Es wird selbstverständlich großartig – jedenfalls wenn Sie kommen: unser Geburtstagsfest am Samstag, 27. Juni auf der Kulturinsel in Stuttgart-Bad Cannstatt. Ab 16 Uhr feiern wir unser 15-jähriges Bestehen, womit Kontext nicht nur altersmäßig ganz vorne in der mittlerweile erfreulich großen Riege der gemeinnützigen Presse steht. Und weil Sommer ist, gehen wir diesmal nach draußen. Wer kommt, kann sich freuen auf kurze Grußworte unter anderem von taz-Chefredakteurin Barbara Junge und Chef-Anstifter Peter Grohmann, der uns von Anfang an begleitet. Die herausragende Band Malmzeit (Musikrichtung: Kammermetal) kündigt an, sich "als radikal kundenorientiertes KM(etal)U" redlich darum zu bemühen, "fürs eine Mal das Augenmerk aufs Maximalmusikalische zu legen". Auch ein DJ ist engagiert und unsere Fotografen bereiten eine Ausstellung mit ihren Werken vor, die schon jetzt außergewöhnlich aussieht. Weggefährten wie Umsonst&Draußen, Anstifter, Kulturgemeinschaft, das Freie Radio Stuttgart stellen sich vor und selbstredend gibt es eine gute Bar, gutes Essen. Eintritt wollen wir nicht. Lassen Sie uns feiern!
Illustration: Oliver Stenzel, Grafik: Susanne Wais
Bekanntlich hat auch die Hausbesetzer:innenszene viel gefeiert – die Älteren unter uns erinnern sich: Das gab es mal in Westdeutschland. Besonders aktiv bemühten sich seit Ende der 1960er Jahre in Tübingen Bürger:innen in dieser Weise um Wohnraum. Studierende der Uni Tübingen haben nun monatelang dazu recherchiert, sprachen mit Besetzer:innen, besuchten die Häuser, die heute zum Teil Wohnheime oder Wohnprojekte beherbergen. Kontext ist bei diesem Uni-Projekt dabei und veröffentlicht in den kommenden Wochen die Texte der Studierenden, los geht es in dieser Ausgabe mit dem Einführungstext "Menschenrecht auf Wohnungen verteidigen". Angesichts der aktuellen Wohnungsnot inspirieren die Schilderungen ja vielleicht die eine oder den anderen.
Not spielt auch eine Rolle im Prozess in Stuttgart-Stammheim gegen die Angeklagten im Ulm-5-Prozess, nämlich die Not in Gaza. Die fünf Angeklagten sind im vorigen September in das israelische Rüstungsunternehmen Elbit in Ulm eingebrochen, haben viel zerstört und sich dabei gefilmt. Wer's war, ist also klar. Dennoch veranstaltet das Gericht einen angeblich sicherheitsrelevanten Bohei, der in einem Rechtsstaat manche irritieren dürfte.
Nicht nur irritierend, geradezu blöd ist die Ansage der neuen grün-schwarzen Landesregierung, sie wolle Bürokratie abbauen, indem "alle landesrechtlichen Berichts-, Dokumentations- und Nachweispflichten bis zum 31. Dezember 2027 auslaufen, sofern sie nicht ausdrücklich begründet fortgeführt werden". Ach, wenn das mit der Welt und der Bürokratie so einfach wäre! Warum dem nicht so ist, erklärt unsere Kollegin Johanna Henkel-Waidhofer – und genau dafür ist Kontext da: Erklären, worum es tatsächlich geht, wenn Politiker:innen sich in Wortblasen und Bauchgefühl verlieren.
So versuchen wir von Kontext immer wieder Kontext zu schaffen, auch wenn es um Rechtsextreme geht. Jüngst hatten wir mit Hilfe unserer Community – also Ihnen! – das Projekt "Recherche gegen Rechts" gestemmt. Zahlreiche Artikel zu rechtsextremen Netzwerken und Aktivitäten in Baden-Württemberg erschienen und selbstverständlich schauen wir weiter genau hin und schreiben nicht nur, sondern reden auch drüber: Jetzt am Donnerstag, 28. Mai berichtet Kontext-Redakteur Minh Schredle im DemoZ in Ludwigsburg (der "Kaktus im blühenden Barock" laut Eigenwerbung) über diese Arbeit. Beginn ist um 19:30 Uhr, Eintritt frei.




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