Höhlen sind unterirdische Welten. Hier: Der "Drachenfelsgang" in der Vetterhöhle. Foto: Markus Boldt

Ausgabe 138
Politik

Maulkorb für Höhlenforscher

Von Susanne Stiefel
Datum: 20.11.2013
Die Schwäbische Alb ist ein Paradies für Höhlenforscher – auch weil die Deutsche Bahn gerade dort gräbt. Doch die Höfos dürfen nicht ausplaudern, was sie beim Bau der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm entdecken. Das soll ein Vertragsentwurf regeln, der ihnen das Sprechen bei Strafe verbietet. Noch zögern die Speläologen mit ihrer Unterschrift.

Höhlenforscher sind ein besonders Volk. Sie graben sich durch kleinste Spalten, um unterirdische Welten zu erforschen. Sie zwängen sich ohne Platzangst durch enge Röhren, um zu schauen, was dahinter alles kreucht und fleucht und gedeiht. Sie sind Wissenschaftler ohne wissenschaftliche Ausbildung oder seit ihrer Kindheit fasziniert von Höhlen und haben dann Geologie studiert. Auf der Schwäbischen Alb ist diese Spezies Mensch besonders häufig anzutreffen, weil es dort im Karst 2800 Höhlen gibt – und das sind nur die registrierten. Der Traum jedes Höhlenforschers ist es jedoch, neue, noch unerforschte Höhlen zu entdecken. Es ist der Traum vom märchenhaften Mörikedom, dem riesigen Hohlraum unter dem Blautopf.

Die Bahn ist eine besonderes Unternehmen. Nicht nur, weil sie außer dem Bahngeschäft in Deutschland auch einen Weinberg in Australien unterhält und in London den Stadtbusverkehr betreibt. Sondern auch, weil sie ungeachtet explodierender Kosten mit unerschütterlicher Beharrlichkeit den Stuttgarter Bahnhof tiefer legen und ihn schneller mit dem Ulmer Münster verbinden will. Seit Mai 2010 baut die Bahn bereits an der wenig umstrittenen Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm, deren Kosten inzwischen auf 3,25 Milliarden Euro geklettert sind. Über die neue Trasse von knapp 60 Kilometer sollen die Züge einmal mit 250 Sachen über die Schwäbische Alb brausen. Deshalb gräbt sich die Bahn in Tunneln in das Gebirge, baut Brücken, legt Röhren und hofft, dass ihr Zeitplan nicht in lästigen Karstspalten versinkt. Denn was für die Höhlenforscher ein Traum ist, ist für die Bahn ein Horror: Auf eine Geisterbahn mitten durch eine Höhlenlandschaft aus Tropfsteinen hat beim Bauherrn keiner Lust – auch wenn die Projektleitung und die Bauüberwachung darüber gerne mal Witze reißen.

"Höhlen sind ein Hindernis, verzögern den Bau und sind teuer", sagt Bahnprojektleiter Stefan Kielbasse, der den Streckenabschnitt von Widderstall nach Ulm zu verantworten hat. "Wir freuen uns über jeden Hohlraum, der bei den Bauarbeiten gefunden wird und den wir erforschen können", sagt Baden-Württembergs oberste Höhlenforscherin Petra Boldt.

Die einen wollen möglichst schnell weiterbauen, die anderen so lange wie möglich forschen – wie soll das zusammengehen?

Und auf beiden Seiten ist diese Allianz nicht unumstritten. Von drei DB-Projektleitern der Neubaustrecke, kurz NBS genannt, hat sich nur Stefan Kielbassa von einer Zusammenarbeit überzeugen lassen. Im Landesverband der Höhlenforscher wird ebenfalls heftig diskutiert, ob man sich auf einen Pakt mit der Bahn einlassen soll. Seit wenigen Tagen liegt nun ein fingerdickes Papier vor, von der Bahn juristisch geprüft und von Kielbassa unterschrieben. Derzeit wirft ein Anwalt der Höhlenforscher seinen Blick drauf, ob sich dahinter juristische Fallstricke verbergen. Alles dreht sich um die Verschwiegenheitsklausel. Und das nicht nur wegen der Höhe der Strafe, die den ehrenamtlichen Albforschern droht, sollten sie ihre Forschungsergebnisse öffentlich machen. Alles ist so geheim, dass schon vor Vertragsunterzeichnung keiner darüber reden will. 

Sollen hier Höhlen- und Naturschützer mundtot gemacht werden? Und wie reizvoll ist eine solche Vereinbarung für die unterirdischen Alberforscher, wenn sie zwar in Hohlräume klettern, aber über ihre Entdeckungen nicht sprechen dürfen?

Petra Boldt ist nicht nur die Landesvorsitzende der baden-württembergischen Speläologen und damit diejenige, die den Vertrag unterschreiben wird, wenn der Anwalt grünes Licht gibt. Die 57-jährige schlanke Frau leitet auch eine Schul-AG, geht mit den Schülern in Höhlen und backt mit den kleinen Höhlenforschern zur Weihnachtszeit gerne mal Ausstecher in Fledermausform. Wer sie in ihrem verwinkelten "Felsenhäusle" auf der Schwäbischen Alb besucht, wird an einem beleuchteten Glasschrein mit Stalakmiten und Stalaktiten vorbei in eine gemütliche Küche mit Eckbank gebeten. An der Wand hängt ein Vesperbrett, in das der Gangverlauf der Vetterhöhle eingebrannt ist, ein Geschenk der Tochter. Die Höhlen der Schwäbischen Alb, das ist das Leben der gelernten Buchhändlerin aus Blaubeuren. Ihre Augen leuchten, wenn sie erzählt, wie sie mit ihren Mitgräbern in der Vetterhöhle einen neuen Hohlraum bei Blaubeuren entdeckt hat, oder von ihrer Forschung in der Knöpfchensinterhöhle. Ihr Mann Markus Boldt, eher der Naturwissenschaftler im Boldt-Duo, ist ein ebenso überzeugter Hobbygräber. Kein Wunder, dass sich die beiden in einer Höhle kennengelernt haben.

Wenn Petra Boldt über den Vertrag mit der Bahn spricht, leuchten ihre Augen nicht mehr so doll. Zu sehr haben die jahrelangen Verhandlungen an den Nerven gezehrt, zu bürokratisch und mit so vielen juristischen Klauseln versehen ist der Vertrag, den sie nun als Landesvorsitzende prüfen und unterzeichnen soll. Aber die Geheimhaltungsklausel wirkt schon heute. Was drinsteht, darüber will Petra Boldt keine Auskunft geben. Einen Blick hineinzuwerfen ist schon gar nicht drin. Nur so viel: Wer plaudert, muss zahlen. Wie hoch der Betrag ist – Schulterzucken und verhaltenes Lächeln. So hoch wie die 500 000 Euro Strafe, die den ausgewählten Personen drohen, die Zugang zu den Informationen aus der "Geheimkammer" der Bahn haben, wenn sie etwas ausplaudern? "Kein Kommentar", lautet die Antwort. Nur so viel: Der Betrag liegt im fünfstelligen Bereich. Petra Boldt blickt misstrauisch auf ihr Gegenüber. 

Dienen die Höhlenforscher nur als Feigenblatt? Will die Bahn potenzielle Kritik von Höhlenforschern und Naturschutzexperten mit dem Gebot der Verschwiegenheit zum Verstummen zu bringen?

Die Büros der Bauüberwachung liegen nicht weit entfernt von der Tunnelbaustelle Widderstall, im Industriegebiet von Merklingen. Funktionelle Kasten, schnell aufgestellt, der verdreckte Flur zeugt davon, dass hier Geologen und Arbeiter aus und ein gehen. Die Tische weiß, die Neonbeleuchtung grell, auf dem Tisch und an den Wänden nüchterne Pläne. Projektleiter Stefan Kielbassa sitzt am Konferenztisch, eigene Büros hat er in Ulm und in Stuttgart, der Mann ist dauernd unterwegs. Die Augen des Ingenieurs leuchten, wenn er anhand eines Plans den Streckenabschnitt zeigt, für den er verantwortlich ist: von Widderstall nach Ulm, übersetzt in die Projektsprache heißt das PFA 2.3, 2.4 und 2.5a1. Wenn er zeigt, wie die Bahn parallel zur Autobahn-Erweiterung baut, damit die Autofahrer nicht länger als nötig im Baustellenstau stehen müssen. Ober wenn er berichtet, wie das verschmutzte Wasser gereinigt wird und dass das abgetragene Gestein vor Ort weiter verwendet wird – etwa, um Karstspalten zuzuschütten. Der Mann ist überzeugt von dem, was er da tut auf der Albhochfläche. Und einer der wenigen bei der Bahn, der auch darüber spricht: mit der Presse und mit den Höfos, wie sich die Höhlenforscher selbst nennen.

Seine Augen leuchten etwas weniger, wenn er von diesen Spalten spricht. Drei haben sie bisher gefunden. Der zuständige Geologe der Bauüberwachung arbeitet an einem Sanierungskonzept, noch fehlt der Stempel der zuständigen Naturschutzbehörde im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises. Baustopp also? "Nein, wir bauen eben in die andere Richtung weiter", sagt Kielbassa. "Kommen Sie, ich zeig Ihnen das mal." Warnweste übergestreift, Helm auf, Gummistiefel angezogen.

Bagger graben sich neben der Autobahn metertief in den Grund, Presslufthammer lockern den Karst, Laster transportieren den Schutt ab. Weiter vorne ist eine Anlage aufgebaut, in der die Betonröhre gegossen werden soll, durch die einmal der Zug flitzen soll. Die Menschen wirken neben den riesigen Maschinen wie Ameisen, die aufgerissene Erde klebt wie Blei an ihren Gummistiefeln. Trotz geologischer Voruntersuchungen ist man beim Bauen im Karst vor Überraschungen nicht sicher. Eine Spalte ist mit Brettern abgedeckt, sie ist etwa 12 Meter tief, 2,5 Meter lang und einen Meter breit. "Frau Boldt würde sich da reinzwängen", sagt Kielbassa lachend. Doch die hat keiner gefragt. "Erst wenn der Vertrag unterschrieben ist", sagt Kielbassa. Er hat sich zwar von einer Zusammenarbeit mit den Höhlenforschern überzeugen lassen, weil er als Projektleiter wissen will, wie groß der Hohlraum ist, um sicher und schnell weiterbauen zu können. Dabei können die Höhlenforscher helfen, die sich durch kleinste Ritzen zwängen und wissen, wie man einen Hohlraum vermisst. Und wenn Frau Boldt weiterforschen will? "Dann müssen wir sie eben mit der Leine aus der Spalte ziehen", sagt Kielbassa grinsend. Für ihn sind die Höhlenforscher ein "Nice to have". Aber gebaut wird auch ohne sie.

Bei den Bohrungen zum Abaufstieg wurden 45 Hohlräume gefunden, der größte maß 300 Kubikmeter und wurde zugeschüttet. Das haben die Boldts wie alle anderen eher zufällig erfahren. Der für diesen Streckenabschnitt zuständige Projektleiter Matthias Breidenstein will, anders als Kielbassa, nicht mit ihnen zusammenarbeiten. Schade? Schulterzucken. Höhlenforscher sind ein geduldiges Völkchen. Dabei haben sie noch mehr schlechte Erfahrungen mit der Bahn gemacht. Etwa bei den Bauarbeiten für die ICE-Strecke Nürnberg–Erfurt. Dort wurde bei Bauarbeiten 2008 die Bleßberghöhle entdeckt, die die Bahn sofort versucht hat mit Beton zu verfüllen. Erst nach Anzeigen des BUND ließ die Bahn die Thüringer Forscher in den Untergrund. Doch darüber will der Vorsitzende des Thüringer Höhlenvereins heute nicht mehr reden. "Das waren zu viele Emotionen", sagt Jens Leonhardt. Und wie sieht es bei den Höhlenforschern im Land aus? Sind alle mit einem Vertrag mit der Bahn einverstanden? "In unserem Verein gibt es wie überall in der Bevölkerung S-21-Befürworter und -Gegner", sagt Petra Boldt. "aber der Landesverband ist unpolitisch." Dabei können Hohlräume schnell zu einem Politikum werden. 

Am vergangenen Dienstag, 19. November, wurde am Widderstall gesprengt, damit sich die Bagger tiefer in die Alb graben können. Petra Boldt hat nur zufällig davon erfahren. Ob dabei neue Spalten entdeckt wurden, weiß sie nicht. Am liebsten noch in dieser Woche will sie ihre Unterschrift unter den Vertrag mit der Bahn setzen – wenn denn die Höhlenvereine zustimmen.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

13 Kommentare verfügbar

  • Ralf Laternser
    am 06.12.2013
    Hatte das doch schon gelesen!
  • A.R.
    am 24.11.2013
    www.tunnelblick.es - so klappts auch mit der Ausgabe 41.
    "Macht macht Meinung - wie die Deutsche Bahn die Öffentlichkeit manipuliert"
    Das Wort Deutsche Bahn kann auch durch das Wort Deutsche Regierung ersetzt werden, da diese Haupteigentümer/Aktionär ist (stellvertretend für "uns").
  • Kornelia
    am 22.11.2013
    Fortschritt hat seinen Preis...wenn ich so einen gut-waschen-Schwachsinn schon höre.... wir leisten uns.....
    nein "wir" leisten "uns" nicht,
    die lebensnotwendigen Diskussionen werden in kleinen Runden geführt und erzwungen, die die beteiligt sein sollten sitzen in den Hinterzimmern, beömmeln sich über das Demokratie-spielen und machen ihr Ding!

    Die neue Form des Mobben: reden lassen ohne zuzuhören! und die Menschen dann diffamieren als Besserwisser, Gutmenschen, Halbhöhenlagenwohner....
    Wo wird denn diskutiert? (in den Parlamenten? lach..... in den Parteien?lach........ in den Zeitungen?lach.... während der Wahlschlachten? lach... in den Fernseh-Couch-runden? lach,,, bei Tagungen/Kongresse? lach..
    Wo wurde denn wirklich dialogisiert/kommuniziert?
    Wo gab es und gibt es denn eine spannende zukunftsweisende und dringend erforderliche StreitKULTUR?

    Preis: ja,... da müssten doch gerade die Schwaben eine Lust am Abwägen haben, aber sie scheinen absolut obrigkeits-und betriebsblind zu werden wenn es um Maschinen oder von denen da oben kommt!
    Contergan war auch den Fortschritts-Preis wert?
    Atom ist es auch? und dann ist es normal dass die FortschrittsGewinne an die Atomler geht und die Verluste an die Bevölkerung? wie auch bei Asse?
    wird es nicht an der Zeit zu streiten?
    warum leisten wir uns sowenig Fortschritte bei den Kindern den Jugendlichen? (sehen Sie sich doch mal den Zustand der Schulen in Stuttgart an!!) weil sie nicht markt-entscheiden sind?
    Warum leisten wir uns sowenig Frei(e)-Räume für die Bevölkerung? weil sie keinen Marktwert haben? warum leistet sich SChuttgart sowenig Fahrrad-Wege weil sie fortschrittsfeindlich sind?

    oder liegt hier ein Fortschritt ist das was einigen wenigen kurzfristig Gewinne bringt Gedanken dahinter?
  • A.R.
    am 21.11.2013
    Die Bahn richtet so viel Unheil an, dass das agressive (Geheim)Vorgehen hier (in meinen Augen) ja fast schon harmlos wirkt (was es natürlich nicht ist), vergleicht man es mit der bereits (z.T.) gewalttätig und sinnlos durchgesetzten Zerstörung, dem "Bauen" ohne Genehmigung(en) (z.T.) sowie systematisch betriebenem Betrug mittels fingierten Leserbriefen und Meinungsumfragen und vorproduzierten Medienbeiträgen, finanziert mit 1,3 Millionen Euro (Quelle: aktueller "Tunnelblick", Ausgabe 41, Macht macht Meinung - Wie die Deutsche Bahn die Öffentlichkeit manipuliert, www.Tunnelblick.ES).

    Schlimm nur, dass solche Machenschaften und Vorgehensweisen von mind. 85,1 % der Wähler gewollt sind (oftmals bestimmt aus Unwissenheit) indem sie im September bürgerlich, neoliberal bzw. profitorientierte Politik gewählt haben. Denn diese Politik ist verantwortlich und der Spiegel für das Vorgehen der Bahn.
    Die 85,1 % ergeben sich aus den Zweitstimmen von CDU, SPD, Grüne, CSU, FDP und Afd .

    Das skrupellose Vorgehen der Bahn "funktioniert" nur weil die Eigentümer der Bahn diese bürgerlichen Politiker sind - stellvertretend für uns (parlamentarische Demokratie) - und wir nach der Wahl unsere Kompetenz ohne weiter gewährtes echtes Mitspracherecht in die Hände dieser lobbygesteuerten, charakterlosen und geldgierigen Marionetten abgegeben haben. Diese Sorte von Politiker interessiert das Gemeinwohl schon lange nicht mehr, was zählt ist Profit, Wachstum und Konsumwahn!

    Liebe Mitmenschen (insbesondere die 17.636.975 Nichtwähler bzw. 39,8 % (CDU 34,1 %)), falls Euch an einer dem Gemeinwohl verpflichteten Politik auch nur ein kleines bisschen was liegt, wacht bitte endlich auf!
  • Matthias McLausch
    am 21.11.2013
    Warum darf sich die Bahn als Besitzer des Albaufstiegs aufspielen und Verträge anbieten die Aussagen über Erkenntnisse von Erdspalten unter Geldstrafe stellen. Das erscheint mir reichlich unsittlich und dürften gesetzlich keinen Bestand haben.

    Welchen Sinn machen auch Erkenntnisse die niemand erfahren darf und anschließend von der Bahn zubetoniert werden? Da müßte ein Höfo wohl auch erst in Russland Asyl beantragen bevor er was ausplaudert, sonst klagt ihm die Bahn sein Häuschen unterm Arsch weg. Die entsprechenden Rechtsverdeher kann sie sich ja leisten. So einen Mist sollte man niemals unterzeichnen. Das heißt ja, man macht bei diesem Spiel auch noch mit und gibt der Bahn juristische Mittel in die Hand die sie offensichlich noch nicht hat.
  • Thomas Hugenbruch
    am 21.11.2013
    Das ist wie abseilen mit zu kurzem Seil ohne Endknoten.
    Ich würde das nicht unterzeichnen.
    Wer kann schon forschen ohne davon zu erzählen, ohne dieses zu erfassen und für die Menscheit verwertbar zu machen.
    Schade das hier nicht gegenseitiges Interesse von BEIDEN Seiten in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht wird.
    Geben und nehmen.
    So wie es sich zur Zeit darstellt unfair unrealistisch unmöglich.

    Thomas Hugenbruch
  • Peter Leidinger
    am 21.11.2013
    FORTSCHRITT hat halt seinen PREIS!!!

    Seien wir doch einfach mal FROH, dass überhaupt noch DISKUTIERT werden darf, über den FORTSCHRITT ... Andere "Länder" lassen darüber überhaupt keine Diskussion und öffentliche "Empörung" von selbsternannten GUTMENSCHEN und Co. mehr zu ...

    Dies, gelinde ausgedrückt, LEISTEN wir uns noch ... NOCH!!!
  • F.-M. Stephan
    am 21.11.2013
    @ egon_schwabe. Die von Frau Wirth aufgeführte Liste soll m.E. zeigen, was möglicherweise verloren gegangen wäre, wenn an diesen „zig Kilometer“ entfernten Fundstellen der Artefakte die Bahn in gleicher Weise „aktiv“ gewesen wäre, wie jetzt in Stuttgart und der NBS. Das ist zwar etwas spekulativ, jedoch nicht ganz von der Hand zu weisen. Außerdem fand ich den Hinweis auf §32 NatSchG recht interessant, den ich bisher nicht kannte.
    Dass Frau Wirths Kommentar etwas emotional rüberkommt und nicht höchsten Ansprüchen an Wohlstrukturiertheit entspricht, kann man so sehen, aber sie deshalb gleich aus dem Kreis der seriösen S21-Kritiker zu verstoßen, geht dann doch etwas zu weit.
  • egon_schwabe
    am 20.11.2013
    @Alexandra Wirth:
    Frau Wirth. das ist mehr als wirr, was Sie da schreiben. Die aufgezählten Kunstwerke wurden alle zig Kilometer von der Trasse entfernt gefunden.
    Mit solchen abstrusen Äußerungen bringen Sie alle S21-Kritiker., zu denen ich auch gehöre, in Verruf!
  • Alexandra Wirth
    am 20.11.2013
    Die Bahn hat einen Freifahrschein zur Zerstörung bekommen.

    Bauen, bauen, bauen um jeden Preis:
    Der Bonatzbau, das H7, Kulturstätten unserer Zeit, Jahrhunderte alte Bäume, eine der letzten Grünflächen und Luftschneise,
    Höhlen, mittelalterliche und römische Fundstätten, Gräberfelder der Hallstattzeit...
    Die Liste lässt sich fortsetzten.


    - Vogelherdhöhle im Lonetal
    - Pferdekopf, Plastik aus Mammutelfenbein ca. 30.000 Jahre alt
    Fundort: Hohler Fels, Achtal bei Schelklingen
    - Mammut: erste vollständig erhaltene Elfenbeinfigur, ca. 32.000
    Jahre alt, Fundjahr 2007
    Fundort: Vogelherdhöhle im Lonetal
    - Löwenmensch: Elfenbeinfigur, ca. 32.000 Jahre alt
    Fundort: Hohlenstein-Stadel, Lonetal
    - Adorant: figürliche Menschendarstellung, ca. 35.000 Jahre alt
    Fundort: Geißenklösterle, Achtal bei Blaubeuren
    - Flöte: aus Schwanenknochen, ca. 36.000 Jahre alt, ältestes
    Musikinstrument der Welt
    Fundort: Geißenklösterle, die „Konzerthalle des Aurignacien“, Achtal
    bei Blaubeuren
    - Wasservogel: älteste Vogeldarstellung der Welt, aus
    Mammutelfenbein, ca. 33.000 Jahre alt
    Fundort: Hohle Fels, Achtal bei Schelklingen
    - Mammut: Plastik aus Elfenbein
    Fundort: Geißenklösterle, Achtal bei Blaubeuren

    Aus: http://www.mammutland.de/index.php?id=2


    Während in Stuttgart 2009 die große Landesausstellung mit den weltbekannten Funden u.a. aus den Höhlen bei Blaubeuren stolz gezeigt wurde,
    darf jetzt 2013 alles kulturhistorisch Unersetzbare im Schutz der Dunkelheit vernichtet werden.

    Wie Diebe unter Ausschluss der Öffentlichkeit und bei Nacht und Nebel oder hinter hohen Schutzzäunen,
    so arbeiten Grube und Co.!
    So was geht in Deutschland 2013, wo sie bei der Renovierung am eigenen Haus an Auflagen vom Denkmalamt verzweifeln könnten.

    Wer garantiert, dass hier nicht wertvollste Kulturgüter zerstört werden oder einfach verschwinden?
    Ganz einfach: Niemand!

    Der Gesetzgeber muss per "rechtfertigendem Notstand" notfalls zwangsweise eine Begutachtung durch neutrale Behörden und Gutachter oder Forscher durchsetzen.
    Rund um die Uhr müssen die Arbeiten meiner Meinung nach überwacht werden.
    Vertrauen?
    Das war einmal, am 30.09.2010 wurde den Bürgern gezeigt,
    wie dieses Projekt zum Schaden des Landes und der Bevölkerung durch gedrückt wird.

    Höhlen sind ein Kulturerbe der Menschheit.
    Unser (!) Kulturerbe.
    Schützen wir es!

    § 32 Bundesnaturschutzgesetz:
    -1- (1) Die folgenden Biotope in der in der Anlage zu diesem Gesetz beschriebenen Ausprägung sind besonders geschützt:
    Punkt 5: Höhlen, Dolinen;

    -2- Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung oder erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung der besonders geschützten Biotope führen können, sind verboten. Weitergehende Verbote in Rechtsverordnungen und Satzungen über geschützte Gebiete und Gegenstände bleiben unberührt.

    Aus: http://www.landesrecht-bw.de/jportal/;jsessionid=0B28D00537C848E8D5A4814D7D1481D2.jpa5?quelle=jlink&query=NatSchG+BW&psml=bsbawueprod.psml&max=true&aiz=true#jlr-NatSchGBW2005V2P24%20jlr-NatSchGBW2005V1P24

    Höhlen:
    http://www.mammutland.de/index.php?id=3
  • Margot Imm
    am 20.11.2013
    Mir fällt sowohl zu den willkürlichen Machenschaften der Deutschen Bahn wie auch zum Ungetüm der Führungskräfte der Deutschen Post nichts mehr wirklich ein bezüglich unserer deutschen Un-Demokratie!

    Wenn vor der Macht der Worte der politische Maulkorb angesagt ist, sind wir glasklar unwollend und unwissentlich in Muttchen Merkels Diktatur angelangt. Hei nun was tun, zum Wohle der Bevölkerung?

    Margot Imm
  • Markus Hitter
    am 20.11.2013
    Mal so ganz prinzipiell: Wissenschaft ohne Veröffentlichung ist nutzlos. Folglich kann man sich den Vertrag sparen, denn egal ob nun jemand in die Spalten klettert oder nicht, es wird niemand davon erfahren. Als Höhlenforscher kann man also wegen der Risiken des Vertrages, die es ohne Zweifel gibt, nur verlieren.
  • stefan notter
    am 20.11.2013
    IRRENHAUS ?

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!