Als am 29. November 2025 in Gießen die Nachfolgeorganisation der zuvor aufgelösten Jungen Alternative gegründet wurde, zog das nicht nur den AfD-Nachwuchs an, sondern auch einen breiten Gegenprotest. Die mehr als 25.000 Demonstrierenden konnten die Gründung der Generation Deutschland (GD) zwar nicht verhindern, aber doch verzögern. Während draußen protestiert wurde, wurde im Inneren der Messehallen ein Gründungsvorstand gewählt. Im GD-Bundesvorstand ist Baden-Württemberg jedoch nicht vertreten. Das war anders geplant. Laut einer internen Konsensliste sollte Mio Trautner den Südwesten im Bundesvorstand vertreten. Doch anders als bei den anderen Posten kam es bei dem für Trautner vorgesehenen Beisitzeramt zu einer Kampfabstimmung. Und die verlor er gegen die aus Baden-Württemberg stammende Julia Gehrckens, die seit 2024 in Niedersachsen lebt. Sie ist auch aktiv bei der Identitären-Frauengruppe "Lukreta", die von der Tochter der AfD-Europaabgeordneten Irmhild Bossdorf angeleitet wird.
Vermutlich zogen viele die damals 26-jährige Gehrckens dem damals 17-jährigen Trautner vor, weil sie mehr Erfahrung mitbrachte und rhetorisch besser war. Während Gehrckens sich mit einer harten Kampfrede – "Denn nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder" – für den Beisitzerposten bewarb, blieb Trautner blass und wirkte wie ein Junge im Anzug seines Großvaters. Inzwischen arbeitet er im baden-württembergischen Landtag, vermutlich für eine neu gewählte Abgeordnete.
Seit Dezember 2025 gründeten sich dann die GD-Landesverbände, Baden-Württemberg ist nun der letzte.
Der Name Generation Deutschland soll angeblich eine Idee von Björn Höcke sein, aber viel wahrscheinlicher ist, dass der Name sich an die Génération Identitaire anlehnt, die Organisation der neofaschistischen Identitären Bewegung in deren Mutterland Frankreich. Eigentlich ist dieser Namenspate ein schlechtes Omen, denn die Organisation wurde am 3. März 2021 von der französischen Regierung verboten.
Der Name taucht schon länger bei der AfD-Jugend auf. In den Leitlinien der Jungen Alternative, die sie im Oktober 2022 auf ihrem Bundeskongress im thüringischen Apolda beschlossen hatte, hieß es: "Wir sind nicht die Generation Greta, sondern die Generation Deutschland. Wir treten als starke Männer und starke Frauen an, Deutschland wieder bessere Zeiten zu bescheren." Wobei die Behauptung, man vertrete eine ganze Generation, angesichts von etwa 2.500 Mitgliedern Anfang diesen Jahres ziemlich anmaßend ist. Zum Vergleich: Die SPD-Jugendorganisation Jusos zählt 75.000 Mitglieder, die Junge Union der CDU 90.000 und Solid von der Linken 74.000.
Die Kandidaten stehen rechts von der AfD
Vor allem mittels Instagramkacheln empfahlen sich bereits mehrere AfD-Mitglieder (nur Männer) für einen Posten im zukünftigen Landesvorstand. Als Sprecher wollen Chris Hegel und Benjamin Götz kandidieren, als stellvertretende Sprecher Tim Demuth und Maximilian Gerner. Sollten diese Personen tatsächlich den Vorstand stellen, wäre klar, dass die AfD-Jugend im Südwesten deutlich rechts vom Partei-Mainstream anzusiedeln ist.




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