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Der Sieger heißt ...

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Ach, immer diese kalendarisch bedingten Anfragen! Ob man denn nicht rückblickend den besten Film des Jahres wählen könne? Rückfrage: Wie soll das denn gehen? Sowas hat sich höchstens mal der alte Reich-Ranicki bei Büchern getraut. Der Sieger heißt, äh, hm ...

Also gut, lassen wir eben auch alle Skrupel fahren, nehmen wir uns Ranicki zum Vorbild und küren hochherrschaftlich den Kino-Jahresweltmeister. Also, diese zwei Thriller zum Beispiel, Drew Goddards virtuoses Hotelkammerspiel Bad Times at the El Royale und Steve McQueens mit weiblicher Besetzung durchgeführtes Heist-Movie Widows, die darf man nicht übersehen. Oder sollte man regional denken, nämlich an Lisa Millers alternativen Heimatfilm Landrauschen, in dem eine junge Frau in der Großstadt scheitert und sich in ihrem schwäbischen Kaff Bubenhausen wiederfindet? Oder bayerisch regional, so dass Josef Bierbichlers großartige Familiensaga Zwei Herren im Anzug in den Fokus rückt und dabei auch klar wird, dass diese eigenwillig-wuchtige Erzählung weit über die regionalen Grenzen hinausströmt. Aber auf einen Film muss man sich jetzt halt festlegen, also, der Sieger heißt, äh, hm, also ...

Also, man muss schon noch Guillermo del Toros Genrefilm Shape of Water berücksichtigen, in dem sich mitten im Kalten Krieg eine Putzfrau in ein Amphibienwesen verliebt. Ja, und dann noch Martin McDonaghs Südstaatenstory Three Billboards outside Ebbing, Missouri, in der sich das Komische und das Tragische auf faszinierende Art mischen. Außerdem noch Wolfgang Fischers Drama Styx, in dem die exzellente Susanne Wolff als Einhandseglerin einem absaufenden Schiff voller Flüchtlinge begegnet. Und natürlich Thomas Stubers In den Gängen, in dem ein nüchterner Großmarkt zum Ort einer Romanze wird. Und ... – nein, Schluss jetzt. Nun muss wirklich mal gewählt werden. Der Sieger heißt ... – Wie bitte? Platz für diesen Text zu Ende!?


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