Eins, zwei, drei, vier, Epstein
Alles muss versteckt sein
Hinter mir und vor mir gilt es nicht,
und an allen Seiten nicht:
Eins, zwei, drei – ich komme!
Wer ist ich? Die Aufklärer im Waisenhaus? Elon Musk, die Clintons, Melle-Merit, Goldman Sachs, Bill Gates, Joscha Bach? Und hat etwa Wladimir ein Ass in der Hinterhand? Epstein war Putins Finanzberater, bevor der Kinder gegen Wissen verkaufte. Eins, zwei, drei, vier, Epstein ist die inoffizielle Hymne einer globalen Oberschicht, die weiß, wie man sich versteckt: mal hinter Büschen im Hinterhalt, mal unter Betten, mal hinter Anwälten, Stiftungen, Fluglisten, Regierenden, Trusts, dem Datenschutz. Klappe zu – Affe tot, wie Jeffrey Epstein.
Der Epstein-Skandal ist kein Ausrutscher. Da ist kein einzelner "böser Mann", der zufällig von hinten in höchste Kreise kroch. Er war selbst höchster Kreis. Epstein ist das Schaufenster des freien Westens, dort, wo Geld, Macht und komplette Verwahrlosung eine enge Wohngemeinschaft bilden. Wer mächtig genug ist, muss nichts erklären – er lässt erklären, wer elitär genug ist, muss keine Verantwortung übernehmen – er lässt verschwinden. Wenn es sein muss, die Opfer, die Zeugen. Epstein war der Schlüsselmeister eines Systems, das sich selbst schützt. Er war der Türöffner und der Türsteher. Nun gibt's andere. Forget it.
Ich glaube: Wer Macht hat, trägt Verantwortung. Sollte. Wer sie missbraucht, verliert jedes Recht auf Schutz durch Schweigen. Müsste. Wer heute noch meint, der Skandal sei vorbei, verwechselt Ruhe mit Gerechtigkeit. Wie gesagt: Glaub' ich. Ich glaub' an Rechtsstaatlichkeit und die freie Republik, auch wenn meine Omi Glimbzsch in Zittau aus Erfahrung lacht: "Peter, glauben heißt nicht wissen, das weeßte doch!" Ich will am liebsten gar nicht alles wissen, sag' ich mir.
Peter Grohmann ist Kabarettist und Koordinator beim Bürgerprojekt Die AnStifter. Alle Wettern-Videos gibt's hier zum Nachgucken.




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