Ausgabe 385
Editorial

Das Herz von Kontext

Von unserer Redaktion
Datum: 15.08.2018

"Entscheidend sind die, die wissen, dass eine Demokratie ohne freie Presse nicht lebt. Sie sind das Herz von Kontext": Das haben wir uns im Wortsinn auf die Fahnen geschrieben. Und so steht es auch auf unserem Rollup, wo immer wir Diskussionen organisieren und über unsere journalistische Arbeit berichten. Gerade in der juristischen Auseinandersetzung mit dem Mitarbeiter zweier AfD-Landtagsabgeordneten, den wir laut Einstweiliger Verfügung nicht mehr beim Namen nennen dürfen, hat sich gezeigt: Das Herz von Kontext schlägt. Es schlägt leidenschaftlich und engagiert. Und das lässt hoffen für die Demokratie und für eine freie Presse.

Seit dem Mannheimer Richterspruch vom 2. August erreichen uns aufmunternde Worte. Aus Medien, Gesellschaft und Politik, wie die Statements auch in dieser Ausgabe wieder zeigen. Aber auch von unseren UnterstützerInnen, die ihre Spenden mit guten Wünschen an die Redaktion schmücken: "Unterstützung für freien und unabhängigen Journalismus" steht auf Überweisungen aus Schorndorf und Oberschopfheim. "Spende für aufrechten Gang" oder schlicht "Dranbleiben". Oder "Nie wieder brauner Terror", "Bitte weiter so!" und "Ihr macht gute und wichtige Arbeit und ihr habt meine volle Unterstützung in diesem Rechtsstreit."

Es sind die kleinen und die großen, es sind die zahlreichen Spenden, die uns gerade jetzt deutlich zeigen: Viele schätzen unsere journalistische Arbeit, die da heißt: genau hinzuschauen, bei den Mächtigen und denen, die es werden wollen. Wachsam sein, Hintergründe beleuchten, Ross und Reiter nennen – kurz: sagen, was ist. Und nicht zuletzt unabhängig bleiben, auch von Anzeigen und Werbung. Es sind diese Menschen, die wissen, dass die journalistische Arbeit von Kontext nur über Spenden finanziert werden kann. Die unsere Arbeit genau verfolgen und wissen, dass jedes juristische Verfahren Geld kostet. Die wissen, dass genau dies ein beliebtes Instrument ist, um kritische Stimmen per Androhung von Prozessen und Klagen mundtot zu machen.

Nicht nur Prominente, auch Unternehmen und PolitikerInnen wehren sich gegen kritische Schlagzeilen. Das trifft nicht nur Kontext. Das trifft auch das Recherchezentrum Correctiv und AutorInnen großer Verlagshäuser. Wir sitzen deshalb Anfang September mit KollegInnen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" auf einem Panel in Düsseldorf. Dort wird es beim "Campfirefestival für Journalismus" genau um diese Frage gehen: "Juristen gegen Journalisten – Sind investigative Recherchen noch möglich?" Wir sagen: ja. Weil sie nötig sind. Weil eine Demokratie Wächter braucht. Und weil wir uns nicht einschüchtern lassen.

"Höchste Zeit, mein Vorhaben vom Soli endlich umzusetzen", schreibt uns eine Leonbergerin nach dem Mannheimer Urteil und hat einen monatlichen Dauerauftrag eingerichtet. Auch im siebten Kontext-Jahr – auch und gerade in der juristischen Auseinandersetzung mit dem Mann, der der AfD zuarbeitet und dessen Namen wir vorerst nicht mehr nennen dürfen – braucht Kontext ein großes Herz: eine große UnterstützerInnenschar, die unabhängigen Journalismus schätzt und Recherchen mit ihren Spenden ermöglicht. Damit wir weiter unsere journalistische Arbeit machen können: unabhängig, aufrecht und frei.

 

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