jude bedient, um mich billig los zu werden".

Der Nachlass liegt bei einer Familie Esslinger, die ihn von Rosenbergers Witwe Anne bekommen hat. Wolfram Pyta bestätigt, dass eine Mitarbeiterin einmal Kontakt mit der Familie gesucht habe. Dabei sei es aber geblieben. Von den Dokumenten in den USA erwartet er sich jedoch keinen "qualitativen Erkenntnisgewinn". Wären sie belastbar gewesen, hätte sie Rosenberger in den Abfindungsprozess mit Porsche/Piëch eingebracht, meint Pyta. Er habe sich hier nichts vorzuwerfen, er habe auch keinen Grund, sich schützend vor Porsche zu stellen. (jof)

Als Alan A. Robert meldete sich der Porsche-Mitgründer nach dem Krieg aus den USA zurück. Er hoffte auf eine Vertriebslizenz für Volkswagen und eine gerechte Entschädigung für seine Gesellschafteranteile. Optimistisch baute der Vertriebene auf ein großzügiges Entgegenkommen seiner früheren Freunde. Immerhin half er dem Unternehmen einst aus finanzieller Not. Doch da hatte er auf Sand gebaut. Die Porsches, nun unter der Regie von Porsche-Sohn Ferry, weigerten sich, mit Rosenberger ins Geschäft zu kommen. Sie zogen ihn eiskalt in einen zähen Abfindungsprozess hinein. Als Mittelsmänner bedienten sich Ferdinand und Nachfolger Ferry Porsche sowie die Piëchs mit Vorliebe ihrer alten Kameraden aus der Nazi-Zeit. Am langen Ende wurde der Retter von damals für seinen Geschäftsanteil mit 50 000 DM und der Option auf einen Sportwagen im Wert von 9850 DM abgespeist.

Was hatte der Mitgründer und enge Geschäftspartner verbrochen, dass Rosenberger bis heute von Porsche/Piëch rabiat geschnitten und in der offiziellen Firmengeschichte kaum erwähnt wird? Selbst im sogenannten Porsche-Museum findet der Pforzheimer neben all dem gleißenden Glorienschein auf Sportwagen und Autorennen keinen adäquaten Platz. Dieses dunkle Kapitel der Nachriegszeit hätten die Historiker Pyta und Co. wesentlich gründlicher ausleuchten müssen, weil es untrennbar mit der Gründungsphase verbunden ist. Und weil es die Protagonisten wahrhaftig in düsterer Weise charakterisiert. Dankbarkeit und menschliche Wärme gehörten offenbar nie zu den typischen Eigenschaften dieser nach Ruhm und Profit strebenden Fabrikanten.

Ein schmeichelnder Blick auf den Tüftler

Wie so viele Historiker und Journalisten verfällt auch das Autoren-Trio um Pyta dem Charme der Tüftler und ihrer Techniken. Dieser schmeichelnde Blick blendet die raue Realität der Nazi-Diktatur teilweise aus. Durch diese Perspektive bringen die Historiker aus Stuttgart die verschiedenen Lebenswirklichkeiten und -wahrheiten von Haltung und Handlung Porsches kaum zusammen. Hier die "Schöpfungskraft" eines "Genies", dort die Zerstörungswut einer Gewaltherrschaft, welcher der Firmengründer und sein Schwiegersohn bedingungslos dienten. Hier der private Technikfreak, dort der glühende Aktivist für alles Tödliche wie Panzer, Militärwagen oder Raketen. Pyta, Havemann und Braun breiten fleißig einen Flickenteppich aus zig Informationen und Geschichten aus, sie reportieren viel. Aber sie analysieren zu wenig, vernachlässigen den zeitgemäßen Kontext.

Bei dieser gnädigen Sicht flitzen die Verbrechen Porsches und Piëchs unter dem Radar ethisch-menschlicher Maßstäbe durch. Alles passt zum positiven Image, das bis heute den Porsches schmeichelt. Porsche bleibt uns wie gewohnt als der ewig geliebte Nazi-Tüftler erhalten. Seit 2014 unterstützt die Porsche AG laut Klappentext des Buches "Pytas unabhängiges Forschungsprojekt".

 

Ulrich Viehöver, Buchautor und Wirtschaftsjournalist, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Unternehmen Porsche und seinen Eigentümern. Dem hier vorliegenden Artikel werden zwei weitere Beiträge folgen: Porsche und die Zwangsarbeiter in Zuffenhausen sowie der Neustart nach dem Krieg auf Kosten der Mitarbeiter, Lieferanten und Gewerkschaften.


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19 Kommentare verfügbar

  • Helmut Lang
    am 15.02.2018
    Ausgerechnet die sogenannten schwäbischen Gutmenschen kritisieren das Verhalten von Porsche. Ihnen sei gesagt: wer mit dem Finger auf andere Menschen deutet, der vergisst sehr leicht, dass drei Finger auf die eigene Person deuten. In diesem Zusammenhang darf ich einmal an den Herrn Marinestabsrichter Hans Karl Filbinger erinnern, der es im Ländle immerhin zum Ministerpräsidenten gebracht hat. Er war KEIN Mitläufer bei den Nazis!!!, sondern war an vier Todesurteilen beteiligt. Hat man deshalb seine Pension gekürzt oder gar gestrichen? NEIN, sicher nicht !!! Heute agieren verschiedene Medien und Politiker als Tugendwächter, wie uns Deutschen einreden, dass wir die größten Schweine sind und deshalb ewig im Büßerhemd gehen sollen. Es wird darüber diskutiert, dass Schüler KZ's besuchen sollen. Werden solche Diskussionen in Amerika geführt? Dort besuchen Schüler mit Sicherheit KEINE Indianerreservate, damit sie sehen können für welche Greuel ihre Vorfahren verantwortlich waren. Ausgeklammert wird auch das Schicksal der Menschen die in der Besatzungszeit oder auf der Flucht drangsaliert wurden. Wer solches fordert ist mit Sicherheit ein Nazi. NEIN, ich bin KEIN Nazi !!! Ich erlaube mir nur eine andere sichtweise der Dinge.
    • R. Z.
      am 16.02.2018
      "NEIN, ich bin KEIN Nazi !!!"
      Sicher?
    • Andromeda Müller
      am 17.02.2018
      Sehr geehrter Herr Lang ,
      ich stimme Ihnen zu.
      Ich finde es im Übrigen rassistisch seitens ihres Kritikers Völkermord an anderen Ethnien
      (20 Mio.Ukrainer durch Stalin , 20 Mio.durch Mao"Sprung nach Vorne" , 800 Tsd. Tutu durch Huthis ,-der "Westen hat natürlich zugesehen oder , noch wie Frankreich die Huthus protegiert -, Millionen Indigener in Nord-und Lateinamerika , Millionen toter afrikanischer Zwangsarbeiter in Sklaverei (USA,Karibik,Brasilien, Belgien/Brügge/Gent Brüssel auf Blut gebaut durch Kolonialpolitik in Belgisch Kongo, D- Tansania, Namibia, Kamerun , F- Westafrika , GB "Weltmeister" , incl. die Opfer alter und verdeckter moderner Kolonialkriege, siehe zuletzt Irak,Syrien, Jemen, Lybien, Palästina , Ukraine -), als zweitrangig abzutun.
      Ach , die Khmer Rouge , die Aboriginals uvm. nicht zu vergessen.

      Nicht zu vergessen die 28 Mio. Russen , die auch durch das 3. Reich ermordet oder sonstwie zu Tode kamen. Ebenso Sinti und Roma oder viele Bewohner des Balkans und Griechenlands (Aber für diese gibt es keine Gedenktage und-veranstaltungen) .
      Die Intention bei all den Greueltaten der Menschheit ist doch immer die Gleiche : Man will andere Menschen loswerden , weil diese im eigenen "Herren"-Weltbild nicht vorgesehen sind , bzw. ökonomisch oder kolonialistisch stören , sobald sie nicht mehr abgenutzt werden können.
      (Zusatz bzgl. des Völkermords an den nordamerikanischen Indianern : Es gibt genug Berichte bzgl. Bestialitäten der amerikanischen Armee gegen Kinder , Frauen und Schwangeren , denen der Bauch aufgeschlitzt wurde).
      Aber für Herrn R.Z. gibt es verschiedene Menschen-Klassen und "Intentionen". Welche Unterschiede gab es denn in den Intentionen und was macht für die Ermordeten persönlich den Unterschied aus ? Ist das rein numerische Kriterium ausschlaggebend für Sie ? Das trägt ebenfalls nicht ). ich finde den Gedanken richtig , daß über alle Greueltaten berichtet und geforscht und Wiedergutmachung betrieben wird , keine außen vor bleibt. Aber genau das passiert , s.USA uvm
      Was mich aber sehr stört , inzwischen auch an Kontext , ist die Tatsache , daß nur noch über Themen der Vergangenheit oder 2.rangige Themen behandelt werden (S 21 , NSU und OK in BW sind rühmliche Ausnahmen).
      Themen der Gegenwart, wie Fluchtursachen (durch NATO-Angriffskriege , Regime Changes) , Jean Zieglers Thema und Buchtitel "Wir lassen sie verhungern" ,aktuell Jemen-Krieg Saudi-Arabiens mit Tausenden und Zehntausenden von Hungertoten (Greueltat mit freundlicher Unterstützung des Westens und der Medien) , Überwachungsstaat uvm. , - dies im Sinne der Neocons und Neo"Liberalen"-,
      bleiben total außen vor.
      Rühmliche Ausnahme der Artikel zur Informationsstelle Militarisierung in dieser Ausgabe .
      Im Übrigen , sehr geehrter Herr R.Z. , wußten Sie , daß lt. Herrn Ministerpräsident Netanjahu Hitler die Juden gar nicht vernichten wollte ?
      Ich halte das für israelische Propaganda und Fake-News seitens Netanjahu gegen die palästinensischen Semiten.
      http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-10/israel-benjamin-netanjahu-adolf-hitler-holocaust-mufti
      Distanzieren Sie sich von dieser Aussage ihres , wie ich annehme , Idols ? Oder würden Sie ihn am liebsten wählen dürfen ? ich kenne keine Kritik ihrerseits an seinem Statement . Sind Sie ein Nazi ? Protestieren Sie nicht laut .
      Im Übrigen sind viele "Rechtspopulisten" , Petry und Pretzelt, Strache und andere AFD und FPÖ-Anhänger , sowie z.B. Gert Wilders große Israel-Fans und in der AFD gibt es so einige jüdisch-zionistische Rechte . Warum ? Antisemitische Islamophobie und Neo"Liberalismus" sind die Schittmengen.
      Diese , die "Münchner Sicherheitskonferenz" und Kommentatoren wie R.Z. sind meiner Meinung nach die NEU-Rechten mit denen wir es zu tun haben , nicht ein Herr Lang , Palmer , Lafontaine oder Frau Wagenknecht.
      Die "Kritik" an Herrn Lang ist völlig unsachlich , haltlos und unverschämt .Sie greift nur persönlich an . Ich weiß nicht , warum Kontext solche Angriffe als Kommentare zulässt
    • Fritz Meyer
      am 18.02.2018
      Warum nicht mal diese Seite von Porsche beleuchten? Alte Komplizenschaften schaden der weissen Weste? Dann sollte man vielleicht besser dazu stehen, wenn man den "die Zeit bügelt alles aus"-Bonus in Anspruch nehmen will.

      Und Robert Bosch hat man übrigens auch vorgeworfen, mit seiner modernen Klinik und Behandlungsmethoden den Nazis beim Lazarettbau geholfen zu haben. Sind das auch das alles "ideologisch" verbrämte Vorwürfe?

      Das Schlimme daran ist, dass manche deutsche Konzerne auch heute noch Dreck am Stecken haben. Und nie dafür zur Verantwortung gezogen wurden und werden. Aber vermutlich ist eine Gaby Weber Herrn Lang dann auch "zu links".
    • Markus Müller
      am 18.02.2018
      Ziemlich krude Argumentation. Die Verbrechen der anderen können niemals Vorwand dafür sein die Verbrechen der eigenen zu verharmlosen, zumal hier wieder einmal Täter-Opfer-Umkehr betrieben wird. Ohne Unterstützung aus der Industrie bzw. der Reichen wäre die NSDAP nie an die Macht gekommen. Porsche hatte am Ende des Krieges auch noch den Superpanzer Maus konstruiert, also sich voll beim Größenwahn von Adolf Hitler reingeschleimt! Natürlich gehört die Vergangenheit weiter beforscht bis so weit wie noch möglich Licht die Mittäterschaft der Wirtschaft aufgearbeitet wird! Den Zweiten Krieg haben die Nazis begonnen und die die Sowjetunion oder wer anderer! Erschreckend wie in Deutschland der brauene Dreck wieder hoch kommt! https://de.wikipedia.org/wiki/Panzerkampfwagen_VIII_Maus
  • Peter Müller
    am 15.02.2018
    In der Sache richtig, jedoch ist dieser Artikel ebenso tendenziös wie pauschal polemisch. Leider hat der Autor eine vorgefasste Meinung die sich ganz klar widerspiegelt und lässt eine nüchterne und sachliche Betrachtung vermissen. Ein wenig weniger Mutmassungen und eigene Meinung aber mehr Sachlichkeit und unabhängige Betrachtung wäre einem Artikel der aufklären soll schon zu wünschen.
    • Peter Hagendorf
      am 20.02.2018
      Leider stellen Sie nur eine Reihe von Behauptungen auf – "tendenziös, pauschal polemisch, vorgefasste Meinung etc." – die allesamt auf die Person des Autors zielen, aber liefern keinerlei Begründungen. Ad hominem ist ja heute schwer in Mode, aber intellektuell eher unterkomplex und unredlich. Vielleicht versuchen Sie es ja nicht einmal, dann weniger "tendenziös, pauschal polemisch, vorgefasste Meinung" ....
  • Operation Uranus
    am 14.02.2018
    "Hier der private Technikfreak, dort der glühende Aktivist für alles Tödliche wie Panzer, Militärwagen oder Raketen."
    Allein, was in diesem einzigen Satz drinsteht, sollte doch zur Wertung und Einordnung von Porsche beitragen. Leider ist es nur ein Satz. Seine Konstruktionen waren eben auch Waffensysteme und KFZs, die von Wehrmacht und SS für den Vernichtungskrieg eingesetzt bzw. in Auftrag gegeben wurden wurden.
    • Heinz Greiner
      am 14.02.2018
      Da wir ja aus der Geschichte gelernt haben , vor allem wir mit den nichttechnischen Berufen ,die wir nie Waffen herstellten , nichteinmal für Geld . Wir mit dem nachdenklichen, klassischen, überlegenen deutschen Geist schicken keine Soldaten mehr an die russische Grenze , dulden keine Atomwaffen auf deutschem Boden , beteiligen uns nicht an Kriegen im Nahen Osten und weiter weg , und vor allem sind wir gegen Aufrüstung wie die Groko ja auch bestens zeigt . Von unserem Boden soll kein Krieg mehr ausgehen . Am Panzerbau würden wir uns nie beteiligen , wir waren ja in dunkler Zeit auch alle im Widerstand . Die Nato Logistik ,die wir einrichten ist nur für medizinische und andere Hilfszwecke .
      Mit Ausnahme der politikunfähigen Linken stehen wir alle dafür .
      Seit dem Anschluß waren wir uns auch nie so einig .
      Die Deutschen sind anders , schrieb schon der Urheber der Weimarer Verfassung .
  • Silke Mausberger
    am 14.02.2018
    Rein technisch ist Porsche genau das, was man will. Der Tüftler. In dem Chaos-Staat Ns (siehe Rebintisch, D.: Führerstaat und Verwaltung) war alles mögliche überspitzt und fortschrittlich multitudemässig voran gestoßen, mit einer großen Aufnahmefähigkeit für alle Arten von Veränderungen und auf ganze vielen härtest konkurrierenden Ebenen, gesellschaftlichen Formationen und Populismen. Porsche ist ja extrem wichtig um zu verstehen, dass man nach dem Krieg das klassisch Reaktionäre und politisch extreme der Nazis quasi in Kontinuität und als Quintessenz Häutung aus der Nazizeit entsorgte, während die technische NS Progressivität ganz gut überlebte und fast nahtlos ihr Zerstörungswerk fortsetzte (siehe Nachkriegsarchitektur, autogerechte Stadt usw.). Der KDF-Parteiwagen wurde der Käfer, am Ende noch ein Hippiesymbol, und statt Zwangsarbeiter-Massen integrierte man eben Millionen Gastarbeiter. Die Menschen lasen bei Bertelsmann statt Kriegserlebnissen für Jugendliche und Wehrmachtsausgaben andern Schmarrn und die taten so als seien die ein Kirchenbuchverlag gewesen. Bertelsmann und Porsche sind ohne NS Staat nicht denkbar und beiden gelang es sich von ihrer Regimenähe in der Öffentlichkeit frei zu machen und das ja auch sehr konsequent, ohne reaktionäre Rückfälle wie bei den Altnazis. Es ist aber nun voll 90er da drin rumzurühren und das Zwangsarbeiterthema erst recht. Spannender ist doch, wie das überhaupt gehen konnte.
  • Aktive Arbeit
    am 14.02.2018
    In Österreich findet noch weniger kritische Auseinandersetzung statt. Der zweitgrößte Baukonzern Porr ist im Nationalsozialismus durch Zwangsarbeit richtig große geworden und dennoch finden sich nur vereinzelte verstreute Hinweise darauf im Internet bzw. in der Literatur http://www.aktive-arbeitslose.at/politik/die_arisierung_der_porr_ag_und_ihre_profitable_mitwirkung_im_nationalsozialismus_erste_rechercheergebnisse.html
  • Dani Walter
    am 14.02.2018
    Von wegen "schöpferisches Genie"
    Das ist zwar im Zusammenhang nicht ganz so wichtig, wirft aber noch ein zusätzliches Licht auf den Herrn Porsche, der nicht technisches "Genie" sondern Plagiator und eben durch und durch Arschloch gewesen war:
    Seine Entwürfe, namentlich des KdF-Wagens und der Sportwagen, hat er größtenteils geklaut beim Konstrukteur Ledwinka (https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Ledwinka) der für Tatra (einer der ältesten Automobilmarken der Welt) Konstruktionen entwickelte, die Porsche einfach nur abkupferte.
    So kann man im Wikipedia-Artikel zum Tatra V570 nachlesen: "Die Konstruktion von 1933 (?) mit Zentralrohrrahmen und Heckantrieb wurde später von Ferdinand Porsche unter Patentverletzung für den VW Käfer übernommen. Porsche soll später zugegeben haben („Car Wars“), bei der Entwicklung des KdF-Wagens bei Hans Ledwinka abgeschaut zu haben. 1961 wurden Tatra von der Volkswagenwerk AG wegen Patentverletzungen an Motor und Design 3 Mio. DM als Entschädigung gezahlt. "
    Soviel zum "Genie" des Hernn Porsches...
    • Harald Böhm
      am 14.02.2018
      Auch interessant in Zusammenhang "Schöpfungskraft" eines "Genies": http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-07/volkswagen-daimler-benz-adolf-hitler-geschichte
  • Heinz Greiner
    am 14.02.2018
    Ich vermute, daß sich Franz Josef Strauß den dicken Bauch vor Lachen hielt , als er feststellte , daß Historiker die Vergangenheit fälschen (würden ) .
    Einmal im Leben sagte , was er wirklich dachte ? Ehrlich war ?
    Daß die Behauptung in erster Linie besonders für die zutreffen dürfte , die die Heldenepen der Unternehmer verfassen , ist an auch manch anderem Beispiel zu erkennen .
    Da wird nachträglich schon so manch erfolgreicher Unternehmer auch noch zum Erfinder .
    Im Fall Porsche erklärte ein Mitarbeiter von ihm aus den Dreissigerjahren , daß Porsche gerade eben nicht der großartige Konstrukteur gewesen sei , sondern ihn das große Verständnis der von andern erbrachten Konstruktionen ausgezeichnet hätte .
    Was nicht negativ ihm anzulasten wäre, vorausgesetzt er hat die andern gewürdigt .
    H. Benz und andere zeigen die andere Seite der Zumbfd dankenswerterweise .
    Die Wissenschaftsministerin und mehr noch die Beförderung des berufslosen grünen Herrn Bonde an die Wissenschaftsstiftungsspitze , zeigen leider mit welch betörender und offener Schlichtheit Wissenschaft an die Stifter und Spender abgetreten wird .
  • Rolf Steiner
    am 14.02.2018
    Die "Kollateralschäden" (!!!), die diese Mit-Verbrecher hinterließen, sind für mich ein eindrucksvolles Beispiel, wie sich gewissenlose Eliten sich dem totalitären Regime mit Haut und Haaren verschrieben haben. Wer heute noch glaubt - wie z.B. Pyta - dass diese "ehrenwerte Gesellschaft" sich als "geniale Schöpfer" bezeichnen lassen dürfe, der hat Moral, Anstand und seine Ethik auf dem abscheulich stinkenden Misthaufen der braunen Ideologie entsorgt.
  • hajo Müller
    am 14.02.2018
    In Wikipedia lese ich über Wolfram Pyta:
    Seit 2001 ist er zugleich Direktor der Forschungsstelle Ludwigsburg, die sich der Erforschung der NS-Verbrechensgeschichte widmet.
    Da wurde der Bock zum Gärtner gemacht, wie das so oft geschah und noch geschieht in Deutschland.
    • Peter Müller
      am 15.02.2018
      Wie darf man das verstehen? Als Direktor dieser Forschungstelle darf er nichts und schon gar nicht so etwas publizieren? Bitte erläutern.
  • R. Z.
    am 14.02.2018
    Des Herren Pytas Buch schreibt ja nur jene Geschichte fort, wie sie seit dem weltlichen Ende des Deutschen Nazi-Reichs und mit der Erfindung der Bundesrepublik begonnen wurde zu erzählen: Da saß ein Volk von Tätern ängstlich da in Erwartung der wohl verdienten Strafe - und bekam den Marshall-Plan.

    So was prägt tief.
    • Andrea K.
      am 17.02.2018
      Es wird sich kaum jemand finden, der ein Unternehmen durch die Nazizeit führte, ohne sich mindestens anzupassen - dann hat er überlebt, oder mitzuspielen - dann konnte er weiter wachsen. Wie hätte man so ein Buch nun gestalten sollen? Wären wir in der Lage, einen visionären Unternehmer anzuerkennen, wenn er die Ausbeutung von Zwangsarbeitern als das genommen hat was es war: möglich und üblich? Ich denke nicht.

      Und während wir uns an der Vergangenheit abarbeiten, sehen wir dabei zu wie die Automobilindustrie genau das gleiche tut wie eh und je: Gewinne einfahren auf Kosten der Menschen. Ja, es gibt keine Zwangsarbeiter mehr, aber es ist unser aller Gesundheit, deren Schädigung heute ebenso möglich und üblich ist. Gefördert von unserer Regierung, egal welcher Couleur.

      Und während wir uns weiter Asche aufs Haupt streuen, weil unsere Unternehmer von PorscheSiemensBosch und wie sie alle heißen mit den Wölfen geheult haben, liefern wir heute noch Waffen für fast jeden Krieg und führen Beitrittsgespräche mit einem Diktator - der nebenbei einen kleinen Angriffskrieg führt.

      Wir sollten lernen zu differenzieren.

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