Es ist ein jährliches Branchentreffen engagierter Journalist:innen: Die Preisverleihung an die Besten, ausgewählt durch eine Jury, die sich aus Preisträgern vorangegangener Jahre zusammensetzt. Ins Leben gerufen hat den Preis vor vielen Jahren die Branchenzeitschrift "Medium Magazin".
Dass es Anna Hunger auf Platz eins in der Kategorie Regional schaffte, ist auch "ihrem unermüdlichen Kampf für journalistischen Quellenschutz" zu verdanken, schrieb das "Medium Magazin". Der sei "beispielhaft – weit über die Landesgrenzen hinaus". Diesen Kampf haben wir nun nach acht Jahren juristischer Auseinandersetzung vor mehreren Gerichten zwar verloren und müssen finanziell bluten (siehe hier). Aber, sagte Hunger in ihrer Dankesrede in Berlin: "Wir würden es wieder genauso machen, Neonazis als solche bezeichnen und unsere Quellen und Informanten schützen, auch wenn's teuer wird." Das geht, weil eine großartige Community Kontext auch in schweren Zeiten trägt.
Der Preis "Journalist:innen des Jahres" wird in vielen Kategorien verliehen: Chefredaktion national sowie regional, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Unterhaltung, Kultur. Das heißt: Hunger und Kontext stehen nun in einer Reihe mit Kolleg:innen vom "Stern", der "Zeit", "Manager Magazin", ZDF, freien Journalist:innen, die für Fernsehen oder Radio arbeiten. Die Hauptauszeichnung Journalistinnen des Jahres 2025 erhielten Isabell Beer und Isabel Ströh. Sie deckten nach mehrjährigen Recherchen Vergewaltigernetzwerke auf Pornoseiten und Telegram auf. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Dezember 2024 im NDR-Format Strg_F in dem Film "Undercover unter Vergewaltigern". Und sie hörten nicht auf: In ihrem zweiten Film "Wir finden die Täter" vom Mai 2025 ging es um die Strafverfolgung solcher Netzwerke. Beer und Ströh "machten das Unsichtbare sichtbar und haben mit ihrer Arbeit besten investigativen Journalismus geleistet", schreibt die Jury.
Wir von Kontext gratulieren allen Preisträger:innen. Beharrliche Arbeit, neue Ideen und gesellschaftspolitische Verantwortung gepaart mit Neugier und journalistischem Handwerkszeug gebührt Aufmerksamkeit und Schutz. Sie sind wichtiger Bestandteil einer demokratisch verfassten Gesellschaft. Die brauchen wir, umso mehr sie derzeit unter Beschuss steht. Anna Hunger zitierte bei der Preisverleihung in Berlin den Kollegen René Martens, der in seiner Medienkolumne beim MDR jüngst schrieb: "Journalismus, der nicht antifaschistisch ist, ist keiner."




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