Angenommen, es käme zu einer Seeblockade am Panamakanal. Was würde das für den kleinen zentralamerikanischen Staat bedeuten?
Der Anteil des Kanals am gesamten Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund fünf Prozent. Die Wasserstraße schiebt gewaltig viel Geld in die Staatskassen – 2025 waren es fast drei Milliarden Dollar, über 20 Prozent der Staatseinnahmen. Eine Blockade wäre daher ein harter Schlag. Aber katastrophale Auswirkungen wären nicht zu erwarten. Panama ist mittlerweile eben auch eine Dienstleistungswirtschaft: Banken, Finanzen, Versicherungen.
Auch schon vor der aktuellen Krise an der Straße von Hormus konnte die Fragilität des maritimen Welthandels beobachtet werden. Bereits 2021 hielt ein feststeckendes Frachtschiff am Suezkanal die Menschen rund um den Globus tagelang in Atem. Gibt es überhaupt Alternativen?
Ich glaube nicht, dass es einen Weg aus der Abhängigkeit vom Seehandel gibt. Die Alternative ist eben: zurück zu einer geordneten Globalisierung. Der Großteil der Transporte, die über den Seehandel abgewickelt werden, sind immer noch Mineralöl und Gas. Da haben wir als Gesellschaft eine ganz klare Alternative: dezentrale, regenerative Energien. Um uns nicht von diesen Öl- und Gastransporten abhängig zu machen. Ich glaube, wer das heute nicht begriffen hat, kann einpacken. Mehr Solar, mehr Windkraft, mehr Speicher. Wir müssen die vor Ort generierten, nachhaltigen Energiequellen nach vorne bringen.
Ihre NGO The Generation Forest betreibt Aufforstung in Panama. Warum gerade dort? Schaut man sich die Zahlen an, hat Brasilien die zweitgrößte Waldfläche der Welt. Der Amazonas schwindet. Warum nicht in Brasilien aufforsten?
Wie so häufig steckt da eine ganz private Geschichte dahinter. Hier in Panama bin ich durch Lebensumstände gelandet und habe das hier aufgebaut. Einer der Gründe: Panama bietet relativ sichere Investmentmöglichkeiten und eine ideale Gesetzgebung für den Forstsektor. Wir zahlen hier keine Steuer auf Land. Dadurch versucht der panamaische Staat, die Aufforstung zu fördern. Panama ist wirtschaftlich und politisch stabil. Durch die Häfen ist die Logistik für den Holzexport spitze. Im Vergleich mit Deutschland wächst die Biomasse hier in den Tropen viermal schneller. Man bekommt hier mehr Holz pro investiertem Dollar. Und damit auch mehr Impact pro investiertem Dollar.
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