KONTEXT:Wochenzeitung
KONTEXT:Wochenzeitung

Geht wählen!

Geht wählen!
|

Datum:

Die letzte Kontext-Ausgabe vor dem Dreizehnten: Wolfgang Schorlaus Ermittler Dengler, der sich eigentlich gerade mit der Fleischmafia rumschlägt, würde am Sonntag am liebsten den "Giovanni di Lorenzo" machen: zweimal wählen. Einmal grün, einmal links. Weil Grün schon okay, aber auf Dauer zu langweilig ist. Und weil die CDU sowieso eine bräuchte: eine ordentlich linke Opposition im Landtag. Eine, die den Regierenden – sagen wir's mit Goethe – in den Hintern tritt. Eine, die so lange piesackt, bis auch der letzte Verletzte des Polizeieinsatzes im Schlossgarten Schmerzensgeld bekommt. Eine, die es verdient, als scharfe Soße zwischen den wechselweise steinharten oder arg labberigen Brötchenhälften des Regierungs-Sandwichs bezeichnet zu werden. Und wann gab's in Baden-Württemberg schon mal richtig Zunder von der Oppositionsbank?

"Wahrlich keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt", hat der allseits geschätzte Hermann Hesse mal gesagt. Von wegen. Die deutsche Stockfinsternis ist erst so kurze Zeit vorbei, dass sich Teile der NPD – Gott hab sie hoffentlich bald selig – immer noch dort wähnen. History repeats itself again, lieber Hermann. Und wenn die nächste Ausgabe von Kontext erscheint, sitzt tatsächlich die AfD auf dicken Pobacken im Landtag und verbreitet ungeniert rechte Parolen.

Wer zum Geier wählt diese Leute? "Biodeutsche Narren", meint Peter Grohmann. "Wenn sie nur das Wort Flüchtlinge hören, pfeifen sie auf Recht und Ordnung und werden zur Horde." Wenn nur die Hälfte aller Deutschtürken, die von ihrem Wahlrecht in der Türkei Gebrauch machen, hier wählen gehen, wäre schon viel gegen diese Horde geholfen, glaubt Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde Baden-Württemberg. Deshalb haben er und seine Kollegen die Kampagne Qy Hakkini Kullan! erfunden. Mach dein Kreuz!

Dem schließen wir uns an:

Geht wählen!

Vielleicht können die Demagogen mit vereinten Kräften in ihre Schranken verwiesen werden. Alternativen, eine Auswahl in der Schaubühne, gibt es ja genug.


Erfolge der Woche:

Peter Grohmann ist der erste Kriegsdienstverweigerer des Landes. Er ist Verleger, Kabarettist, der erste Anstifter, ein altlinker Aktivist, der seit fast 79 Jahren Widerstand und Friedensarbeit lebt. Und er ist unser Kolumnist und Wetterer. Darauf sind wir stolz. In Deutschlandradio Kultur erzählt er aus seinem bewegten Leben. Den Beitrag gibt es hier zum Nachhören.

Thomas Wagner vom Deutschlandradio war in der vergangenen Woche in der Kontext-Redaktion zu Besuch und hat uns, die RedakteurInnen des "kritischen linken Blatts für Stuttgart", interviewt. "Kontext ist tatsächlich ziemlich anders als die etablierten Tageszeitungen", sagt er in seinem Beitrag. Das nehmen wir als Kompliment! Nachzuhören unter diesem Link.

Gespräche zur Landtagswahl:

Die Gespräche zur Landtagswahl, veranstaltet von der taz in Kooperation mit Kontext, gehen in die dritte Runde. Am Mittwoch, 9. März um 20 Uhr diskutieren Boris Palmer, Hannes Rockenbauch, Donate Kluxen-Pyta, Judith Skudelny und Stefanie Brum im Theaterhaus über das vermeintliche Paradies Baden-Württemberg, das auf eine zerbrechende Welt prallt. Wie bekommt man das zusammen – und wer bekommt es zusammen? Moderation: Nina Apin (taz) und Josef-Otto Freudenreich (Kontext). Der Eintritt ist frei, Anmeldung erforderlich unter Telefon 07 11 / 4 02 07 20.

Am vergangenen Freitag war Winfried Kretschmann zu Gast in Tübingen, das Gespräch moderierten Kontext-Autorin Johanna Henkel-Waidhofer und taz-Redakteur Peter Unfried. Am Dienstag leiteten Kontext-Redakteurin Susanne Stiefel und Georg Löwisch von der taz in Freiburg eine Diskussion mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Jagoda Marinic und OB Dieter Salomon.

Kontext – Das Fest!

Der Vorverkauf für "5 Jahre Kontext:Wochenzeitung – Das Fest!" hat begonnen. Wir erwarten für den 1. Mai illustre Gäste im Theaterhaus Stuttgart, unter anderem Max Uthoff ("Die Anstalt", ZDF) und Peter Grohmann, und möchten Sie herzlich dazu einladen. Allen unseren Soli-GeberInnen, SpenderInnen und Mitgliedern bieten wir die Karten für nur 10 Euro statt regulär 15 Euro an. Mit dem Stichwort "Soli" erhalten Sie die ermäßigten Karten direkt an der Theaterhauskasse. Natürlich können Sie auch telefonisch reservieren unter 07 11 / 4 02 07 20. Mit diesem günstigeren Preis möchten wir uns bei Ihnen für Ihre Unterstützung bedanken.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT!
KONTEXT unterstützen!

Verbreiten Sie unseren Artikel
Artikel drucken


4 Kommentare verfügbar

  • Bernd Oehler
    am 15.03.2016
    Antworten
    @CharlotteRath: Sind Sie wirklich überrascht? Josef-Otto Freudenreich nannte es hier neulich »große Koalition der geschmeidigen Mitte« und genau die bekommt das Land nun, egal in welcher Zusammensetzung. Wie es aussieht, bleibt die FDP hart, wohl wissend, dass ihr das strategisch eher nützt und dass…
Kommentare anzeigen  

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Letzte Kommentare:






Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!