Ausgabe 151
Debatte

Wacht auf!

Von Gastautor Volker Lösch
Datum: 19.02.2014
Zwei Wochen ist es her, dass mehr als die Hälfte aller Schweizer der Initiative "Gegen Masseneinwanderung" zustimmten. Theaterregisseur Volker Lösch beschrieb seine Fassungslosigkeit darüber im Schweizer "Tagesanzeiger". Und erntete dafür eine Menge böser Kommentare.

Liebe Neunundvierzigkommasiebenprozent! Nach dem desaströsen Wahlergebnis vom Wochenende, welches die nationalistischen Parteien am äußeren rechten Rand in ganz Europa gestärkt und beflügelt hat, habe ich, ein deutscher Regisseur, der fünf Jahre in Zürich gelebt hat und derzeit am Theater Basel inszeniert, Fragen an Euch.

Warum erhebt in diesem Land kein Prominenter aus Euren Reihen seine Stimme gegen die rassistischen und fremdenfeindlichen SVP-Parolen?

Wieso wird von Euch das Unwort "Masseneinwanderung" unwidersprochen als Diskussionsgrundlage akzeptiert?

Warum habt Ihr Eurer Bevölkerung nicht besser vermittelt, dass die Schweiz mit Dumpingsteuern anderen Staaten die Arbeitsplätze wegnimmt und somit zu den Migrationsbewegungen in Europa beiträgt – und dass es grotesk ist, deren angebliche Auswirkungen nun einseitig bekämpfen zu wollen?

Wieso stellt Ihr nicht die Freiheit des Kapitals in Frage, damit der zerstörerische europaweite Steuerwettbewerb eingeschränkt wird?

Warum wart Ihr in den letzten Wochen in der öffentlichen Diskussion, in Talkshows, in den Medien so wenig präsent?

Weshalb argumentiert Ihr so zaghaft und halbherzig, anstatt den rechten Polemikern mit besseren Argumenten lustvoll Paroli zu bieten? Warum habt ihr so wenig Spaß an konstruktivem Streit?

Warum habt Ihr euren Landsleuten nicht unmissverständlich klargemacht, dass die Schweiz ein aktives Einwanderungsland ist, dass Mobilität und Migration inzwischen Bestandteile des Lebens in allen europäischen Ländern sind und dass es schlicht unmöglich ist, Einwanderung zu fördern und sie gleichzeitig nicht anzuerkennen?

Warum räumt Ihr nicht mit diesem sinnfreien Gerede von Integration und Anpassung, diesem Geschwafel von Sitten, denen sich Gäste angeblich zu unterwerfen hätten, auf, um stattdessen klarzustellen, dass wir in Europa in einem gemeinsamen Kultur- und Denkraum leben, der das tolerante Einlassen aller auf alle einfordert?

Wieso habt Ihr Euch nicht entschieden gegen die populistische und nationalistische Wiedereinführung des Begriffes des Ethnischen gewandt, anhand dessen das Zusammenleben unserer Gesellschaften angeblich wieder organisiert werden soll?

Warum habt Ihr nicht angeprangert, dass ein Milliardär und Unternehmer Millionen von Franken an privatem Geld in die JA-Kampagne gepumpt hat?

Weshalb erzählt Ihr den Leuten nicht, dass es volle Züge, Busse und Straßen in jeder europäischen Stadt gibt und dass das nichts mit Einwanderung zu tun hat?

Wieso macht Ihr nicht immer wieder klar, dass die Themen Einwanderung, Arbeits- und Wohnungsmarkt und kulturelle Hegemonie vielfältig miteinander verwoben sind, dass die Welt komplizierter geworden ist und dass Probleme nicht durch einfache Schuldzuweisungen gelöst werden können?

Weshalb erzählt Ihr nicht die Wahrheit über uns Deutsche, dass nämlich die meisten von uns eingeladen worden sind, in die Schweiz zu kommen, sie also niemandem etwas wegnehmen, und dass die deutsche Einwanderung seit 2008 kontinuierlich zurückgeht?

Warum fallt Ihr immer wieder auf die Ästhetik der Gegenseite herein, bringt lustlose Broschüren im selben Layout heraus, und lasst fantasiefreie Plakate mit denselben Motiven drucken?

Warum besteht ihr nicht auf Euren legitimen Positionen zum Thema Einwanderung, anstatt kleinlaut Forderungen der Rechten in Eure Argumentationen aufzunehmen?

Weshalb vermittelt Ihr Euren Landsleuten nicht den Zusammenhang von Neoliberalismus und Abstiegsängsten, die dann zu Fremdenfeindlichkeit führen können? Warum überlasst Ihr diesen Diskurs kampflos den anderen?

Warum argumentiert Ihr mehrheitlich nicht humanistisch und solidarisch? Warum sind Menschenrechte in Euren Dikussionen kaum Thema gewesen? Und weshalb sind lediglich die erwarteten negativen EU-Reaktionen, wirtschaftliche Konsequenzen und Wohlstandsverluste Gründe für Euer "Nein" gewesen?

Wieso vermittelt Ihr Euren Landsleuten nicht, dass wir Europäer aufgrund unseres Wirtschaftens eine Mitschuld an der Verelendung von Millionen von Menschen haben und somit verpflichtet sind, solidarisch dafür Verantwortung zu übernehmen?

Liebe Neunundvierzigkommasiebenprozent: Ihr hättet es locker schaffen können. Mit ein wenig mehr persönlichem Engagement, Mut und politischem Gestaltungswillen hättet Ihr die Ängstlichen und Rückwärtsgewandten nicht nur besiegen, sondern Teile von ihnen sogar überzeugen können.

Wir Deutsche und Schweizer sind vergleichsweise sehr reich. Wir sprechen dieselbe Sprache, sind uns mentalitätsbedingt verwandt und wir haben sehr ähnliche politische Aufgaben zu lösen.

Und wir Neunundvierzigkommasiebenprozent – ich glaube nicht, dass in Deutschland eine ähnliche Abstimmung sehr viel anders ausgegangen wäre – dürfen da nicht passiv bleiben und hoffen, dass sich die Gegenseite schon nicht durchsetzt. Aussitzen reicht nicht mehr, wir müssen handeln.

Handlungsfähig sind wir aber nur, wenn wir eine Vorstellung von einer wünschbaren Zukunft haben. Also müssen wir die Dinge beim Namen nennen und für die Welt kämpfen, die wir für möglich halten.

Das Feld nicht den anderen überlassen. Uns einmischen.

 

Die Kommentierung der Schweizer Leser zu Volker Löschs Text im "Tagesanzeiger" ist ehrlich und kaum polemisch. Und gerade deshalb so erschreckend. "Lieber Herr Lösch, unser Boot ist voll", schreibt ein Kommentator. Mehr ist hier nachzulesen.

Volker Lösch inszerniert momentan am Theater Basel das Max Frisch-Schauspiel "Biedermann und Brandstifter" - nach Ansicht des Regisseurs und seines Teams eine "Angstfantasie von der von sogenannten Ausländern bedrohten Heimat". Von 2005 bis 2013 war er Hausregisseur am Staatstheater Stuttgart.



Gefällt Ihnen dieser Artikel?

12 Kommentare verfügbar

  • Karl Hässner
    am 28.02.2014
    Lösch veranstaltet dieses Ballyhoo auch als Riesenwerbung für die neue Lösch-Inszenierung in Basel und für das Theater Basel. "Biedermann und die Brandstifter" wird durchgehend ausverkauft sein.
  • Andi
    am 25.02.2014
    Die deutsche lobbyunterwanderte sogenannte bürgerliche Politik zusammen mit den mittlerweile zentralisierten (da in Händen nur noch weniger Eigentümer) und parteilichen Massenmedien sind zum agressiven Sprachrohr der deutschen Konzerne und derer extrem radikalen Profitgier mutiert.
    Menschlichkeit bzw. wie es der Vorredner Hubi Stendahl fachlicher so treffend ausdrückt "soziologische Bedürfnisse" oder "sozialökonomische Zusammenhänge" kommen da noch nicht einmal andeutungsweise vor. Sehr eindrucksvoll und erschreckend nachzulesen in dem Buch von Robert Schmittmann mit dem Titel "Sie sollen nicht ungeschoren davon kommen" (Peter Grohmann Verlag, ISBN Nr. 978-3-944137-63-6).

    Die deutschen bürgerlichen Politiker wettern gegen den Ausgang des Volksentscheids, die B...zeitung schrieb sinngemäß (die genaue Wortwahl weiß ich nicht mehr) "Ist das Volk eine Gefahr für die Demokratie" und die EU - als übergeordneter deutsch/französicher Lobbyverrein - verhängt Sanktionen.
    Das nenne ich spalten, hetzen, mobben und damit gleichzeitig wieder Manipulation in ganz großem menschenverachtendem Stil.

    Da könnt Ihr liebe Schweizer mal sehen was die deutsche Bevölkerung sich tagtäglich bieten lassen muss. Insbesondere die ca. 65 % (der gesamten wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland) die diese Truppe nicht gewählt hat.
    Lasst es bei Euch nicht so weit kommen - passt auf!
  • Gemeinschaftsmensch
    am 23.02.2014
    Hut ab vor den schweizer Regierenden bei einer gesellschaftlich so fundamental bedeutungsvollen Entscheidung das Volk in Form der direkten Demokratie (Volksabstimmung) mit entscheiden zu lassen.
    Und nochmal Hut ab vor den (muss man ja fast schon sagen) mutigen Bürgern sich gegen die Massenzuwanderung zu entscheiden (und sich damit automatisch dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit auszusetzen (zumindest in Deutschland)!

    Entscheidend für Volksabstimmungen ist die Ehrlichkeit der Regierenden dem "Volk" gegenüber. Das heißt, die der Volksabstimmung vollständig und umfassenden zu Grunde liegenden Informationen über den abzustimmenden Sachverhalt (damit man sich ein "Bild" machen kann).
    Der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 lagen keine umfassenden bzw. ehrlichen Informationen zugrunde, was diese Volksabstimmung zu einer Meinungsumfrage degradiert (mit bewußt falschen bzw. parteilich eingefärbten Infos von Seiten der finanzstarken Projektbetreiber).

    Bevor man/frau hier als Leserbrief seine Meinung rausposaunt wäre es eigentlich wichtig diese der Volksabstimmung zu Grunde liegenden Info`s zu kennen. Ich kenne sie (auch) nicht, lege meiner Meinung aber nachfolgend eine für jedermann/frau verständliche Behauptung zu Grunde!

    Ich behaupte, dass die Massenzuwanderung, egal ob in Deutschland oder der Schweiz nicht aus Nächstenliebe geschieht/geschehen soll. Ich behaupte weiter, dass der Massenzuwanderung extrem radikale Finanzinteressen von Regierung (zumindest in Deutschland, da von Lobbyisten unterwandert) und Konzernen bzw. ganzen Wirtschaftszweigen zu Grunde liegen (z.B. um die gewachsene Tariflandschaft bzw. die gewachsenen Löhne durch Lohndumping zu unterwandern und um so Konzerngewinne - auch global - zu steigern).
    Denn würde die Öffnung der Arbeitsmarkte aus Nächstenliebe gegenüber unseren ausländischen Mitmenschen geschehen, stünden Deutschland und der Schweiz andere Wege offen zu helfen. Zum Beispiel indem solidarische Aufbauhilfe oder Finanzhilfe an diese Länder geleistet würde.

    In Deutschland wurden und werden die Menschen zur Massenzuwanderung nicht befragt (wahrscheinlich weil die wahren kapitalorientierten Gründe bei ehrlicher vorausgehender Info in deren Augen "nicht kommunizierbar" sind). In Deutschland bekommen sie stattdessen tagtäglich von tendenziösen Medien (verharmlosend auch Blattlinie genannt) Phrasen zu hören wie "Fachkräftemangel" oder "Alterspyramide".

    Und falls jemand jetzt auf die Idee kommt mir (evtl. auch nur indirekt) fremdenfeindlichkeit vorzuwerfen, den muss ich entäuschen und dem sage ich folgendes. Ich habe einige ausländische Freunde (was sehr bereichernd ist). Außerdem würde ich nie einem fremden Menschen einen Vorwurf machen der hier her kommt mit der Hoffnung das es ihm hier besser geht (dann ich würde an seiner Stelle auch kommen).
  • mistkaeferchen
    am 23.02.2014
    MIR GEFAELLT DIESER KOMMENTAR GAR NICHT. HURRA EUROPA MIT HAARP UND CHEMTRAILS UND MIND CONTROL.WIR WERDEN JEDEN TAG CA. 70 % BESTRAHLT. WIR LEBEN IN EINEM GLOBALEN MIKROWELLEN HERD.VERBLOEDUNG IST GEWOLLT. DIE SCHWEITZER HABEN DURCHGEBLICKT WAS DA MIESES ABGEHT. ROTSCHIL. KAUFT DIE WELT.
  • Hubi Stendahl
    am 23.02.2014
    Volker Lösch ist Theaterregisseur und wie man hört, ein guter.

    Dass er sich zu berufsfremden Themen äußert ist sein demokratisches Recht. Ob man ihn wirklich ernst nehmen muss, wage ich allerdings zu bezweifeln.

    Er müsste zumindest die grundlegenden soziologischen Bedürfnisse eines Menschen ebenso verstehen lernen, wie die sozioökonomischen Zusammenhänge der Globalisierung, für die der Mensch von seiner natürlichen Reichweite her, gar nicht geschaffen ist.

    Würde er nun noch ein wenig von unserem Zentralbankgeld und deren Konstruktionsfehler für die 99 % vestehen, dann hätte er vermutlich viele seiner Fragen erst gar nicht gestellt.

    So ergießt sich hier wieder ein Künstler mit ankonditionierten Gutmenschen-Parolen, statt sich mit den wahren Bedürfnissen zu beschäftigen, um den eigentlich einfachen Zusammenhang unseres derzeitigen Diebstahl-Systems zu verstehen, das erst zu solchen absurden Volksbefragungen führen musste.

    Beispiel:
    "Wieso vermittelt Ihr Euren Landsleuten nicht, dass wir Europäer aufgrund unseres Wirtschaftens eine Mitschuld an der Verelendung von Millionen von Menschen haben und somit verpflichtet sind, solidarisch dafür Verantwortung zu übernehmen?"

    Dies ist so eine typisch sinnlose Feststellung von Jemandem der es gut meint, aber nichts versteht. Die Ursachen kann er nicht beim Namen nennen, weil ihm die Hintergründe fehlen.

    Wie kann man 50,XX Prozent für etwas verantwortlich machen, auf das sie gar keinen Einfluss nehmen können? Welche Solidarität ist eigentlich in der o.e. Frage gemeint? Die Verelendung Griechenlands, die mit Finanz - Zockern ( Goldman Sachs ) ihren Anfang nahm und durch den IWF und der EZB zum vorläufigen Höhepunkt führt, dass herzkranke Menschen keine Präparate mehr erhalten, ihre Wohnungen verlieren und die Selbstmordrate sich verdreifacht hat?

    Stellen sie sich die Frage nach den Zielen der 1 %, dann wissen sie, warum die 50,XX Prozent völlig richtig argumentieren.
  • Gast
    am 23.02.2014
    Wieder ein Kommentar, der die Eidgenossen über einen Kamm schert und alle Befürworter des Entscheids zu SVP-Sympathisanten macht. Er geht nicht darauf ein, dass man im Ticino andere Ansichten hat und andere Probleme als beispielsweise in der Romandie. Er verschweigt auch, dass der enorme Bevölkerungszuwachs im Land allein auf die Zuwanderung zurückgeht, über deren Umfang die Schweiz bei den Verhandlungen zur Freizügigkeit von der EU getäuscht wurde. Kritik an der EU verweist man aber gern in die populistische Ecke am Rand des politischen Spektrums, um sich nicht mit ihr auseinandersetzen zu müssen. Letzlich ist es zudem verlogene Bigotterie von einem Nicht-EU-Mitglied eine Asyl- und Migrationspolitik zu verlangen, für welche die Staatengemeinschaft selbst nicht mal ein Konzept hat. Die wahre Demagogie findet man eher bei Politikern wie dem Ex-Innenminister Friedrich, der in der Vergangenheit prahlerisch die hohe Zahl der in der BRD gestellten Asylanträge verkündet hat, es dabei aber tunlichst vermied, darauf hinzuweisen, dass die meisten davon abgelehnt werden.
  • Kornelia
    am 20.02.2014
    Und an Volker Lösch wirklich die Frage:
    wo sind die vielen Kultur-schaffenden, die die Schieflagen-Demokratie seit Jahren sehenden Auges "zulassen"?
    in den eigenen Reihen: hier die super reichen "Künstler" (nicht selten auf Kosten der Allgemeinheit: Subventionen, Förderungen, Steuerabschreibungen, Bereitstellung der Infrastruktur etc.) dort die verarmten Kirchenmaus-Künstler.
    ( demnächst wahrscheinlich über 200 000 000 fürs gr Haus, für eine kleine Minderheit also, und die Mehrheit kann sich immer weniger Kultur leisten?)

    Wo werden die gigantischen Ängste, Irritationen, Unsicherheiten hier und die Ungerechtigkeiten, Undemokratien, unsozial/asoziales Verhalten der Upper class
    künstlerisch angesprochen?

    Wird nicht viel zu oft über den ungebildeten Michel, den Dschungel Camp sehenden hergezogen..... während die sogenannten "Gebildeten" einer gigantischen Geist-Verfettung verfallen sind?

    Getarnt mit Think Tanks (Biertisch-Niveau im Anzug-Stil) und üppigen
    Gala-Dinners (Heuschrecken-essen vom 3Sterne Koch zubereitet?) und Labersendungen (Dschungel Camp für die Besseren?)
  • Kornelia
    am 20.02.2014
    An dieser Stelle aber ein Chapeau an die Schweizer, denn es fällt mir etwas auf: die Diskussionen sind sehr hochwertig.
    "erschreckend" warum?
    Die Diskussionen auf den dt. Foren zu S21 sind erschreckend infantil, beleidigend, diffamierend, mobbend...... wenig Geist belebend!!
    weil in Deutschland mehr bezahlte Trolle unterwegs sind
  • Liane
    am 19.02.2014
    RECHTS-Ruck der Institutionen:
    aus
    www.freitag.de
    "Haben Sie es schon gemerkt? In Deutschland gibt es eine Revolution. In diesem Fall leider keine gute Nachricht. Denn sie ist schleichend und fällt deshalb auch nicht so richtig auf: die Rückkehr des reaktionären Denkens. Es dringen Gedanken und Argumentationsfiguren in die Mitte der Gesellschaft vor, die sich noch vor kurzer Zeit am rechten Rand herumgedrückt haben."
  • Liane
    am 19.02.2014
    tolles Warum-Fragen Stil
    könnte auch in Deutschland: "schreibs an jede Wand.."
    angehängt werden!!!

    ein grundsätzliches Problem seh ich:
    Vieles wird in ja/nein fürs Volk umgemünzt..... und dann ist man sauer weil die die falsche Seite wählen... Oder interpretiert lustig drauf los im Sinne einer Massenabfertigung....
    Es wird viel zuwenig auf die Ängste, die Unsicherheiten, die Irritationen eingegangen:
    Klappe auf, Affe rein, Klappe zu....
    Und der RECHTS-Ruck der Institutionen wird total "übersehen".

    Der Kommentar hat mich nachdenklich gemacht...
    bei all denn Schimpf-Ergüssen

    Anna Steinegger
    "Wir haben Ja gestimmt, aber nicht aus Angst, sondern weil wir die bisherige Entwicklung - seit Einführung der Personenfreizügigkeit - nicht wollen. Die Personenfreizügigkeit ist ein neoliberales Konstrukt, bei dem die Menschen dem Kapital folgen. Die Regierung hat der Bevölkerung keine Alternative angeboten. Nein sagen hätte bedeutet, es soll alles so bleiben wie es ist, das ging auf keinen Fall!"


    Ich weiss von Vielen in BW die mit "nein" gestimmt haben weil sie Bundespolitik abstrafen wollten: nein zu noch mehr Geld nach Griechenland, nein zu noch mehr Geld für Berlin!
  • Bernd Supper
    am 19.02.2014
    Jaja, jetzt schimpfen sie wieder. All die Achso guten Menschen über die Achso bösen und fremdenfeindlichen Schweizer.

    Aber halt, warum mal nicht in sich gehen und darüber nachdenken, warum den so viele Schweizer für die Zuzugsbegrenzung sind.

    Ein allzu starker Zuzug bedeutet auch immer eine Aufgabe der eigenen Identität. Nicht jeder mag das akzeptieren.

    Ich weiß ja nicht wo und wie Herr Lösch wohnt, aber in meiner unmittelbaren Nachbarschaft wohnt der Chefredakteur einer bekannten Zeitung. 250 Quadratmeter Penthaus in einer mit massiven Eisentor Geschützen Stadtvilla.

    Aus solch einer Position heraus kann man natürlich leicht auf andere herabschauen.
  • FernDerHeimat
    am 19.02.2014
    Ein erfrischender und aufrüttelnder Kommentar, nachdem man in den Medien tagelang nur das einseitige Gehetze der SVP und diverser deutscher Schweizer-Hasser hören bzw. lesen musste.

    Die EU ist ja schon dabei die Daumenschrauben anzulegen, was den Radikalen in der Schweiz politisch vermutlich erstmal entgegenkommt - und früher oder später auch dem letzten Schweizer klarmachen wird, dass dieses Land keine Insel im Meer ist.

    Von der Stimme Vernunft ist auf beiden Seiten leider nur wenig zu merken. Zumindest nicht bei dem Getöse, das die miesen Populisten veranstalten - egal aus welchem (niederen) Grund heraus.

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!