Ausgabe 190
Überm Kesselrand

Größer und bunter: Eine Klinik trotzt der Krise

Von Hans Peter Koch
Datum: 19.11.2014
Berichtet wird kaum noch über sie, trotzdem ist sie da: die Krise in Griechenland. Das "Gesundheitsnetz Hegau (GNH)", ein Hilfsprojekt vom Bodensee, unterstützt seit mehr als einem Jahr eine Solidarklinik in Athen (Kontext berichtete), in der Menschen kostenlos behandelt werden. Und hat einige Erfolge zu verzeichnen.

Constantinos Kokossis, einst als Diplomat in Istanbul und nach seiner Entlassung ehrenamtlich in der Solidarklinik Athen tätig, führt stolz die Neuerungen in seiner Klinik vor: Jetzt gibt es einen kleinen Raum für ambulante Operationen und ein Behandlungszimmer für die Psychiatrie; Blumen haben die Mitarbeiter auf die Tapete gemalt und neue Trennwände gezogen. Immer wieder treffen zusätzlichen Medikamenten-Lieferungen ein und neue Geräten, die vom Gesundheitsnetz Hegau am Bodensee für das immer noch darbende Griechenland gespendet werden, um die griechische Hilfsorganisation "Solidarity4all" zu unterstützen.

Und die wachse ständig, erklärt Verwaltungschefin Lena Kugea und zeigt stolz eine Karte des Regierungsbezirks Attika. Auch die einstige Kleinunternehmerin, deren Firma pleiteging, arbeitet jetzt ehrenamtlich in der Solidarklinik.

Solidarity4all finanziert fast 40 Solidarkliniken in ganz Griechenland, in denen Bedürftige von ehrenamtlichen Ärzten und Apothekern kostenlos betreut und behandelt werden. Zudem unterhält es Tafel-Läden, organisiert Nachhilfeunterricht und Schulungen für Arbeitslose. Ein landesweites Netzwerk von rund 300 Initiativen, in denen jeweils bis zu 100 ehrenamtlich Aktive bis zu 3000 "Kunden" betreuen, gehört ebenfalls dazu. 

Die "Athener soziale Solidaritätsklinik und Apotheke" wird Jahr für Jahr von über 5000 bedürftigen Patienten besucht, die aus der gesetzlichen Krankenkasse ausgeschlossen wurden, weil sie die Beiträge nicht mehr bezahlen konnten. Die Bodensee-Helfer haben vor gut einem Jahr begonnen, sich für die Klinik einzusetzen. Nun übernehmen sie eine dauerhafte Patenschaft. (Mehr dazu im Artikel "Bitten Sie Frau Merkel um eine Spende".)

Peter Mannherz, Steuerberater auf der Höri am Bodensee und Koordinator der GNH-Hilfe, ist ein wenig stolz: "Nicht der erste Erfolg der Bodensee-Hilfe, denn wir konnten bereits zwei Ultraschallgeräte und reichlich Medikamente nach Athen spenden." Fast 5000 Euro seien an Spenden auf das Treuhandkonto eingegangen. "Damit können wir die Miete für die neuen Räume in Athen für das nächste halbe Jahr schon bezahlen."

 

Die Organisatoren der Bodensee-Hilfe für Griechenland bitten um weitere Spenden auf das Treuhandkonto Peter Mannherz bei der Volksbank Konstanz, IBAN: DE18692910000226191801, BIC: GENODE61RAD.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

1 Kommentar verfügbar

  • MC Quadrat
    am 21.11.2014
    eine schöne, wichtige, unterstützenswerte und ganz und gar nicht marktkonforme initiative!
    hut ab und daumen hoch für alle beteiligten und herzlichst alles gute nach athen. solidarität ist niemals 'out' !

    ..die zweifellos immer noch zahlreichen griechenland-basher und troika-groupies können sich ja derweil eiskübel über die schädel kippen, weil ihre inTouch-idole aus pr-gründen das ebenso machen.

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!