Die Wahrheit ist eine Schnecke

Mitten im afrikanischen Busch erhielt die SWR-Reporterin eine Handynummer. Es war die Nummer des Präsidenten der Terrortruppe FDLR und sie führte zur ihrem großen Erstaunen aus dem Ostkongo direkt nach – Mannheim. Heute, fünf Jahre später, sitzt Susanne Babila beim Stuttgarter Oberlandesgericht auf der Presse- und Ignace Murwanashyaka auf der Anklagebank. Es ist der erste Völkerrechtsprozess in Deutschland, der hier vom Fünften Strafsenat verhandelt wird. Babilas Film "Im Schatten des Bösen" machte es unmöglich, die Menschenrechtsverletzungen im Kongo weiter zu ignorieren.

Feinde der Zivilisation

Wenn ein kapitales System am finanziellen Abgrund steht, kommen auch Erzkonservative schon mal ins Grübeln. Hatte oder hat die Linke vielleicht doch recht? So weit gehen, außer Frank Schirrmacher in der FAS, deutsche Medien nicht. Die Feinde der Zivilisation werden dafür im gutbürgerlichen Züricher "Tages-Anzeiger" beschrieben. Ein Essay (Teil zwei).

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LBBW-Zeuge in der Villa

Er ist der Banker, der "Nein" sagte, beim Tricksen nicht mitmachte – und kurz darauf seinen Führungsjob bei der Landesbank Baden-Württemberg los war. Als sich Markus Pflitsch 2010 in der brisanten Sache an Günther Oettinger und Stefan Mappus wandte, reagierten die CDU-Spitzenpolitiker nicht. Ganz anders jetzt die neue Landesregierung: Der ehemalige LBBW-Topmanager ist ins Staatsministerium eingeladen worden.

Jeder ist potenzieller Täter

Schwerer Raub, schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung – die Stuttgarter Staatsanwaltschaft lässt fast nichts aus, wenn es darum geht, Demonstranten vom 20. Juni zu verfolgen. Auch die Pressefreiheit ist da kein Hindernis. In ihrem Eifer, möglichst viele Beweise für den 20. Juni zu sammeln, sind die Strafverfolger jetzt auch auf Medienvertreter gestoßen. Wer Pech hat, erhält frühmorgens um sechs Uhr Besuch von freundlichen Herren mit Durchsuchungsbefehl. Mancher wird auch schon mal vom Zeugen zum Beschuldigten.

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Verkehrte Welt

Im Alltag und in der Literatur finden sich tradierte Lebens- und Denkmuster, die vielen kaum noch bewusst sind. Dabei haben sie eine zeitaktuelle Bedeutung. Vor allem vermitteln sie strukturiertes Denken – eine Kompetenz, die in der Bildung wie im Beruf besonders wichtig ist. Die Kontext:Wochenzeitung putzt diese Denkmuster wieder blank, in einer fortlaufenden Erzählung. In dieser Ausgabe geht es um das Motiv der verkehrten, pevertierten Welt – früher wie heute.

Die Herren des Morgengrauens

Wer in Stuttgart demonstriert, lebt gefährlich. Vor allem, wenn es um S 21 geht. Die Justiz traktiert die Gegner mit Verfahren, die auf Landfriedensbruch und schweren Raub lauten. Davon nimmt sie auch das Onlinemedium CamS21 nicht aus. Die Absicht ist klar: den Protest kleinkriegen. Ein Kommentar.

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