Der Stolz in der Nachricht ist unverkennbar. Es sei ein "historischer Tag" teilt Geschäftsführer Andreas Simmet seinen lieben Kolleginnen und Kollegen via Intranet mit. Es ist Donnerstag, der 1. Oktober 2026, an dem 650.000 Abonnent:innen in Stuttgart, in Oberndorf, in Brandenburg die gleiche Zeitung bekommen. Auf allen prangt als Schlagzeile "Große Pflegereform vertagt: Mehr Beiträge für Kinderlose", darüber entweder ein Foto der neuen marokkanischen Regierungschefin oder eine Zeichnung, die hiesige Dialekte versinnbildlichen soll. Dies sei ein "Meilenstein" in der Geschichte des Hauses, schreibt der 60-Jährige. Wohl wahr. Simmets Neue Pressegesellschaft (NPG) in Ulm wirft ab sofort mehr Blätter in die Briefkästen als die "Süddeutsche Zeitung" und die FAZ, die es zusammen auf 400.000 bringen. Ein Thema ist das nirgendwo.
Eine Zombie-Zeitung ist eine Zeitung, die so tut, als wäre sie eigenständig.
Das ist ganz nach dem Geschmack des rastlosen Aufkäufers. Nahezu lautlos hat er es binnen eines Jahres geschafft, fast 30 Tageszeitungen unter ein Dach zu packen. Sie heißen "Schwäbisches Tagblatt", "Schwarzwälder Bote" oder "Lausitzer Rundschau" und geben vor, eigenständig zu sein, gehören aber in Wahrheit einem Großkonzern und drucken nahezu das gleiche. Die Lokalteile ausgenommen. Im Branchenjargon werden sie "Zombie-Zeitungen" genannt. Auch die "Stuttgarter Zeitung", einst ein führendes Regionalblatt in Deutschland, gehört jetzt dazu.




7 Kommentare verfügbar
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Ich kann dem Kommentar nur zustimmen. Es ist eine Frechheit, was dem Leser hier zugemutet wird. Hoffentlich kündigen viele Abonnenten diese Zeitung, die eigentlich nur noch ein Blättchen ist. Man vergleiche nur mal die Seitenzahlen vom September mit heute. Ich habe das der Redaktion so auch…
Kommentare anzeigenW.B.
vor 56 Minuten