KONTEXT:Wochenzeitung
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Frisch ins siebte Jahr

Frisch ins siebte Jahr
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Mit einem neuen und ansteckend gut gelaunten Vorstand startet Kontext ins siebte Jahr. Jedenfalls strahlen Uli Reinhardt, Jürgen Klose, Anni Endress und Johannes Rauschenberger in die Kamera unseres Fotografen, als hätten sie im Lotto gewonnen. Womöglich liegt es daran, dass sie alle einstimmig von der Mitgliederversammlung gewählt wurden, die am vergangenen Donnerstag im Stuttgarter Theaterhaus tagte. Und die Viererbande steckt tatsächlich voller Tatendrang. Sie wollen Kontext noch bekannter und berühmter machen und die Redaktion, wo immer es geht, unterstützen. Darüber freuen wir uns, denn wir können jede Hilfe gebrauchen.

Auf derselben Versammlung hat Josef-Otto Freudenreich im Einvernehmen mit Vorstand und Redaktion mitgeteilt, die Redaktionsleitung abzugeben. An seine Stelle tritt Susanne Stiefel, die die Geschäfte ab sofort übernimmt. Stellvertreterin wird Anna Hunger. Der "Großvater der Gegenöffentlichkeit" (Branchendienst turi) will administrativ kürzertreten und sich wieder mehr ums Schreiben kümmern. Für Kontext, versteht sich.

An dieser Stelle sei auch den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern gedankt. Petra Bewer und Wilhelm Reschl haben den Verein für ganzheitlichen Journalismus drei beziehungsweise zwei Jahre lang geführt. Für Kontinuität sorgt Johannes Rauschenberger, der als Mann der Zahlen seit Kontextgründung im Vorstand sitzt und auch im neuen nicht fehlen wird. Ebenfalls kein Kontext-Neuling ist Uli Reinhardt. Schließlich hat er schon einmal vier Jahre lang den Vereinschef gegeben und will es jetzt nochmal wissen. Die beiden Neuen, Jürgen Klose, früher DGB-Sprecher, und Anni Endress, GEW-gestählte Ex-Lehrerin, sind also in guten Händen.

Und an Themen wird es uns weiterhin nicht mangeln. Obwohl wir uns bei manchen wünschten, sie würden auf dem Müllhaufen der Geschichte landen. Rüstung gehört definitiv dazu. Mit der deutschen Rüstungsindustrie und deren wichtigen Standorten in Baden-Württemberg setzen wir uns seit Kontextgründung auseinander. Mit der oberschwäbischen Waffenstraße und den Bombengeschäften am Bodensee oder mit Heckler & Koch aus Oberndorf. Und auch die Enthüllungen des Stuttgarter Friedenspreisträgers und Rüstungsgegners Jürgen Grässlin kommen bei Kontext nicht zu kurz. In dieser Ausgabe interviewt Oliver Stenzel Buchautor Markus Bickel über die Profiteure des Terrors und über Deutschlands Schmusekurs gegenüber autoritären Regimen. Ein Thema, das auch unseren Mitgliedern auf den Nägeln brennt.

Ebenso wie die Kultur, der sich unser Autor Dietrich Heißenbüttel nicht erst in dieser Kontext kompetent und engagiert widmet. Gemeinsam mit Kontext-Fotograf Joachim E. Röttgers lässt er in unserer heutigen Schaubühne den Polit-Kunst-Kongress im wiedereröffneten Kunstgebäude in Wort und Bild Revue passieren. Wir geben außerdem Einblick in das Innenleben von Anton Schlecker, beschäftigen uns mit Klimakillern, graben nach dem Nesenbachdüker und besuchen türkische FriedensakademikerInnen in Tübingen.

Und natürlich sind wir bei der Recherche immer auf der Suche nach der Wahrheit. Eine Sisyphusarbeit sei das, meint Wirtschaftsjournalist und Kontext-Autor Ulrich Viehöver bei den Jugendmedientagen Baden-Württemberg, wo er eingeladen war als Podiumsgast. "Der Journalist muss die Wahrheit suchen, aber er kann sie nicht finden", so Viehöver vor rund 60 Jugendlichen. Vielmehr komme es darauf an, gewissenhaft zu informieren. Wie gut das gelingt, darüber lässt sich trefflich streiten. So findet Peter Martin Thomas, Vorsitzender im Fernsehausschuss des SWR, naturgemäß, der öffentlich-rechtliche Rundfunk mache einen guten Job. Und wenn jemand die Ausgewogenheit der Berichte Zweifel ziehe, liege das meist an einer "Tunnelwahrnehmung". Nicht ganz so kritiklos sieht das Dietrich Krauß, Redakteur bei der Satiresendung "Die Anstalt". Der spricht von "eindeutigen Narrativen", nicht nur in der "Tagesschau", sondern generell in den großen Leitmedien, in denen "bestimmte Diskurse einfach nicht stattfinden". Ein gemeinsamer Nenner aller Diskutierenden war hingegen die Skepsis gegenüber den Plänen, "Correctiv" und "Focus Online" zur Anti-Fake-News-Einheit von Facebook zu machen. Da sei es doch sinnvoller, Medienkompetenz stärker zu fördern und kritisches Denken intensiv zu schulen.


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