KONTEXT:Wochenzeitung
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Eine gute Tochter

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Was für eine Geschichte! Nicht Bethlehem, keine Sorge. Es begab sich zu der Zeit, als der Vater Funktionär in der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) war und die Tochter nach eigener Erinnerung "durch jedes KZ geschleppt" hat. Sie sollte sehen, zu welcher Unmenschlichkeit die Nazis fähig waren. Viele Jahre später wechselte der Vater zur AfD, wurde Abgeordneter in einem Landtag, geißelte die Antifa als "Vorläuferin einer faschistischen Bewegung" und hinterließ eine junge Frau, die mit ihm nichts mehr zu tun haben wollte. Nicht mit einem "geistigen Brandstifter", der alles bekämpft, wofür sie steht.

Die Tochter wünscht sich eine solidarische Gesellschaft, ein friedliches Miteinander und Menschen, die aus der Geschichte lernen. Sie ist Juristin, ihr Mann Historiker mit dem Forschungsschwerpunkt Holocaust. Und sie hat Kontext 3000 Euro gespendet, weil sie "richtig gut" findet, was wir machen, weil wir uns, wie sie sagt, "konsequent gegen rechts" einsetzen. Als Empfehlung lässt sie noch den Rat zurück, sich um die Angehörigen von AfD-PolitikerInnen zu kümmern. Ihren Namen behalten wir aus guten Gründen für uns.

Die Berichterstattung über die AfD beziehungsweise den Rechtsdrift in der Gesellschaft nimmt in der Tat breiten Raum in Kontext ein. Auch beim Besuch unserer LeserInnen, die am vergangenen Donnerstag in der Redaktion waren. Sie bringen ihre Erfahrungen mit, wenn sie erzählen, wie die AfD zivilgesellschaftliche Organisationen unterwandert, wie Firmeninhaber auf Facebook unverhohlen rassistische Parolen verbreiten, wie Hemmschwellen immer weiter fallen, frei nach dem Motto: Das wird man doch wohl noch sagen dürfen. Sie freuen sich mit uns über das großartige Spendenergebnis, das stark und ihr "Weiter so!" zur gemeinsamen Sache macht. Zur Sache sprechen auch die beiden Kienzles, Veronika, die Bezirksvorsteherin in Stuttgart-Mitte, und Michael, der Stiftungsvorstand Geißstraße, wenn sie sagen, Medien wie Kontext seien heute wichtiger denn je. "Ihr seid die Zeitung mit Haltung in Baden-Württemberg", meint der Mann. Über dieses Lob freuen wir uns natürlich.

Ein neues Outfit

Apropos Freude. Diejenigen, die Kontext gerne unterwegs auf dem Smartphone lesen, wissen ein Lied davon zu singen: Bisher ging das schwerlich ohne Verknotung der Augäpfel respektive nur unter Zuhilfenahme einer Lupe. Dem hat unser IT-Techniker Thomas Schwuchow jetzt mit einer neuen Kontext-Version ein Ende bereitet. Ob im Bus, der S-Bahn oder, wenn nicht gerade im Funkloch gelegen, unterm Apfelbaum auf der Streuobstwiese – Kontext ist jetzt auch auf mobilen Endgeräten fulminant komfortabel zu lesen und hat einige neue Features und Funktionen bekommen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Schmökern und Entdecken!


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