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Ein Leben mit Büchern

Ein Leben mit Büchern

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Die Verlegerin Inge Feltrinelli, geborene Schönthal, blickt auf 80 Jahre eines spannenden Lebens zurück: Sie musste in der NS-Zeit die Schule verlassen, weil ihr Vater Jude war. Als Fotografin traf sie Größen wie Ernest Hemingway, heiratete Giangiacomo Feltrinelli, den italienischen Millionär und Verleger, der als linksradikaler Kämpfer in den Untergrund ging. Wir haben mit ihr gesprochen.

Inge Feltrinelli bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Uni Heidelberg. Foto: Mattioli

Frau Feltrinelli, Sie sind heute als italienische Verlegerin bekannt, eigentlich aber Fotoreporterin. Was war bei Ihnen zuerst da, die Begeisterung für das Wort oder das Bild?

Ich bin sehr alt. In meiner Jugend in Göttingen gab es weder Computer noch Fernsehen. Mein einziges Interesse damals galt Büchern. Und für eine Mark konnten wir ins Stadttheater gehen. Das war alles, was wir an Entertainment oder intellektuellen Stimuli hatten damals. Und ich glaube, das war sehr gut. Man las eben doch sehr viel. Göttingen damals war wunderbar, da waren all die Regisseure, die aus Berlin in die Provinz emigriert waren. Und ich habe von Sartre bis Büchner, von Shakespeare bis zu den griechischen Tragödien alles gesehen. Abends habe ich unter der Bettdecke gelesen, ab neun durfte man nicht mehr lesen, es wurde Licht gespart.

Was war damals Ihr Berufswunsch?

In meiner Schule waren sieben Töchter von Nobelpreisträgern, und in meiner Klasse war die Enkelin von Max Planck, ein wahnsinnig begabtes Mädchen. Bei Kindergeburtstagen saß der alte Professor Planck in der Ecke und sagte: Wie heißt du denn, und was willst du mal werden? Und ich sagte: Ballerina. Eine andere Mitschülerin hat uns zu Uni-Vorlesungen mitgeschleppt, da haben wir große Philosophen-Vorträge gehört.

Sie haben einen jüdischen Vater. Hatten Sie deshalb Probleme?

Ich bin Halbjüdin, aber das ist ja auch so ein Etikett. Ich bin protestantisch-lutherisch, ich habe mit dem Judentum eigentlich nichts zu tun. Ich hatte eine Cousine in meinem Alter, die auch Halbjüdin war, die ist in einem Arbeitslager gelandet. Meine Mutter hat mich aber durch meinen Stiefvater gerettet, sodass ich nicht in irgendwelche Lager gekommen bin.

Ihr Stiefvater war Offizier.

Ein Kavallerieoffizier. Der durfte aber nicht mit einer Arierin verheiratet sein, die wieder ein Kind aus erster Ehe ... Die Leute waren wahnsinnig damals, aber der hat sich nicht darum gekümmert, und er hatte auch Vorgesetzte, die gedacht haben, lassen wir das, der Krieg ist sowieso bald zu Ende. Ich bin ohne Komplexe aufgewachsen, weil ich total beschützt war. Und ich hieß auch nicht Schönthal nach meiner Mutter. Mit 14 wurde ich jedoch der Schule verwiesen, weil ich jüdischer Mischling war. Da sagte meine Mutter, weißt du, jetzt kommen die Bomben, du bleibst jetzt mal zu Hause. Da war ich glücklich. Ich habe nicht gelitten.

Wann wurde Ihnen klar, in welch einem Unrechtssystem Sie leben mussten?

Nach dem Krieg habe ich die Furchtbarkeit, die Tragödie dieses Nazisystems zum ersten Mal empfunden. Da haben wir gemerkt, dass alle Eltern meiner Klassenfreundinnen Nazis waren. Die wollten davon natürlich nichts mehr wissen; niemand hat mehr darüber gesprochen. In Göttingen war damals das englische Hauptquartier, und deshalb wurden wir in der Schule umerzogen, reeducated. Wir haben sofort die Filme über Auschwitz gesehen. Das war sehr wichtig. Wir haben zum ersten Mal gemerkt, in welchem grauenhaften Land wir lebten.

Zog das Konsequenzen nach sich?

Meine Mutter hat den Schulleiter denunziert. Der wurde sofort abgesetzt von den Engländern. Die Deutschen waren ja langsam, sehr langsam. Aber meine Mutter hat es geschafft, dass er einfach pensioniert wurde.

Wie haben die Eltern Ihrer Schulfreunde reagiert?

Die waren ja alle kusch und klein und hatten den Kopf im Sande. Die wollten ja nicht, dass rauskam, dass sie alles Nazileute waren. Nein, kein Mensch hat irgendwas gesagt. Alle taten so, als ob nichts gewesen sei, furchtbar. Keiner war Nazi.

Trotz Ihrer Bücherliebe zog es Sie erstmal zur Fotografie.

Ich habe in Hamburg als kleine Fotoreporterin angefangen. Da war ich etwa 19, 20 Jahre alt. Ich konnte nicht studieren, weil ich meine Mutter vertreten musste, arbeiten und Geld verdienen und meine Halbgeschwister ernähren. Ich hatte keine Leidenschaft für die Fotografie, sie war das einzige Mittel, mit der ich die Welt – in Anführungszeichen – erobern konnte. Ich war auch eine ganz schlechte Fotografin. Zwar eine gute Fotoreporterin, aber technisch als Fotografin eine Katastrophe. Man musste damals die Blitzanlagen lange einstellen, ich war denkbar ungeschickt, die Bilder waren zum Teil auch unscharf. Aber der große legendäre Fotograf Henri Cartier-Bresson sprach einmal vom entscheidenden Moment; es sei nicht wichtig, ob das Bild scharf ist.

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Die entscheidenden Momente hatten bei Ihnen oft mit Büchern zu tun.

Durch einen großen Zufall lernte ich in Hamburg die Besitzer des Rowohlt-Verlags kennen. Sie haben mich unter ihre Fittiche genommen und zu Autoren geschickt, um sie zu fotografieren und sie zu interviewen. So kam ich dann später auch zu Hemingway und dem berühmten Bild mit ihm, mir und dem Fisch. Ich lebte in meiner Jugend mit Büchern und von Büchern und Autoren.

Die Literaturwelt hat Sie bis heute nicht losgelassen.

Ich empfinde es als großes Glück und Privileg, die größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts alle getroffen zu haben, fast alle. Es ist aber nicht immer so, dass der große Schriftsteller sehr sympathisch ist. Einer, der in der ganzen Welt bekannt ist, aber unerträglich ist, ist Sir Vidiadhar S. Naipaul. Das ist der unsympathischste Nobelpreisträger der Welt. Es gibt nichts Bösartigeres als Naipaul. Man weiß es und hat drüber schon geschrieben. Ich bin bei einem literarischen Preis jedes Jahr in der Jury und muss immer an seinem Tisch sitzen. Seine Frau kommt aus Pakistan, ist sehr lebhaft und sympathisch, und er sitzt daneben wie ein alter, böser Giftzwerg und erzählt nur alle paar Minuten einen bösen Satz über alles. Ich habe eine Theorie: Je talentierter ein Autor ist, umso netter und bescheidener ist er. Wenn er ein bisschen mittel ist, ist er menschlich sehr oft neidisch und zynisch. Ich könnte ich Ihnen eine ganze Liste mit Namen geben!

Was, glauben Sie, ist mächtiger, das Wort oder das Bild?

Wörter. Wörter bleiben, das Bild ist vergänglich. Susan Sontag hat eine Philosophie: Alles ist in der Welt, ist im Leben doch Erinnerung. Bild ist Erinnerung. Das Buch, das Wort ist eine Nummer mehr, ist Zukunft. Ein Bild ist Vergangenheit.

Aber der Nationalsozialismus beispielsweise funktionierte doch wesentlich über mächtige Bilder.

Das war so ein Phänomen. Die Nazis haben die Fotografie als Propagandamittel fantastisch ausgenützt. Aber es ist doch etwas sehr – es klingt furchtbar dumm – Oberflächliches. Das Buch ist etwas Tieferes, Profunderes. Das geht in eine andere Dimension.

Haben Sie als Fotoreporterin dann bewusst versucht, mit dem mächtigen Bilder-Stil aus der NS-Zeit zu brechen?

Nein, ich war eine kleine Reporterin, in diesen Dimensionen habe ich nicht gedacht. Das war ja Philosophie. Diese alte Riefenstahl war ein Monster, die ging ja noch mit 90 Jahren Bilder in Afrika machen. Sie war phänomenal als Begabung, technisch und Vitalität und so weiter. Furchtbar, mit welcher Grandiosität ihre Filme den Nazikult verherrlicht haben! Aber das war nicht meine Welt, ich habe mich damit überhaupt nicht beschäftigt.

Sie haben dann bei einer Party bei Rowohlts Ihren zukünftigen Mann Giangiacomo Feltrinelli kennengelernt. Haben Sie sich Knall auf Fall in ihn verliebt?

Ja, so ungefähr.

Was faszinierte Sie an ihm?

Der war einfach etwas Neues, er war politisch engagiert. Er war reich und links und führte einen tollen Verlag, er war ein Phänomen. In Deutschland, in dieser dumpfen Erhard-Zeit gab es so Leute wie Giangiacomo Feltrinelli gar nicht. Das war unglaublich toll, er hat mich sehr fasziniert, aber ich war apolitisch.

Der Verlag war reich geworden dank einem Buch: "Doktor Schiwago". Ihr Mann hat das Manuskript aus Russland geschmuggelt und 1957 erstveröffentlicht. Das war sicher riskant, oder?

Ja, er lebte nie ohne Risiko. Das war auch fantastisch. In Deutschland war damals die bleierne Zeit, nicht. Kein Mensch, auch ich nicht, interessierte sich für Politik. Ich interessierte mich nur für mein Vorankommen, meine Karriere.

Und für Ihren Freund?

Ich habe weiter Reportagen gemacht, aber Giangiacomo und ich haben uns oft in Paris getroffen. Ich bin dann 1959 nach Italien gegangen und ein Jahr später in den Verlag eingetreten.

Das klingt nach einer Amour fou.

Ach, ich halte von diesen Klischees nichts.

Ist es auch ein Klischee, dass das Leben in Italien damals sehr karg war?

Italien war ein armes Agrarland. Die Frauen waren ungeheuer tüchtig, weil die Männer im Krieg waren. Sie haben ungeheuer für ihre Familien gearbeitet, gekämpft. Die Frauen haben sich sehr entwickelt; aus ihrer unterbemittelten Rolle sind sie aufgestiegen in ein wirkliches Matriarchat. Das Land war im Aufbruch, es war eben ein talentiertes Land. Die Italiener hatten keinen Stahl und machten die schönsten Autos, sie hatten keinen Kaffee und machten den besten Kaffee, die besten Kaffeemaschinen. Italien hat ein unglaublich gutes Kunsthandwerk, die schönsten Schuhe der Welt, die besten Textilien. Italien hat sich aus nichts aufgebaut.

War es das, was Sie an dem Land so fasziniert hat?

Absolut. Die Kreativität. Alle Stilisten, Freunde von mir wie Armani und Missoni, das sind eigentlich Kunsthandwerker. Die haben mit tollen Stoffen, tollen Farben, tollen Textilien eine Weltindustrie geschaffen. Made in Italy gab es gar nicht. Ich habe all die Architekten und Künstler und Designer in Mailand gekannt und bin heute noch mit allen befreundet.

Ist Ihnen auch ein Straßenkehrer in Erinnerung oder ein Eisverkäufer oder ein Zeitungskioskmensch?

Alles, Mailand ist meine Stadt. Es gibt auch Taxifahrer, die mich abholen, weil sie wissen, wo ich wohne, da bin ich immer.

Wie war das so, als Deutsche, dazu noch als Frau, in Italien?

Eine Deutsche hatte in Italien sehr große Schwierigkeiten. Ich war ganz hübsch und nett und forsch und flott, und die erste Tür war deshalb immer sofort offen. "Die Hübsche", wurde gesagt, das oberflächliche, freundliche Tralalala ist leicht. Aber der zweite Step ist besonders schwierig in Italien. Bis Freundschaften bestehen, auch mit Intimitäten, braucht man viel Zeit.

Und im geschäftlichen Umfeld, ist es da als Frau auch sehr schwierig, sich Anerkennung zu verdienen?

In Italien sind Männer den Frauen gegenüber immer ein bisschen misstrauisch. Italien ist ein Macholand wie alle mediterranen Länder. Es hat sich schon gebessert, aber wir haben nur ganz wenige Frauen als große politische Figuren; in den großen Unternehmen, Banken, Industrien gibt es keine Präsidentin oder Generaldirektorin. Nur die Tochter von einem großen Industriellen ist heute Industrievereinspräsidentin, aber das ist die Ausnahme. Ohne den Vater im Hintergrund, eine große Persönlichkeit, hätte sie das auch nicht geschafft. Es ist für die Frauen auch heute noch, nach 50 Jahren Emanzipation, sehr schwierig, eine Topposition zu erlangen.

Und Sie haben gleich als Chefin angefangen, in einem patriarchisch geprägten Land.

... nein, nein, nein, Chefin war ich nicht. Ich war eine Mitarbeiterin von Giangiacomo Feltrinelli. Erst nachdem er 1969 in den Untergrund gegangen ist, bin ich offiziell zur Vizepräsidentin gewählt worden und nach seinem Tod 1972 Präsidentin geworden. Dann war ich zwar so eine Art Chefin, aber nicht aktiv. Denn um mich herum war ein Team, ein sehr eingespieltes, ein sehr loyales Team. Da wussten alle, dass man den Verlag durchbringen muss, durch alle finanziellen Probleme, und ich war gleichberechtigte Partnerin. Obgleich ich als Repräsentantin des Verlags rechtlich für den Verlag haftete und im Fall eines Bankrotts ins Gefängnis hätte gehen müssen. Aber ich war immer, wirklich immer eine gleichberechtigte Mitarbeiterin, und das ist auch richtig so. Heute ist mein Sohn der Boss, und ich bin die alte Präsidentin. Ich habe mich aber nie als Chefin gesehen.

Haben Sie in Ihrem Unternehmen eine Frauenquote?

Wir haben keine Frauenquote, wir haben einfach mehr Frauen. Wir haben viel mehr Buchhändlerinnen und Direktorinnen der Buchhandlungen als Männer, die sind einfach besser. Als ich ankam, gab es eine Sekretärin, der Rest waren nur Männer. Es hat sich ungeheuer verschoben. Im Verlagswesen auf der ganzen Welt sind Frauen in den vergangenen fünfzig Jahren sehr vorangekommen. Es gibt in Amerika viele Frauen in großen Verlagsjobs, auch in Europa inzwischen.

Frau Feltrinelli, Sie sind ein lebensfroher Mensch. Haben Sie deshalb manchmal auch Sympathien für den ebenfalls lebensfrohen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi?

Ich bin lebensfroh, ja. Aber Berlusconi hat in 18 Jahren das Land so runtergebracht, so vulgarisiert, das Land mit seinem Fernsehen und seiner Dallasphilosophie so banalisiert, dass ich ihm nicht verzeihen kann. Bis vor Kurzem hielten ihn immer noch 70 Prozent der Italiener für das Tollste, weil er witzig ist, weil er der reichste Mann von Italien ist. Jetzt sind es noch 33 Prozent. Berlusconi ist einer der Reichsten in Europa, vor allem ein Selfmademan. Im Grunde ist er immer noch ein Entertainer wie in seiner Jugend. Da war er Pianobar-Sänger und arbeitete auf Touristenbooten. Das ist in der Sache nicht zu kritisieren, aber er hat jetzt immer noch dieses System. Man nennt ihn noch Tapetenverkäufer, und das ist er: Er verkauft seine Ware, sich selbst. Und belügt das Land. Er hat alle Gesetze zu seinem Gunsten umgestellt. Er ist fanatisch in seiner Anklage gegen die Richter und Staatsanwälte. Das ist nicht zumutbar. Der Rest seines Charmes als großer Don Giovanni, sein Privatleben, interessiert mich nicht. Sein Bunga-Bunga, er kann so viele Girls kaufen und so viele Partys machen, wie er will. Aber als Ministerpräsident ist er untragbar.

Die Frauenbewegung in Italien war einmal stärker als in Deutschland. Warum steht da niemand auf? Anlässe gibt Berlusconi ja genug.

Die Frauenbewegung ist stark eingegangen, und sie war zuletzt sehr schrill, immer nur gegen den Mann. Susan Sontag hat das sehr gut gesagt: Man muß nicht unbedingt gegen etwas sein, man muss aufeinander zugehen, man muss zu denselben Möglichkeiten wie denen des Mannes kommen, man darf nicht nur dagegen schreien. Nur zu sagen, die Männer sind nichts, das ist falsch. An den Männern hat man ja auch etwas, nicht?

Aber es gibt keine feministische Stimme in Italien, die Berlusconi aus der feministischen Warte beurteilen würde. Dabei böte es sich an.

Es gibt eben nicht die großen Journalistinnen oder die großen Schriftstellerinnen oder die große Industriefrau, die das Zeug hätte, ihn zu bekritteln, oder überhaupt, die den Mut hat. Es gibt massenhaft solche Frauen, aber die wagen es nicht, weil sie sonst ihren Job beim Radio oder beim Fernsehen verlieren. Das ist schon oft passiert. Programme werden dann storniert und so weiter. Berlusconi hat im Staatsfernsehen solche Macht, dass er die besten Journalisten wie Michele Santoro und den kritischen Liberalen Enzo Biagi vor die Tür setzte. Der Mann ist so übermächtig und rachsüchtig wie ein Orkan. Es ist etwas ganz Schlimmes, und das Land ist konsterniert.

Das Gespräch führte Sandro Mattioli.


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