KONTEXT:Wochenzeitung
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Max von Kontext

Max von Kontext
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Der SWR hatte lange Zeit Äffle und Pferdle, die taz hat den schwarzen Panter, und auch Kontext hat seit dem Wochenende ein tierisches Maskottchen: Max ist eine französische Bulldogge aus der Werkstatt von Peter Lenk, ein possierliches Tierchen, knappe 40 Kilogramm schwer, das seit gestern in der Kontext-Redaktion den Eingang bewacht. Der Hund ist ein Geschenk von Peter Lenk an Kontext und an die Gewinner unserer Promi-Aktion für neue Kontext-UnterstützerInnen.

Andreas und Christine Köhler aus Balingen wurden am vergangenen Samstag vom Künstler himself durch seinen Skulpturengarten geführt, sie lachten über die trickreiche Entstehungsgeschichte von Bananen-Kauder, Walser-Brunnen und Scharping-Denkmal und konnten am Schluss mit Max sogar einen "echten Lenk" in den Kofferraum packen. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung des Künstlers: Die französische Bulldogge steht zunächst als Leihgabe in der Kontext-Redaktion. Die Köhlers haben schon angekündigt, dass sie die Redaktion und Max demnächst besuchen werden. Balingen ist schließlich keine Weltreise von Stuttgart entfernt. Vorher können sie Meister Lenk in der SWR-Sendung "Leute" am 25. Juli hören.

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Einen etwas weiteren Weg hatten die Besucher vom vergangenen Freitag. Acht chinesische Journalistinnen und Journalisten wollten von Kontext-Mitbegründerin Susanne Stiefel wissen, wie denn eine spendenfinanzierte Bürgerzeitung überleben kann. Wie es sich so arbeitet ohne Herausgeber ("danke, sehr gut"), wie wir unsere Themen finden ("viele Diskussionen") und wie wir mit der taz zusammenarbeiten. Es entwickelte sich eine so lebhafte Diskussion, dass der avisierte Fußballtermin (Deutschland – Frankreich) der chinesischen Delegation kurzzeitig auf der Kippe stand. Besonders fasziniert hat die chinesischen Kolleginnen und Kollegen, dass bei Kontext niemand reinredet oder gar Themen verbietet.

Ob wir denn schon einmal vor Gericht gezerrt worden seien? Ja, der Versuch war da. Die "Stuttgarter Nachrichten" wollten gegen die STN-Berichterstattung von Kontext klagen. Doch am Abend vor der anberaumten Gerichtsverhandlung wurde die Klage zurückgezogen. Die chinesischen JungjournalistInnen hörten es mit Interesse und wünschten dem "idealistic project" noch langes Leben, viele LeserInnen und viel Geld.

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"Zum Jagen tragen" müsse man die obersten Kassenprüfer des Landes, lautete ein Vorwurf, nachdem mehrere Medien, darunter auch Kontext in Ausgabe 170 ("Der heimliche Dody und der DB-Regio-Deal"), über den großen Verkehrsvertrag berichtet hatten. Nun befasst sich der Landesrechnungshof doch mit dem Vertragswerk, das die schwarz-gelbe Landesregierung im Jahr 2003 mit der Deutschen Bahn zum Regionalzugverkehr abgeschlossen hat. Untersucht wird die doppelte Dynamisierung der Trassen- und Stationspreise, die das Land bis zum Auslaufen des Vertrags im Oktober 2016 offenbar rund eine Milliarde Euro zusätzlich kostet. Wie berichtet, war der Vertrag unter anderem vom späteren CDU-Ministerpräsidenten Stefan Mappus ausgehandelt worden. Unterlagen lassen vermuten, dass sich die damalige Regierung unter Erwin Teufel damit den Bau des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 von der Bahn erkaufte. Der Landesrechnungshof hat Kritik an seiner zurückhaltenden Prüfung des milliardenschweren Verkehrsvertrags zurückgewiesen. "Wir haben keinen Bogen um den Vertrag gemacht", sagte Behördenchef Max Munding.


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1 Kommentar verfügbar

  • FernDerHeimat
    am 09.07.2014
    Antworten
    Ah, sehr gut! Kontext hat jetzt endlich ein Wappentier, das seinem journalistischen Auftrag gerecht wird!

    Und in diesem Sinne dann ruhig ein bisschen mehr in unbequemen Wahrheiten herumschnüffeln, bei Korruption und Staatskriminalität laut bellen, Kriegstreibern, Blendern und Gauck-lern ans Bein…
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