Ausgabe 155
Politik

Bonbon unterm Kopfkissen

Von Christoph Dorner
Datum: 19.03.2014
Die wollen nicht nur spielen, auch wenn ihnen das von etablierten Parteien unterstellt wird. Die "Stadtisten" wollen das Stuttgarter Rathaus erobern und auch mal schräg denken. "Wir sind ein Demokratie-Experiment", sagen sie selbstbewusst.

Draußen vor der Imme, einer Kiezkneipe im Stuttgarter Heusteigviertel, steht ein Buchstabe auf einem Blumenkasten: d - das Logo der Stadtisten. Es ist klein und himmelblau, nicht so fett wie bei den etablierten Parteien, die im Mai ins Stuttgarter Rathaus einziehen wollen. Die Bescheidenheit ist kein Zufall. Die Stadtisten haben nur ihre Stadt im Blick. Deren Veränderung, sagen sie, darf ruhig im Kleinen beginnen.

"Wir wollen vor der Haustür Politik machen", sagt Thorsten Puttenat, der sich im Schneidersitz auf dem Asphalt vor der Imme niedergelassen hat, um einen Teller mit veganen Nudeln und Linsen zu essen. "Putte" ist einer der umtriebigsten Politaktivisten Stuttgarts und der bekannteste der neuen Truppe. Der 39-jährige Musikkomponist hat das Internetfernsehen "Flügel TV" mit initiiert, das bis heute von den Protestaktionen gegen den Tiefbahnhof berichtet. Im April 2013 gründete er mit den beiden unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Wolfram Bernhardt und Ralph Scherten die Stadtisten: erst als geschlossene Facebook-Gruppe, in der über Stuttgarter Zukunftsfragen diskutiert wird. Dann als öffentliche Plattform für Bürgerbeteiligung.

Puttenat ist ein Netzwerker, Idealist und pilzköpfiges Kind der Subkultur. Er kann gut damit leben, dass einige Stadtisten auch für das Bahnprojekt Stuttgart 21 sind. "Wir sind ein Demokratie-Experiment", sagt er. Experimente können auch schiefgehen. Dieses hier passe aber zu einem gesellschaftspolitischen Zukunftslabor wie Stuttgart, wirft Christine Blankenfeld ein. Die Sozialwissenschaftlerin war früher bei den Grünen. Nun darf sie wie Puttenat und der freiberuflicher Grafiker Martin Zentner für die Stadtisten sprechen.

Es ist eine ermutigende Geschichte, die sie erzählen. Sie handelt von einem Gefühl der Ohnmacht gegenüber der Politik, das sich im Widerstand gegen Stuttgart 21 und der Abwahl der Mappus-Regierung in einen kinetischen Impuls zu bürgerschaftlichem Engagement gewandelt hat. Zentner, der für die Stadtisten im Netz vor allem als ironische Kunstfigur "Dora Leatitia Asemwald" unterwegs ist, gibt das entscheidende Stichwort: Den Stadtisten geht es um Selbstermächtigung. 

Sogar eine Dame von der Jungen Union schaut vorbei

Drinnen in der Imme herrscht an diesem Samstag im März die Euphorie einer Graswurzelbewegung, die sich für den Moment noch nicht fragen muss, ob sie einmal zu einem Baum heranwächst oder nicht einmal die Eisheiligen überlebt. Stadtisten mittleren Alters, die bislang nur via Facebook miteinander diskutiert haben, lernen einander erstmals "offline" kennen. Auch einige Nichtmitglieder sind gekommen, ein Grüner und eine Dame von der Jungen Union schauen vorbei. Als der einhundertste Wahlberechtigte auf jener Liste unterschreibt, wegen der sie alle hier sind, brandet Jubel auf. 

Die Wählervereinigung braucht 250 Unterschriften, um zur Gemeinderatswahl am 25. Mai zugelassen zu werden - keine wirkliche Hürde für eine Idee von Politik, die im Netz nach wenigen Wochen bereits ein vielfaches an Sympathisanten hinter sich weiß. Schwieriger war es schon, die notwendigen 60 Kandidaten für die Wahlliste zu finden. 30 Frauen und 30 Männer stehen jetzt darauf. Ihre Berufsgruppen weisen die Stadtisten als Mittelschichts-Phänomen aus. Die Bewerber auf den vordersten Plätzen der Liste glauben auch fest daran, dass sich die Stadtpolitik über das Kommunalparlament sinnvoll gestalten lässt - so zäh Ausschusssitzungen zu Abfallbeseitigung, Energie- und Wasserversorgung auch sein mögen. 

Es sind Menschen wie der Elektroingenieur Ralph Scherten, der beim Thema Mobilität neue Impulse setzen will. Der Verwaltungsangestellte Ralf Peter Maier, den die soziale und kulturelle Teilhabe armer Menschen in Stuttgart besonders umtreibt. Oder der Fachjournalist Sebastian Erdle, der im Gespräch grundsätzlich wird: "Stuttgart liegt in einem Talkessel. Da kann man nicht immer nur linear denken. Es muss auch mal schräg gehen." Um einen Sitz im Gemeinderat zu ergattern, sind etwa 1,7 Prozent der abgegebenen Stimmen nötig.

Die Einmischung in die konkrete Rathauspolitik soll aber nur eine Säule der Stadtisten sein, sagt Thorsten Puttenat, der nicht für den Gemeinderat kandidiert, weil er sich mehr als Aktivist denn als Hinterbänkler versteht. Denn man will eben keine Partei sein, die sich im politischen Wettbewerb zwischen Lagerdenken und Fraktionszwängen aufreibt. Weil man sich in erster Linie als Beteiligungsplattform versteht, hat man auch kein Wahlprogramm aufgeschrieben, sondern beruft sich lediglich auf ein "stadtistisches Manifest", in das sich auch politische Aphorismen geschlichen haben: "Das Unkonventionelle haben wir zu Fuß durchquert, der Utopie legen wir ein Bonbon unters Kopfkissen."

Die Grünen und die SÖS sind nicht amüsiert

Die Stadtisten stellen der Stuttgarter Politik die Charakterfrage: Wem gehört sie eigentlich, die Stadt? Dem Bürger, wie in dem putzigen Lego-Video der Wählervereinigung? Oder doch den Investoren, die mit seelenlosen Konsumtempeln nicht nur einen Ausverkauf des Stadtbilds betreiben? Sie bedrohen im Kleinen auch eine alternative Begegnungsstätte wie das Café Galao am Marienplatz, für dessen Erhalt sich einige Mitglieder einsetzen. Zu sechs Themenfeldern wie Raum, Mobilität oder Konsum haben die Stadtisten auf ihrer Homepage "Haltungen" formuliert, die im Kern kapitalismuskritische, egalitäre und wertkonservative Gedanken auf die sanfte Tour miteinander verbinden. Kein Wunder also, dass die Stadtisten insbesondere von den Grünen und der Wählergruppe "Stuttgart Ökologisch Sozial" (SÖS) nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen wurden. Dort fürchtet man, dass bei der Gemeinderatswahl letztlich die Stuttgarter CDU von einer Zersplitterung des linken Lagers am meisten profitiert.

Am stärksten erinnern die Stadtisten mit ihrer Online-Affinität, dem emanzipatorischen Ansatz und hierarchiefreien, dynamischen Strukturen jedoch an die Piratenpartei und ihre Vorstellung von Schwarmintelligenz. "Wir sind die mit den Fragen" hatten die Berliner Piraten 2011 auf ihre Wahlplakate geschrieben. Am Ende waren sie für die Öffentlichkeit nur noch die mit den Streitereien. Wer garantiert, dass es die Stadtisten als Korrektiv der großen Politik besser machen? Thorsten Puttenat lacht. Landes- und damit machtpolitische Ambitionen haben die Stadtisten nicht. Karrieristen brauchen es also erst gar nicht bei ihnen versuchen. "Das Sprungbrett haben wir vorsorglich angesägt", sagt der Musiker. Ein Engagement bei den Stadtisten wird sich also stets im ehrenamtlichen Rahmen bewegen.

Jenseits ihrer Vision zur Stadtentwicklung haben die Stadtisten bislang die Initiative "Occupy Villa Berg" unterstützt. Sie will, dass die ehemaligen Fernsehstudios - derzeit noch in Hand eines Immobilieninvestors - in ein öffentliches Kulturzentrum umgewandelt werden. Weitere Aktionen zeigen: Eine humanere Flüchtlingspolitik und die Neuordnung städtischen Raums zur Förderung von Subkultur und urbanem Gartenbau liegen den Stadtisten zur Zeit besonders am Herzen. Zudem setzen sie sich für eine Politik der kleinen Gesten ein: etwa für den "Suspended Coffee", den Besitzer der Bonuscard in möglichst vielen Stuttgarter Cafés bald umsonst bekommen sollen, wenn ein Gast zuvor auf freiwilliger Basis für zwei Tassen bezahlt hat. 

Was für eine Karriere das himmelblaue d in der Stuttgarter Kommunalpolitik machen wird, ist momentan ungewiss. Dass sich hinter den Stadtisten jedoch ein Modell für die Bürgerbeteiligung der Zukunft verbergen könnte, ist zumindest in Ansätzen erkennbar.

Die Stadtisten im Netz: die-stadtisten.de

Christoph Dorner (30) hat ein Herz für Kleinparteien. Seine Magisterarbeit hat er über die Piraten geschrieben.


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25 Kommentare verfügbar

  • CharlotteRath
    am 25.03.2014
    Wir sind mitten in einem großen Experiment:
    Können wir Bürgerinnen und Bürger politische Gestaltungsmacht zurückholen, die die Parteien für sich okkupieren?
    Bringen wir Vertreter von Massenmedien dazu, ihr bequemes Schubladen-Denken zu verlassen?
    Auf welchen Wegen, mit welchen Strategien gelingt uns das?
    Jede und jeder, der die allgemeinen Menschenrechte achtet und sich aufmacht, an den verkrusteten Strukturen zu kratzen, die korrumptiven Machenschaften zu stören, ist mir herzlich willkommen, ob Stadtistin, ob Obenbleiber, ob Anstifterin, ob investigativer Journalist.
    Demokratie lebt vom Mitmachen - da hätten wir doch schon mal einen gemeinsamen Impuls. Wenn es uns gelingt, auch noch die Gemeinwohl-Orientierung vor die Selbstinszenierung zu setzen, hätten wir einen weiteren wichtigen Schritt geschafft.
  • PeterPan
    am 25.03.2014
    Es gibt für mich nichts mehr, was ich am aktuellen Politikbetrieb schätze. Umso mehr schätze ich es, wenn da Menschen idealistisch und mit Ideen im Kopf ins Rathaus wollen um da Farbe rein zu bringen.
    Allein die Aussicht, dass die etablierte Gemengelage im heutigen Gemeinderat nicht mehr so eindeutig und weitgehend ungestört ihre Interessenpolitik im Sinne der Investoren machen kann ist schon ein Erfolg. Logisch, dass das auch der SÖS und den GRÜNEN nicht schmeckt. Ein richtiger Erfolg wäre es, wenn es wieder zu einer ECHTEN Vertretung von Interessen der Bewohner der Stadt kommen würde. Aber dazu müssen sich diese Bewohner auch noch ein wenig aufraffen, und einen Teil ihrer ganz persönlichen Freizeit der Frage widmen:
    In WELCHER Stadt wollen wir WIE künftig zusammen leben ?
    Solange daran aber kein Interesse herrscht und alle zufrieden scheinen, solange nur die Läden offen sind und man einkaufen kann, und alle glauben was uns an Meldungen täglich aufgetischt wird, solange werden weiter Entwicklungen laufen, mit denen irgendwann auch eine "Mehrheit" nicht mehr einverstanden sein wird.
    Aber dann ist es zu spät.
    Mit den Stadtisten dokumentiert Stuttgart ein weiteres Mal, dass es um mehr als um Bahnhof geht. Es geht um die Grundlagen unseres Gemeinwesens! - Diese Grundlagen dürfen nicht privatisiert und dem Gewinnstreben zugeschlagen werden. Genau das aber passiert. Und dieser Entwicklung ist entgegen zu treten. Im Interesse unserer Kinder und Enkel. Ich danke den Stadtisten für ihren Schritt !
  • Gerhard Nägele
    am 25.03.2014
    Mit 'Haltung' lassen sich Inhalte überwinden. Mit einer tollen Verpackung wickelt man nicht nur Geschenke ein sondern auch die Wähler. Frau Asemwald kann zwar nicht wählen (falscher Wohnort?) hat aber trotzdem "die Nase voll" von Schwarz, Weiss, Oben, Unten, Gut und Böse. Würde der Zankapfel von den Statisten zur verbotenen Frucht erklärt werden?
  • Thorsten Puttenat
    am 24.03.2014
    Und bezüglich des Absatzes zu Occupy Villa Berg eine Richtigstellung. Im Artikel steht:

    "Jenseits ihrer Vision zur Stadtentwicklung haben die Stadtisten bislang die Initiative "Occupy Villa Berg" unterstützt. Sie will, dass die ehemaligen Fernsehstudios - derzeit noch in Hand eines Immobilieninvestors - in ein öffentliches Kulturzentrum umgewandelt werden."

    Nicht 'die Stadtisten' unterstützen die Initiative Occupy Villa Berg konkret personell, sondern einzelne von ihnen. So findet sich dort auch ein Bezirksbeirat der SPD im Stuttgarter Osten, als auch eine grüne Gemeinderätin.

    Dieser Initiative geht es nicht, wie im Artikel beschrieben, um die Fernsehstudios im Park der Villa Berg, sondern um das Gesamtareal um die Villa herum. In Sachen Sendestudios gibt es bei Occupy Villa Berg kein einheitliches Meinungsbild. Ein solches zu bekommen ist und war auch nicht der Ansatz dieser Initiative.
  • Thorsten Puttenat
    am 24.03.2014
    Der Artikel kann suggerieren, das es bzgl. der Stadtisten zu schlechten Stimmungen mit SÖS und den Grünen kommt oder kam. Ich selbst habe davon bislang nichts mitbekommen und denke, dass das recht geschmeidig abläuft.
  • Dora Asemwald
    am 24.03.2014
    „Da sind S21 Befürworter dabei. Warum macht man für diese Werbung?“.
    Dieser Satz illustriert vortrefflich, welcher Graben durch diese Stadt gezogen wurde. Wir oder die. Oben oder unten. Gut oder Böse. Schwarz oder weiß. Genau davon habe ich die Nase voll. Und die Stadtisten wohl auch. Könnte ich sie wählen, würde ich sie allein dafür wählen.
  • Maggie
    am 24.03.2014
    Ich will zu keiner Partei und auch keine "Statistin" bleiben, mich für Stuttgart einbringen wie ich bin und wie ich kann. Darum bin ich bei den Stadtisten. Jedem das seine. Wer zu einer Partei will soll zu einer Partei gehen.
  • Stadtist
    am 24.03.2014
    Das Demokratieverständnis mancher Kommentatoren erscheint mir unterirdischer als Grubes Grube.
  • Hecker
    am 23.03.2014
    Da sind S21 Befüworter dabei. Warum macht man für diese Werbung? und dann halten die sich alles offen ... der wolf im Schafspelz.

    Unsere Stadt braucht klare Politik und kein drehen und wenden das die Stadtisten uns anbieten.
  • Dora Asemwald
    am 23.03.2014
    Spaltung und Ablenkung der Menschen durch eine Neugründung? Warum nicht einfach eine Einheitspartei haben? Dann ist nichts mehr gespalten, die Menschen werden nicht mehr durch Vielfalt abgelenkt. Störer aller Länder vereinigt euch!
  • T2014
    am 21.03.2014
    Wieder mal der übliche Dummfug zur Ablenkung und Spaltung der Menschen. Völlig sinnfrei und wird nie was erreichen, außer die "Störer" damit zu beschäftigen, damit sie nicht bei wirklich wichtigen Dingen stören können.

    Wahrscheinlich wurde das Ganze noch von den etablierten Parteiern oder BND gegründet und betrieben, wie üblich.
  • F.-M. Stephan
    am 20.03.2014
    @ Andreas B., 19.03.2014 18:53
    „… wolkig formulierte Manifeste und Haltungen.“ Das trifft’s genau!
    Mein Vorschlag: Geben wir den Stadtisten noch eine Legislaturperiode Zeit, um außerhalb des Gemeinderats statt Luftschlösser ein solides politisches Programm zu entwickeln. Dann sehen wir weiter.
  • FF
    am 20.03.2014
    "Die Grünen und die SÖS sind nicht amüsiert." Als ob es in der Politik um Amusement ginge. Es geht um Engagement, um positive Weiterentwicklung der Gesellschaft, um Abbau von Ungerechtigkeit, um Abbau von Lohnunrecht, um Abbau von Diskriminierung nach Alter, Herkunft oder Geschlecht, Religion oder sexueller Orientierung, um Berücksichtigung und Austarierung der Belange aller Generationen, um vernünftige Ressourcenverwaltung - und - nutzung. Und um Visionen. Die einseitige Fixierung der etablierten Parteien auf Wirtschaft, Kapital und vor allem Macht ist vorgestrigst. Ich werde jedenfalls mir bekannte oder empfohlene Stadtisten wählen.
  • Andreas B.
    am 19.03.2014
    P.S.: Denn wer sagt uns, dass das Bonbon unterm Kopfkissen nicht alt und zäh ist und bitter schmeckt?
  • Andreas B.
    am 19.03.2014
    Man sollte die Stadtisten nicht unterschätzen. Stuttgart ist polarisiert, sie könnten im Gemeinderat das Zünglein an der Waage sein. Auch in Wien haben die NEOS für Furore gesorgt, in meinen Augen die eigentliche Blaupause für diese Bewegung.

    Aber sie werden wahrscheinlich nicht die nötige Stimmenanzahl erhalten, um eine eigene Fraktion zu gründen und in den Ausschüssen vertreten zu sein. Deswegen müssen sie sich - wie vormals die SÖS - auch mit einer Partei zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammenschließen.

    Spätestens hier müssen die Stadtisten Farbe bekennen. Denn bisher können wahrscheinlich alle Parteien die wolkig formulierten Manifeste und Haltungen unterschreiben. Die Stadtisten sind wenig konkret, um Wähler nicht zu verschrecken. Noch nicht einmal zu S21 gibt es eine klare Haltung. Mir persönlich sind "Haltungen" zu wenig. Ich möchte klare Positionen und Entscheidungen. Und ich möchte wissen, was die Stadtisten genau vorhaben.

    Vor allem möchte ich wissen, welche Farbe sie annehmen werden, wenn es hart auf hart kommt. Werden sie zusammen mit SÖS und LINKEN in eine Fraktionsgemeinschaft gehen? Werden sie der dahinsiechenden FDP neues Leben einhauchen und deren Stimme in den Ausschüssen stärken? Oder werden sie sich den GRÜNEN anschließen oder gar der CDU, wenn sie ein gutes Angebot macht? All das lässt sich aus den Haltungen bisher noch nicht herauslesen.
  • Sabina H.
    am 19.03.2014
    Bereits der vierte Artikel über diesen neuen Verein, in welchem es sich zu 90% um den Herrn Puttenat dreht. Wofür braucht es eigentlich diese angeblich existierenden anderen Mitglieder? Ach ja - als Statisten :-)
  • Mokka
    am 19.03.2014
    Wer entscheidet denn was notwendig ist? Warum das eine gegen das andere ausspielen? Können nicht mehrere Formen des Politikmachens gleichberechtigt nebeneinanderstehen? Zudem habe ich den stadtistischen Ansatz so verstanden, dass der Einzug ins Rathaus, wenn überhaupt, eben nur eine Variante des politischen Engagements ist.
    Das Korrektiv der Straße halte ich ebenso für ein wichtiges Instrument. Und ich nehme an, es wird auch für die Zukunft ein Mittel der Wahl sein; daran werden auch die Stadtisten nichts ändern.
    Ebenso wenig werden doch durch diese neue politische Plattform keine Aktionen von Bürger und Bürgerinnen Bsp.Untertürkheim/Unterführung ausgebremst. Im Gegenteil, ich vermute sogar eher unterstützt.
  • johanna
    am 19.03.2014
    Wenn in einer Gruppe, die sich gegen eine Ausbreitung von Kosumtempeln ausspricht, Personen tummeln, die genau dies mit S21 vorantreiben, habe ich dafür kein Verständnis.
    Politik und die Interessen einer breiten Bürgerschaft unter einen Hut zu bringen, ist unmöglich. Parteien verkaufen ihre Ideale zugunsten von Machterhalt.
    Wir brauchen nicht noch eine politische Gruppierung, Diskussionen...sondern mutige Menschen, die Politik und ihrer Lobbyisten von der Straße aus korrigieren.
  • Gerhard Nägele
    am 19.03.2014
    In einer Stuttgarter Zeitung schrieb vor Wochen ein Leser:
    "Die Stadtisten sind ein Messer ohne Klinge, bei dem auch der Griff fehlt." Nach diesem Artikel und den Links meine ich: Die Statdisten bräuchten wenigstens einen Schrank, in dem die Tassen bereits fehlen.
  • Realist!
    am 19.03.2014
    An diejenigen, die Vielfalt in einer Demokratie nicht für sinnvoll erachten, oder selbstbestimmtes Handeln von Bürgern mit Parteienpolitik verwechseln, sei gesagt: Wer mutiges Handeln, wie die der Stadtisten anzweifelt oder kritisiert, dem steht es doch frei eine Revolution zu beginnen. Nur sich zu empören und negative Entwicklungen in der Politik und Gesellschaft rauf und runter zu predigen helfen leider nicht weiter. Taten müssen her, von jedem einzelnen. Das haben die Stadtisten, wie ich sehe, erkannt, weshalb sie unbedingt kommunal unterstützt werden müssten. Meine Stimme und demnächst mein Engagement haben sie. Danke, dass es Menschen gibt, die ihr Sofa zuhause auch mal unbenutzt lassen. In diesem Sinne: Sapere aude!
  • Shoobidoo
    am 19.03.2014
    Was genau hat "Schräg denken", "Selbstermächtigung" und "Haltung" mit dem Füllen einer KandidatInnen-Liste und - im besten Falle - einem Sitz im Gemeinderat zu tun? Hilft das wirklich gegen das "Gefühl der Ohnmacht gegenüber der Politik"? Warum sollte nun ausgerechnet das ein "Modell für Bürgerbeteiligung", gar eine "Beteiligungsplattform" sein? Hatten wir das nicht schon? Liegt das Stuttgarter Rathaus wirklich "vor der Haustür"? Wer aus dem "Widerstand gegen Stuttgart 21" kommt, sollte gelernt haben, dass das Gemeinmachen mit der institutionellen Politik oder das Institutionalisieren experimenteller Formen wenig hilfreich ist. Gerät beim Starren aufs Stuttgarter Rathaus nicht das Leben in den vielen hässlichen Winkeln und Vororten der Stadt aus dem Blick?
    Dort lässt sich mit der entsprechenden Haltung und schrägen Gedanken ganz und gar selbstermächtigt genügend Kinetik entwickeln gegen das Gefühl der Ohnmacht, zum Beispiel:
    http://cams21.de/bunt-statt-grau-in-untertuerkheim-15-02-2014/
    Es gibt viel zu tun.
  • Manfred Schuster
    am 19.03.2014
    Danke für den Text. Gerade bin ich auf deren Homepage noch auf folgendes lesenswertes Textlein gestoßen: Das stadtistische Manifest

    http://die-stadtisten.de/das-stadtistische-manifest/
  • Valentin B.
    am 19.03.2014
    Was für eine wunderbare Initiative. Wenn ich St uttgarter wäre, müsste ich mich glatt bei denen engagieren. Das ist es, was die Stuttgarter dringend brauchen. Ein kapitalismuskritisches Korrektiv zu ihrem grünen OB.
    Kontext, bitte dranbleiben an diesen "Stadtisten" und weiter darüber berichten, damit sie die nötige Aufmerksamkeit bekommen.
  • FernDerHeimat
    am 19.03.2014
    Nach den (alten) Grünen ist vor den (neien) Grünen. Es wäre schon längst an der Zeit den "Volksparteien" (lies: nur dünn andersfarbig lackierten Schwarzen) den Zahn zu ziehen.

    Nur schade, dass sich dieser politische Elan der jüngeren Generationen so leicht in zahllose bzw. zahnlose Klein- und Kleinstparteien aufspaltet.

    Das beste Beispiel dafür sind die Piraten.

    Es hilft nichts Veränderung zu wollen, wenn man sich in Grundsatzdebatten verwickeln lässt* und dann den Arsch nicht mehr hochbekommt.


    * Durchaus auch eine Strategie des Establishments, kein Thema. Da "streuen" die Medien dann hämisch-dümmliche Fragen z.B. zur Frauenquote (wenn's landesweit noch nicht einmal INSGESAMT genug Kandidaten gibt). Oder allerlei seltsames Volk ist Parteimitglied geworden, um scheint's nur derselben durch Grundsatzdebatten, ideologischen Starrsinn und einen medienwirksamen Austritt (ja, Sie sind damit gemeint, Udo Vetter) schaden zu wollen.
  • Cooper
    am 19.03.2014
    Stand Beppe Grillo Pate bei der Gründung dieser Wählervereinigung?

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