Vorhang auf

Es ist richtig, was der Politikwissenschaftler und Wirtschaftskriminologe Hans See den Journalisten ins Stammbuch schreibt. Den EnBW-Deal auf eine "Mappus-Show" zu reduzieren, wäre eine unverantwortliche Verharmlosung. Mal diese Mail, mal jene zu zitieren, wäre zu wenig, bediente möglicherweise nur die Sensationslust des Publikums oder eben die scheinbare Gewissheit, es immer schon geahnt zu haben. Die da oben, wir da unten. Selbstverständlich muss es um den Kontext gehen.

Revolution per Handzeichen

Was haben Überlegungen über die Berechtigung eines politischen Mordes mit der Occupy-Bewegung zu tun? Mit dieser Frage geht man gespannt in Volker Löschs Inszenierung von Albert Camus' Drama "Die Gerechten". Nach der Aufführung allerdings sucht man bestenfalls nach Verständnis für die Urheber dieses Theaters. Die Frage ändert sich: Warum erinnert sich ein Regisseur, der Theater als politische Intervention begreift, ausgerechnet jetzt an Camus?

Dumm gelaufen

Meine Omi Glimbzsch aus Zittau war nicht dumm, dachte sie. "Wennsde das Geld unterm Koppkissen hast, kanns keener holn. Und wenn, wachste auf." Als sie aufwachte, 1945, war's der Russe, der das Geld wollte, und da konnte sie natürlich schlecht Nein sagen, erzählt Peter Grohmann in "Wettern der Woche".

Bühne frei für Operation "Olympia"

Große Geschäfte brauchen große Bühnen und ebenso große Orchester. Der Geheimdeal von Exministerpräsident Stefan Mappus beim Rückkauf französischer EnBW-Anteile 2010 hatte einflussreiche Dirigenten im Hintergrund. Manches Medium hatte das Milliardengeschäft aufgehübscht und der Exklusivität wegen anfangs wohlwollend begleitet. Echte Spindoctors hatten im Verborgenen die Strippen gezogen. Die bekannten und manche jetzt erstmals bei Kontext publizierten Details der Geheimoperation "Olympia" bedürfen einer Einordnung.

Lehrstück

Oberflächlich betrachtet, lässt sich das, was als Mappus/Notheis-Affäre durch die Medienfilter träufelt und von Journalisten als Marionettentheater oder "Mappus-Show" aufgeschäumt wird, durchaus als Lachnummer verkaufen. Es darauf zu reduzieren ist jedoch eine unverantwortliche Verharmlosung. Ein Lehrstück in krimineller Ökonomie von Kontext-Autor Hans See.

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Gnadenlose Bank

Ende April lässt die Volksbank Altshausen Josef und Irmgard Nussers Bauernhof zwangsräumen. Die Geschwister Nusser sind beide über 70 Jahre alt. Durch das gnadenlose Vorgehen der Bank verlieren sie nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Menschenwürde.

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Der Rathaus-Punk von Reykjavík

Ein Politaktivist und Anarchist als Oberbürgermeister und ein Komiker und Schriftsteller dazu, eine Mischung aus Peter Grohmann und Hannes Rockenbauch. Ist das vorstellbar? Oder eine Punkrockerin als Schulbürgermeisterin? In Islands Hauptstadt Reykjavík hat die Künstlerpartei "Die beste Partei" vor zwei Jahren die Macht im Rathaus übernommen. Bürgermeister Jón Gnarr ist ihr Chef. Im Kontext-Interview erzählt er, wie direkte Demokratie funktioniert und was er sich für die Zukunft wünscht: einen Präsidenten mit Downsyndrom.

 

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