KONTEXT:Wochenzeitung
KONTEXT:Wochenzeitung

Kontext im Merlin

Klimakrise – war da was?

Kontext im Merlin: Klimakrise – war da was?
|

Datum:

Es gab Zeiten, in denen das Klima ein Dauerthema war. Heute fragen wir: "Wer spricht noch über das Klima?" Ein öffentlicher Dialog darüber ist wichtiger denn je.

Die "Zeit" nennt Jürgen Resch den "Schrecken der Autoindustrie", für den "Spiegel" ist er ein "Umweltkrieger", für die "Bild" der "gefürchtetste Umwelt-Aktivist" im ganzen Land. Und bei Winfried Kretschmann (Ministerpräsident, Grüne) und Ola Källenius (Mercedes-Chef) löst schon allein der Name schlechte Laune aus.  Jürgen Resch, 65, ist Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH) seit 1988 und bekannt dafür, dass er sich nicht scheut, Umweltthemen auch vor Gericht zu bringen. Dort war und ist Resch Dauergast als Kläger, nicht nur gegen Autofirmen wie VW, Mercedes und BMW, auch gegen die Regierung Kretschmann, der er vorwarf, "auf Anweisung" der Konzerne die gerichtlich angeordneten Dieselfahrverbote blockiert zu haben. Am kommenden Dienstag sitzt er auf dem Podium der Gesprächsreihe "Kontext im Merlin".

Außerdem auf dem Podium: Maike Schmidt, Leiterin Systemanalyse am ZSW, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg. Die Wirtschaftsingenieurin ist Vorsitzende des unabhängigen Klimasachverständigenrats der (noch amtierenden) grün-schwarzen Landesregierung. Das Gremium beobachtet mit "großer Sorge", dass der Klimaschutz zunehmend aus Debatten der Landesregierung "verschwindet".

Jan Kohlmeyer leitet die Stabstelle Klimaschutz bei der Stadt Stuttgart. Er ist angetreten, die Landeshauptstadt bis 2035 klimaneutral zu machen. Ein höchst ambitioniertes Unterfangen im Kessel, in dem nach Aussagen des Deutschen Wetterdienstes die heißeste Großstadt Deutschlands heranwächst. "Stop burning things" sei oberstes Gebot, sagt Kohlmeyer, und der Ausbau von Fuß- und Radwegen, des öffentlichen Nahverkehrs und der Elektromobilität Pflicht.

Für seine Perspektive kämpfen wird Samuel Bosch. Vor fünf Jahren, am 12. Dezember 2020, hat er eine Bluteiche in der Ravensburger Karlsstraße bestiegen und ein Baumhaus gebaut, geschmückt mit einem Banner, auf dem "System Change not Climate Change" stand. Danach ist er in den Altdorfer Wald gezogen, wo er seit fünf Jahren mit jungen Menschen zusammenlebt. Der 23-Jährige sagt, es brauche ein "Bewusstsein für die Realität, auf die wir zurasen". Deshalb gelte es, laut zu bleiben.


"Wer spricht noch über das Klima?" – Podiumsdiskussion am Montag, 16. Februar um 19.30 Uhr im Merlin, Augustenstraße 72, 70178 Stuttgart. Den Abend moderieren wird Stefan Siller. Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung via Mail an: info@merlinstuttgart.de. Taschen, die größer als Din A4 sind, sollten an diesem Abend nicht mit ins Merlin gebracht werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Über Spenden freuen wir uns und leiten sie ans Merlin weiter, denn das Kulturzentrum muss die massive Kürzung öffentlicher Gelder verkraften.

Wir brauchen Sie!

Kontext steht seit 2011 für kritischen und vor allem unabhängigen Journalismus – damit sind wir eines der ältesten werbefreien und gemeinnützigen Non-Profit-Medien in Deutschland. Unsere Redaktion lebt maßgeblich von Spenden und freiwilliger finanzieller Unterstützung unserer Community. Wir wollen keine Paywall oder sonst ein Modell der bezahlten Mitgliedschaft, stattdessen gibt es jeden Mittwoch eine neue Ausgabe unserer Zeitung frei im Netz zu lesen. Weil wir unabhängigen Journalismus für ein wichtiges demokratisches Gut halten, das allen Menschen gleichermaßen zugänglich sein sollte – auch denen, die nur wenig Geld zur Verfügung haben. Eine solidarische Finanzierung unserer Arbeit ermöglichen derzeit 2.500 Spender:innen, die uns regelmäßig unterstützen. Wir laden Sie herzlich ein, dazuzugehören! Schon mit 10 Euro im Monat sind Sie dabei. Gerne können Sie auch einmalig spenden.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT!
KONTEXT unterstützen!

Verbreiten Sie unseren Artikel
Artikel drucken


0 Kommentare verfügbar

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare anzeigen  

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer Mittwoch morgens unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Letzte Kommentare:






Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!