Ausgabe 315
Editorial

Auf die Eier

Von unserer Redaktion
Datum: 12.04.2017

Dauerfeinstaubalarm in Stuttgart. Und was passiert? Nüscht. Die Fahrgemeinschaften-Dichte lässt zu wünschen übrig und CDU-Kreischef Stefan Kaufmann will den Dreck in der Luft allen Ernstes bekämpfen, indem er Radwege rückbaut. An dieser Stelle möchten wir einmal vor-österlich vornehm sagen: Diese Verkehrspolitik geht uns auf die Eier. Dazu gehört auch das Rumgeeiere von Winfried Kretschmann beim Diesel.

Und wenn wir schon dabei sind: Es gibt noch mehr, was uns so vor Ostern auf die Eier geht. Etwa, dass es Atomkraftwerke nie gegeben hätte, wenn die Betreiber die Entsorgung von ihrem Mist selbst hätten zahlen müssen. Nicht für alle Ärgernisse hat es zu einem Artikel gereicht. Aber wir wollen unseren Leserinnen und Lesern unsere kleine österliche Läster-Sammlung nicht vorenthalten. Etwa, dass ein bisschen Krieg spielen des US Präsidenten reicht, um plötzlich eine gute Presse zu kriegen. Oder das Liebes- und Kinderleben von Frauke Petry, das Spiegel-Kolumnist Jan "Der schwarze Kanal" Fleischhauer vor uns ausbreitet.

Noch so ein Kandidat: Frank Plasberg. Und wenn wir schon bei Allergien sind: Birkenpollen! Sonnenbrand im April. Neoliberalismus. Und, Himmel!, dieses ätzende Fiepen, bevor sich die Türen der S-Bahnen schließen. Oder dass Frauenräte jahrelang eine vernünftige Beleuchtung auf Park and Ride Parkplätzen fordern und nichts passiert. Außer natürlich, wenn der "liebe Volker" Kauder dem "lieben Alexander" Dobrindt das Problem im Wahlkreis schildert.

Noch was? Ach ja: Leute, die ihre Monster-Trolleys so in der Bahn parken, dass keiner mehr vorbeikommt. Leute, die ihr Gerümpel aus Faulheit vor die Haustür stellen und "zu verschenken" drüber schreiben. Leute, die Bio-Kräutersalze produzieren, denen beim Würzen serienmäßig der Deckel abfällt.

In diesem Sinne wünschen wir frohe Ostern und viel Spaß beim Eiersuchen.


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2 Kommentare verfügbar

  • Frank
    am 12.04.2017
    "Eine zutreffende und kaum zu fassende Aussage - was ist aus Deutschland geworden?"

    Nichts neues ...

    Die Beteiligung an Nahostkriegen fand Merkel schon immer toll, auch im Irak hätte sie gerne mitgemacht.
    Und auch schon bei der lachhaften Irak-Chemielasterlüge hat die deutsche Presselandschaft mit gewichtiger Miene assistiert.

    Also im Westen nichts neues...

    Grüsse
  • Schwabe
    am 12.04.2017
    "...ein bisschen Krieg spielen des US Präsidenten reicht, um plötzlich eine gute Presse zu kriegen."

    Eine zutreffende und kaum zu fassende Aussage - was ist aus Deutschland geworden?
    Zumal nicht klar ist wer den Giftgasangriff in Syrien ausgeführt hat! Aber Deutschlands Medienlandschaft und führende bürgerliche Politiker applaudieren wenn Menschen sterben - allen voran die Kriegsministerin der CDU, Ursula von der Leyen. Wohin soll das führen? Zu mehr Menschlichkeit?

    "Anne Wills gestrige Sendung: Die Verteidigungsministerin lügt, ohne rot zu werden und der Experte mit den unbequemen Wahrheiten wird zum „Verschwörungstheoretiker“ degradiert – so funktioniert Meinungsmache"
    Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=37774

    "Julian Reichelt ist ein Fake-Journalist
    Ursula von der Leyen plappert munter bei Anne Will dreiste Lügen vor sich hin und BILD-Chef Julian Reichelt legt bei Frank Plasberg einen intellektuellen Offenbarungseid nach dem anderen ab und zeigt dabei, was für ein schäbiger Charakter vonnöten ist, um in die Champions League des deutschen Mediensystems aufzusteigen."
    Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=37795

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