Ausgabe 366
Editorial

Scherze mit Sahra

Von unserer Redaktion
Datum: 04.04.2018

"Wagenknecht gründet links-nationale Partei", meldet das Onlineportal des "Freitag". Ja, Sackzement, warum sagt der Riexinger nichts dazu. Da hockt er fast zwei Stunden in der Redaktion herum, redet über Friedrich Hölderlin und die schlechte Welt, und kein Ton über den Abgang seiner Fraktionschefin, von dem er doch wissen musste. Man fragt ihn nach der linken Volkspartei, nach der linken Sammlungsbewegung, die Oskar Lafontaine und seiner Ehefrau im Kopf herum spuken, und der Parteichef zuckt nur mit den Schultern. Es wäre schön, sagt Riexinger, wenn sie den Plan mal mit der Partei diskutieren würde. Ja prima.

Stattdessen ist jetzt beim "Freitag" nachzulesen, dass Frau Wagenknecht schon weiß, wie ihr neuer Verein heißt: Links-Nationale Partei Deutschlands (LNPD). Dort sei sie nicht ständig zu "Alleingängen in der Flüchtlingspolitik" gezwungen, könne ungestraft "Grenzen der Aufnahmebereitschaft" fordern und sagen, dass "nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen können". Zugegeben, der Parteiname klingt verstörend, doch die Sätze kommen einem irgendwie bekannt vor, in irgendeinem Zusammenhang mal gesprochen, also: Warum nicht?

April, April! Alles fake, und dennoch so unwahrscheinlich nicht, weil die Fiktion heutzutage von Fakten gerne überholt wird. Aber gut, diesmal noch war's ein Aprilscherz. Und das Kontext-Interview kann stehen bleiben, wie es geführt wurde. Ruhiger wird's dadurch für Riexinger nicht.

Opa Hase bringt das Lösungswort

Unter anderem aus Berlin, Hamburg, Köln und Bad Wimpfen treffen die Lösungsworte für unser Osterrätsel ein. Die meisten sind richtig, wenige sind falsch, und bei manchen steht auch ein rührend Textlein dabei. Ein Leser aus Stuttgart schreibt, er habe nur zwei Dinge vermisst, nachdem er – wegen Stuttgart 21 – von der StZ zur taz gewechselt ist: das Schach-Weihnachtsrätsel und selbiges von Ruprecht Skasa-Weiß. Das finde er nun in Kontext – und dort "gefällt es mir noch viel besser".

Aus Heidelberg hoppelt uns "Opa Hase" in Form einer Postkarte auf den Tisch, mit einem Motiv von Michael Sowa und einem "Danke für die gute Unterhaltung", auch wenn die Knobelei den "halben Karfreitag gekostet" habe. Wir freuen uns natürlich sehr, wenn die Lösungsworte mit solchen Botschaften garniert sind. Der Kollege Skasa-Weiß muss schließlich noch die Enträtselung der "Pups-Prominenz" – nein Herr Tobias C., Serge Gainsbourg gehört nicht dazu – in eine Geschichte packen. Je bunter desto besser.

Zur Erinnerung: Das Lösungswort auf eine Postkarte schreiben und schicken an: KONTEXT:Wochenzeitung, Hauptstätter Str. 57, 70178 Stuttgart. Oder per E-Mail an osterraetsel--nospam@kontextwochenzeitung.de. Postadresse nicht vergessen! Einsendeschluss ist der 20. April 2018. Unter den richtigen Einsendungen werden Bücher von Skasa-Weiß und als Hauptgewinn ein Mahl für zwei Personen plus Rätselautor in Vincent Klinks Stuttgarter Wielandshöhe verlost.


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3 Kommentare verfügbar

  • Kornelia E.
    am 04.04.2018
    Was stört die Weingartens und Kontexter und Andere an S.Wagenknecht?
    Warum versuchen diese S.W. mit braunem Dreck zu bewerfen, um diese zu unterwerfen?

    Wenn man braune Klumten in die Hand nimmt, bleiben dreckige Hände zurück...
    wussten Sie das? Erinnern Sie sich daran, wie Sie im Sandkasten nach der "Schlacht" selber von Mutti in die Badewanne gesteckt wurden?
    Was bleibt also bei all den sogenannten richtigen Linken, die permanent "Nazi" mißbrauchen und überall Verschwörungstheroretiker und Rechte wittern?

    Eins habe ich die letzten Jahre (dieses Nazi-Hetzen ist ja bei der K21 Bewegung massiv aufgetaucht!) gelernt: lieber gar keine Freunde als diese nahezu klerikalen "Reinheitsfreunde"!

    Und dabei konnte meine zweite Hirnhälfte beobachten: geil! So wird systematisch eine wichtige soziale, demokratische, politische Bewegung nahezu vernichtet!
    Besser hätte es der "Gegner" nicht hinbekommen!

    Und noch eine Beobachtung: diese 'Reinheitsapostel', diese 'Hundertprozentigen', haben keine Probleme mit SPDlern, Grünen, Kirchlern, Gewerkschaftlern und all den Wichtigs zusammen zu arbeiten -obwohl deren Vita alles andere als astrein ist-
    Man freut sich unkritisch über deren Einladungen, man gibt 'ihnen' Bühnen, da ist 'Herkunft' und 'Lebensumstände', Taten und Wirken irgendwie nicht wichtig ...
    ergo wird hier das uralte System: "nach oben schleimen nach unten treten" gelebt!

    Es hat mich immer schon geschockt wie Obrigkeits-vernarrt sogenannte 'Linke' sind!
    • Bernhard Meyer
      am 04.04.2018
      Zustimmung! Und die Reinheitsapostel haben keine Probleme mit den wirklich rechtsradikalen Verantwortlichen vom Kosovokrieg, als sie Deutschland in den ersten Angriffskrieg seit 1945 führten. Mit Kriegslügen (Hufeisenplan, neues Auschwitz, Massaker in Racak) drehten sie Friedensbewegte um. Wenn das nicht zutiefst rechts ist!
      Oder die zunehmende Erniedrigung der Unterschicht und Einschüchterung der Mittelschicht durch Niedriglöhne und Absturzgefahr, die zunehmende Entdemokratisierung durch Privatisierung von vormals öffentlichen Einrichtungen: Wasser, Verkehr, Gesundheit, Rente, Bildung, Autobahnen usw. Das alles ist nach meiner Vorstellung extrem rechte Politik.
      Sie haben auch nichts gegen die Hetze und Bedrohung gegen unseren Nachbarn Russland. Das ist doch auch rechtes Regierungshandeln. Das wird beim "Kampf gegen Rechts" völlig übersehen, weil man auf Popanze wie die AfD oder die angeblich "rechtsoffenen Querfrontler" eindrischt. Ein reines Ablenkungsmanöver, das leider nur zu gut verfängt - weil die meisten Medien beim Vernebeln mitspielen.
    • Andromeda Müller
      am 08.04.2018
      Auch ich kann dem nur zustimmen . Muß in jede Ausgabe eine Diffamierung von Leuten hinein , die nicht dem Extremismus des Neo"liberalismus" und des Exzeptionalismus der USA/EU dienen ? Und das ganze als Aprilscherz verkaufen ?
      Das ist doch euer Ernst, wenn man auf die Artikel zu Wagenknecht,Lafontaine,Palmer u.a. zurückschaut.
      Ein Kommentar in Anlehnung des von Kontext beworbenen Buches "Stuttgarter NS-Täter" zu der personellen Kontinuität von NSDAP-Mitgliedern zur CDU/CO- "Vater" des Grundgesetzes , wurde nicht veröffentlicht.

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