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Guter Linker, böse Mächte?

Guter Linker, böse Mächte?
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Endlich ist dieser Tsipras zur Räson gebracht worden. Unser Schäuble hat ihm gezeigt, was klare Kante ist, und jetzt werden die Kröten geschluckt. Die fettesten von den Griechen. Für die "Stuttgarter Zeitung" ist das ein "Etappensieg der Vernunft", was wieder einmal beweist, wie nötig Kontext ist. Für uns hat Dieter Spöri das griechische Drama in der letzten Ausgabe beschrieben, mit der prognostischen Überschrift: "Wer links wählt, wird bestraft." Damit ist der ehemalige SPD-Wirtschaftsminister zum meistgelesenen und -kommentierten Autor geworden.

Die meisten unserer knapp 30 Kommentatoren haben sich gefreut, dass sie mal was anderes lesen konnten als das übliche Syriza-Bashing. "Genau das ist es", lobt einer, "was die Troika tut: Sie erpresst." Ein anderer fühlt sich in der Mainstream-Berichterstattung zu Griechenland an den GDL-Streik und die Hetzjagd auf deren Chef Claus Weselsky erinnert. Der dritte lobt Spöris klare Stellungnahme, um im nächsten Satz die kritische Frage zu stellen: "Wieso und weshalb aber ist Herr Spöri nicht konsequent und tritt aus der SPD aus? Insbesondere seit man sich dort, in der Gestalt des Herrn Gabriel, noch rechts von der CDU platziert?" Vielen hat der SPD-Mann also aus dem Herzen geschrieben. Doch manchen hat er zu Widerspruch herausgefordert.

Darunter auch den politischen Karikaturisten Kostas Koufogiorgos. Der hat für Kontext schon manche freche Karikatur gestrichelt und fühlt sich nun als Grieche ("Bis zum 36. Lebensjahr habe ich dort gelebt") zur Gegenrede gedrängt. Er sieht seine griechischen Landsleute in der Verantwortung, kritisiert Tsipras als Populisten mit leeren Versprechungen und geißelt die griechische Bürokratie. "Es ist naiv zu glauben, dass Tsipras der gute Linke ist und alle anderen die bösen Mächte, die sich gegen ihn verschworen haben", schreibt er in seinem Debattenbeitrag. Und weil sich Kontext der Meinungsvielfalt verschrieben hat, ist Kostas Brief an Spöri in der jetzigen Ausgabe zu lesen. Wir sind gespannt, wie die LeserInnen seinen Beitrag "Tsipras ist nicht Che Guevara" kommentieren werden.

Um die Kontext-Leserfrage nach Spöris politischer Heimat aufzugreifen: Wann eigentlich tritt Hilde Mattheis aus der SPD aus? Denn auch der linken SPD-Bundestagsabgeordneten aus Ulm wird diese Frage immer wieder gestellt. Warum sie immer noch dabei ist, warum sie sich Rot-Rot-Grün auch in Baden-Württemberg vorstellen kann, das können Sie in dieser Ausgabe ebenfalls lesen unter der Überschrift: "Das hat mich mächtig geärgert".


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1 Kommentar verfügbar

  • By-the-way
    am 17.07.2015
    Antworten
    Tja, liebe Redaktion,

    da gebt Ihr Euch schon selbst die Antwort auf Eure Campagne "David kämpft für Goliath":

    Zitat:
    "Für die "Stuttgarter Zeitung" ist das ein "Etappensieg der Vernunft", was wieder einmal beweist, wie nötig Kontext ist."

    StZ und STN haben zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht…
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