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Laues Lüftchen

Laues Lüftchen
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Die Welt geht unter, und im Wahlkampf weht ein laues Lüftchen. Klimawandel oder Waffenhandel werden gemieden wie die Pest, wettert unser Wetterer. Und Angela Merkel scheint noch ein bisschen höher über allem zu schweben als sonst, meint unser Karikaturist. Scheinbar entrückt und unangreifbar. Da stört es auch nicht, dass das Phänomen im Blazer beim Landesparteitag der CDU von der Wolke gestiegen ist, und sich mal kurz und kenntnisarm in eine Kampfkandidatur eingemischt hat. Okay, in zehn Tagen wird gewählt, sonst noch was? Ja, die Stuttgarter Landtagspräsidentin hat beschlossen, die Schotten dicht zu machen, die Bürger nach dem Motto "Wir müssen leider draußen bleiben!" außen vor zu lassen und am Wahltag lieber in Berlin zu feiern. Das gab es noch nie, der Landtag bleibt dicht.

Jagoda Marinic hält das nicht davon ab, wählen zu gehen, als wäre es die feierlichste Sache der Welt. Bei Wahlen, sagt die Leiterin des interkulturellen Zentrums in Heidelberg im Kontext-Interview, seien alle Stimmen gleich, egal ob sie von Migranten oder Alteingesessenen kommen. Was sonst bei der Integration nicht unbedingt gilt.

Für unseren Wahlschwerpunkt waren wir in Heidenheim und haben mit Jungwählern des dortigen Basketballvereins diskutiert. Wir sind der Frage nachgegangen, warum selbst die Grünen nur noch verschwurbelte Öko-Botschaften nuscheln. Wir haben die Wohnungspolitik unter die Lupe genommen und die Straßenkünstlerin Barbara, die die Welt retten will, gefragt, warum sie keine Wahlplakate designen würde.

Und am Schluss unserer Interview-Serie "Siller fragt" darf Leni Breymaier (SPD) unverdrossen die rote Fahne hoch halten. Schulz mit Wagenknecht, trotz Nato-Austritts-Forderungen? "Warum nicht?", sagt die SPD-Landesvorsitzende, "ich bin da tiefenentspannt." Alles, was bei der Linkspartei völlig gaga sei, werde eh in keinem Koalitionsvertrag stehen. Ja da schau her.


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3 Kommentare verfügbar

  • Bernhard Meyer
    am 15.09.2017
    Antworten
    Warum soll der Austritt aus der NATO "völlig gaga" sein? Die NATO, der Deutschland in den Fuffzigern beigetreten ist, existiert nicht mehr. Es war damals ein Verteidigungsbündnis. Nach der Auflösung des Warschauer Pakts hat man die NATO - ohne uns zu fragen - in ein Interventions- und…
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