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Benzin und Beton

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Aha, Claus Schmiedel findet, dass Feinstaubalarm eine "prima Sache" sei, weil er endlich "völlig problemlos" durch die Straßen komme. Mit dem Auto natürlich, schließlich war seine SPD schon immer die Benzin-und-Beton-Partei. Ob auch darauf Gottes Segen ruht, wie auf dem Bahnhof, hat der Fraktionschef der Sozialdemokraten nicht gesagt. Sicher ist, dass er mehr ans Auto glaubt. Aber jetzt erinnern sich die Genossen an ihre andere Geschichte, die irgendetwas mit Sozialem zu tun hat. Das hatten sie irgendwie vergessen, und nun fragen sie sich, wie sie ihre Kundschaft noch zum Kreuz bei der SPD ermuntern können. Johanna Henkel-Waidhofer nennt es den "Freien Fall".

Die Grünen, schreibt Joe Bauer in seiner erfrischenden StN-Kolumne ("Bis ins Hirn"), tun wenigstens noch so, als ob sie etwas täten. Fritz Kuhn, der Stuttgarter Oberbürgermeister, droht doch glatt mit "ordnungspolitischen Maßnahmen", bis hin zum Fahrverbot, wenn seine Automobilisten nicht tun, was er sich wünscht: die Karre zu Hause lassen. Und zwar bis mindestens kommenden Freitag. Und zack, steht der Porsche Cayenne nicht mehr vor dem Bio-Supermarkt. Die bisherigen Resultate auf dem Stuttgarter Asphalt sind freilich ernüchternd, es wird gefahren wie eh und je. Die Bürger zeigten sich "weitgehend unbeeindruckt", notierten die "Stuttgarter Nachrichten" an anderer Stelle. Mit Symbolpolitik stehen eben keine Räder still.

Da wollen wir von Kontext mit besserem Beispiel vorangehen. Die ÖPNV-, Radfahrer- und Fußgänger-Redaktion beteiligt sich am Crowdfunding des OK Lab Stuttgart, über das wir schon frühzeitig berichtet haben. Die Tüftler sammeln derzeit Geld für 300 Feinstaubgeräte, von denen wir eines an der Hauptstätter Straße 57, dem Sitz der Redaktion installieren wollen, wenn die Finanzierung steht. Weitere MitmacherInnen sind willkommen und werden unter diesem Link fündig.

Eine andere Bastlerin ist jüngst mit einem wunderbaren Geschenk an die umbrauste Schneise gekommen. Die Künstlerin Marlene Blumenstock hat uns eine 3-D-Brille mitgebracht, die sie aus Papierabfällen gefertigt hat. Inspiriert vom Modell, das bei der S-21-Baustellentour zu haben war, formvollendet getragen von unserem Besichtiger Rupert Koppold. Es passe, sagt die 63-Jährige, hervorragend zum Hundert-Jahr-Dada-Jubiläum. Die Frau weiß, wovon sie spricht. Sie mischt in der Untertürkheimer Initiative "Zukunft Schiene" mit, die sich seit Jahren mit den Auswirkungen des tiefen Bahnhofs herumplagt.


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13 Kommentare verfügbar

  • someonesdaughter
    am 26.01.2016
    Antworten
    @Stummelfkügler: " Also meinen Kommentar muß weder jemand rezeptieren noch redigieren,"

    Was meinen Sie mit "rezeptieren"? Falls es 'rezipieren' heissen sollte: Wenn niemand Ihre Beiträge rezipieren, also geistig aufnehmen und verarbeiten soll, wozu schreiben Sie die dann? Nur um Ihren Hass…
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