Trachtenwahnsinn auf dem Cannstatter Volksfest. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 184
Gesellschaft

Ein Lob der Lederhose

Von Fritz Schwab
Datum: 08.10.2014
Zur Volksfestsaison feiert der Trachtenwahnsinn wieder schrille Triumphe. Dabei sind Entsetzen und Geschrei über vermeintliches Pseudo-Volkstum ein alter Hut. Schon der Klerus und die Nazis haben sich an dem Trachtenthema abgearbeitet.

Wenn es wieder dirndlt und lederhoselt in den Stadtbahnen der Landeshauptstadt – der baden-württembergischen wohlgemerkt – weiß ein Jeder: Das Cannstatter Volksfest hat begonnen. Karohemd und Krachlederne surfen auf einer Riesenwelle. Doch der Trachten-Tsunami kündigt sich inzwischen Monate vorher an. Einzelhandelsgeschäfte wie Breuninger räumen ganze Etagen für die Saisonware frei, und dort, wo früher Teppichgalerien gefühlt jahrzehntelang Räumungsverkauf plakatierten, steht jetzt Trachtiges im Schaufenster. Reflexartig kommen dann von Nicht-Tracht-Trägern Kommentare, die in ihrer verächtlichen Tonlage an Sprüche vom Format "Eigentlich schaue ich nur Arte und 3Sat" erinnern. Originalzitat vom 2. Oktober, Frau Mitte 50 zu (ihrem?) Mann Mitte 60 vor dem Schaufenster eines Ladens in der Calwer Straße: "In München lasse ich mir das noch gefallen, aber in Stuttgart hat das doch keinerlei Tradition."

Der historische Wahrheitsgehalt dieser Aussage tendiert allerdings gegen null. Oder beginnt Tradition schon mit den so genannten Nuller-Jahren? Bis zur Jahrtausendwende war auf dem Münchner Oktoberfest die Lederhose ein Exot, und ein Dirndl war die Arbeitskluft von Bedienungen. Heute hat es das Dirndl bis in die Maschinen der Lufthansa als Borduniform der Flugbegleiterinnen und in den Reichstag geschafft. Dort musste sich allerdings die Dirndl-tragende Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU) von der Grünen-Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl per Twitter sagen lassen, sie sei "rückständig". Die Gescholtene keilte zurück: "Spießer." Immerhin verdanken beide Politikerinnen dieser tiefgründigen Debatte einen wenn auch kurzen Popularitätsgewinn. Fehlt nur noch der Gleichstellungsbeauftragte, der sich für das Recht auf Lederhose im Bundestag starkmacht.

Die Deutungshoheit über den Hosenlatz hat schon so mancher Zeitgenosse für sich reklamiert. So ließ sich in den 1920er-Jahren ein aufstrebender Politiker im heimatlichen Gewand fotografieren, um mittels der Aufnahmen seine Wirkung auf das deutsche Volk zu ermitteln. Die Bilder zeigen Adolf Hitler in der sogenannten Kurzen an einen Baumstamm gelehnt. Das Ganze sollte wahrscheinlich irgendwie bodenständig und lässig wirken, kam aber dann doch reichlich verklemmt rüber. Instinktsicher ahnte der Führer, dass die Fotos "unter seiner Würde" seien und ließ sie im Giftschrank seines Leibfotografen Heinrich Hoffmann verschwinden.

Der Lederhose blieb somit eine Karriere als großdeutscher Freizeitlook für den korrekt gekleideten Volksgenossen erspart. Das Dirndl hingegen wurde zum reichsweiten Renner. Dabei hatte bereits das Singspiel "Im weißen Rössl" inklusive Verfilmung in den frühen Dreißigerjahren die Erfolgsspur für das Kleidungsstück gelegt. Die alpenländische Mode schwappte sogar über den Atlantik und wurde in den USA als "Bavarian Style" gefeiert. Daheim bekam das Kleid mitsamt Schürze in den Folgejahren zwangsläufig braune Flecken. Bildbeiträge vom Obersalzberg dokumentieren die Frauen der NS-Bonzen als fesche Dirndlträgerinnen und in den Bunkerszenen aus den letzten Tagen des tausendjährigen Reichs im Kinofilm "Untergang" hüpft eine Eva Braun im Kleid ihrer bayerischen Heimat durch die apokalyptische Szenerie.

Die Nazis hatten die Tracht als Mittel der Zugehörigkeit zum Volk und umgekehrt zur Ausgrenzung alles Nicht-Völkischen brutalstmöglich missbraucht. An vorderster Front dieser Schlacht taten sich die angeschlossenen Österreicher aus der Region Salzburg hervor. Dort mokierten sich die selbst ernannten Bewahrer der richtigen Tracht bereits seit vielen Jahren über die Sommerfrischler – vor allem aus der fernen Hauptstadt Wien. Die trugen in den Kur- und Badeorten zwischen Mondsee und Altaussee gerne zum Janker eben Dirndl oder Lederhose und deckten sich gerne in großen Konfektionshäusern ein, die das Trachtige in einer modernisierten Form in großer Auswahl im Sortiment hatten.

Wenn sowohl Kaufhausbesitzer als auch Käufer dann womöglich noch Juden waren, ergab sich ein perfektes Feindbild. "Die einzige Tracht, die diese Typen verdienen, ist eine Tracht Prügel", hetzte eine NS-Zeitschrift. Sofort nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wurde im Gau Salzburg eine "Trachtenverbot" gegen Nicht-Arier erlassen. Ein reichsweit geltender Gesetzentwurf trat nur wegen des Kriegsbeginns nicht mehr in Kraft.

Die Tracht als attraktive Allerweltskleidung war somit erst einmal diskreditiert. Nur die Traditionalisten, die sich in den Trachtenvereinen ballten, hielten ihr die Treue. Diese organisierten Trachtler bilden seit über 100 Jahren die Speerspitze im Kampf um das vermeintlich korrekte Gewand. Dabei war das Faible für die Tracht häufig auch nur ein Aspekt einer für das Zeitalter der Industrialisierung typischen, romantischen Verklärung der guten alten Zeit. Textiler Antipode war in den Gründerzeiten in Süddeutschland die Lodenhose. "Selbst der Eunuch, der Hodenlose, trägt von Frey die Lodenhose", reimt man heute noch in der Bayernmetropole. 

Im Trachtenstreit bildeten sich bei den Wittelsbachern und Habsburgern ganz ungewohnte Allianzen. Gegen die zu Ende des 19. Jahrhunderts aufkommende Mode, statt der bis dahin dominierenden Bundhose auf einmal kniefreie Hosen – sogenannte Plattler – zu tragen, wetterte anfangs noch die katholische Kirche. Gegen den "Sittenverfall" predigten die Geistlichen im Oberland – und rührten mit ihrer Suada unfreiwillig die Werbetrommel für die kurzen Hosen. Der Klerus musste erleben, dass sich Kaiser Franz Joseph oder Prinzregent Luitpold in Bayern mit dem Landvolk solidarisierten und sich ebenfalls kurzbehost zur Jagd aufmachten. In der Folge mussten sich auch die Hofschranzen beim Landausflug die Krachledernen überstreifen. Das Bürgertum aus den Metropolen München und Wien nahm diesen angeblich ländlichen Look in den Sommerferien begeistert an. Der Keim für den Trachtenboom war gesetzt, der erst mit den Nazis seinen Höhe- und Tiefpunkt erlebte.

Nach dem Krieg lebte zwar die Kinderlederhose noch weiter in den Aufbau- und Wirtschaftswunderjahren. Ihre Vorteile sind ja auch nicht von der Hand zu weisen. Unverwüstlich, auch nach hundertfachem Sturz auf den Hosenboden, abwaschbar und sie sieht zudem gerade nach langem Tragen immer besser aus. Mit dem Prädikat "schön speckig" wird die Hose heute noch geadelt. Doch gegen die globale Konkurrenz war sie ohne Chance. Mit den Siegermächten hielt eine andere Arbeitshose ihren triumphalen Einmarsch in die Kleiderschränke der Nachkriegsdeutschen. Jeans war cool, und Lederhose galt als vorgestrig. Mit der Sexfilm-Reihe aus den 70er-Jahren, "Liebesgrüße aus der Lederhose", war das gute Kleidungsstück endgültig zur Deppenkluft für den brunftgeilen Schnellvögler verkommen.

Tempi passati. Ein Jugendlicher muss heute schon viel Selbstbewusstsein aufbringen, um ohne Lederhose oder Dirndl auf die Wiesn oder den Wasen zu gehen. Das "Süddeutsche Zeitung Magazin" qualifizierte bereits 2010 das Dirndl etwas schief als "bayerische Burka" und befürchtete, "wenn es so weitergeht, trägt bald der Rest der Republik Dirndl und Lederhose". Diese Vorhersage hat sich für den südlichen Teil der Republik erfüllt. Ob sich diese Massenbewegung irgendwann einmal dreht, bleibt abzuwarten. Wiederum die "Süddeutsche" glaubt modeseismografisch bereits zu erkennen, dass die wahren Trendsetter schon heuer in Zivil auf das Oktoberfest gehen. Das klingt allerdings eher noch einem frommen Wunsch einer mehrheitlich immer noch unbe(leder)hosten Redaktion. Dabei sind die wahrhaft lässigen Lederhosen-Avantgardisten selbst heute noch ziemlich unentdeckt. Der Oberbayer, Radikalpazifist, Chronist der Münchner Räterepublik und von den Nazis exilierte Schriftsteller Oskar Maria Graf trug seine Lederhose auf dem Moskauer Schriftstellerkongress 1934 genauso wie an seinem endgültigen Fluchtpunkt in New York. Aus Heimweh nach seiner verlorenen Heimat.


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31 Kommentare verfügbar

  • Jupp
    am 14.10.2014
    @someonesdaughter
    Sie können sich Seitenweise an mir und meinem Pseudonym abarbeiten.
    Es bleibt dabei: Es ist mir wurscht wer hinter someonesdaughter steckt. Es bringt mich nicht aus der Fassung, wenn jemand eine andere Meinung hat. Wir sind alle Individuen.
  • someonesdaughter
    am 13.10.2014
    @Jupp alias Wolle:

    "Was habe ich denn getan, dass Sie sich die Zeit nehmen all meine Kommentare der letzten Wochen zu zerpflücken und aus dem Kontext gerissen ananeinader zu reihen. Warum so viel Aufwand? Das sind ja Geheimdienstmethoden ;-)"

    Sie überschätzen sich - was stört Sie denn so daran, dass ich einige (und bei weitem nicht alle, ich will mir nicht zu viel zumuten) Ihrer öffentlichen (!) Kommentare unter wechselnden Namen zur Kenntnis nehme und zitiere? Ach Moment, ich weiss, was Sie stört:

    "Was ärgert Sie denn so daran, wenn ich mich dagegen wehre, dass meine netten Mitmenschen in die Nazischublade gesteckt werden? Sorry, das ist Respektlos. Und der Wutbürger, der mir rausgerutscht ist,"

    Der ist Ihnen nicht "rausgerutscht", den verwenden Sie regelmäßig, um andere abzuwerten und lächerlich zu machen.

    Beantworten Sie doch mal die Fragen, die Sie anderen stellen:

    Was ist mit Ihnen los, dass Sie alles was anders ist als Sie selbst reflexartig in einen Sack stecken und draufschlagen müssen?
    Woher kennen Sie diese Leute so genau?
    Woher kommen diese üblen Vorurteile?

    Oder weichen Sie da lieber (wieder) aus?

    "Wehe dem der schreibt, dass Volksfestgänger nicht zwingend Nazis oder Sklaven sind."

    Och, Sie armes Opfer. Könnten einem fast leid tun - wenn Sie sich nicht regelmäßig und unter wechselnden Namen selbst massiv im Ton vergreifen würden.

    "Und warum regen Sie sich so über mein Pseudonym auf und spekulieren wild wer hinter diesem Jupp steckt."

    Ich rege mich doch nicht auf, wie kommen Sie darauf? Es regt wohl eher Sie auf, dass mir Ihre verschiedenen Pseudonyme aufgefallen sind. Ist das etwa ein "Tabuthema" für Sie? Warum benutzen Sie denn nun verschiedenen Namen, war 'Wolle' nach diversen Entgleisungen verbrannt oder möchten Sie einfach den Eindruck erwecken, mehr als einer zu sein? Ihr ganz eigenes "Tabuthema, gelle"?
  • Jupp
    am 13.10.2014
    @Dichtbert
    Nichts freut mich mehr als gutgelaunte Mitmenschen.
    Man darf auch dann gute Laune haben, wenn die Welt nicht perfekt ist. Es macht die Welt nämlich nicht perfekter wenn man schlecht gelaunt durch den Tag geht und auf andere schimpft.

    Wie heißt es so schön im Lied Freiheit von Marius W:
    "Alle, die von Freiheit traeumen,
    Sollen's Feiern nicht versaeumen,
    sollen tanzen auch auf Graebern..."

    @oli
    Sorry mir fehlt wahrscheinlich der intellektuelle Zugang zu den Verknüpfungen.
    Ich werde morgen mal meine netten jungen Kollegen und Kolleginnen damit konfrontieren, dass sie jetzt in der Naziecke stehen (trotz z.T. Migrationshintergrund), das globale Gewinnstreben fördern und bewusst der Mehrheit Schaden zufügen.
    Mann, dass die da nicht selbst draufgekommen sind.

    Wenn ich heute schon bei Songtexten bin, fällt mir hier ein Lied von R. Mey ein:
    "
    Annabelle, ach Annabelle
    Du bist so herrlich unkonventionell
    Du bist so wunderbar negativ
    Und so erfrischend destruktiv
    Annabelle, ach Annabelle
    Du bist so herrlich intellektuell
    Ich bitte dich, komm sei so gut
    Mach meine heile Welt kaputt!..."
  • Oli
    am 12.10.2014
    @Jupp
    Sie kehren hier den Sunnyboy raus indem Sie das was hier kritisch kommentiert wird so aussehen lassen wollen/hindrehen wollen als ob sich diese Kritik gegen die Menschen richtet, jeder Grundlage entbehrt und Sie der Wohltäter der Menschen sind. Genau das Gegenteil ist m.E. der Fall. Sie "schützen" nicht die Menschen die dem Trachten-Hype erliegen sondern das dahinter steckende systematisch aufgezogene Gewinnstreben. Sie, das unterstelle ich, sind berechnend und verteidigen bewußt die vorherrschenden Verhältnisse welchen der Mehrzahl der Menschen und der Gesellschaft insgesamt auf vielfältige Art und Weise schadet und welchen die Menschen und damit auch die Gesellschaft insgesamt aufgrund pflichtwidriger, nicht mehr stattfindender umfassender Aufklärung und Information ausgeliefert sind (siehe S21, insbesondere die Volksabstimmung - 1,5 Milliarden Ausstiegskosten, Leistungssteigerung, Kostendeckel).
    Ihre Aussagen ähneln denen von bürgerlichen Politikern insofern, als Sie genau das Gegenteil von dem sagen bzw. schreiben was Sie beabsichtigen. Ob dies so ist wissen Sie am besten, sollte es so sein ist dies ziehmlich erbärmlich. Wie hat es hier jemand schon einmal so schön ausgedrückt: Gottseidank kann man Menschen wie Sie im wahren Leben meiden.

    @Kontext-Redaktion
    Die Aussage von Jupp, dass Menschenverachtungen hier niemanden aufregen halte ich durchaus für eine Beleidigung
  • dichtbert
    am 12.10.2014
    Jupp, 12.10.2014 12:18 - Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Ihnen und den Mitmenschen, die so nett als Wutbürger betiteln? Nein? Dann helfe ich Ihnen gerne: Während den 2 Wasenwochen sind Sie und Ihre Lederhosen-Fetischisten in bester Laune, das steht Ihnen zu. Dafür müssen Sie Ihren Mitmenschen - die mit dieser Veranstaltung nichts am Hut haben wollen - zugestehen während den restlichen 50 Wochen des Jahres "gut gelaunt" zu sein. Passt das in Ihr Weltbild? Kommen Sie damit klar? Ich frage deshalb, weil Ihre Beiträge Gegenteiliges vermuten lassen.
  • Jupp
    am 12.10.2014
    @someonesdaughter
    Was habe ich denn getan, dass Sie sich die Zeit nehmen all meine Kommentare der letzten Wochen zu zerpflücken und aus dem Kontext gerissen ananeinader zu reihen. Warum so viel Aufwand? Das sind ja Geheimdienstmethoden ;-)
    Was ärgert Sie denn so daran, wenn ich mich dagegen wehre, dass meine netten Mitmenschen in die Nazischublade gesteckt werden? Sorry, das ist Respektlos.
    Und der Wutbürger, der mir rausgerutscht ist, war auf einen Kommentar bezogen, der wirklich Menschenverachtend war.
    Aber sowas regt hier ja niemand auf. Je mehr man auf seine Mitmenschen draufhaut desto größer der Applaus.
    Wehe dem der schreibt, dass Volksfestgänger nicht zwingend Nazis oder Sklaven sind.

    Und warum regen Sie sich so über mein Pseudonym auf und spekulieren wild wer hinter diesem Jupp steckt.
    Mir ist vollkommen Schnuppe ob Sie someonesdaughter oder doch nach dem Schreibstil zu urteilen eher someonesson sind.
    Sie schreiben hier anonym und das respektiere ich. Ist doch vollkommen belanglos.
  • someonesdaughter
    am 11.10.2014
    Kontext-Redaktion schreibt:

    "Bei Jupp ist das was anderes.
    Der kommentiert tatsächlich vollständig anonym. Aber so lang er niemanden beleidigt und nichts objektiv Falsches behauptet, sehen wir keinen Anlass, ihn nicht weiterhin freizuhalten."

    Aha, ach so:

    Jupp/Wolle beleidigt so _nicht_:

    "Es tut den Wutbürgern immer sehr weh, wenn sie gut gelaunte Menschen sehen.
    Da muss man dann reflexartig den ganzen Eimer an eigenem Frust drüberkippen, gell…"

    In seinem (?) letzten 'Beitrag' dann eine 180°-Wende:

    "Was ist mit euch los, dass ihr alles was anders ist als ihr selbst reflexartig in einen Sack stecken und draufschlagen müsst?
    Woher kennt ihr diese Leute so genau?
    Woher kommen diese üblen Vorurteile? (…)

    Ist zwar manchmal anstrengend die Menschen zu differenzieren.
    Es macht aber das Leben bunt und schön.
    Versucht es mal."

    Blitzt da etwa Selbsterkenntnis durch? Hat Jupp alias Wolle lichte Momente? Hat er in seinem undifferenzierten Hass auf die "Wutbürger" Heilung erfahren, seinen eimerweisen Frust überwunden?

    Oder schreiben einfach unter den Pseudonymen mehrere - ist Jupp/Wolle das, was in den anderen Stuttgarter Blättern Klartext/Karl König/Paul Peter ist - eine Hülle, ein Container für die verzweifelte Kriegführung in der Kommentarspalte? Bemitleidenswert hilfloses Astroturfing?

    Ich find's gut, dass Jupp/Wolle sich hier äussern darf. Hat was von Realsatire. Auch wenn es eine tragische Dimension von defizitärem Verhalten ist, die sich hier - mitunter taktisch verbrämt wie oben zu sehen - offenbart.
  • Jupp
    am 10.10.2014
    @Gaigeler
    Selbstverständlich darf man Trachten kacke finden ohne den Weltfrieden zu gefährden.

    @all
    Ich habe das mit der Toleranz nur geschrieben, weil viele Kommentatoren hier unsere Volksfestgänger alle gemeinsam in eine Schublade stecken.
    Mal schreiben sie "Nazis" auf die Schublade, mal "Sklaven" und sonstigen Unsinn.
    Sorry Leute, da fehlen mir einfach die Worte.
    Meine jungen Kollegen und Kolleginnen ziehen sowas z.T. auch an. Sorry... das sind einfach nur sehr nette Leute. Nix Nazis. Jung, kreativ, weltoffen und richtig was in der Birne. Weit entfernt vom Schubladendenken.

    Was ist mit euch los, dass ihr alles was anders ist als ihr selbst reflexartig in einen Sack stecken und draufschlagen müsst?
    Woher kennt ihr diese Leute so genau?
    Woher kommen diese üblen Vorurteile?
    Warum holt ihr zu jedem Thema Weltuntergang- und Verschwörungstheorien raus? Und warum immer diese alles totschlagende Nazikeule.
    Klar, das Leben ist einfach, wenn man alles in eine Schublade packt. Es ist aber um ein Vielfaches schöner, wenn man ein wenig open-mindet und tolerant bleibt. Die Menschen sind vielfältig. Selbst wenn zwei das gleiche Tragen steckt nicht das gleich drin.

    Ist zwar manchmal anstrengend die Menschen zu differenzieren.
    Es macht aber das Leben bunt und schön.
    Versucht es mal.
  • Gaigeler
    am 10.10.2014
    Jupp hilf! Was ist das nun, wenn ich der Meinung bin, dass nichtbayrische Menschen in Stuttgart unnötigerweise rumlaufen wie der bayrische Kuhmistschaufler oder sich in Billigimitaten aus Fernost das Bier in den Kopf stellen ohne einen Gedanken an die eigene Identität zu verschwenden.

    Bin ich jetzt Intolerant oder neidisch? Gefährde ich den Weltfrieden?
  • maguscarolus
    am 10.10.2014
    @jupp: "Alles Unglück beginnt mit Intoleranz und Neid.
    Schauen Sie sich mal auf der Welt um.
    Es ist die Toleranz die fehlt.
    Gegenüber dem Anderen."

    Natürlich ist der Neid eine der Triebkräfte des Unheils. Auch Intoleranz mag man beklagen, die allerdings meist auf Unwissenheit oder Dummheit beruht.

    Und doch bleibe ich dabei, dass ohne die Indifferenz der "Harmlosen" mit ihrer rein auf wirtschaftliche Vorteile ausgerichteten Lebensführung, ihrer ängstlichen Enthaltsamkeit gegenüber jeder Form von Kritik gegenüber den herrschenden Formen der "Gewinnmitnahme" die Welt anders wäre, weil viel mehr Leute mit zivilem Ungehorsam und ziviler Courage sich militant gegen die Interessen "interessierter und einflussreicher Minderheiten" stellen würden.

    Solange unsere "Eliten" machen können, was sie wollen, ohne dabei auch nur einen Hauch von Sorge um den Erfolg ihrer im Hinterzimmer ausgekungelten Deals und um ihre persönliche Reputation und auch ihre persönliche Sicherheit(!) haben zu müssen, wird dank der Harmlosen alles so weiter gehen wie es seit jeher geht.

    Immerhin werden in letzter Zeit immer häufiger - auch dank solcher Online-Plattformen wie "Kontext" - diese eminent wichtigen Zusammenhänge wenigstens thematisiert, wenngleich zu befürchten ist, dass die Harmlosen so etwas erstmal gar nicht lesen und dann wohl auch nicht einsehen werden, dass es hier um fundamentale Interessen einer demokratisch verfassten Gesellschaft geht.
  • Oli
    am 10.10.2014
    @Jupp
    Das was Sie hier pauschal den Menschen andichten: fehlende Toleranz und Neid gegenüber dem anderen trifft vielleicht auf Sie persönlich zu, sicherlich aber auf kapitalorientierte, machthungrige Regierungen und Organisationen zu wie die Deutsche, die amerikanische oder die EU-Kommission. Die Menschen untereinander würden gut miteinander auskommen. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.
  • By-the-way
    am 09.10.2014
    Zitat:
    "Alles Unglück beginnt mit Intoleranz und Neid.
    Schauen Sie sich mal auf der Welt um.
    Es ist die Toleranz die fehlt.
    Gegenüber dem Anderen."

    Haben Sie sich die Bilder des Artikels angeschaut?

    Das zweite Bild zeigt einen "netten, Trachen tragenden" Herrn, offensichtlich ein ganz harmloser Biedermann...

    ... der aber mit dieser sogenannten "Tracht" exakt seine "völkische Gesinnung" dokumentiert.

    Und da gibt es tatsächlich nur eines:
    NULL TOLERANZ!

    Der heutige "Trachtenwahnsinn" passt durchaus in eine Entwicklung in Deutschland, die alles Andere als friedenserhaltend motiviert ist, sondern in der, Orginalton Bundespräsident Gauck, "mehr Verantwortung in der Welt übernommen werden soll" = Militäreinsätze im Ausland!

    Und da passt "Trachten-Trash", als Remake, wunderbar ins Bild!

    Geschichte wiederholt sich, wenn man nicht rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkennt und dann richtig handelt.
  • MCBuhl
    am 09.10.2014
    Ach Schade, ich hätte mir gewünscht, dass auch etwas über die in der Stuttgarter Gegend üblichen Trachten berichtet wird. Man findet dazu recht wenig im Internet. Bemerkenswert ist aber, dass bei den Herren gerne die Lederhose dazu gehört. Und auch interessant: die Länge der Hose ist Moden unterworfen...
  • Jupp
    am 09.10.2014
    @maguscarolus
    Zitat: "Alles Unglück in dieser Welt beginnt bei den "Harmlosen"
    Da muss ich widersprechen.
    Alles Unglück beginnt mit Intoleranz und Neid.
    Schauen Sie sich mal auf der Welt um.
    Es ist die Toleranz die fehlt.
    Gegenüber dem Anderen.
    Nur das eigene Wesen und Gleichgesinnte zu akzeptieren. Das ist ein großes Übel. Daraus entstehen die großen Konflikte.
    Mir wäre es lieber, es würde mehr von den Harmlosen als von den Schimpfern und Neidern geben.
  • Jupp
    am 09.10.2014
    @Oli
    Es gab schon Zeiten, da sind plötzlich ganze Generationen mit amerikanischen Hosen rumgelaufen die ursprünglich für die Goldgräber in Alaska genäht wurden.
    Über Nacht wurde diese seltsame Mode millionenfach in Deutschland verkauft und ist heute noch das Lieblingskleidungsstück der 68er.
    ist dies auch Missbrauch von fremdem Kulturgut?

    Mensch Leute, macht euch doch mal locker.
    Leben und leben lassen ist das Motto.
    Man muss doch nicht über jeden schimpfen der ein wenig anders ist.
  • Florian S.
    am 09.10.2014
    Trachten schön und gut, aber wenn man dann mal auf dem Volksfest ist, könnte man schon meinen, man wäre in Bayern und nicht in Baden-Württemberg. Regionale Trachten sind zwar auch zu finden, aber doch eher in der Minderheit. Das ist im Grunde auch das Einzige, was mich am "Trachtenhype" stört -- dass es eben nur ein Hype, eine zweckentfremdete Modeerscheinung ist und nichts mit Heimatgefühl oder Volkstümlichkeit, dem eigentlichen Sinn und Zweck einer Tracht, tun hat.
  • Oli
    am 09.10.2014
    @Jupp
    der Trachten-Hype ist genau das Gegenteil von Individuallität. Ganz abgesehen vom Mißbrauch traditioneller Kleidung bzw. von der dahinter stehenden, über Jahrhunderte gewachsenen Kultur.
  • maguscarolus
    am 09.10.2014
    Alles Unglück in dieser Welt beginnt bei den "Harmlosen", die doch niemandem schaden wollen, aber stets bemüht sind, zu den Profiteuren der "herrschenden Verhältnisse" zu gehören. Ihnen ist weder eine kritische Meinung zuzutrauen noch ein einziger weiterführender Gedanke.
    Und wenn solche Leute sich "doch nur amüsieren" wollen, dazu gehören wollen, mitgrölen wollen, mitsaufen wollen und dabei aber auch einen artgerechten Auftritt hinlegen wollen, mit dem sich die große dicke Null so schön dekorieren lässt, dann ist freilich jeder ein Missgünstling und Miesepeter, der daran auch nur das Geringste auszusetzen hat.
    Der Trachtenwahn zu Volksfestzeiten ist doch ganz im Sinne unserer modernen Zeiten nichts Anderes als der Versuch, etwas völlig bedeutungslos Gewordenem durch angeberischen Konsum eine neue Bedeutung zu geben.
    Ich spaziere auch hin und wieder mal über das Volksfest - stets bemüht, den "Festzelten" genannten "Unterwelten" fern zu bleiben. Dabei komme ich mir übrigens keineswegs wie ein Besucher in einem Zoo vor, denn die natürliche Würde und Schönheit von Tieren sucht man unter Menschen in einer solchen Umgebung vergeblich.
  • Jupp
    am 09.10.2014
    @Fernderheimat
    Mit welcher Begründung?

    Es geht um einen Artikel über unsere Mitmenschen, die in Trachten gekleidet auf ein Volksfest gehen.
    Ich bin letzte Woche in um Mitternacht mit einer proppevollen S-Bahn nach Hause. 90% Trachtenträger.
    Alle gut gelaunt. Keiner hat irgendjemand etwas getan.
    Anmerkung: ich gehe weder auf das Volksfest, noch würde ich sowas anziehen.

    Wenn man überhaupt nach Zensur schreit,
    Sollte man dann den Kommentar sperren, der diese netten Leute als Sklaven beschimpft und ihnen unterstellt, dass sie nicht denken können?
    Oder den der zu mehr Menschlichkeit und Toleranz aufruft?
    Ich jedenfalls mag multikulti und eine bunte Bevölkerung in der die Menschen die Freiheit haben sich zu kleiden wie sie möchten.
    Ob Punk, Lederhose, oder sogar mit einem lustigen Hut auf dem Kopf.
    Mir tut Individualität nicht weh.
  • Mal am Rande
    am 08.10.2014
    Ich finde schon, daß die Kommentare von Hr. J. wenn nicht beleidigend, so doch herabsetzend sind. Aber Gott, was solls, so ist die Welt. Und in Schduddgardd b'sonders. Auf die Namen kommt es ja auch nicht an, sondern auf das Geschriebene. Meine ich.
  • Kontext:Redaktion
    am 08.10.2014
    Zum besseren Verständnis:
    Wir haben FernDerHeimat gebeten, nicht jeden, der hier mal anderer Meinung ist, als Troll zu verunglimpfen. Insbesondere nicht Hajo Müller und Invinoveritas. Letzterer ist der Redaktion bekannt und alles andere als ein Troll!

    Bei Jupp ist das was anderes.
    Der kommentiert tatsächlich vollständig anonym. Aber so lang er niemanden beleidigt und nichts objektiv Falsches behauptet, sehen wir keinen Anlass, ihn nicht weiterhin freizuschalten.

    Kontext:Redaktion
  • Karl Kraus
    am 08.10.2014
    Was ist denn nun passiert? - Horden ansonsten unsichtbarer Saufspiesser taumeln lautstark und enthemmt durch die Stadt, uniformiert in peinlich-dümmlichen Saison-Ausstattungen, die es gerade in jedem Kaufhaus gibt - natürlich in schöner, alter Tradition. Sie sind völlig ungeniert, denn wer gemeinsam in einer Masse SOWAS trägt, hat sich ästhetisch eh schon völlig ruiniert. Was kann das bloss sein?
    Ach so - Landeierversammlung zum Saufen im Bierzelt: Wasenfest.

    Zu Volk, "Heimat" und Tradition fällt mir immer als erstes ein, dass sie hier leider (fast) nur ausschliessende Konstruktionen sind.
    "Wer vom Volk spricht, schweigt vom Menschen."
  • FernDerHeimat
    am 08.10.2014
    @Moderation:

    Ich würde es begrüssen, wenn die die konsequente Linie, die z.B. meine Antwort auf "hajomueller" nicht veröffentlicht hat um weiteres dümmliches Gepöbele von dieser Seite zu verhindern auch bei "Jupp" ihre Anwendung findet.

    Denn auch der will hier eindeutig nicht diskutieren.
  • Jupp
    am 08.10.2014
    @Sybille
    Es tut den Wutbürgern immer sehr weh, wenn sie gut gelaunte Menschen sehen.
    Da muss man dann reflexartig den ganzen Eimer an eigenem Frust drüberkippen, gell...

    Ich persönlich kann mit dem Trachten- und Volkfestgedöns nichts anfangen.
    Dennoch sind mir in der S-Bahn nur gutgelaunte fröhliche Menschen aufgefallen.

    Liegt wohl an meinem toleranten Wesen und der positiven Grundeinstellung.
  • FernDerHeimat
    am 08.10.2014
    @maguscarolus:

    Das ist viel zu einfach gedacht!

    Eine Tracht - eine echte Tracht - steht auch heute, trotz Musikantenstadl und anderer völkischer Spinnereien, immer noch für eine historische Tradition und Identität. Und nicht jeder, der so ein Brauchtum pflegt, ist damit automatisch ein Bauer, Frömmler, Spiessbürger oder gar Ausländerfeind!

    Die Wiesn, das offensichtliche Vorbild für die Pseudo-Trachten-Spinnereien auf dem Wasen, pflegt - wenn auch immer mehr als Nebenaspekt - durchaus auch die einheimische Identität.

    (Und selbstverständlich wird das von allerlei miesen Populisten für deren Zwecke missbraucht. Man zeigt sich heute auf der Wiesn neben der "Tradition in Tracht" und am nächsten Tag kappt man dem Bauerstand im Parlament die Zuschüsse.)

    Dass die urbane Gesellschaft in Stuttgart wiederum sich lieber an einer dümmlichen Mode - von offensichtlich genauso debilen wie habgierigen Idioten erdacht und beworben - statt an konkreter, einheimischer Tradition orientiert, verweist eher auf einen Mangel an einheimischer Identität als Profilierungssucht. Man weiss eben nicht, was einen Stuttgarter, oder Schwaben, auf dem Volksfest ausmacht. Bei München und dem Oktoberfest hingegen, fällt jedem etwas ein.

    Massgeblich zu verantworten ist dieser Mangel an Identität seitens der Politik, die seit 1945 ihr Vorstellungen von "Moderne" um jeden Preis durchgesetzt hat. Und genauso schaut die Stadt und der Bezug der Bevölkerung dazu im Kern aus - "Wirtschaftsnähe" (lies: Korruption und Anbiederung an die Grosskonzerne) und Konsumerismus. Milaneo und Gerber sind das beste Beispiel - davor gab's die Klett-Passage und andere Schandtaten in Beton.

    In München ist die Wiesn auf jeden Fall auch ein Teil der Identität und Tradition, in Stuttgart der Wasen hingegen nur noch ein seelenloser Jahrmarkt und öffentliches Besäufnis neben dem Neckar. Darum will man dort dann auch lieber einen auf "Bayer" machen.
  • hajomueller
    am 08.10.2014
    @fernderheimat,
    es ist schlimm wenn man keine Heimat mehr hat. Von daher verstehe ich schon, wenn man bei jedem Kontext Beitrag meint, mitteilen zu müssen, "seht her, mich gibt es noch".
    Vielleicht ließe sich das Problem auch anders lösen, als immer zu jedem Thema reflexartig einen Leserbrief in die Tastatur zu klopfen.
  • maguscarolus
    am 08.10.2014
    Klamotten sind Klamotten sind Klamotten - nichts Anderes. Von unserem Alt-OB Rommel ist der Spruch tradiert: "Wo die Mode ist, ist die Dummheit nicht weit." Dem kann ich nur zustimmen!

    Die dunkle Seite von Trachten, Brauchtümelei und Traditionalismus mag man dort suchen, wo angstvoll ausgegrenzt, Fremdenhass geschürt und Vorurteile gegen alles "Andere" gepflegt werden.

    Auf dem Volksfest wirkt wohl eher der Gruppenzwang derer, die dazu gehören wollen, und derer die zeigen wollen, dass sie sich den teuren alljährlich neuen Trachtenfummel vom Trachtendesigner oder ein "schneidiges" Jäger-Outfit mitsamt olivgrün lackiertem SUV und begafftem Auftritt in einer der VIP-Enklaven leisten können.

    Und wie schon OB Rommel sagte ...
  • Insider
    am 08.10.2014
    Hat Ministerpräsident Kretschmann bei seinem Japanbesuch nicht das dortige Oktoberfest besucht oder gar besuchen müssen? Werbewirksam wurde er vor ein Plakat gestellt, auf dem "Zoller-Bier" zu lesen war. Bekanntlich wird dieses Bier in Sigmaringen gebraut und nach Übersee verschifft.
  • Sybille
    am 08.10.2014
    Passt doch alles zusammen. Die Identität wird vereinheitlicht - gute Sklaven folgen dieser Aufforderung:

    Nicht denken – kaufen
    Dieser Slogan des neuen Gerber drückt alles klar und deutlich aus. Diese Wortschöpfung von Werbeprofis drückt unverhohlen aus, was moderne Sklaven zu tun haben: Nicht denken – kaufen. Und der Gipfel dieser Sklavenhaltung zeigt sich auch daran, dass es schick ist, in 29€-Euro-Dirndl und 39€-Lederhosenimitaten auf’s Stuttgarter Volksfest zu gehen und sich den Kanal vollzusaufen. Daraus folgt:

    Nicht denken – saufen!
    Und das in schöner Gleichförmigkeit: Alle gleich angezogen, alle die gleichen Gesichtsmasken. Aufgesetzte Fröhlichkeit, einschließlich hochgeladener Selfies bis der (privatisierte) Gerichtsvollzieher kommt und die Daumenschrauben für noch mehr Leistung und Nichtnachdenken ansetzen kann.
    Ein Bürger, der sich die Gehirnzellen wegsäuft oder wegdröhnt der beste Sklave, den sich dieses System zum eigenen Erhalt wünschen kann. Am besten im Einheitslook
  • gerd
    am 08.10.2014
    Da kann ich der Schreiberin oder dem Schreiber nur zustimmen zu dem Kommentar " FernDerHeimat "
    Ich finde es fürchterlich was da auf dem Wasen mit den Bayerischen Trachten abgeht! Haben die Baden Württemberger
    kein Heimatgefühl? Oder sind die Menschen die meinen in Dirndl und Lederhose nach dem Gusto der " Kaufleute " auf den Wasen gehen zu müssen alles Exil-Bayern??
    Man kommt sich in normaler Kleidung auf dem Wasen als fremdes Wesen von einem anderen Stern vor!

    Gerd
  • FernDerHeimat
    am 08.10.2014
    Das Trachtenunwesen "unseres" Cannstatter Wasens kann man gut mit dem "urdeutschen" Feiertag Halloween vergleichen - findige Kaufleute haben da vor einigen Jahren eine Marktlücke entdeckt.

    Beim Wasen ist es vor allem die Assoziation mit dem Münchner Oktoberfest, die so erfolgreich zu den bayerischen Anwandlungen geführt hat.

    Hat ein VOLKSFEST in Stuttgart folglich zuwenig eigenen Charakter, dass man schon auf den einer anderen Stadt und Region zurückgreifen muss*?

    Was irgendwo sehr bedauerlich wäre, wenn man bedenkt, dass es durchaus eine (regionale) schwäbische Tracht gäbe, die man so pflegen könnte.

    Aber vermutlich lässt sich damit nicht genug Geld auf die Schnelle verdienen. Oder die Firmen mit den Sklavenarbeitern an den Nähmaschinen wären damit überfordert, da sie ja auch die Oktoberfest-Freunde in Japan, ganz Südamerika und (vor allem) den USA mit billiger Ware versorgen müssen.



    * Na gut, sogar das einstmals so kulturell überlegene Wien, von dem aus gesehen München immer nur ein billiges Imitat war, leistet sich zwischenzeitlich so ein Oktoberfest.

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